Inhaltsverzeichnis
1 Reflexionen zur Lerngruppe. 3
2 Nennung der zu fördernden und zu erreichenden Kompetenzen 4
3 Überlegungen zum Inhalt und zur Sache 5
4 Didaktische Analyse 6
5 Methodische Analyse. 7
6 Anhang 12
2
1 Reflexionen zur Lerngruppe
Die ist eine einzügige Grund- und Hauptschule mit Werkrealschule, die im Schuljahr 2009/10 von ca. 190 Schülern besucht wird. Die Klasse 5 besteht aus 25 Schülern, 15 Jungen und 10 Mädchen. Die Schüler sind zwischen 10 und 13 Jahre alt. 8 Schüler der Klasse haben einen Migrationshintergrund, der sich zum Teil auch auf ihre Leistungen auswirkt. Der soziale Umgang in dieser Klasse ist teilweise von Aggressionen und Konflikten geprägt. Die Schüler kommen aus fünf verschiedenen Grundschulen, so dass sich immer noch viele gruppendynamische Prozesse abspielen und sich noch keine richtige Klassengemeinschaft gebildet hat. Deshalb achtete ich bei der Gruppeneinteilung darauf, dass möglichst keine Konflikte entstehen, bzw. überlegte mir, wer besser allein arbeitet. Einige Schüler in dieser Klasse lassen sich recht gut zur Mitarbeit motivieren, vielen fällt es aber schwer sich zu konzentrieren und sich an die Gesprächsregeln zu halten sowie leise zu arbeiten. Die Schüler kennen verschiedene Sozialformen. Da es aber bei Partner- und Gruppenarbeit oft zu Konflikten kommt, entschied ich mich dazu, nicht alle in Gruppen arbeiten zu lassen und nur kleine Gruppen mit jeweils drei Schülern zu bilden. Mit der Methode Lernen an Stationen sind die Schüler vertraut. Ebenso wurde während des Schuljahrs immer wieder auf verschiedene Weise handlungs- und produktionsorientiert mit Gedichten gearbeitet. Die Schüler sind es auch gewohnt ihre Ergebnisse zu präsentieren und sich gegenseitig dafür ein Feedback zu geben.
Die Prüfungsstunde ist die 11. Stunde der Unterrichtseinheit „Handlungs- und produktionsorientierter Umgang mit Gedichten“. Die Schüler lernten zunächst verschiedene handlungs- und produktionsorientierte Verfahren kennen, so dass sie herausfinden konnten, welche Verfahren ihnen am ehesten liegen. Dies konnten sie anschließend an Stationen zu dem Gedicht „Die Gäste der Buche“ testen. In der Prüfungsstunde werden sie schließlich diese Verfahren noch einmal an einem Gedicht anwenden. Damit die Schüler gedanklich auf den Frühling eingestimmt sind und die Schüler, die ein Parallelgedicht schreiben, über ausreichend Wortmaterial verfügen, wurde in der Deutschstunde vor der vorliegenden Unterrichtsstunde ein Schreibgespräch zum Thema Frühling durchgeführt. In den nächsten Deutschstunden werden die Stationen noch fortgeführt und weitere Ergebnisse präsentiert. Hier wird auch noch ein Vergleich mit dem Originalgedicht und ein interpretierendes und analysierendes Gespräch über das Gedicht stattfinden.
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2 Nennung der zu fördernden und zu erreichenden Kompetenzen
Bereich: Sprechen
Miteinander arbeiten und präsentieren Die Schülerinnen und Schüler können
- „einfache Arbeitsaufgaben verstehen und ausführen.
- Arbeitsergebnisse angemessen präsentieren [...].“ 1
Bereich: Schreiben
Texte planen und erstellen Die Schülerinnen und Schüler können
- „eigene Gefühle und Gedanken im freien Schreiben und in persönlichen Texten schriftlich ausdrücken.“ 2
Bereich: Lesen/Umgang mit Texten und Medien
Texte verstehen Die Schülerinnen und Schüler können
- „Arbeitsanweisungen lesen und verstehen.“ 3
Texte und Medien nutzen
Die Schülerinnen und Schüler können
- „Texte auf verschiedene Art - auch handlungsorientiert - umsetzen: Texte vertonen, Bilder zu Texten.“ 4
Literatur als Gesprächspartner
Die Schülerinnen und Schüler können
- „Literatur als etwas erfahren, das Gedanken, Gefühle und Erfahrungen von anderen enthält und so hilft, eigene Empfindungen wahrzunehmen und (sich) mitzuteilen.“ 5
1 Bildungsplan 2004, S. 58.
2 ebd, S. 58.
3 ebd, S. 59.
4 ebd, S. 60.
5 ebd, S. 60.
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Im Hinblick auf die zu fördernden Kompetenzen aus dem Bildungsplan sollen folgende Stundenziele erreicht werden:
Die Schüler
- setzen sich an Stationen handlungs- und produktionsorientiert mit dem Gedicht „Der Frühling“ von Mascha Kaléko auseinander.
- entwickeln eigene Ideen, um einzelne Aspekte des Gedichtes so zu gestalten, wie es ihrer Vorstellung entspricht.
