1
Gliederung:
Einf ührung 1. 2
Grundlagen des Black-Scholes-Merton-Modells 2. 2
2.1 Eine erhebliche Rolle des Modells bei der Bewertung von Finanzoptionen 2
2.2 Brown´sche Bewegung 2
2.3 Wiener-Prozess 2
2.4 Filtration Marktzuteilung 4
2.5 Martingal 4
2.6 Itǒ-Prozess 5
2.7 Basiswert von Wertpapieren 5
Die Black-Scholes Differentialgleichung 3. 6
3.1 Annahmen des Black-Scholes-Modells 6
3.2 Itǒ s Lemma 7
3.3 Delta-Hedging. Wert des Portfolios 8
L ösung der Black-Scholes Differentialgleichung 4. 9
4.1 Die Wärmeleitungsgleichung 9
4.2 Feymann Kac Theorem 10
4.3 Europäische Call-Option 11
4.4 Sensitivitätskennzahlen 13
Bedeutung des Modells fürs Praxis 5. 14
Literatur 15
2
1. Einführung
Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der Darstellung des Black-Merton-Scholes Modells,
der Erläuterung der mathematischen Modellbildung und der Anwendung auf die Bewertung
einer Option. Zuerst werden die Grundlagen des Black-Scholes-Merton Modells und wichtige
Begriffe erläutert, im nächsten Abschnitt wird die Differentialgleiching des Modells
hergeleitet. Anschließend wird die Lösung der Black-Scholes Differentialgleichung
durchgeführt sowie die Verdeutlichung der Sensitivitätskennzahlen gemacht. Ein numerisches
Beispiel am Ende der Arbeit zeigt der Zusammenhang zwischen dem Black-Scholes Preis und
einem Deltahedge.
2. Grundlagen des Black-Scholes-Merton-Modells
2.1 Eine erhebliche Rolle des Modells bei der Bewertung von Finanzoptionen.
Das Black-Scholes -Modell stellt ein finanzmathematisches Modell dar, das bei der
Bewertung von Finanzoptionen eine entscheidende Rolle spielt. Bei der Optionsbewertung
besteht die Schwierigkeit, für die Kursrisiken eine passende Prämie zu definieren. Die
Risikoprämie hängt von den Risikoeinstellungen der Marktteilnehmer ab. Die
Risikoeinstellungen verändern sich jedoch mit der Zeit. Das Black-Scholes -Modell
vermeidet bestimmte Anforderungen für die Risikoprämie. Das Modell wurde 1973 von
Fischer Black und Myron Samuel Scholes veröffentlicht. Robert C. Melton veröffentlichte
einen separaten Artikel. Er war ebenfalls an der Ausarbeitung des Modells beteiligt und
wurde 1997 zusammen mit Scholes für die Entwicklung dieses Modells mit dem Nobelpreis
für Wirtschaftwissenschaften geehrt. Leider verstarb Black bereits 1995. Die Eigenartigkeit,
Einmaligkeit und Originalität des Modells ist umstritten.
2.2 Brown´sche Bewegung
Der schottische Botaniker Robert Brown (1773-1858) entdeckte im Jahr 1827
Wärmebewegung von Teilchen. Diese Bewegung nennt man brown´sche Bewegung (oder
brownsche Molekularbewegung). Robert Brown beobachtete unter dem Mikroskop, wie
Pollenkörner in einem Wassertropfen regellose Bewegungen machten. Eine Erklärung dafür
sind die unsichtbaren Moleküle des Wassers, die von allen Seiten gegen die sichtbaren
Pollenteilchen stoßen. Das ist ein naturwissenschaftliches Phänomen der brown´schen
Bewegung. Das mathematische Modell gleichen Namens ist als Wiener-Prozess bekannt.
2.3 Wiener-Prozess.
3
Man kann die Pollen als eine Aktie und das Wasser als den Aktienmarkt darstellen. 1923 hat
der amerikanische Mathematiker Norbert Wiener eine mathematische Formulierung der
brown´sche Bewegung aufgestellt. Das Black-Scholes Modell basiert auf der Annahme, dass
der natürliche Logarithmus des Basiswertes S einer Option einem Wiener-Prozess folgt. Ein
Wiener-Prozess ist ein zeitstetiger stochastischer Prozess, der unabhängige, normalverteilte
Zuwächse hat. Wenn man den Wiener-Prozess als mathematisches Modell für die Bewegung
verwendet, versteht man σ 2 als mittlere quadratische Verschiebung eines Teilchens pro
Zeiteinheit.
