ERKLÄRUNG
über die selbständige Erarbeitung studienbegleitender Hausarbeiten
Hiermit erkläre ich, Hermann Schoß, dass ich vorstehende Arbeit selbständig und ohne fremde Hilfe verfasst habe.
Des weiteren versichere ich, dass diese Arbeit weder teilweise noch insgesamt an der Universität der Bundeswehr Hamburg oder an einer anderen Hochschule von mir oder einer anderen Person eingereicht wurde. Alle Stellen, die wörtlich oder indirekt Veröffentlichungen anderer entnommen sind, habe ich kenntlich gemacht und mich keiner anderen als der angegebenen Literatur bedient.
Diese Versicherung gilt auch für alle der Arbeit beigegebenen Zeichnungen, Skizzen, Abbildungen etc.
Hamburg, den 26.05.2003 . . . . . . . . . . . .
Inhalt:
1. Allgemeine Begriffsklärung S.4
2. Familie in Deutschland S.8
3. Welche Bereiche sind interkulturell beeinflusst? S.11
4. Die interkulturellen Unterschiede S.13
4.1. Die Vaterrolle S.13
4.2. Die Mutter- und Frauenrolle S.16
4.3. Die Eltern-Kind-Beziehung S.20
5. Eigene Darstellung S.23
6. Literaturverzeichnis S.26
7. Anhang S.27
3
1. Allgemeine Begriffsklärung
An den Beginn meiner Arbeit möchte ich zunächst die detaillierte Auseinandersetzung mit den bestimmenden Begriffen dieser Arbeit setzen. Diese Auseinandersetzung soll sich mit den Begriffen Kultur und Familie beschäftigen. Da man, je nach Quelle, unterschiedliche Definitionen und Abgrenzungen zu diesen Begriffen findet, ist es notwendig einen eindeutigen Gegenstandsbereich herauszustellen. Der Kulturbegriff als solcher ist für viele Wissenschaftler bereits die Grundlage der Diskussion. Das damit aufgeworfene Problem ist die fehlende Existenz einer allgemeingültigen, einheitlichen und klaren Definition von Kultur. Ein Lexikon beschreibt Kultur, in Zusammenhang mit dem Thema, wie folgt: „... 3 Gesamtheit der geistigen u. künstlerischen Ausdrucksformen eines Volkes,...,4 geistige u. seelische Bildung, verfeinerte Lebensweise, Lebensart.“ 1 Diese Definition beschreibt den Begriff zwar relativ genau, aber vor allem der 2. Teil des Zitats schützt nicht vor der Einordnung in ein Wertesystem. Was bedeutet, dass es Mitgliedern einer „westlichen Kultur“ schwer vorstellbar sein kann, die Bräuche und Wertvorstellung, beispielsweise eines afrikanischen Urvolks, als „verfeinert“ anzusehen. Um diesen Irrtümern vorzubeugen hält sich die folgende Arbeit an die Beschreibung von Gerhard Maletzke. „Wenn im folgenden von Kultur die Rede ist, dann immer im Sinne der modernen Kulturanthropologie ...: In der Kulturanthropologie ist Kultur im wesentlichen zu verstehen als ein System von Konzepten, Überzeugungen, Einstellungen, Wertorientierungen, die sowohl im Verhalten und Handeln als auch in ihren geistigen und materiellen Produkten sichtbar werden.“ 2 An diese Definition, welche zwar immer noch verschiedene Vorstellungen beinhaltet, ist die folgende Arbeit angelehnt, und versucht eben dieser auch gerecht zu werden.
