Inhaltsverzeichnis
1. Textanalyse 1
1
A) Schwierigkeiten und Varianten im Text
1
B) Eigene Arbeitsübersetzung
2. Linguistische Analyse 2
3. Literarische Analyse 3
A) Eine Sprache 3
B) „Sie machten/strichen/ziegelten Ziegel“ 4
)C „Es ist ihnen nicht unmöglich“ 4
D) Sie bauen oder bauten? 4
E) JHWH sprach 4
F) „Lasst uns hinab fahren“ 5
G) Ironie im Text 5
H) Parallelen zu anderen Kapitel in Gen. 1-12 5
I) Bestimmung der Gattung des Textabschnittes 6
4. Kontextanalyse 6
5. Historische Analyse 7
6. Theologische Analyse 8
7. Predigtgliederung 10
Ergebnisse der exegetischen Untersuchung von Gen. 11,1-9
1. Textanalyse:
A) Schwierigkeiten und Varianten im Text:
Die großen Schwierigkeiten blieben bei diesem Text aus. Die meisten Unterschiede liegen zwischen der BHS und der LXX:
- In Vers 1 wird ein maskulin plural Wort (ים ֖ ִ ָר ב ְ)וּדmit dem Zahlenwort „ein“ bzw. „eins“ in Verbindung gebracht.
- Die Aussage ם ֶד ֑ ֶקּ ִ מ kann sowohl „von Osten“ als auch „nach Osten“ bedeuten.
- Statt „Und sie sagten einer zum anderen:“ übersetzt die LXX „und ein Mann sprach zu seinem Nächsten“
- Die LXX hat den Zusatz „mit Feuer“ in Vers 3, so dass dieser lautet: „Wohlan, lasst uns Ziegel streichen und hart brennen mit Feuer“
- Auch fügt die LXX in Vers 8 „und den Turm“ hinzu, so dass dieser lautet: „und sie hörten auf, die Stadt zu bauen und den Turm“
- Auch sieht die LXX in Vers 9 bei „Sprache“ einen Plural der dann folgend lautet: „denn dort verwirrte der HERR die Sprachen (anstatt Sprache) der ganzen Erde“
Diese Varianten im Text sind aber keine theologische Schwierigkeit, sondern sie ergänzen und beschreiben den Text genauer. Es sind Dinge die sich der Leser hinzudenkt.
B) Eigene Arbeitsübersetzung von Gen. 11,1-9
2. Linguistische Analyse
Die Erzählung beginnt mit dem Tatbestand, dass die ganze Erde eine Sprache besaß (1) und endet mit dem Tatbestand, dass Gott diese eine Sprache verwirrte(11).
Auch der große Rahmen des ganzen Kapitels kann beobachtet werden. Vers 1 haben wir Menschen die von A nach B ziehen und sich dort niederlassen. In Vers 31 haben wir Terach der mit seiner Familie von A nach B zieht und sich niederlässt. Beide Verse (11,2 und 11,31) benutzten dasselbe Verb ישׁב (wohnen/niederlassen) nur in einer anderen Form.
Die Erzählung kann zweigeteilt werden; wobei jeder Abschnitt des Ersten Teiles mit einem des zweiten korrespondiert. Nur die Mitte des Textes findet keine Entsprechung, denn er ist der Wendepunkt, der so genannte Klimax der Erzählung:
Zur A und A´: Der Vers 1 und 9 sind durch ihren Inhalt ein Stück weit vom Rest abgetrennt. Die beiden Verse beschreiben den Zustand vor der Sprachenverwirrung und nach der Sprachenverwirrung.
Zu B und B´: Die beiden Abschnitt zeigen das Denken und Handel der Menschen (B) und Gottes (B´). Zusätzlich durch die inhaltlichen Übereinstimmungen bestehen auch noch sprachliche Gemeinsamkeiten (siehe Struktur)
2
Zu C: Der Vers 5 steht im Mittelpunkt des Geschehens und der Erzählung. Er ist zwischen den beiden direkten Reden, wieder eine Passage der neutralen und wertfreien Erzählung. Die Sicht die Gott von der Stadt und dem Turm hat bestimmt sein Handeln im weiteren Verlauf.
C V.5 Gott besieht die Stadt (und das Ergebnis bestimmt sein Handeln)
B´ V. 6-8 Denken und Handeln Gottes
ָ כּ ֣ת ַפ ְשׂ ץ ֶר ֑ ָָא ל־ה A´ V. 9 Schluss: Inhaltlich und auch eine sprachliche Begründung:
3. Literarische Analyse
A) Eine Sprache
„Und die ganze Erde hatte ein und dieselbe Sprache und ein und dieselben Wörter.“ (Gen 11,1)
Warum wird dann in Kapitel 10 im Vers 5 die Nachkommen in (der) Sprache (Singular) unterschieden werden. Und in den Versen 20 und 31 sogar von Sprachen (Plural) die Rede ist.
Antwort: Gott hatte nur die Familie Noah’s gerettet. Von daher sollte auch nur eine Sprache übriggeblieben sein, dies sich dann zwar in Unterschiedliche Dialekte ausgeprägte aber im Grunde gleich war.
Begriffserklärung:
In der Völkertafel kommt der Begriff „laschon“ ם ֑ ָֹת ֹנ ְשׁ ִל ל In der Erzählung kommt der Begriff „sapha“ vor. ֣ה ָפ ָשׂ Diese deide Begriffe sind nicht ohne weiteres austauschbar zu verwenden.
„Sapha“ ist die gesprochene Sprache und kommt nur in der Einzahl vor. Sie zeigt die Universalität der Sprache auf und kommt sowohl in Gen. 11 als auch in der Endzeit als die „reine Sprache“ (Zeph. 3,9) vor.
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Arbeit zitieren:
Philipp Steinweber, 2010, Exegetische Predigt: Turmbau zu Babel, München, GRIN Verlag GmbH
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