Das Thema dieser empirischen qualitativen Studie lautet: „Soziale Beziehungen im Internet –
Wie verlaufen Kommunikationsprozesse im Internet und welche neuen sozialen
Beziehungen bilden sich aus?“ Es wurden vier Personen dazu problemzentriert interviewt.
Die Arbeit umschließt drei große Blöcke. Nach einer kurzen Einführung zur
Entwicklungsgeschichte des Internet, werden theoretische Vorüberlegungen angestellt, die
die unterschiedlichen Kommunikationsformen näher beschreiben sollen. Dieser theoretische
Block schließt mit einem Vergleich der computervermittelten Kommunikation mit der
traditionellen Face-to-Face-Kommunikation, sowie eine kurzen Schilderung der
Besonderheiten dieser Kommunikationsform. Den Mittelteil der Arbeit bilden die
Beschreibungen der Interviews. Der Hauptteil beschäftigt sich mit der Auswertung der
Interviews, wobei theoretische Erkenntnisse mit einflossen. Es wurden individuelle
Kategorien gebildet, Kommunikationsprozesse untersucht und soziale Beziehungen
analysiert. Der Schluss endet mit einem Fazit.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung: Vorstellung des Thema
2. Zur Entwicklungsgeschichte des Internet
3. Methodenwahl
4. Theoretische Vorüberlegungen
4.1 Kommunikationsformen im Internet
4.1.1 Email-Kommunikation
4.1.2 Kommunikation in Mailinglisten
4.1.3 Newsgroups
4.1.4 Chat-Kommunikation
4.1.5 Multi User Dungeons (MUDs)
4.2 Ein Vergleich: Computervermittelte und Face-to-Face-Kommunikation
4.3 Besonderheiten der computervermittelten Kommunikation
5. Beschreibungen und Durchführung der Interviews
5.1 Eine kurze Erläuterung zur verwendeten Methodik
5.2 Tim S. (33), Kaufmann
5.3 Evi P. (27), Studentin
5.4 Colette S. (29), arbeitslos
5.5 Christian M.(18), Schüler
6. Auswertung der Interviews
6.1 Eine kurze Erläuterung zur verwendeten Methodik
6.2 Kategorienbildung nach Art der Nutzung des Internet
6.2.1 Online-Kommunikation im Vergleich
6.2.2 Kategorie: Vertrautheit, Zeitintensität, Beteiligungsintensität
6.3 Ein Modell computervermittelter Kommunikation
6.4 Soziale Beziehungen im Internet
6.4.1 Formen sozialer Beziehung
6.4.2 Veränderungen bestehender sozialer Beziehungen
6.4.3 Entwicklung neuer sozialer Beziehungen
6.4.4 Verlust von sozialen Beziehungen
7. Schlussbemerkung
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Das Hauptziel dieser Arbeit besteht darin, Kommunikationsprozesse im Internet zu analysieren und zu untersuchen, wie sich durch die Nutzung dieses Mediums neue soziale Beziehungen formen oder bestehende Beziehungen verändert werden. Die zentrale Forschungsfrage lautet: „Wie verlaufen Kommunikationsprozesse im Internet und welche neuen sozialen Beziehungen bilden sich aus?“
- Analyse verschiedener Kommunikationsformen (Email, Newsgroups, Chats, MUDs)
- Vergleich zwischen computervermittelter und Face-to-Face-Kommunikation
- Qualitative Einzelfallanalyse basierend auf problemzentrierten Interviews
- Untersuchung von Beziehungsentwicklung, Identitätskonstruktion und sozialer Isolation im Internet
Auszug aus dem Buch
4.1.4 Chat-Kommunikation
Der „Chat“ gehört im Gegensatz zu Email, Mailingliste und Newsgroup der synchronen, zeitgleichen computervermittelten Kommunikation an. Mit Hilfe der Tastatur werden textbasierte Nachrichten eingegeben, die fast zeitgleich beim Empfänger auf dem Bildschirm erscheinen. Es kann ein reger Dialog zwischen beiden oder auch mehreren Beteiligten entstehen, so dass man sowohl von einem kommunikativen als auch von einem interaktiven, wechselseitigen Prozess sprechen kann. Dieser spielt sich aber im Vergleich zu normaler sozialer Kommunikation und Interaktion auf virtueller Ebene ab. Der „Chat“ gehört wohl zu den beliebtesten Anwendungen des Internet und kann, gewisse Einschränkungen vorausgesetzt, mit dem Telefonieren verglichen werden.
