Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 1
2 HIV / AIDS 1
2.1. Begriffserklärungen Be 1
2.1.1. HIV H 1
2.1.2. AIDS A 2
2.2. Ansteckungs- und Übertragungswege A 2
2.3. Infektions- und Krankheitsverlauf In 3
2.4. HIV-Test H 5
3 Leben mit HIV 7
3.1. HIV-Therapie 7 HI
3.2. Folgen für die Betroffenen 7 Fo
3.3. AIDS-Hilfe 8 AI
4 HIV / AIDS in der Gesellschaft - Wissen, Umgang, Akzeptanz? 8
4.1. Erläuterung der Umfrage Er 8
4.1.1. Ziel Z 8
4.1.2. Aufbau A 9
4.2. Auswertung Au 10
4.2.1. Allgemein A 11
4.2.2. Altersspezifisch A 13
4.2.2.1. Alter: 30 Jahre 13
4.2.2.2. Alter: 31-59 Jahre 13
4.2.2.3. Alter: 60 Jahre 14
5 Fazit 15
6 Literatur- und Quellenverzeichnis 16
7 Anhang 19
1
1 Einleitung
HIV. Fast jeder meint, dass es sich hierbei um ein Virus handelt, das den Tod bringen wird. Doch wissen die meisten gar nicht, was das HI-Virus eigentlich ist. Viele glauben es sei dasselbe wie AIDS und dass infizierte Menschen hochgradig ansteckend seien. Dies sind Vorurteile und Ängste, die das ohnehin schon schwer geschädigte und eingeschränkte Leben der HIV-Infizierten nur noch schwerer machen.
Meine Facharbeit schreibe ich deshalb im Fach Biologie. Sie behandelt das HI-Virus: wie es aufgebaut ist, wie es übertragen wird und wie HIV-positive Menschen leben. Mein Entschluss über dieses oft auch tabuisierte Thema zu schreiben, hat verschiedene Gründe. Zum einen interessiert mich dieses Virus, weil es trotz unserer immer weiter fortschreitenden technologischen Entwicklung noch nicht gänzlich erforscht ist und eine vollständige Heilung zurzeit immer noch nicht möglich ist. Zum anderen liegt der Schwerpunkt meiner Arbeit auf dem gesellschaftlichen Aspekt der HIV-Infektion. Da die Bevölkerung immer noch viel zu wenig über das Virus weiß, setzt sie sich so leichtsinnig Gefahren aus, die durch eine intensivere Auseinandersetzung mit dem Thema HIV/AIDS umgehen werden könnten. Weiter möchte ich den Umgang und die Akzeptanz der Gesellschaft gegenüber HIV-Positiven herausarbeiten.
Für die Seminararbeit habe ich daher den Titel „HIV-positiv - ein Todesurteil ? Die Bedeutung der HIV-Infektion in der Gesellschaft“ gewählt. Dabei geht es nicht nur um den biologischen Aspekt. Auch der „gesellschaftliche Tod“ durch Diskriminierung und Ausgrenzung soll hierbei untersucht werden. Hierbei weise ich auch auf die Präventionsarbeit der AIDS-Hilfen hin und inwieweit diese schon Erfolge aufzeigt. Durch eine Umfrage möchte ich die aufgestellte These erörtern und diese dann letztendlich bestätigen oder widerlegen.
