1. Bedingungsanalyse
Die Klasse 8e setzt sich aus 29 Schülerinnen und Schülern 1 , 16 Mädchen und 13 Jungen zusammen. Ich unterrichte die Klasse seit Schuljahresbeginn eigenverantwortlich im Fach Erd-kunde.
Da es keinen Fachraum für das Fach Erdkunde an unserer Schule gibt, müssen alle notwendigen Materialien wie z.B. Karten und Atlanten vom Lehrer mitgebracht werden. Somit bringe ich alle Materialien für die heutige Lerntheke mit.
Der Unterricht findet mittwochs in der zweiten und freitags in der sechsten Stunde statt. Es ist ein deutliches Leistungsgefälle zwischen diesen beiden Stunden zu erkennen. Dies spiegelt sich in der Konzentration der Schüler, der aktiven Mitarbeit und dem Schülerverhalten wieder. In den Freitagsstunden bedarf es daher einer höheren Motivation und Lenkung durch den Lehrer als in den Mittwochsstunden, bei denen die Selbstständigkeit, die Motivation und das Engagement der Schüler ein höheres Niveau hat. Somit liegt es an meiner Planung, komplexere Sachverhalte in die Mittwochstunden zu legen.
Aufgrund meiner Beobachtungen und der Ergebnisse einzelner schriftlichen Aufgaben lässt sich ein leistungsheterogenes Bild der Klasse zeichnen. Zu den Leistungsträgern der Klasse
durch eine schnelle Auffassungsgabe, hohe Motivation und Selbstständigkeit aus. Es ist für sie einfach, neue und komplexe Sachverhalte zu durchdringen und mit ihrem vorhandenen Wissen zu verknüpfen. Dies zeigte sich besonders in der Bearbeitung der vorangegangen Thematik, den Wechselbeziehungen zwischen Klima und Vegetation am Beispiel der Tropen.
Als weniger leistungsstark sind
tiviert und versuchen, ihre Mitschüler durch Gespräche abzulenken. Sie sind jedoch nicht als leistungsschwach einzustufen, da sich ihre schriftlichen Leistungen mit denen anderer Schüler vergleichen lassen. Dem Problem der Leistungsheterogenität versuche ich durch geeignete Methoden zu begegnen (vgl. methodische Analyse).
Am deutlichsten wird die Leistungsheterogenität in der Quantität und Qualität der mündlichen Beiträge sichtbar. Hier obliegt es mir die Beteiligung der Schüler zu streuen und auch die Schüler aufzurufen, die sich nicht freiwillig melden oder sich durch die Leistungsträger der Klasse dominiert fühlen.
An dieser Stelle soll auf zwei Schüler genauer eingegangen werden. halb Jahren in Deutschland und musste in dieser Zeit die deutsche Sprache komplett neu erlernen. In dieser kurzen Zeit hat er es geschafft, fast fließend deutsch zu sprechen. Seine
1 Im Folgenden soll der Begriff „Schüler“ wertneutral für beide Geschlechter verwendet werden.
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Durch eingehende Untersuchungen konnte WEGENER feststellen und auch beweisen, dass die Kontinente früher, vor ca. 250 Mio. Jahren, zusammenhingen. Als Beweise für seine Theorie führte er den Aufbau und das gleiche Alter der Westküste Afrikas und der Ostküste Südamerikas, gleichartige Tier- und Pflanzenfossilienfunde in Südamerika und Afrika, sowie Stein-kohlefunde in der Antarktis an. Jedoch fehlte WEGENER eine schlüssige Erklärung für den Kontinentaldrift. „Wegen ihrer geophysikalisch unzureichend erscheinenden Begründung war die Theorie [der Kontinentalverschiebung] lange Zeit umstritten, hat jedoch durch die Entdeckung des Sea Floor Spreading [in den 1960iger] und die Entwicklung der Theorie der Plat-
tentektonik eine grundsätzliche, wenn auch in vielem veränderte, Bestätigung gefunden (DIETZ & HOLDEN 1970:o.A. in AHNERT 1999:50).