1 Wahrig-Burfeind: Fremdwörterlexikon (2002), S. 519
2 Maletzke: Interkulturelle Kommunikation (1996), S. 16
4
Im Weiteren ist die Ausprägung einer Kultur in unterschiedliche, aber bestimmte Charakteristika Bestandteil der Exploration. Der Begriff der Familie ist vermeintlich eindeutig auch im Lexikon definiert: „...(i.e.S.) Eltern u. Kinder…“ 3 . Da diese Definition, in ihrer Allgemeinheit, zutreffend ist, genügt sie jedoch nicht um den Begriff eindeutig einzugrenzen. Die Eingrenzung von Familie stellt sich als ein Gegensatz zwischen Familie als Institution und als soziale Gruppe dar. Da die genaue Auseinandersetzung mit dieser Doppelnatur den Rahmen dieser Arbeit sprengen würde, beziehe ich meine Eingrenzung auf den folgenden Textauszug. „In heutigen Industrienationen verläuft der Prozess familialer Sozialisation im Zeichen der Widersprüche der Moderne…Die Familie hat sich in modernen Gesellschaften als unersetzbare Instanz der Sozialisation der nachwachsenden Generation erwiesen; zugleich wird die Sozialisationsfähigkeit der Familie durch die Arbeits- und Lebensverhältnisse der heutigen Industrienationen in Frage gestellt. Die Familie ist in modernen Gesellschaften zu einer kleinen sozialen Welt für sich geworden…“ 4
Aus diesem Auszug ist die starke Veränderung der Familie, die vor allem durch die Industrialisierung und die Dienstleistungsgesellschaft geprägt wurde, zu erkennen. Der Textauszug soll die Arbeit in ihrem familiären Hintergrund so eingrenzen, dass hauptsächlich die „moderne Familie“ als Gegenstand betrachtet wird. Die „moderne Familie“ steht unter dem Einfluss, der unterschiedlichen Einordnung der Familie in die Soziologie. Wie schon im vorderen Bereich angesprochen, wird die Familie einerseits als Institution und andererseits als soziale Gruppe gesehen. Zunächst soll die Familie als Institution beleuchtet werden. Dabei stellt sich zunächst die Frage, was Institutionen sind. „Institutionen sind gesellschaftliche Vorkehrungen, die `Verhalten bündeln, ausrichten und besonderen Aufgaben zuordnen`.
3 Wahrig-Burfeind: Fremdwörterlexikon (2002), S. 281
4 Trommsdorff(Hrsg.): Sozialisation im Kulturvergleich(1989), S.42
5
Denn sie geben den Mitgliedern sozialer Gruppen Informationen in Form von Regeln und Wertvorgaben.“ 5 Aufgrund dieser Definition fällt auch die Familie unter den Begriff der Institution. Des Weiteren stellt sich eine Institution immer durch ihre Funktionen dar. Die Institution hat dabei folgende Funktionen: die Orientierungsfunktion, die äußere Stabilitätsfunktion, die Steigerungsfunktion, dem Zumutungscharakter von Institutionen. Die Institution Familie zeichnet sich durch weitere spezielle Funktionen aus, welche die Reproduktionsfunktions-und Sozialisationsfunktion sowie
Wirtschafts- und Solidaritätsfunktion sind. Die Orientierungsfunktion ist dabei bestimmt durch die innere Stabilisierung, durch das Vorhandensein von Steuerungen erreicht wird. Im Gegensatz dazu steht die äußere Stabilität, die Berechenbarkeit und Routinisierung durch die geregelten Abläufe erst möglich macht. Dabei tritt vor allem der Aspekt der Kontrolle und der arbeitsteiligen Rollen- und Funktionszuordnung in den Vordergrund. Die Institution Familie stellt ebenso die Steigerungsfunktion dar. „Ohne organisierte, planmäßige Weitergabe von Erkenntnissen und Erfahrungen sind weder Erziehung noch überhaupt Kultur möglich.“ 6 Der Zumutungscharakter einer Institution stellt sich hauptsächlich durch die hohe Folgebereitschaft der Institutionsmitglieder, welche das Ordnungsgefüge der Institution verlangt, dar.