2 HIV/AIDS
2.1 Begriffserklärungen 2.1.1 HIV 1
HIV (Human Immunodeficiency Virus) ist ein Virus, welches zur Familie der Retroviren gehört und seine genetische Information in der DNA der Wirtszelle einbaut 2 . Ins Deutsche übersetzt bedeutet HIV so viel wie Menschliches Immunschwäche Virus. Unser Immunsystem hat die Aufgabe schädliche Erreger aller Art zu erkennen, aufzuspüren, sie zu vernichten und aus
1 BZgA: HIV / AIDS von A bis Z, S.4f., S.7-9
2 vgl. URL: http://www.hiv-info.de/index.jsp?nodeid=01_1 (Stand: 14.03.10)
2
dem Körper zu entfernen. Um Erreger zu zerstören, bildet das Immunsystem in der Regel Antikörper und Antigene, so auch gegenüber dem HI-Virus. Diese vernichten zwar über viele Jahre hinweg eine große Anzahl von Viren, allerdings schaffen sie es nicht HIV gänzlich zu zerstören und aus dem Körper zu entfernen. Nach einer jahrelangen Latenzphase ohne Krankheitsanzeichen, folgt das Stadium der allgemeinen Symptome und darauf dann die letzte Phase des schweren Immundefektes. 2.1.2 AIDS 3
AIDS (Acquired Immune Deficiency Syndrome) wird durch das Virus HIV ausgelöst. Übersetzt bedeutet AIDS Erworbenes Immundefektssyndrom und bezeichnet das letzte Stadium einer HIV-Infektion, in dem das Immunsystem so stark geschädigt ist, dass sich bestimmte lebensbedrohliche opportunistischen Infektionen 4 und Tumoren entwickeln. 2.2 Ansteckungs- und Übertragungswege 5,6
Das HI-Virus befindet sich in allen Körperflüssigkeiten eines infizierten Menschen. In den einen mehr, in den anderen weniger. Eine Übertragung des HI-Virus kann nur erfolgen, wenn zwei grundlegende Faktoren gegeben sind. Zuallererst muss eine infektiöse Flüssigkeit mit einer bestimmten Mindestmenge des Erregers vorhanden sein. Zu dieser zählen Blut, Sperma, Vaginalsekret sowie Muttermilch. Sie enthalten das Virus in hoher Konzentration. Die zweite Voraussetzung ist, dass eine Eintrittspforte besteht, die das Virus direkt in die Blutbahn der anderen Person transportiert. Dieses sind sowohl offene Wunden, aber auch Schleimhäute von Mund, Auge, After, Vagina und Penis. Durch Druck und Reibung kann eine Übertragung begünstigt werden.
Der ungeschützte Geschlechtsverkehr ist immer noch der Hauptübertragungsweg von HIV. Vor allem beim Analverkehr ist das Risiko besonders hoch, denn die empfindliche Darmschleimhaut kann schon bei kleinsten Verletzungen das Virus in den Körper des anderen transportieren. Auch der eindringende Partner hat ein Risiko. Durch kleine unsichtbare Verletzungen am Penis kann das Virus aufgenommen werden. Durch Immunzellen in der Schleimhaut von Vorhaut, Bändchen und Harnröhreneingang, aber auch
3 BZgA: HIV / AIDS von A bis Z, S.4f., S.7-9
4 opportunistische Infektion: Infektion, die durch geschwächte Verfassung des Immunsystems in Folge einer Primärerkrankung , entsteht.
5 vgl. URL: http://www.aidshilfemainz.de/03_hiv/02_hiv_uebertragung.html (Stand: 14.03.10) 6 BZgA: HIV / AIDS von A bis Z, S.11-17
3
durch den Flüssigkeitsfilm der Darmschleimhaut des empfangenden Partners besteht die Ansteckungsgefahr.
Auch beim Vaginalverkehr mit einer infizierten Person besteht ein hohes Risiko sich anzustecken. Die Frau kann durch kleinste Verletzungen an den Schleimhäuten, bzw. durch Reizungen und Schwellungen der Gebärmutter die infektiöse Samenflüssigkeit des Mannes aufnehmen. Umgekehrt besteht auch die Gefahr, dass sich der Mann an dem infektiösen Menstruationsblut oder Vaginalsekret infiziert.
Beim Oralverkehr ist die Gefahr im Vergleich zum vaginalen und analen Geschlechtsverkehr geringer. Durch den Speichel werden Viren schneller abgetötet. Liegen keinerlei Verletzungen im Mundraum vor, ist die Übertragungswahrscheinlichkeit minimal. Ein weiterer Übertragungsweg ist die gemeinsame Benutzung von Spritzbesteck beim intravenösen Drogenkonsum. Durch Blutreste kann das Virus direkt in die Blutbahn übertragen werden, wodurch ein sehr hohes Ansteckungsrisiko entsteht. Auch bei einer Geburt ist eine HIV-Infektion möglich. Ist die Mutter HIV-positiv, kann es durch Verletzungen, die durch die Weitung des Muttermundes entstehen, zu einer Infektion beim Neugeborenen kommen. Auch beim Stillen besteht durch die infektiöse Muttermilch Ansteckungsgefahr.
