1. Bedingungsanalyse
1.1 Zusammensetzung der Klasse
Die Klasse 2b besteht aus 20 Schülern 1 . Darunter sind 12 Jungs und 8 Mädchen. Der Großteil der Klasse hat Deutsch als Muttersprache, jedoch gibt es 2 Schüler (A. und B.) mit Migrationshintergrund. Sie sind aber gut in die Klasse integriert und haben nur teilweise aufgrund ihres sprachlichen Hintergrunds kleinere Schwierigkeiten mit der deutschen Sprache. Insgesamt gesehen handelt es sich um eine aktive und gut mitarbeitende Klasse, der der Unterricht erkennbar viel Spaß bereitet. Meinen Beobachtungen zufolge, besitzen die Schüler die für Zweitklässler noch typische Begeisterung für die Schule, insbesondere für den Sportunterricht und sind daher in der Regel leicht zu motivieren. Der Entwicklungsstand der Schüler ist sehr unterschiedlich, was sicherlich zum Teil auf den Altersunterschied und den Migrationshintergrund zurückzuführen ist. Folglich gibt es in der Klasse hinsichtlich des Arbeitstempos, der Auffassungsgabe und der sprachlichen und motorischen Voraussetzungen deutliche Leistungsunterschiede. Generell ist die Klasse, bis auf wenige Ausnahmen, sehr leistungsstark. Das Klima der Klasse ist sehr gut und von einem kooperativen und sozialen Miteinander geprägt.
1.2 Räumliche Voraussetzungen
Die Sporthalle der Grundschule ist mit Großgeräten, Kleingeräten, Sport- und Alltagsmaterialien sehr gut ausgestattet und bietet damit die Möglichkeit zu einem abwechslungsreichen Sportunterricht.
1.3 Lernvoraussetzungen für die Stunde
Bezüglich der körperlich motorischen und sportlichen Voraussetzungen bestehen Leistungsunterschiede, dementsprechend sind die Schüler in ihren Bewegungsausführungen unterschiedlich entwickelt. Kinder, die sich viel bewegen (in ihrer Freizeit oder in Vereinen) haben eine ausgeprägtere Bewegungsmotorik und eine weiter entwickelte Bewegungssicherheit als Kinder mit weniger Bewegung. Im Allgemeinen handelt es sich aber um eine sportlich sehr begabte und leistungsstarke Klasse und den Schülern macht der Sportunterricht sichtlich Spaß. Die Schüler sind mit verschiedenen Ritualen, wie dem Einstiegs- und Ausstiegsritual im Kreis, sowie den Ruhezeichen, bekannt. Auch wissen sie über Auf- und
1 Schüler steht im Folgenden für Schülerinnen und Schüler
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Abbauregeln Bescheid. Demzufolge sind alle Kinder in der Lage die Geräte gemäß den gemeinsam erarbeiteten Regeln richtig zu tragen. Außerdem sind die Kinder mit dem Stationsbetrieb und Stationswechsel vertraut. Zudem sind sie es gewohnt miteinander, füreinander oder gegeneinander in Mannschaften oder alleine zu spielen. Der Wettkampfcharakter motiviert und begeistert die Schüler ungemein. Bezüglich des Werfens haben sie bereits in der 1. Klasse an den „Bundesjugendspielen“ teilgenommen und somit erste Erfahrungen mit Weitwurf gemacht, sodass in dieser Stunde daran angeknüpft werden kann.
2. Sachanalyse
Das Werfen gehört neben dem Laufen und dem Springen zu den grundlegenden Bewegungsformen der Leichtathletik. Es handelt sich dabei um einen ganzeinheitlichen Bewegungsablauf, weil die Beinkraft ebenso gefordert wird, wie die Rumpf- und Armkraft. Beim Werfen wird außerdem nicht nur das eigene Körpergewicht, sonder zusätzlich ein Fremdgewicht, der Wurfgegenstand, beschleunigt wird und in eine bestimmte Flugbahn gebracht werden muss.
Unterscheiden lassen sich drei strukturell verschiedene Bewegungsabläufe des einhändigen Werfens:
1. Der gerade Wurf: Leichte Gegenstände, wie Schlag- oder Tennisball, werden mit Hilfe eines Schlagwurfes geradlinig über Kopfhöhe geworfen.