Eine der speziellen Institutionsfunktionen der Familie ist die Reproduktions- und Sozialisationsfunktion. Diese Funktion stellt sicher, dass die Gesellschaft überlebensfähig bleibt, wobei die Entscheidung zu Kindern im Privaten liegt. Für die soziale Bedeutung der Fortpflanzung spricht die Regelung von Zuständigkeiten seitens der Gesellschaft.
5 Hettlage: Familienreport (1998), S. 22
6 Hettlage: Familienreport (1998), S. 28
6
Arbeit zitieren:
Dipl. Päd. Hermann Schoß, 2003, Familienmerkmale im interkulturellen Vergleich, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Geschlechtshierarchische Arbeitsteilung und geschlechtsspezifische Soz...
Soziologie - Familie, Frauen, Männer, Sexualität, Geschlechter
Diplomarbeit, 122 Seiten
Ausgewählte Geschlechtsunterschiede und ihre Ursachen
Psychologie - Persönlichkeitspsychologie
Seminararbeit, 27 Seiten
Die Familie und die Gleichberechtigung der Geschlechter
Soziologie - Familie, Frauen, Männer, Sexualität, Geschlechter
Forschungsarbeit, 26 Seiten
Die Stellung der Frau in der heutigen Zeit
Soziologie - Familie, Frauen, Männer, Sexualität, Geschlechter
Referat / Aufsatz (Schule), 17 Seiten
Auf dem Weg der postfamilialen Familie - Ausdruck neuer Freiheit oder ...
Soziologie - Familie, Frauen, Männer, Sexualität, Geschlechter
Vordiplomarbeit, 32 Seiten
Das Ende der Reproduktionsarbeit? - Die Auswirkung des Wandels von Arb...
Sozialpädagogik / Sozialarbeit
Diplomarbeit, 144 Seiten
Von Natur aus anders? Eine biologische und sozialpsychologische Betrac...
Psychologie - Sozialpsychologie
Magisterarbeit, 135 Seiten
Der sozioökonomische Wandel als Ursache für die Verbreitung von "...
Soziologie - Familie, Frauen, Männer, Sexualität, Geschlechter
Seminararbeit, 14 Seiten
Die Frauen in islamischen Gesellschaften
Soziologie - Kultur, Technik und Völker
Seminararbeit, 21 Seiten
Soziologie - Familie, Frauen, Männer, Sexualität, Geschlechter
Hausarbeit (Hauptseminar), 21 Seiten
Biologische Grundlagen von Mutterschaft
Gegenüberstellung einer soziob...
Kulturwissenschaften - Empirische Kulturwissenschaften
Seminararbeit, 27 Seiten
Geschlechtsspezifische Sozialisation ausländischer Mädchen in Deutschl...
Sozialpädagogik / Sozialarbeit
Diplomarbeit, 66 Seiten
Die Interaktion zwischen den Geschlechtern und die Rolle der Frau im E...
Soziologie - Familie, Frauen, Männer, Sexualität, Geschlechter
Seminararbeit, 18 Seiten
Geschlechterrollen in der TV-Werbung - Eine empirische Analyse zum Wan...
Soziologie - Familie, Frauen, Männer, Sexualität, Geschlechter
Magisterarbeit, 164 Seiten
Die Stellung der Frau im Islam
Politik - Internationale Politik - Thema: Völkerrecht und Menschenrechte
Hausarbeit, 18 Seiten
Jenseits von sex und gender - Eine poststrukturalistische Analyse der ...
Soziologie - Familie, Frauen, Männer, Sexualität, Geschlechter
Bachelorarbeit, 45 Seiten
Hermann Schoß hat den Text Familienmerkmale im interkulturellen Vergleich veröffentlicht
Hermann Schoß hat einen neuen Text hochgeladen
Erfolgreiche Werbung im interkulturellen Vergleich
Eine Analyse deutsch- und fran...
Daniela Gau
Interkulturelle Kommunikation und Zusammenarbeit
Interkulturelle Kompetenz trai...
Astrid Podsiadlowski
0 Kommentare