Das HI-Virus zählt jedoch zu den schwerübertragbaren Viren. Die Infektionsrisiken unterscheiden sich zum Teil (je nach Situation) enorm. 7 Von Bedeutung hierbei ist auch die Lebensführung und inwieweit Möglichkeiten zum Schutz zur Verfügung stehen. 2.3 Infektions- und Krankheitsverlauf 8,9,10,11,12,13
Gelangt das HI-Virus (100-120nm groß) in den menschlichen Körper, erkennt es seine Wirtszelle, die CD4-Helferzelle 14 . Durch die Bindung des HI-Virus an das Protein CD4-Rezeptor wird der Eindringvorgang eingeleitet. Das Virus setzt die Stabilität der Membran der CD4-Helferzellen mit Hilfe von Glykoproteinen herab, sodass es durch den Vorgang der Endozytose in das Innere seines Wirts eindringt. Nachdem die Virushülle durch die saure Umgebung im Zellplasma aufgelöst wurde, erfolgt die Umschreibung der RNA des Virus mit
7 vgl. Tabelle: Ansteckungsrisiko je nach Infektionsweg, (Anhang A) 8 vgl. URL: http://www.dr-bernhard-peter.de/Apotheke/HIV/hiv-vem.htm (Stand: 14.03.10) 9 vgl. URL: http://www.sn.schule.de/~biologie/lernen/genetik/aids.html (Stand: 14.03.10) 10 BZgA: HIV / AIDS von A bis Z, S.6-9
11 vgl. URL: http://flexikon.doccheck.com/AIDS-related_complex (Stand: 14.03.10 ) 12 vgl. URL: http://www.dr-bernhard-peter.de/Apotheke/HIV/hiv-ver.htm (Stand: 14.03.10) 13 vgl. Grafik: Verlauf einer HIV-Infektion (Anhang B)
14 CD4-Helferzelle: Sind die T-Helferzellen, die das Glykoprotein CD4 an der Oberfläche besitzen
4
Hilfe des im HI-Virus enthaltenen Enzyms reverse Transkriptase in einen DNA-Doppelstrang. Die DNA wird dann zu einem Ringmolekül umgewandelt und in den Zellkern des Wirts eingeschleust. Das vom Virus mitgeführte Enzym Integrase fügt einen Ausschnitt der DNA des HI-Virus in die DNA der CD4-Helferzelle ein. Durch den Zellstoffwechsel wird die DNA abgelesen und es werden RNA-Moleküle mit Hilfe der RNA-Polymerase (der Wirtszelle) aufgebaut, die identisch mit der HIV-RNA sind. Sie dienen als Grundlage für die weitere Virenproduktion. Durch die Falschcodierung der DNA der Wirtszelle produziert die CD4-Helferzelle nun Eiweiße; einerseits Strukturproteine für die äußere Form und andererseits Funktionsproteine, die wichtige Enzyme für das Viruspartikel herstellen (z.B. Integrase). Im folgenden Schritt kappt das Enzym Protease die Polypeptidketten auf die benötigte Länge. Die Komplettierung des HI-Virus erfolgt dann an der Membran. Die gebildeten Eiweiße sowie die HIV-RNA werden durch Ausstülpungen der Membran nun mit einer Lipiddoppelschicht umschlossen. In dieser Lipidschicht sind auch wieder die für die Andockung an neue Wirtszellen benötigten Glykoproteine enthalten. Diese wurden auch während des Vorgangs der Translation hergestellt. Nun ist ein neues umhülltes HI-Virus entstanden, das bereit ist neue CD4-Helferzellen zu infizieren.
Am Tag können rund 10 Milliarden neuer Viren produziert werden. Das HI-Virus ist aus verschiedenen Gründen so gefährlich für den menschlichen Körper. Zum einen schlagen die vom Körper produzierten Antikörper durch die hohe Veränderlichkeitsrate des HI-Virus nicht an. Außerdem bleibt das Virus in seiner Wirtszelle solange inaktiv, bis die CD4-Helferzelle aktiviert wird. Daher ist die vollständige Zerstörung des Virus durch eine medikamentöse Behandlung bis heute unmöglich. Durch die Einlagerung der RNA des HI-Virus in die DNA der CD4-Helferzellen, die die Bildung von T-Killerzellen und B-Lymphozyten steuern, erkennen die T-Killerzellen diese als infizierte bösartige Zelle und zerstören sie. Das Immunsystem zerstört sich sozusagen im Laufe der Zeit selbst.
