Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung. 3
2. Statistische Daten zur Unterrepräsentation von Frauen. 4
2.1 Frauenanteil in den Größten Parteien. 4
2.2 Frauenanteil im Bundestag. 4
2.3 Frauen im Parteivorstand. 5
3. Faktoren zur Unterrepräsentation von Frauen. 5
3.1 Sozio- kulturelle Einflüsse. 5
3.2 Institutionelle Faktoren. 7
3.3 Einflüsse der Parteien. 9
4. Frauen und Demokratie. 12
4.1 Fraueninteressen. 12
4.2 Demokratische Gerechtigkeit. 12
4.3 Emanzipationsansatz. 13
4.4 Feministische Demokratietheorie. 13
5. Résumée. 16
Literaturverzeichnis 17
2
1. Einleitung
Noch 2005 schrieb Alice Schwarzer in der Emma: „Eine Frau im Kanzleramt wäre eine historische Zäsur.“ 1
Mittlerweile ist dieser Bruch vollzogen und die Bundesrepublik Deutschland hat nun schon in zweiter Amtsperiode eine Frau im Kanzleramt.
2005, als es an die erste Kandidatur einer Frau um das Kanzleramt ging, konnte man sich das noch nicht so ganz vorstellen. Altkanzler Gerhard Schröder nahm an, gegen eine Frau „ein leichteres Spiel zu haben“ 2 . Dieses Spiel hat er zwar verloren, aber gewonnen haben die Frauen dennoch nicht. Nur weil eine Frau nun die Regierungsgeschäfte leitet, bedeutet noch lange nicht, dass Frauen nun der Weg in die Politik vollkommen offen steht. Der Frauenanteil der deutschen Bevölkerung beträgt über 50%. 3 Der Anteil in den Parteien hingegen nur 30%. 4
Betrachtet man diese Zahlen, ergibt sich ein ungleiches Bild. Frauen sind in der Politik, verglichen mit ihrem Anteil an der Gesamtbevölkerung, unterrepräsentiert. Was aber führt zu dieser Unterrepräsentation von Frauen in der Politik? Und welche Lösungsvorschläge bietet die feministische Demokratietheorie? Um diese Fragen beantworten zu können, wird in dieser Arbeit zuerst ein Überblick über den Frauenanteil in den größten Bundesdeutschen Parteien 5 und in Führungspositionen anhand statistischer Daten gegeben. Folgend werden die Einflussfaktoren, die die Unterrepräsentation von Frauen in der Politik der BRD begünstigen, erläutert. Im Anschluss daran werden, ausgehend von den Auswirkungen die eine gleichwertige Repräsentation von Frauen für die Demokratie hat, Theorien und Alternativen aus der feministischen Demokratietheorie dargestellt. Abschließend folgt ein Résumée. Die deutsche Forschung zur Repräsentation von Frauen in der Politik wird angeführt von Beate Hoecker. Sie verfasste in den neunziger Jahren die Basiswerke zur deutschen Frauenforschung. Aufbauend auf ihren Erkenntnissen haben zudem Gesine Fuchs, Isabelle
1 http://www.emma.de/hefte/ausgaben-2005/juliaugust-2005/editorial/.
2 Ebd.
3 Vgl.:
http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Navigation/Statistiken/Bevoelkerung/Bevoelker ungsstand/Bevoelkerungsstand.psml
4 Vgl.: http://www.bmfsfj.de/Publikationen/genderreport/6-Politische-partizipation-und-buergerschaftliches-engagement/6-4-Frauen-und-maenner-in-der-institutionalisierten-interessenvertretung/6-4-2-parteimitgliedschaften-und-parteiaemter.html
5 Größte Parteien der BRD: CDU/ CSU, SPD, Die Grünen, FDP und Die Linke.
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Kürschner, Brigitte Geißel und Silke Kinzing einen wichtigen Beitrag zur Forschung geleistet. Auch im Bereich der feministischen Demokratietheorie hat Beate Hoecker bedeutsame Studien vorgelegt, des weiteren ist hier Barbara Holland-Cunz zu nennen deren Erläuterungen diesbezüglich eine der Grundlagen dieser Arbeit ist. In der englischsprachigen Theorieforschung sind vor allem Anne Phillips, Iris Marion Young und Chantal Mouffes hervorzuheben. Auffällig in der Frauen- beziehungsweise Feminismusforschung ist, dass es kaum männliche Vertreter gibt. Alle hier verwendeten Werke zum Thema Frau sind auch von Frauen verfasst worden. Zudem ist noch anzuführen, dass die Feminismusforschung, vor allem in jüngster Zeit, ein wenig erschlossenes Gebiet ist, das viele Lücken aufweist.
2. Statistische Daten zur Unterrepräsentation von Frauen
2.1 Frauenanteil in den Größten Parteien
Laut statistischem Bundesamt sind 1,6 Millionen Bürger der BRD in Deutschland Mitglied einer Partei, dies entspricht ungefähr 2,6 Prozent der wahlberechtigten Bevölkerung. 6 Der Frauenanteil davon beträgt, wie oben bereits erwähnt, nur 30%. Zwischen den Parteien gibt es aber zudem noch große Unterschiede bezüglich des Frauenanteils. Folgende Tabelle verdeutlicht dies.
Der Frauenanteil unterscheidet sich zwischen den Parteien um bis zu 27% ( Divergenz zwischen der Partei „ Die Linke“ und der CSU).
