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Einleitung
Die Auferstehung und das ewige Leben sind wesentlicher Bestandteil der christlichen Religion. Hierbei spielen die Begriffe Himmel, Hölle und Purgatorium eine besondere Rolle. Diese Arbeit versucht, die Entwicklung dieser komplexen Vorstellungen ein wenig zu durchleuchten und Aufschluss über ihre Entstehung und Interpretation zu geben.
I. Die aktuellen christlichen Vorstellungen von Tod und Auferstehung Die Christen glauben, dass die Toten am Ende der Zeiten wieder auferstehen werden und dass es ein ewiges Leben gibt. 1 Genauer gesagt: So wie Christus auferstanden ist und ewig lebt, so werden auch die Gerechten nach dem Tod mit Christus ewig leben und am letzten Tag von ihm auferweckt werden. 2 Der Tod ist der Moment der Trennung von Leib und Seele. 3 Mit dem Tod geht das irdische Leben, also die Zeit, in der der Mensch die Gnade Gottes annehmen oder ablehnen kann, zu Ende. 4 Nicht nur die Seele der Toten wird weiterleben, sondern auch der sterbliche Körper wird am Ende der Zeiten wieder auferweckt. 5 Allerdings wird dies nicht der ursprüngliche Körper sein, sondern ein überirdischer Leib. 6 Der Tod ist nicht durch Gott, sondern durch den Menschen aufgrund der Erbsünde in die Welt gekommen. 7 Durch Christus ist der Tod aber wieder in etwas Positives umgewandelt worden. 8 Durch den Tod kann der Mensch nämlich wieder zu Gott kommen. Ein Christ ist schon durch die Taufe mit Christus gestorben, um aus einem neuen Leben zu leben. Der Tod ist die Vollendung dieses Sterbens mit Christus. 9 Im Moment des Todes erfährt jeder Mensch die ewige Vergeltung, also ein besonderes Gericht durch das er in den Himmel, in das Purgatorium oder in die Hölle kommt.
Der Himmel
In den Himmel kommen diejenigen, die in der Gnade und Freundschaft Gottes sterben und völlig geläutert sind. Hier sehen sie Gott von Angesicht zu Angesicht und
1 Ecclesia Catolica; Katechismus der katholischen Kirche; München 1993; S. 284.
2 Katechismus der katholischen Kirche; S. 284.
3 Katechismus der katholischen Kirche; S. 288.
4 Katechismus der katholischen Kirche; S. 292.
5 Katechismus der katholischen Kirche; S. 284.
6 Katechismus der katholischen Kirche; S. 287.
7 Katechismus der katholischen Kirche; S. 288.
8 Katechismus der katholischen Kirche; S. 289.
9 Katechismus der katholischen Kirche; S. 289.
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erfahren den Zustand des höchsten Glücks. 10 Es ist sehr schwer sich den Himmel vorzustellen, der ja ein gemeinschaftliches Leben aller vollkommenen Individuen vorsieht. Seit dem Mittelalter hat sich die Sicht Thomas von Aquin durchgesetzt, die den Himmel als eine geistige Schau des Wesens Gottes beschreibt. 11
Die Hölle
Die Hölle ist der Ort an den die Menschen kommen, die in Todsünde sterben und sich gegen Gott gewandt haben. 12 Der Aufenthalt in der Hölle ist ewig, wer sich hier befindet, erleidet schreckliche Qualen und ist für immer von Gott getrennt. 13 Die Hölle hat weitaus bildreichere Beschreibungen als der Himmel erfahren, wobei ihr Verständnis auch große Probleme mit sich bringt. Vor allem die Ewigkeit der Hölle und ihrer Qualen sorgt für Irritationen. 14
Das Purgatorium
In das Purgatorium kommen Menschen, die noch nicht völlig geläutert sind. 15 Im Purgatorium oder Fegefeuer findet die abschließende Läuterung statt. 16 Die Lehre vom Purgatorium wurde vor allem auf den Konzilien von Florenz und Trient ausgearbeitet. 17 Papst Benedikt XII. formulierte das Dogma, wonach die nicht ganz Vollkommenen im Purgatorium bleiben, bis das Jüngste Gericht eintritt. Der Katechismus führt folgende Aussage von Gregor dem Großen zur Erklärung an:
„Man muss glauben dass es vor dem Gericht für gewisse leichte Sünden noch ein
Reinigungsfeuer gibt, weil die ewige Wahrheit sagt, dass, wenn jemand wider den Heiligen
Geist lästert, ihm ‚weder in dieser noch in der zukünftigen Welt’ vergeben wird (Mt 12, 32).