Bei einer HIV-Infektion wird zwischen 4 Phasen unterschieden. Ungefähr 6 bis 8 Wochen nach der Infektion mit dem HI-Erreger treten grippeähnliche Symptome auf. Oft bleiben diese Krankheitsanzeichen unbeachtet, denn die Symptome verschwinden nach circa zwei Wochen wieder oder bleiben manchmal auch ganz aus. Wichtig: Direkt nach der Ansteckung mit dem Virus kann dies auf andere übertragen werden, auch, wenn die Symptome erst zwei Monate nach einer Infektion auftreten. Diese Phase ist durch die rasche Vermehrungsrate des Virus gekennzeichnet, sodass eine hohe Viruslast in den infektiösen Körperflüssigkeiten
5
vorhanden ist. Aufgrund dieser Tatsache und auch weil die meisten Menschen ohne Wissen ihrer Infektion ungeschützten Sex praktizieren, ist die Ansteckungsgefahr in diesem Stadium besonders hoch. Diese erste Phase wird als Akute Phase bezeichnet. Nun folgt die zweite, die symptomfreie Phase bzw. Latenzphase. Diese dauert durchschnittlich neun bis elf Jahre. Zu Beginn dieser Phase ist das Immunsystem noch stark genug und bildet immer mehr CD4-Helferzellen, sodass die Viruszahl zunächst abnimmt. Lange Zeit halten sich die Anzahl der CD4-Helferzllen und HI-Viren die Waage. Daher treten in diesem Stadium meistens keinerlei Beschwerden auf.
Die dritte Phase der HIV-Infektion wird als ARC (Aids Related Complex) bezeichnet. Durch die dauerhafte Nachproduktion von CD4-Helferzellen ist das Immunsystem erschöpft. Da das HI-Virus solange in seinem proviralen Zustand in der Wirtszelle bleibt bis diese aktiviert wird, ist ein ewiges Reservoire an HI-Viren gesichert. Die Viruslast steigt nun wieder an. In diesem Stadium treten die ähnlichen Krankheitssymptome wie in der Akuten Phase auf. Allerdings bilden sich diese nicht mehr zurück.
Vom vierten und letzten Stadium spricht man, wenn bestimmte Infektionen oder bösartige Tumoren beim HIV-infizierten bestehen (definiert nach der CDC-Klassifikation 15 ). Es handelt sich hierbei um sogenannte opportunistische Infektionen, die in der Regel bei einem intakten funktionsfähigen Immunsystem harmlos sind bzw. in nicht so spezifischer Form auftreten. Durch die geringe Anzahl von T-Helferzellen (weniger als 200 pro μl; beim gesunden Menschen 1000 pro μl) können diese nun nicht mehr erfolgreich bekämpft werden und führen schließlich zum Tod. Diese letzte Phase der HIV-Infektion bezeichnet man als AIDS. 2.4 HIV-Test 16
Eine HIV-Infektion kann man anfangs niemanden ansehen. Lediglich mit Hilfe von sogenannten HIV-Tests ist sie nachweisbar. Hierbei wird in Blut-, Speichel- und Urinproben nach dem Virus gesucht. Man unterscheidet zwischen zwei grundlegenden Testverfahren: dem HIV-Antikörpertest und dem direkten Virusnachweis.
