Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Die Pille als Antrieb für gesellschaftlichen Wandel 5
2.1. Populationswachstum 5
2.2. Die Engelmacherei 6
2.3. Karriere- und Familienplanung 7
2.4. Die Sexuelle Revolution und die neue Sexualität. 8
2.4.1. Allgemeine Enthemmung 9
2.4.2. Nicht nur Vorteile. 11
3. Eine Technisierung der Sexualität? 13
4. Zusammenfassung. 14
5. Abbildungsverzeichnis. 15
6. Bibliografie 16
6.1. Quellen. 16
6.2. Forschungsliteratur. 16
2
1. Einleitung
für Frauen
genauso ein Freudentag gewesen wie für die Frauen in Frankreich, Norwegen und Ungarn. Ein Ereignis vergleichbar der Französischen Revolution. Freiheit. Das Freisein von der monatlichen Angst. Gleichheit. Ebenbürtig dem Manne kann die Frau über den Fortbestand der Art entscheiden. Brüderlichkeit. Im Vorfeld der möglichen Schwangerschaft überlegen die Partner schwesterlich, wann sie einen dritten oder vierten Menschen in ihrer Mitte 1
1961 konnte die erste europäische Pille offiziell erworben werden. Die Idee der hormonalen Empfängnisverhütung geht auf Ludwig Haberlandt zurück, vermutlich teilten aber schon andere Personen vor ihm die Hoffnung auf eine Möglichkeit der oralen Verhütung. Allerdings war er es, der erstmals Hormone aus Eierstöcken weiblicher Tiere gewann, um die zeitlich begrenzte Sterilisierung erfolgreich durchzuführen. Ende der 40er Jahre fanden Wissenschaftler Wege Hormone chemisch herzustellen, so konnte die Erfolgsgeschichte der Pille, welche später noch von weiteren Persönlichkeiten geprägt worden ist, weitergeführt werden. 2
Wenn Irene Böhme das Erscheinen der Pille auf dem Markt mit der Französischen Revolution vergleicht, zieht sie vielleicht eine etwas gewagte Gegenüberstellung heran. Unumstritten ist jedoch die Tatsache, dass sich die Einführung der Pille tatsächlich auf die Gesellschaft auswirkte. Diese Arbeit soll klären, ob die Pille eine führende Stellung in der Sexuellen Revolution einnahm. Es wird die Frage bearbeitet welche schon Gisela Staupe und Lisa Vieth stellten 3 - inwieweit die Pille eine Katalysatorfunktion im Prozess der Veränderung gesellschaftlicher und individueller Moralvorstellungen einnahm. Wie wichtig war die Pille in der Zeit der 68er eine Zeit, in welcher die Gesellschaft ihre Moral in Bezug auf die Sexualität diskutierte und auch veränderte? Zur Beantwortung der Fragen werden einzelne Artikel des Sammelbandes Staupes und Vieths herangezogen sowie auch andere Monografien und Aufsätze. Allerdings sollen in dieser Arbeit nicht nur bereits vorhandene Antworten und Meinungen dargestellt und diskutiert werden, viel mehr wird geschaut, ob sich die gesellschaftlich-moralischen Veränderungen anhand von Artikeln der damaligen Presse aufzeigen lassen und die Thesen somit bewiesen werden können. Es soll versucht werdenneben der Veränderung der Moral - die Veränderung der Sexualität, welche beide durch die Hilfe der Pille vonstattengingen, anhand von den bereits erwähnten Medien dieser Zeit nachzuweisen. Nach dem Aufzählen der Gründe, die im Bezug zur Pille stehen und die
1 Irene Böhme: Frei von dieser Angst. Über die Pille in der DDR. In: Gisela Staupe; Lisa Vieth (Hrsg.): Die Pille. Von der Lust und von der Liebe. Berlin 1996. S. 171.
2 Vgl. Uta Bretschneider: Anti-Baby- -Becker (Hg.):
Wenn Liebe ohne Folgen bliebe. Zur Kulturgeschichte der Verhütung. Marburg 2006. S. 51 f.
3 Einführungskapitel von Gisela Staupe; Lisa Vieth (Hrsg.): Die Pille. Von der Lust und von der Liebe. Berlin 1996. S.11.
