S U M E S M N U I I Z Z I I D D A A L L I I T T Ä Ä T T B B E E I I Ä Ä L L T T E E R R E E N N E N N S S C C H H E E N
S c c h h a a t t z z i i g g K K e e r r s s t t i i n n S
1 . . E E i i n nl l e ei i t t u un n g g 1
Suizidalität ist ein Phänomen, welches vor allem auch die ältere Generation betrifft. Ältere Menschen werden mit vielerlei Veränderungen konfrontiert. Zum einen sind dies körperliche Veränderungen.
Die gesundheitlichen Beeinträchtigungen zeigen sich in chronischen Erkrankungen, sensorischen und motorischen Einschränkungen und hirnorganischen Leiden. Die ältere Generation muss damit umgehen lernen, dass viele frühere Aktivitäten nach und nach eingeschränkt werden. Neben kognitiven Verlusten spielen aber auch der Verlust nahestehender Personen, die dadurch zunehmende Vereinsamung der alten Menschen und die Pensionierung eine entscheidende Rolle.
Gleichzeitig hat das Alter aber auch etliche Gewinne zu verzeichnen. Alte Menschen verfügen über eine große Reife, ein enormes Lebenswissen und eine nicht zu unterschätzende Weisheit (vgl. Maerker 2002, S.5ff).
Trotzdem steigt die Anzahl der Suizide und Suizidversuche im Alter. Mit zunehmendem Alter sinkt aber gleichzeitig der appelative Aspekt von Selbstmordversuchen. Meist handelt es sich hier tatsächlich nur um missglückte Versuche, seinem Leben ein Ende zu setzen. Ältere Menschen verwenden, im Gegensatz zu jüngeren Suizidenten, „harte“ Suizidmethoden, bei welchen eine Umentscheidung in letzter Minute und die rechtzeitige Auffindung des/ der Betreffenden kaum möglich sind (vgl. Teising 1992, S.26ff). S S S 2 2 0 0 1 1 0 0 S e e i i t t e e 3 3 S S
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Dem biopsychosozialen Modell des Alterssuizids zufolge schafft es der alte Mensch nicht, sich mit den biologischen, sozialen und psychologischen Faktoren auseinanderzusetzen und die nachlassende körperliche Leistung zu akzeptieren. Hinzu kommen nicht selten depressive Erkrankungen, Suchtverhalten und eine „narzisstische Krise“. Dies führt letzlich zur absoluten Selbstaufgabe und schließlich zum Selbstmord. Trotzdem bleibt der Alterssuizid multifaktoriell, wie in den folgenden Kapiteln deutlich wird (vgl. Schütz/ Wetzel/ Kleiber 2008, S.2f).
Meine Arbeit soll Aufschluss über mögliche Ursachen, Motive und Risikofaktoren geben, die einen alten Menschen dazu veranlassen sich frühzeitig das Leben zunehmen. Auch die Rolle des sozialen Umfeldes soll hierbei näher betrachtet werden.
Abschließend möchte ich kurz die Möglichkeiten einer psychotherapeutischen Behandlung bei alten Suizidenten darstellen.
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2 . . B B e eg g r r i i f f f fs s d d e e f f i i n ni i t t i i o o n n 2
Der Begriff „Suizid“ stammt vom lateinischen „sui cadere“ und bedeutet so viel, wie „sich selbst töten“. Mit dem deutschen Begriff Selbstmord wird der geplante grausame Mord an sich selbst verbunden. Der Begriff birgt etwas Zerstörerisches.
Freud ist der Ansicht, dass der Selbstmörder eigentlich jemand anderen töten wollte und seine Aggressionen aber schließlich gegen sich selbst wendet. Die Angehörigen spüren, dass ein Teil von ihnen mitgetötet wurde (vgl. Teising 1992, S.10).
Im Gegensatz zum Begriffsverständnis von Suizid oder Selbstmord stellt der Freitod die persönliche, freie Entscheidung eines Menschen dar, sterben zu wollen. Diese Freiheit bleibt z.B. den Tieren versagt.
Der Mensch hat die Freiheit den Zeitpunkt, den Ort und die Art seines Todes selbst zu wählen. Dahinter verbirgt sich der Wunsch, sich von den Qualen des Lebens, von Schmerzen und Zwängen zu befreien. Diese Entscheidung kann dem Menschen niemand nehmen. So lässt sich der Begriff Freitod mit Autonomie und Selbstbestimmung verbinden. Aus Gesprächen mit Menschen in suizidalen Krisen weiß man, dass sie sich Ruhe und Schmerzfreiheit wünschen (vgl. Teising 1992, S.10ff).
Zahlen über Suizide und Suizidversuche sind meist nur ungenaue Annäherungen an die Wirklichkeit. Die Dunkelziffern sind meist um einiges höher. Man kann schwer abschätzen, wie viele Verkehrsunfälle dem Selbstmord dienen sollten. Schwer erfassbar sind auch das
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Arbeit zitieren:
Kerstin Schatzig, 2010, Suizid bei älteren Menschen, München, GRIN Verlag GmbH
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