Die Konvektionsströme, die in Abbildung 1 durch die roten Pfeile dargestellt sind, befinden sich in der Asthenosphäre und werden als Antriebskräfte (Motor) der Plattenbewegung angesehen. Sie lassen sich auf einen Wärmeausgleich zwischen der warmen Asthenosphäre und der kalten Lithosphäre zurückführen. Durch diese Ausgleichsströmungen werden die einzelnen „Lithosphärenplatten relativ zueinander bewegt, ohne dass sich der Umfang der Erde dabei verändert“ (ZEPP 2002:30).
4. Didaktische Analyse
Für das Verständnis der endogenen Prozesse ist, neben dem Schalenaufbau der Erde, die Theorie der Plattentektonik elementar. Erst durch das Verständnis dieser Theorie lassen sich die oberflächlichen Erscheinungsformen wie Gebirge, Grabenbrüche, Tiefseegräben und Inselbögen erklären und schlüssig herleiten. Somit bildet die heutige Stunde eine Basis für die folgenden Stunden. Dieser Tatsache wird im G8 Lehrplan auch Rechnung getragen (HKM 2005:13). Hier wird die Theorie der Plattentektonik im Rahmen von Simulationsexperimenten genannt. Somit wir der Arbeit mit Modellen und die Verwendung von Simulationsexperimenten ein hoher Stellwert eingeräumt (vgl. methodische Analyse).
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Da neben dieser Handlungsorientierung auch die Realbegegnung zu den Grundpfeilern eines modernen Erdkundeunterrichts zählt, könnte im Rahmen einer Exkursion an den Oberrheingraben (Grabenbruch) die Schüler ihr erworbenes Wissen über die Plattentektonik vor Ort anwenden. Auch kann so ein Bezug zur Lebenswelt der Schüler konstruiert werden, da sie im Schnitt nicht mehr als 20 Kilometer entfernt vom Rheingraben leben. Auch die jüngsten Ereignisse im Südpazifik (Samoa) lassen sich durch die Theorie der Plattentektonik erklären (Gegenwartsbezug).
Die in dieser Stunde gewählte Vorgehensweise folgt den didaktischen Modellen der kritischkonstruktiven Didaktik und kritisch-kommunikativen Didaktik nach KLAFKI (RINSCHEDE 2005:35ff). Kritisch soll die Theorie von ALFRED WEGENER hinterfragt und verifiziert werden. Im Rahmen des Experimentes sollen z.B. die Vorgänge in der Asthenosphäre durch die Schüler rekonstruiert werden. Alle Ergebnisse sollen schließlich kommuniziert werden um eine Aussage über den Wahrheitsgehalt der Theorie der Kontinentalverschiebung treffen zu können. An dieser Stelle ist die Einführung des Begriffs ‚Konvektionsströme’ erforderlich, da mit diesem Begriff der „Motor der Plattentektonik“ konzis beschrieben werden kann und die eingangs formulierte Frage beantwortet wird.
Als weiterführendes Problem kann zum Abschluss die Frage aufgeworfen werden „Wenn Platten auseinanderdriften, wird dann die Erde immer größer?“ Dies würde als Cliffhanger zur Folgestunde am folgenden Tag dienen.
Die Binnendifferenzierung erfolgt nicht über den Inhalt der Sache sondern über die Art und Weise des Zugangs zur Sache (vgl. methodische Analyse).