3
eventuell zur Veränderung der Moral geführt haben, wird anschließend die Frage bearbeitet, ob die Pille zu einer Technisierung der Sexualität beitrug.
Der aus dem Stern des Jahres 1966 dient als
Quelle der Untersuchung. Ulrich Schippke greift hier auf eine Umfrage einer Forschungsgesellschaft zurück, die von den drei größten deutschen Pillenherstellern in Auftrag gegeben wurde. Die Befragung war für damalige gesellschaftliche und moralische Verhältnisse sehr intim. Des Weiteren wird auch ein Artikel aus dem Spiegel betrachtet. Er erschien im Jahre 1970 aufgrund zahlreicher, kürzlich vorangegangener Meldungen in der Bild und in der USA, in welchen eine 'Anti-Pillen-Propaganda' betrieben wurde. Der Spiegel versucht diese einseitigen Darstellungen und Argumente teils subjektiver Medienberichte, zu entkräften. Ein Beitrag von 1977 aus derselben Zeitschrift soll ebenso der Untersuchung dienen. 16 Jahre nach dem Erscheinen der ersten Pille auf dem deutschen Markt, reflektiert der Text den damalig entstandenen Anti-Pillen-Trend. Beide Artikel geben neben ihren eigentlichen Themen die Moralvorstellungen der Gesellschaft wieder. Das Titelbild einer deutschen Satirezeitung unterstützt ebenfalls die Argumentation dieser Arbeit.
Beate Keldenich gibt zu bedenken, dass die Laienpresse oftmals zur allgemeinen Skepsis gegenüber der Pille beitrug, was sich teilweise zu einer Art Pillenpanik ausweitete. Beständig wurde versucht, mit negativen, voreiligen Sensationsmeldungen auf angeblich neue Erkenntnisse zu verweisen, ohne von Seite der Wissenschaft Beweise zu haben. 4 Aus diesem Grund wurde in dieser Arbeit auf seriöse und fundierte Aufsätze zurückgegriffen, um die Realität der Pillen-Rezeption wiederzugeben.
4 Vgl. Beate Keldenich: Die Geschichte der Antibabypille von 1960 bis 2000. Ihre Entwicklung Verwendung und Bedeutung Gynäkologie S. 300 f.
4
2. Die Pille als Antrieb für gesellschaftlichen Wandel
Während der Weimarer Republik wurden Themen wie Abtreibung oder Verhütung erstmals öffentlich diskutiert. Die Ursache dafür ist auf gesellschaftspolitische Umstände, wie Arbeitslosigkeit und Versorgungsengpässe nach dem Ersten Weltkrieg, zurückzuführen. Diese führten dann zu einer öffentlichen Akzeptanz der Geburtenplanung, was wiederum den Weg für die Pille ebnete. 5 Im Folgenden sollen Argumente aufgezählt werden, die den weiteren Wandel der öffentlichen Moral und der Vorstellung von Sexualität in der Gesellschaft aufzeigen und die im direkten und indirekten Bezug zur Pille stehen. Außerdem werden diese anhand von Artikeln der damaligen Zeit untermalt.
2.1. Populationswachstum
Eine Debatte über Bevölkerungswachstum war eng mit der Entwicklung der Pille verbunden. 6 Es etablierte sich zunehmend die Frage nach Quantität und Qualität für das Volk der Zukunft. Der Gedanke einer 'Rationalisierung der Fortpflanzung' war geboren auch als die 'eugenische Lehre' bezeichnet. Diese fand in der Zeit ab 1933 ihren Höhepunkt - der Rassenpolitik Hitlers. 7
In den Fünfzigern warnten Politiker und Wissenschaftler der Industriestaaten vor einer Bevölkerungsexplosion der Dritten Welt. Folglich würde es Hungersnöte und Konflikte geben. Dass diese Probleme auch irgendwann die Industrienationen tangieren könnten, was sich womöglich in einem Niedergang der eigenen Wirtschaft und des persönlichen Lebensstandards auswirken könnte, war allgemein bekannt und gefürchtet. 8 Ein Arzt sagte at such a pill would be the leading we 9 Man hoffte
auf eine Lösung des Wachstum-Problems. Sogar die Autoren der 'Ulmer Denkschrift' 10 verwiesen auf diese Debatte. Im Spiegel von 1970 findet sich ein Beleg für die Diskussionen: »Grundrecht des
Menschen« erklärt wird, legten denn auch die Regierungschefs von 27 Staaten 1967 bei der Uno vor: Ohne weltweite Geburtenkontrolle, so schätzen die die Planer, würden noch von den gegenwärtig lebenden Generationen mehr Menschen verhungern müssen, als 11
5 Vgl. Susanne Köstering: Etwas Besseres als das Kondom. Ludwig Haberlandt und die Idee der Pille. In: Gisela Staupe; Lisa Vieth (Hrsg.): Die Pille. Von der Lust und von der Liebe. Berlin 1996. S. 117 f.