Man benötigt eine spezielle Software, die als „Client“ bezeichnet wird und aus dem Internet zu beziehen ist, oder den Web-Browser (z.B. Internet Explorer), um mit dem „chatten“ zu beginnen. Danach stellt man eine Verbindung über das Internet mit dem „Chat-Server“ her, loggt sich in einen „Chat-Room“ oder „Chat-Kanal“ ein und wählt einen sog. „Nickname“(Spitzname, Deckname). Die individuelle aber obligatorische Wahl des Nickname lässt diverse Spiele mit der eigenen Identität zu. Mann kann so z.B. ein anderes Geschlecht wählen oder den Namen eines bekannten Romanhelden annehmen und genießt den Vorteil der Anonymität. Die Varianten sind nahezu unbegrenzt. Die Auswahl sollte allerdings wohlüberlegt sein, da man anhand dieses Namens, der für allen anderen „Chatter“ sichtbar ist, wiedererkennbar und identifizierbar ist.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Vorstellung des Thema: Das Kapitel führt in das Thema der empirischen Studie ein, erläutert die drei Blöcke der Arbeit und benennt die problemzentrierten Interviews als zentrale Methode.
2. Zur Entwicklungsgeschichte des Internet: Dieses Kapitel skizziert die Entstehung des ARPANET und die technologische Evolution hin zum modernen Internet als „Netz der Netze“.
3. Methodenwahl: Hier wird der methodische Ansatz der qualitativen Einzelfallanalyse begründet, der den Menschen in den Mittelpunkt stellt und durch statistische Elemente ergänzt wird.
4. Theoretische Vorüberlegungen: Dieses Kapitel setzt sich mit verschiedenen Kommunikationsformen im Internet auseinander und vergleicht diese mit der traditionellen Face-to-Face-Kommunikation.
5. Beschreibungen und Durchführung der Interviews: Hier werden die vier Interviewpartner vorgestellt und die methodische Vorgehensweise der Datenerhebung durch problemzentrierte Interviews beschrieben.
6. Auswertung der Interviews: Das Kapitel analysiert die Interviewergebnisse mittels qualitativer Inhaltsanalyse, kategorisiert die Internetnutzung und untersucht die sozialen Beziehungen der Teilnehmer.
7. Schlussbemerkung: Der letzte Teil fasst die Erkenntnisse zusammen und kommt zu dem Ergebnis, dass die computervermittelte Kommunikation eine neue, eigenständige Art der Interaktion darstellt, die das Leben bereichern kann.
Schlüsselwörter
Internet, Computervermittelte Kommunikation, Soziale Beziehungen, Qualitative Studie, Email, Chat, Newsgroups, MUDs, Identitätskonstruktion, Medienwahl, Face-to-Face-Kommunikation, Anonymität, soziale Netzwerke
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, wie Menschen im Internet kommunizieren und welche Auswirkungen diese Form der Kommunikation auf ihre sozialen Beziehungen hat.
Was sind die zentralen Themenfelder der Studie?
Die zentralen Themen umfassen verschiedene Kommunikationsformen wie Emails, Newsgroups, Chats und MUDs sowie deren Einfluss auf die Beziehungsbildung und Identitätswahrnehmung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, computervermittelte Kommunikationsprozesse durch eine qualitative Studie zu entschlüsseln und zu verstehen, wie Nutzer das Internet zur Gestaltung ihres sozialen Umfelds einsetzen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Autor verwendet eine qualitative Einzelfallanalyse und stützt sich dabei auf problemzentrierte Interviews mit vier ausgewählten Personen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung der Kommunikationsformen, die Vorstellung der Interviewpartner sowie eine tiefgehende Auswertung der Interviewdaten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Schlagworte sind Internet, computervermittelte Kommunikation, soziale Beziehungen, Identitätskonstruktion und qualitative Sozialforschung.
Wie beeinflusst das Internet laut den Interviewpartnern ihre sozialen Beziehungen?
Die Auswirkungen sind unterschiedlich: Während einige die Kontakte pflegen und erleichtern, berichten andere von Spannungen im realen Leben („RL“), da die Internetnutzung Zeit beansprucht oder zu Konflikten mit dem persönlichen Umfeld führen kann.
Spielt Anonymität eine wichtige Rolle in der Online-Kommunikation?
Ja, laut der Arbeit ermöglicht Anonymität den Nutzern, mit verschiedenen Identitäten zu experimentieren, ihre Hemmschwellen zu senken und Themen anzusprechen, die sie im persönlichen Kontakt als schwieriger empfinden würden.
- Arbeit zitieren
- Thomas Förster (Autor:in), 2003, Soziale Beziehungen und Kommunikation im Internet, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/16029