In den 1940er Jahren, seit der Einführung der Stochastischen Analysis durch Itǒ Kiyoshi,
spielt der Wiener-Prozess die zentrale Rolle im Kalkül der zeitstetigen Stochastischen
Prozesse. Bei Betrachtung des Standard Wiener -Prozesses befassen wir uns mit einer
Veränderung eines Partikels in einem kleinen und in einem großen Zeitintervall. Zuerst
nehmen wir an, dass Δ x eine Veränderung eines Partikels in einem kleinen Zeitintervall Δ t
ist.
Eine weitere Annahme ist Δ x = Δ W, wobei Δ W = ε t Δ und ε ~ N (0, 1). Dann der
Δ ⋅ 0 = 0, wobei
Δ ) = Δ E(ε Erwartungswert von Δ x ist: E( Δ x) = E( Δ W) = E(ε t t t
Δ ) = Δ t ⋅ 1 = Δ t. Aus
E(ε= 0 ist. Die Varianz von Δ x ist: Var ( Δ x) = V( Δ W) = Var(ε t
diesen beiden Gleichungen erfolgt, dass Δ x ~ N (0, t Δ ) ist. Wenn wir einen großen
Zeitintervall T nehmen, haben wir T = n ⋅ Δ t, weil T aus n kleineren Intervallen Δ t besteht.
Dann ist Δ x =
T − : Erwartungswert und die Varianz von x x
0
T − )= E( E( x x
0
T − )=Var( Var( x x
4
T − ~ N (0, T ) ⇔ T x ~ N( 0 x , T ). Aus diesen beiden Gleichungen erfolgt, dass x x
0
Bei Δ t → 0 betrachtet man ein stetiges Intervall, d.h. dass T in extrem kleine Intervalle
unterteilt ist und Δ x =dx; Δ W=dW; Δ t=dt. Daraus folgt: dx=dW ~ N (0, dt ).
2.4 Filtration
Zusätzlich zur Brown´schen Bewegung selbst werden wir eine Notation für die zu jeder Zeit
verfügbare Information brauchen. Man tut das mit einer Filtration. Sei (Ω, F, P) ein
Wahrscheinlichkeitsraum, auf dem eine Brown´sche Bewegung W (t), t ≥ 0 definiert wird.
F W Ein adaptierter an der Filtrierung ( ) ∈» stochastischer Prozess ( ) auf dem
∈» t t t t + +
Wahrscheinlichkeitsraum (Ω, F, P) heißt Wiener-Prozess oder Standard Brownsche
Bewegung, wenn die folgenden Bedingungen gelten:
1. W 0 = 0 (P- fast sicher), d.h. in einem Wahrscheinlichkeitsraum (Ω, F, P) heißt ein
Ereignis E∈ Σ fast sicher, wenn P(E) = 1.
Δ sind alle Werte von Δ W unabhängig. 2. Für zwei beliebige Zeitintervalle t
~ N (0, t − s) ∀ t > s ≥ 0. Die Zuwächse 3. Für gegebenes s mit t > s ≥ 0 ist t − W W
s
sind also stationär und normalverteilt. Die Änderung Δ W in einem kleinen Zeitraum
Δ ist gleich ε t Δ ,wobei ε der Standartnormalverteilung N (0, 1) unterliegt. t
4. Es gibt immer eine fast sicher stetige Version des Prozesses (das lässt sich mit dem
Stetigkeitssatz von Kolmogorow-Centsow zeigen).
2.5 Martingal
Der Begriff der Filtrierung ist unerlässlich, um den Begriff Martingal einzuführen. Ein
Martingal ist ein stochastischer Prozess, in dem der Erwartungswert einer Beobachtung gleich
dem Wert der vorigen Beobachtung ist, ein stochastischer Prozess mit einer Drift von Null.
Theorem: Brown´sche Bewegung ist ein Martingal.
Sei 0 ≤ s ≤ t, dann
⎡ ⎤ − + W t F s W t W s W s F s E ( ) ( ) ( ) ( ) ( ) ( ) ⎣ ⎣ ⎦
⎡ − ⎤ ⎡ ⎤ W t W s F s W s F s ⎦ +E =E ( ) ( ) ( ) ( ) ( ) ⎣ ⎣ ⎦
] − W t W s ( ) ( ) =E[ +W(s)=W(s).
Arbeit zitieren:
Dipl.-Volksw. Olena Moor, 2009, Grundlagen, Herleitung und Eigenschaften des Black-Scholes-Modells, München, GRIN Verlag GmbH
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