6 Vgl. Lara V. Marks: Sexual Chemistry. A History of the Contraceptive Pill. New Haven, London 2001. S. 38.
7 Näheres zum Thema der eugenischen Lehre und Rassenpolitik in Keldenich, Geschichte der Antibabypille, S. 36-40.
8 Vgl. Ebd, S. 98 ff.
9 Marks, Sexual Chemistry, S. 13.
10 Die Ulmer Denkschrift ist in Staupes und Vieths Aufsatzsammlung zu finden, Die Pille, S. 145-148. Sie war eine Warnung vor der Pille an das damalige Gesundheitsministerium. 11 Ins rechte Maß. Der Spiegel (1970) H. 12. S. 195.
5
Arbeit zitieren:
Anna-Luisa Becke, 2010, Der Einfluss der Pille auf den Wandel von Sexualität, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Formatvorlage (Microsoft Word) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Ha...
Für MS Word 2003 - Update 2010
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Formatvorlage (OpenOffice) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Hausar...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 35 Seiten
Formatvorlage / Vorlage zur Erstellung einer Diplomarbeit, Bachelorarb...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 15 Seiten
Formatvorlage / Vorlage für eine Diplomarbeit / Hausarbeit
Für MS Word 2007 - dotx
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Anleitung zum Erstellen schriftlicher Arbeiten: Der Aufbau einer wisse...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 20 Seiten
Erstellen einer schriftlichen Hausarbeit
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Hausarbeit, 14 Seiten
Grundtechniken wissenschaftlichen Arbeitens
Bibliografieren - Reden - Schr...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Skript, 46 Seiten
Ratgeber zur Erstellung wissenschaftlicher Arbeiten. Diplomarbeiten - ...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 39 Seiten
Antje Bärmann hat den Text Der Einfluss der Pille auf den Wandel von Sexualität kommentiert
Sophia Richter hat den Text Der Einfluss der Pille auf den Wandel von Sexualität kommentiert
Geschichte Europa - and. Länder - Neueste Geschichte, Europäische Einigung: Der Einfluss der Pille auf den Wandel von Sexualität ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Einfluß der Herbst- Apparatur auf Kiefergelenkwachstum und - funktion
Eine klinische, magnetresonanz...
Sabine Ruf
Der Einfluss des NS-Regimes auf die Rechtsprechnung der Arbeitsgericht...
Dr. Andreas Teufer
Der Einfluss von Stakeholder-Gruppen auf den Strategieprozess
Kanalisierung von Emergenz am ...
Robert Gärtner
Der Einfluss der EuGH-Rechtsprechung auf die Unternehmensbesteuerung
Eine steuerplanerische und ste...
Gregor Josef Führich
Sophia Richter
Hey ich finde das Thema echt gut und könnte deine Hausarbeit auch gut gebrauchen, aber irgendwas stimmt da doch nicht, die Einleitung beginnt mit "für Frauen" ? Hä? Und das geht leider auch so weiter "Der aus dem Stern des Jahres 1966 dient als..." der was? Wie gesagt, ich würde mir die Hausarbeit gerne kaufen, aber ich seh nicht ein, dafür 13 € zu zahlen, wenn das so weiter geht.
am Thursday, March 15, 2012-
Antje Bärmann
Hallo Frau Richter, vielen Dank für Ihr Interesse. Die Autorin trifft in diesem Fall keine Schuld - die Vorschau befindet sich noch im Beta-Stadium und kann kleine Fehler enthalten. Wenn Sie auf das Cover neben dem Titel klicken, können Sie den Text mit der Originalformatierung sehen. Beste Grüße, A. Bärmann (GRIN Verlag)
am Thursday, March 15, 2012-