Aus diesem Ausspruch geht hervor, dass einige Sünden in dieser, andere in jener Welt
nachgelassen werden können“ (Gregor d. Gr., dial. 4, 39) 18
Wenn Sünden auch in der anderen Welt nachgelassen werden können, muss es einen Ort dafür geben, das Purgatorium. Außerdem stützt sich diese Lehre auf die
10 Katechismus der katholischen Kirche; S. 292 f.
11 Hoheisel, Karl; Sterben und Weiterleben aus der Sicht von Judentum und Christentum; in: Waldenfels, Hans (Hg.); Ein Leben nach dem Leben?, Die Antwort der Religionen; Düsseldorf 1988; S. 102.
12 Katechismus der katholischen Kirche; S. 295.
13 Katechismus der katholischen Kirche; S. 295.
14 Hoheisel, Karl, Sterben und Weiterleben aus der Sicht von Judentum und Christentum; S. 102.
15 Katechismus der katholischen Kirche; S. 294.
16 Katechismus der katholischen Kirche; S. 294.
17 Katechismus der katholischen Kirche; S. 294.
18 Katechismus der katholischen Kirche; S. 294.
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Praxis, für die Verstorbenen zu beten, um sie von Sünden zu befreien. 19 Die Lehre vom Fegefeuer kann auch als ergänzende Antwort auf die ewigen Qualen der Hölle angesehen werden. 20 Die Guten kommen sofort in den Himmel und die Bösen direkt nach dem Tod in die Hölle. 21
Das Letzte Gericht
Am Tag des letzten Gerichts werden alle Toten auch leiblich auferstehen und gerichtet werden, wobei die einen ewige Strafe und die anderen das ewige Leben erfahren werden. 22 Im Klartext heißt das: die einen kommen in die Hölle und die anderen in den Himmel. Mit diesem letzten Tag ist der Tod also endgültig überwunden.
II. Die Entwicklung der christlichen Vorstellungen von Tod und Auferstehung
Frühes Judentum und altes Testament
Im frühen Judentum kannte man Auferstehung und ein Leben nach dem Tod noch nicht, ein Weiterleben nach dem Tod gab es nur in den Nachkommen. 23 Die alten Israeliten kannten nur die Scheol, in der die Toten ein bis zwei Generationen lebten, wobei sie von Gott völlig getrennt waren. 24 Im Alten Testament wird der Tod zunächst einfach als das Ende des Lebens angesehen, wobei manche Formulierungen auch an die Vorstellung von einem Schattenreich, der genannten Scheol denken lassen. 25 Man kann das aber auch nur als partielle Randvorstellung ansehen. 26 Unter dem religiösen Gesichtspunkt, dass Gott den Tod erschaffen hat, kommt es zu Auflockerungserscheinungen der nüchternen Beurteilung des Todes. 27 Zwar sind vor dem Tod alle gleich, aber der Tod schließt auch das Leben ab, dessen Inhalt die Qualität des Sterbens und des Todes beeinflusst. 28 Daher kann der Tod für
19 Katechismus der katholischen Kirche; S. 294.
20 Hoheisel, Karl, Sterben und Weiterleben aus der Sicht von Judentum und Christentum; S.104.
21 Braun, Hans-Jürg; Das Jenseits, Die Vorstellungen der Menschheit über das Leben nach dem Tod; Zürich 1996; S. 288.
22 Ecclesia Catolica; Katechismus der katholischen Kirche; München 1993; S. 296.
23 Hoheisel, Karl, Sterben und Weiterleben aus der Sicht von Judentum und Christentum; S. 83.
24 Hoheisel, Karl, Sterben und Weiterleben aus der Sicht von Judentum und Christentum; S. 85.
25 Plöger, Otto; Tod und Jenseits im Alten Testament; in: Klimkeit, Hans-Joachim; Tod und Jenseits im Glauben der Völker; Wiesbaden 1978; S. 79.
26 Plöger, Otto; Tod und Jenseits im Alten Testament; S. 79.
27 Plöger, Otto; Tod und Jenseits im Alten Testament; S. 79.
28 Plöger, Otto; Tod und Jenseits im Alten Testament; S. 80.
Arbeit zitieren:
Harald Kienzler, 2005, Tod und Auferstehung - Himmel, Hölle, Purgatorium, München, GRIN Verlag GmbH
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