3 Überlegungen zum Inhalt und zur Sache
Die Autorin des Gedichtes Mascha Kaléko (1907-1975) wurde im damaligen Österreich-Ungarn (heute Polen) geboren, verbrachte aber die meiste Zeit ihrer Kindheit und Jugend in Deutschland, unter anderem in Berlin. Dort kam sie auch mit anderen Künstlern dieser Zeit, wie z.B. Erich Kästner und Joachim Ringelnatz, in Kontakt. 1929 veröffentlichte sie ihre ersten Gedichte. Ihr Leben war geprägt von Heimatlosigkeit, denn nachdem sie aus Angst vor Pogromen mit ihrer Familie nach Deutschland geflohen war, ging sie 1938 ins Exil nach New York und zog später nach Israel. Die daraus resultierende Sehnsucht nach der Heimat spiegelt sich auch immer wieder in ihren Gedichten wieder, die einerseits von einer gewissen Melancholie und andererseits aber auch von gewisser Ironie und Witz geprägt sind. Gleichzeitig ist auch eine gewisse Einfachheit in ihren Gedichten zu erkennen. Sie berichten oft von Alltagserfahrungen, die jeder nachvollziehen kann. 6
Dies trifft auch auf das Gedicht „Der Frühling“ zu. Kaléko erklärt hier, mit welchen Boten der Frühling zu uns kommt. Dies macht sie in sehr anschaulichen Bildern. Sie nennt eine Pflanze (Veilchen) und drei Tiere (Käfer, Biene, Schwalbe). Diese bringt sie dem Leser durch ihre Eigenschaften näher. Die Käfer und die Bienen werden mit ihrem Aussehen beschrieben, die Schwalben durch den Ton, den sie von sich geben, und die Veilchen durch ihren Duft. Der Frühling wird in diesem Gedicht also mit drei Sinnen wahrgenommen: sehen, riechen, hören. Interessant sind auch die beiden letzten Verse. Hier wird deutlich, wie überraschend der Frühling manchmal kommt. Damit spricht Mascha Kaléko wie so oft die Alltagserfahrungen der Menschen an. Vermutlich hatte jeder schon ähnliche Empfindungen, wie sie Kaléko in diesem Gedicht beschreibt. Die beiden letzten Verse stechen auch deshalb hervor, da sich hier das Reimschema ändert. Während in den ersten vier Versen ein Kreuzreim verwendet wurde, handelt es sich bei den beiden letzten Versen um einen Paarreim.
6 vgl. www.kaleko.ch und www.wikipedia.de.
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4 Didaktische Analyse
„Lesekompetenz als die Fähigkeit, Texte zu verstehen, einzuordnen und zu nutzen sowie das Entwickeln einer über die Schulzeit hinaus wirkenden Lesekultur haben eine zentrale Bedeutung. Literatur soll sich den Schülerinnen und Schülern als anregender und auch unterhaltsamer Gesprächspartner eröffnen, der fremde Welten erschließt.“ 7 Dies sieht der Bildungsplan unter anderem als zentrale Aufgabe des Deutschunterrichts an. Diese Lesekultur ist schließlich eine wichtige Kulturtechnik, die in vielen Bereichen des Lebens eine Rolle spielt. Im gewöhnlichen Alltag geht es dabei meistens darum, kurze Notizen zu lesen, schriftliche Arbeitsanweisungen umzusetzen o.ä., also eher darum, Sachinformationen zu entnehmen. Aber warum dann Gedichte im Unterricht? Geht es hier auch darum Sach-informationen zu entnehmen? Nein, beim Lesen von Gedichten geht es vor allem um den Genuss der Sprache. Es geht darum, herauszufinden, wie schön Sprache sein kann, welche Gefühle und Empfindungen sie auslösen kann und wie man mit einfachen Mitteln eine große Wirkung erzielen kann. Die Schüler sollen spüren, dass Lesen auch entspannend und unterhaltend sein kann. Dazu noch einmal das Zitat aus dem Bildungsplan: „Literatur soll sich den Schülerinnen und Schülern als anregender und auch unterhaltsamer Gesprächspartner eröffnen, der fremde Welten erschließt.“ 8 Beim Lesen von Gedichten kann der Alltag vergessen werden und in eine andere Welt abgetaucht werden. Um dies alles aber möglich zu machen, müssen die Schüler erst mal motiviert werden überhaupt Gedichte zu lesen und sich auf den Inhalt des Gelesenen einzulassen. Dabei stellt sich die Frage, wie man gerade Hauptschüler dazu motivieren kann. Je nachdem, welche Erfahrungen die Schüler mit Gedichten in der Grundschule gemacht haben, kann es sein, dass diese eher negativ behaftet sind, da sie vor allem mit auswendig lernen, abschreiben oder mit uninteressanten Gesprächen über das Reimschema o.ä. verbunden werden. Dieses Zerreden der Texte wirkt dem, was eigentlich gewollt wird, nämlich zum Lesen motivieren, entgegen, da es die Lust am Lesen nimmt. 9
Um dieser negativen Behaftung entgegenzuwirken eignen sich handlungs- und produktionsorientierte Verfahren. Bei diesen Verfahren wird es den Schülern ermöglicht individuelle Zugänge zum Gedicht zu finden. Die Schüler haben meist Spaß an den Verfahren und durch das Handeln und das Produzieren ist diese Methode besonders für die Hauptschule geeignet, in der es schließlich eher darum geht praktische Kompetenzen zu vermitteln. Auch der Bildungsplan sagt: „Handlungs- und Projektorientierung sind wichtige Unterrichtsprinzipien.“ 10 Die Schüler sind zunächst einmal überhaupt motiviert, sich mit dem Gedicht zu befassen und können sich dann individuell mit dem Gedicht auseinandersetzen.
7 Bildungsplan 2004, S. 54.
8 ebd, S. 54.
9 vgl. Haas/Menzel/Spinner 1994, S. 17.
10 Bildungsplan 2004, S. 55.
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Arbeit zitieren:
Silvia Armbruster, 2010, Handlungs- und produktionsorientierter Umgang mit dem Gedicht „Der Frühling“ von Mascha Kaléko, München, GRIN Verlag GmbH
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