2. Der Drehwurf: Mittelschwere Gegenstände, wie Schleuderball oder Speer, verlassen die Wurfhand in Schulterhöhe mit einem seitlichen Schleuderwurf. 3. Der Stoß: Schwere Gegenstände, wie die Kugel, werden vom Körper weggestoßen. Die bei einem Wurf zu erreichende Leistungen hängen von dessen Abfluggeschwindigkeit, dem Abflugwinkel und der Abflughöhe ab. Dabei ist die Abfluggeschwindigkeit, die von den Teilkomponenten Wurfkraft, Beschleunigungsweg und Impulsübertragung bestimmt wird, am bedeutendsten. Ausschlaggebend sind außerdem das Gewicht, die Form und die spezifischen Flugeigenschaften des Wurfobjektes. (Vgl. FREY, S. 113 ff.; vgl. HABERKORN, S. 123 ff.; vgl. KATZENBOGNER, S. 127 ff.)
Jedoch darf sich das Werfen in der Schule nicht nur auf die leichtathletische Zielsetzung des Weitwerfens beschränken. Vielmehr sollten die Kinder den Umgang mit vielfältigen
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Wurfmaterialien, die hoch, tief, genau, weit, in, durch, oder auf feste beziehungsweise bewegliche Ziele geworfen werden. Denn vielfältige Wurferfahrungen bilden die Grundlage zum Erlernen des leichtathletischen Weitwurfs, des sogenannten Schlagwurfs. Um Freude am Werfen zu vermitteln, muss es abwechslungsreich angeboten werden. Demnach eignet sich besonders das Zielwerfen für den Beginn der Unterrichtseinheit „Werfen“, um zum Weitwurf zu führen. Somit ist das anfängliche Zielwerfen sehr wichtig, da die Kinder lernen mit dosiertem Krafteinsatz und ebenso möglichst genau zu werfen. Deswegen bietet es sich an in der Halle „Werfen auf Ziele“ durchzuführen. Dadurch können auch die weniger wurfkräftigen Kinder Erfolgsergebnisse haben. Auf hohe Ziele zu werfen eignet sich besonders gut, weil die Kinder dadurch gezwungen werden, weit nach hinten auszuholen, wie dies beim Schlagwurf angewandt wird. (Vgl. BRODTMANN, S. 41; vgl. BÜNGERS, S. 67)
3. Didaktische Überlegungen
3.1 Bezug zum Bildungsplan
Den Kindern durch Bewegung einen Zugang zur Welt eröffnen, ist eine der zentralen Aufgaben, die im Bildungsplan der Grundschule für den Fächerverbund Bewegung, Sport und Spiel genannt wird. Bewegung wird darin als Prinzip des Lernens dargestellt, da Schüler durch und mit Bewegung verschiedene Zugangswege für einen Unterrichtsinhalt erfahren und dies oft zu differenziertem Verstehen führt. Bewegung ist außerdem ein Ausgleich zum konzentrierten Arbeiten in den einzelnen Fächern und dient dem Wohlbefinden. Von Bedeutung für alle Bewegungshandlungen und für die Bewegungssicherheit im Generellen sind die im Grundschulalter erworbenen koordinativen Fähigkeiten. Diese sollten daher in jedem Bereich besonders gut geschult werden.
Das Stundenthema lässt sich in das Erfahrungs- und Bewegungsfeld „Grundformen der Bewegung“ beziehungsweise dessen Unterpunkt „Laufen, Werfen, Springen“ eingliedern. Die Schüler schulen darin ihren Kompetenzen weit, hoch, in und auf Ziele zu werfen. Die leichtathletischen Grundformen bieten eine Basis für viele Sportarten. Ebenso könnte das Thema „Zielwerfen“ dem Erfahrungs- und Bewegungsfeld „Spielen-Spiel“ zugeordnet werden, da es als Hinführung zu den großen Spielen und dem Zielschuss dienen kann. (Bildungsplan 2004 Grundschule S. 112 ff.)
