Inhaltsverzeichnis
1 Problemstellung 4
2 Die Rolle des Unternehmens in der Gesellschaft 4
3 Verantwortung und Zumutbarkeit 5
3.1 Das Gewinnprinzip 5
3.2 Das Gewinnstreben in Verbindung mit 6
Unternehmensethik
4 Die Brücke zwischen Ethik und ökonomischem Erfolg 7
5 Drei Leitideen 7
5.1 Die Idee der funktionsorientierten Unternehmung in einem 8
ganzheitlichen System
5.2 Die Idee der konsensorientierten Unternehmenspolitik 9
5.3 Die Idee der offenen Unternehmensverfassung 10
6 Das zweistufige Konzept der Unternehmensethik 10
7 Verwirklichung einer integren Geschäftspolitik 12
7.1 Der Stakeholder-Dialog 13
8 Kritische Würdigung 15
Literaturverzeichnis 17
1 Problemstellung
Die zunehmende Anzahl an Wirtschaftsskandalen, wie die Finanz- und Immobilienkrise, Schmiergeldaffären, Datenschutzrisiken, Umweltverschmutzung, um nur ein paar wenige Beispiele zu nennen, zeigen, dass bloßes Gewinnstreben und quantitatives Wirtschaftswachstum in eine falsche Richtung führen. Letztendlich bleibt die Lebensqualität aller auf der Strecke, die ein noch so hoher Gewinn nicht kompensieren kann. Das Bedürfnis nach mehr Verantwortung rückt verstärkt in den Fokus der öffentlichen Wahrnehmung, die von den Verursachern, nämlich den Unternehmen eingefordert wird. Das unternehmerische Handeln muss einer ethischen Legitimitätsprüfung unterzogen werden und betriebswirtschaftliche Überlegungen bedürfen einer Reformation. Peter Ulrichs Konzept der integrativen Unternehmensethik stellt einen möglichen Weg für eine Vereinbarung von ethischen Aspekten und ökonomischen Gewinnstreben vor.
2 Die Rolle des Unternehmens in der Gesellschaft
Das Problem des verantwortungsvollen Handelns liegt aber nicht allein an der Führungskraft als Person, sondern insbesondere an ihrer Rolle als Manager. Einerseits müssen Manager den ethischen Anforderungen gerecht werden, und auf der anderen Seite sehen sie sich mit der Überlebensnotwendigkeit des Unternehmens und damit mit den ökonomischen Sachzwängen konfrontiert (vgl. Ulrich 1992, S.65). Dieses Spannungsverhältnis bildet das eigentliche unternehmerische Kernproblem ab, mit dem sich das integrative Konzept der Unternehmensethik von Peter Ulrich befasst. Er wendet sich von der autonomen Ökonomik des neoklassischen Typs ab, die sich auf die unsichtbare Hand des Marktes verlässt und das Streben nach Gewinnmaximierung automatisch in eine Vernunftentfaltung münden lässt (vgl. Ulrich 2009, S.223). Die Rede ist von einer ökonomischen Rationalität, die wertfrei versucht wirtschaftliches bzw. unternehmerisches Handeln zu analysieren und sich zu einer normativen Ökonomie erhebt (vgl. Schmiedel, 2006, S.57 f.). Gemäß Ulrich ist auch eine rein ökonomische Problemstellung nicht frei von ethischen Wertgesichtspunkten. Das aktuelle Kernproblem unternehmerischen Handelns sieht Ulrich gerade in einer "eigensinnig gewordenen marktwirtschaftliche Systemdynamik", welche die Gesellschaft ausschließt (Ulrich 2009 S.223). Jedoch agieren die Unternehmen quasi als Zwitterwesen: Sie sind ein Teil des marktwirtschaftlichen Systems und
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zugleich eine gesellschaftliche Wertschöpfungsinstitution, umgeben von öffentlichen Interessen und Bedürfnissen (vgl. Ulrich 2009, S.230). Da sich Unternehmen mitten im Wirkungsgeschehen befinden, sind unternehmerische Aktivitäten keine Privatangelegenheit, sondern gesellschaftlich relevant (vgl. Abbildung 1). Ulrich spricht von einer „privatistischen Fiktion von 'Privatwirtschaft' “ (Ulrich 2009, S.232). Statt dessen versteht er die Unternehmen als eine quasi-öffentliche Institution. Das Eigentum am Unternehmenskapital ist nicht Kriterium für professionelle Leitung und Führungsverantwortung (vgl. Ulrich 1992, S.61).
3 Verantwortung und Zumutbarkeit Es stellt sich nun die Frage:
"Unter welchen Voraussetzungen ist eine Unternehmung zum 'privaten' Gewinnstreben berechtigt? Wie weit sind die Nebenfolgen des unternehmerischen Gewinnstrebens gegenüber allen davon irgendwie Betroffenen verantwortbar, und wie weit sind umgekehrt deren Ansprüche gegenüber der Unternehmung, die sich ja im wirtschaftlichen Wettbewerb behaupten muss, zumutbar?" (Ulrich 2001 S.397)
3.1 Das Gewinnprinzip
Die unaufhaltsame Gewinnmaximierung als Selbstbehauptung des Unternehmens im Wettbewerb auf dem freien Markt, stellt für Ulrich aus mehreren Gründen keine hinreichende Rechtfertigung dar. Der Kritikpunkt ist nicht der Gewinn, sondern die Einstellung des unternehmerisch Handelnden, dass die Maximierung des Gewinns sich nur in langfristigem Gewinnstreben niederschlägt. Dem Sinn nach geht es hier nicht um das
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Arbeit zitieren:
Judith Ratajczak, 2010, Das integrative Konzept der Unternehmensethik, München, GRIN Verlag GmbH
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