2.2 Frauenanteil im Bundestag
Ähnlich wie bei den Mitgliederzahlen der Parteien sind Frauen auch im Bundestag
6 Vgl.: http://www.bmfsfj.de/Publikationen/genderreport/6-Politische-partizipation-und-buergerschaftliches-engagement/6-4-Frauen-und-maenner-in-der-institutionalisierten-interessenvertretung/6-4-2-parteimitgliedschaften-und-parteiaemter.html
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unterrepräsentiert.
Auch hier ergibt sich ein Bild, dass die Unterrepräsentation von Frauen widerspiegelt. Gemessen an den über 50% die Frauen in der Gesamtbevölkerung ausmachen, lässt obige Tabelle bei einigen Parteien eine deutliche Unterrepräsentation erkennen. Schlusslicht bildet mit 13% Frauenanteil in der Bundesebene die CSU.
2.3 Frauen im Parteivorstand
In den Vorständen entspricht die Repräsentanz etwa dem Anteil der Abgeordneten, wobei die Frauen bei den konservativen Parteien und der FDP etwas aufholen und höher repräsentiert sind, als in ihrem Anteil unter den Abgeordneten.
3. Faktoren zur Unterrepräsentation von Frauen
3.1 Sozio- kulturelle Einflüsse
Die Unterrepräsentation von Frauen in der Politik der Bundesrepublik Deutschland ist auf verschiedene Faktoren zurückzuführen. Hier sind zum Einen sozio- kulturelle Einflüsse zu benennen. Sowohl Sozialisation, die (politische) Kultur der BRD, als auch Bildung und Beruf spielen eine wichtige Rolle
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Sozialisation und (politische) Kultur
Sozialisation ist geprägt von den geschlechtsspezifischen Erwartungen und Vorstellungen, die an das Individuum von Geburt an herangetragen werden. 7 Diese Vorstellungen ergeben sich aus der Kultur eines Landes. 8 Sozialisationsprozesse sind „eingebettet in den kulturellen Kontext“ 9 . Kulturelle Vorstellungen und Vorgaben beeinflussen diesen Prozess. Da „politische Partizipation als Ergebnis von Sozialisationseinflüssen verstanden werden“ 10 kann, spielt auch die jeweilige Kultur, sowohl die alltägliche als auch die politische, eine Rolle bei der Eingliederung.
Im Bereich der politischen Kultur ist zwischen einer egalitären und einer patriarchalen zu unterscheiden. Die egalitäre politische Kultur fördert den Anteil der Frauen in der Politik, wohingegen eine patriarchalische politische Kultur Frauen größtenteils aus dem politischen Geschehen ausschließt. Eng verwoben mit diesem politischen Kulturverständnis ist auch die Alltagskultur eines Landes. Diese enthält Spezifika, die die Rolle von Frauen und Männern in der Gesellschaft sowie im politischen Bereich bestimmen. Deutschland hat erst vor knapp hundert Jahren mit Einführung des Frauenwahlrechts 1918 11 einen ersten Schritt in Richtung einer egalitären Gesellschaft gemacht. Jedoch hat sich diese Tendenz in der Alltagskultur noch nicht vollkommen durchgesetzt. Der „ emanzipationsfeindliche Einfluss der katholischen Kirche“ 12 hat seit Jahrhunderten Einfluss auf die deutsche Kultur. Zwar hat sich die Stellung der Frau in der Gesellschaft seit der Frauenbewegung erheblich gewandelt, dennoch kann nicht von einer gänzlichen Gleichheit zwischen den Geschlechtern gesprochen werden. Der Einfluss dieser alltagskulturellen Gegebenheit spiegelt sich auch in den unterschiedlichen Anteilen von Frauen in den verschiedenen Parteien wider. Es ist deutlich erkennbar, dass es eine Divergenz bezüglich des Frauenanteils zwischen den Parteien gibt. Frauen sind in den Parteien „ Die Linke“, „Bündnis90/ Die Grünen“ und „SPD“ deutlich stärker vertreten als in den Parteien, die stärker kirchlich geprägt sind (CDU und CSU).
7 Der Sozialisationprozess wird in 3 Phasen unterteilt: primär (Kindheit / Instanz: Familie), sekundär (Kindheit bis Erwachsenenalter, Instanz:Schule, Gleichaltrige etc.), Tertiär (Erwachsenenalter/ Instanz: gesellschaftliche und politische Institutionen). Die beschriebenen Auswirkungen/ Abläufe beziehen sich auf alle 3 Phasen.
8 Vgl.: http://kops.ub.uni-konstanz.de/volltexte/2009/8105/pdf/Trommsdorff_2008_Kultur_und.pdf, S.2.
9 Ebd., S.2.
10 Brigitte, Geißel: Politikerinnen, Politisierung und Partizipation auf kommunaler Ebene, Opladen 1999, S.29.
11 Vgl.: http://www.bpb.de/themen/3V7950,0,0,Weltfrauentag_2009.html.
12 Gesine, Fuchs/ Beate, Hoecker: Ohne Frauen nur eine halbe Demokratie, Politische Partizipation von Frauen in den osteuropäischen Beitrittsstaaten, In: Internationale Poltikanalyse, Bonn, 49/2004, S.3.
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Arbeit zitieren:
Vera Demmel, 2010, Frauen in der Politik, München, GRIN Verlag GmbH
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