Alternativ kann die Theorie der Plattentektonik mit in den Schalenaufbau der Erde integriert werden und in der Folgestunde direkt die verschiedenen Plattengrenzen mit ihren Auswirkungen auf den Menschen und die Natur bearbeitet werden. Dies hätte zwar den Vorteil einer stärkeren Handlungsorientierung (z.B. lassen sich Erdbeben oder Vulkanausbrüche vorhersagen?), jedoch sehe ich hier eine Überforderung der Schüler durch das sprunghafte Vorgehen. Deshalb habe ich mich für ein klein schrittigeres Vorgehen entschieden, um den Schülern durch eine differenzierte Aufbereitung der Sache eine thematische Durchdringung zu ermöglichen, da dies auch die Basis für die weiteren Stunden ist und von allen Schülern verstanden werden muss.
Ziel dieser Stunde ist es, dass die Schüler den Prozess der Konvektionsströme als Ursache für die Theorie der Kontinentalverschiebung erarbeiten, indem sie für sich geeignete Materialien (Lerntheke) auswerten und analysieren.
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5. Methodische Analyse
Um eine hohe Selbstständigkeit der Schüler bei der Lösung des Problems zu ermöglichen, habe mich für eine Variante des Lernens an Stationen entschieden, die Lerntheke (MATTHES 2002:56). Im Gegensatz zum Lernen an Stationen gibt es bei der heutigen Lerntheke keine Pflicht- und Wahlstationen mit verschiedenen Inhalten. Vielmehr soll bei der heutigen Lerntheke der gleiche Inhalt auf differenzierte Art und Weise erschlossen werden, um so der Binnendifferenzierung gerecht zu werden. Auf diese Weise können die Schüler nach ihren individuellen Fähigkeiten und Fertigkeiten problemlösend arbeiten. Dabei wird an jeder Station ein anderer Kompetenzschwerpunkt gelegt.
Für leistungsstarke Schüler bietet sich Station I, „Probleme experimentell lösen“ an. Hier werden mit Hilfe eines Modellexperimentes die Vorgänge in der Asthenosphäre simuliert. Gemäß der Verordnung über die Aufsicht über Schülerinnen und Schüler, Anlage 2; Punkt 3.3 (Fassung vom 20.12.2005) können die Schüler selbstständig experimentieren, da es sich bei der Kaliumpermanganatlösung um eine extrem verdünnte Lösung handelt. Dies fördert im hohen Maße die Selbstständigkeit der Schüler. Dennoch werde ich mich während der Experimentierphase in unmittelbarer Nähe aufhalten, um bei Bedarf unterstützend eingreifen zu können.
Eine weitere, stark handlungsorientierte Station stellt Station III „Probleme modellhaft lösen“ dar. Hier sollen die Schüler mithilfe eines Modells das Auseinanderdriften der Kontinente Afrika und Südamerika simulieren und auswerten. Hilfestellung erhalten sie durch eine Beschreibung des Modells und vorgefertigte Fachbegriffskärtchen, die alle Elemente des Modells kennzeichnen und von den Schülern richtig zugeordnet werden müssen. Station IV ist für Schüler geeignet, die bevorzugt über visuelle Reize arbeiten. Durch eine kurze Videoanimation ohne Ton wird den Schülern dargelegt, welche Dynamik in der Asthenosphäre herrscht. Es ist die Aufgabe der Schüler, diese Animation zu verbalisieren und die daraus gewonnenen Erkenntnisse zur Problemlösung zusammenzuführen. Da dieses Vorgehen der vorstrukturierten Wissenserarbeitung eine eher konsumtive Haltung der Schüler er-fordert, richtet sich dieses Angebot an die eher leistungsschwächeren Schüler. In Station II erhalten die Schüler die Möglichkeit, das Problem auf bekannte Art und Weise, mit Text und Abbildung, zu lösen. Die Schwierigkeit für die Schüler liegt hier in der geforderten Vorstellungskraft.
Um den Schülern eine problemlose Auswahl der Lernangebote zu ermöglichen werde ich die Angebote kurz vorstellen und das Anforderungsniveau transparent darlegen.
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Arbeit zitieren:
Jens Ender, 2009, Alfred Wegener und die Theorie der Kontinentalverschiebung, München, GRIN Verlag GmbH
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