15 CDC = Centers for Disease Control and Prevention; CDC-Klassifikation: international anerkannteste und am weitesten verbreitete Definition von AIDS. HIV-Infektionen werden hiernach in drei Kategorien unterteilt, A bis C, wobei die Kategorie C die AIDS-definierten Erkrankungen beschreibt, vgl. URL: http://de.wikipedia.org/wiki/Aids (Stand: 14.03.10)
16 vgl. URL: http://www.aidshilfemainz.de/03_hiv/05_hiv_test.html (Stand: 14.03.10)
6
Der HIV-Antikörpertest sucht nach Abwehrstoffen, die der Körper gegen das HI-Virus gebildet hat. Dieser Test ist zweistufig aufgebaut. Als allererstes wird ein Suchtest, der sogenannte ELISA (Enzym Linked Immuno Sorbent Assay)-Test durchgeführt. Hierbei wird das Blutserum des Probanden in unterschiedliche Reagenzien, die HIV-Proteine enthalten, eingeträufelt. Hat der Körper nun Antikörper gegen HI-Viren produziert, kommt es zu einer Verbindung mit HIV-Proteinen und somit zu einer Verfärbung des Reagenzes. Zeigt der ELISA ein positives Ergebnis, muss aufgrund der hohen Sensitivität, aber niedrigen Spezifität, die tatsächliche HIV-Infektion durch den sogenannten Western-Blot-Test bestätigt werden. Im Falle einer HIV-Infektion hat der Körper Antikörper gegen HIV produziert und es kommt zu Verbindungen mit den HIV-Proteinen. Zeigt der Test eine Antikörperbildung gegen mindestens zwei unterschiedliche Virusproteine an, wird die Diagnose HIV-positiv gegeben 17 . Auf diese Weise kommt es zu einer Bestätigung oder Widerlegung des ELISA-Suchtests. Der Antikörper-Test ist der am häufigsten verwendete Test. Seine einfache Handhabung und kostengünstige Anwendung sind vorteilhaft. Allerdings bilden sich Antikörper erst circa acht Wochen nach einer Infektion. Wird nach dem Zeitraum der diagnostischen Lücke 18 ein Test durchgeführt, beträgt die Wahrscheinlichkeit eines korrekten Testergebnisses 95%. Die zweite Art eine HIV-Infektion zu bestätigen, ist der direkte Virusnachweis, den man auch als RT-PCR-Test bezeichnet. Dabei synthetisiert die reverse Transkriptase (RT) die virale RNA des HI-Virus in die cDNA und durch den Vorgang der PCR (Polymerase Chain Reaction) wird diese im Labor vervielfältigt. Aufgrund der hohen Viruskonzentration zu Anfang der HIV-Infektion kann der PCR-Test schon rund 15 Tagen nach einer möglichen Ansteckung durchgeführt werden. Dies ist von Vorteil, denn so können schon in der akuten Phase Maßnahmen zur Bekämpfung der Infektion vorgenommen werden. Außerdem beträgt die Spezifität des Tests 100% und gibt daher eine zuverlässige Auskunft über den Infektionsstatus.
Des Weiteren gibt es noch die Möglichkeit zu sogenannten Heimtests. Diese sind in Deutschland jedoch nicht zugelassen, sondern werden vor allem in den Dritte Welt Ländern aufgrund der schlechten medizinischen Versorgung verwendet.
17 Anmerkung: lt. Empfehlung der WHO (World Health Organization)
18 Diagnostische Lücke: bezeichnet den Zeitraum, der zwischen der Infektion und dem Zeitpunkt verstreicht, ab dem die Krankheit durch einen spezifischen Test sicher nachgewiesen werden kann.
7
Sogenannte HIV-Test können beim Hausarzt, in Krankenhäusern oder bei Gesundheitsämtern, vereinzelt auch in AIDS-Beratungsstellen durchgeführt werden.
3 Leben mit HIV
3.1 HIV-Therapie 19,20,21
Eine HIV-Infektion kann man nicht heilen, sie ist lediglich behandelbar. Allerdings gibt es heute mehr als 25 Medikamente 22 gegen die Vermehrung des HI-Virus. Weitere sind in der Testphase und viele in der Forschung.
In der antiretroviralen Therapie (ART; oft auch: hoch aktive antiretrovirale Therapie = HAART), die es seit Mitte 1990 gibt, werden verschiedene Präparate verabreicht. Man nennt sie deshalb auch Kombinationstherapie. Die ART hat verschiedene Ziele. Zum einen soll sie das Fortschreiten der HIV-Infektion verlangsamen, indem sie die Bildung der Viren stoppt und diese unter die Nachweisgrenze drückt. Hierbei wird das Immunsystem entlastet und dieses kann so die Anzahl der CD4 Helferzellen rekultivieren. und somit den Tod durch den schweren Immundefekt AIDS verhindern. Außerdem will sie die Lebensqualität der Infizierten erheblich verbessern. Damit dies jedoch erreicht wird, muss eine konsequente lebenslange Einnahme von Medikamenten erfolgen. Bei einer einseitigen Monotherapie können sich Mutation des Virus und somit Resistenzen gegen bestimmte Wirkstoffe bilden, die dann nicht mehr wirksam gegen die Bekämpfung einsetzbar sind. Kombiniert werden durchschnittlich drei bis vier Medikamente, die jeweils aus einer anderen Wirkstoffklasse stammen und somit die Vermehrung des HI-Virus an verschiedenen Stellen hemmen. Diese verabreichten Medikamente haben aber in den ersten Wochen vermehrt Nebenwirkungen wie Appetitlosigkeit, Übelkeit, Durchfall und Schwindelgefühl. Durch die jahrelange Einnahme kommt es dann zu Langzeitnebenwirkungen (z.B. Stoffwechselstörungen wie Lipodystrophie 23 , Diabetes, und Schädigung der Nerven). 3.2 Folgen für die Betroffenen 24
HIV-positiv! Diese Diagnose löst wohl bei allen Betroffenen Ängste, offene Fragen, aber auch Wut und Verzweiflung aus. In Deutschland leben zurzeit ca. 67 000 Menschen 25 mit einer
19 vgl. URL: http://www.praxis-prenzlauer-berg.de/pdf/HIV-Basics_at_Pluspunkt2006_opt.pdf (Stand: 14.03.10) 20 vgl. URL: http://www.hivandmore.de/hiv_therapie/haart.shtml (Stand: 14.03.10) 21 Deutsche Aids-Hilfe e.V.: therapie?, S.3f., S.13f., S.22f.
22 vgl. Liste: Antiretrovirale Medikamente (Anhang C)
23 Lipodystrophie: Störung der Fettverteilung, sodass das Gewebe in einzelnen Köperregionen zusammenfällt.
24 Niedersächsisches Sozialministerium: AIDS sieht man nicht, S.12, S.36
25 vgl. HIV/AIDS in Deutschland - Eckdaten (Anhang D)
Arbeit zitieren:
Jan-Christoph Koch, 2010, HIV-positiv - ein Todesurteil?, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Formatvorlage (Microsoft Word) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Ha...
Für MS Word 2003 - Update 2010
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Formatvorlage (OpenOffice) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Hausar...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 35 Seiten
Formatvorlage / Vorlage zur Erstellung einer Diplomarbeit, Bachelorarb...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 15 Seiten
Formatvorlage / Vorlage für eine Diplomarbeit / Hausarbeit
Für MS Word 2007 - dotx
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Anleitung zum Erstellen schriftlicher Arbeiten: Der Aufbau einer wisse...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 20 Seiten
Erstellen einer schriftlichen Hausarbeit
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Hausarbeit, 14 Seiten
Grundtechniken wissenschaftlichen Arbeitens
Bibliografieren - Reden - Schr...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Skript, 46 Seiten
Ratgeber zur Erstellung wissenschaftlicher Arbeiten. Diplomarbeiten - ...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 39 Seiten
Biologie - Krankheiten, Gesundheit, Ernährung: HIV-positiv - ein Todesurteil? ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Biologie - Krankheiten, Gesundheit, Ernährung: neuer Titel erschienen: HIV-positiv - ein Todesurteil?
Jan-Christoph Koch hat einen neuen Text hochgeladen
HIV/AIDS - eine gesellschaftspolitische Herausforderung
Prävention und Frauen im Blick...
Bettina Gradl
Religionen im Kampf gegen HiV/Aids
Quellen � Spiritualität � Ethi...
André A. Gerth, Simone Rappel, Anna Noweck
Positive Prevention: Reducing HIV Transmission Among People Living wit...
Reducing HIV Transmission amon...
Seth C. Kalichman
Audit of HIV/AIDS Policies: In Botswana, Lesotho, Mozambique, South Af...
R Social Aspects of HIV/AIDS and Health
Committing to Results: Improving the Effectiveness of HIV/AIDS Assista...
Martha Ainsworth, Denise A. Vaillancourt, Judith Hahn Gaubatz
0 Kommentare