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3.2 Bedeutung für die Schüler
Bewegung, Sport und Spiel haben in der heutigen Zeit, in der Bewegungsmangel und negative Zivilisationseinflüsse keine Seltenheit mehr sind, wichtige Bedeutungen der kindlichen Entwicklung. Zum Beispiel sind diese Punkte für eine ganzeinheitliche Erziehung und einen Alltagsausgeich nötig.
Kinder fangen schon im frühesten Alter damit an, absichtlich oder unabsichtlich, Gegenstände fallen zu lassen oder zu werfen. Eltern, Geschwister oder andere Kinder machen sie meist mit der Situation des Spielens und Werfens vertraut. Ob Umwerfen, Hochwerfen, Weitwerfen, Abwerfen, Zielwerfen - alle unterschiedlichen Arten und Materialien werden ausprobiert und in jeder Form getestet. Kleinkinder machen also schon vor ihrer Kindergartenzeit eigene Erfahrungen mit dem Werfen. Im Kindergarten wird dann gelernt sich in einer Gruppe zurechtzufinden und kleine Wurfwettkämpfe oder - spiele stehen auf dem Programm. Diese Erfahrungen werden spätestens in der Grundschule vertieft. Schüler setzten sich im Sportunterricht mit unterschiedlichen Wurf- und Alltagsobjekten auseinander und lernen mit diesen passend umzugehen. Außerdem werden Mannschaftsspiele wie Völkerball oder Brennball durchgeführt. Mit jeder kommenden Klassenstufe wird zunehmend Wert darauf gelegt, in die Leichtathletik vorzudringen. Verschiedene Wurftechniken werden behandelt, analysiert und eingeübt, die dann später bei Bundesjugendspielen, Spiel- und Sporttagen, Jugend trainiert für Olympia usw. untereinander verglichen, bewertet und benotet werden. Je früher die Schüler mit dem Werfen in Berührung kommen, desto leichter fällt ihnen später angemessen damit umzugehen.
4. Methodische Überlegungen
4.1 Einstieg/ Hinführung
Die Stunde beginnt wie gewohnt mit dem Einstiegsritual im Kreis und die Lehrerin begrüßt die Schüler.
Nun schaut sie in die Mitte des Kreises, wo als stummer Impuls Bälle unter einem Tuch versteckt liegen. Die Schüler dürfen sich frei dazu äußern und Vermutungen anstellen, was sich unter dem Tuch befinden könnte. Falls sie dies nicht von sich aus tun, fragt die Lehrerin gezielt nach. Bevor diese dann das Tuch aufdeckt, sollen zwei Schüler die Bälle mit der Hand erfühlen. Beim Aufdecken kommen dann die verschiedenen Bälle zum Vorschein, die kurz
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auf die Schüler einwirken sollen. Daraufhin erzählt die Lehrerin, dass diese verschiedenen Bälle alle Tom gehören und zeigt ein Bild von Tom an seinem Geburtstag. Sie erzählt weiter, dass Tom Bälle über alles liebt und er deswegen so viele verschiedene Bälle geschenkt bekommen hat. Aber Tom weiß leider nicht, ob das denn auch Bälle sind, mit denen man gut werfen kann und deswegen braucht er Hilfe von den Schülern, die er zu seiner Geburtstagsfeier eingeladen hat. An seiner Feier findet nämlich ein Wurfparcours statt, in dem die Kinder herausfinden können, welche Bälle sich besser oder schlechter zum Werfen eignen.
Diese Einbettung der Stunde in das Thema Kindergeburtstag soll zur Motivation dienen und die Schüler neugierig machen. Für Kinder in diesem Alter ist es viel spannender und ansprechender, wenn Stunden in bestimmten Themen eingebunden und verpackt sind. Zur Anschaulichkeit und Motivation bekommen die Schüler sogar Einladungskarten zu Toms Geburtstag. Diese können sich die Schüler umhängen, damit sie später beim Werfen nicht störend in der Hand herum getragen werden. Die Einladungen haben den zusätzlichen Effekt der Gruppeneinteilung, da sie verschiedene Farben haben. Alle Schüler mit derselben Farbe gehören zu einer Gruppe (rot, gelb, grün, blau, violett).
4.2 Erwärmung
Zur Erwärmung bietet es sich ebenso an, das Motto der Stunde mit einzubinden, damit der roten Faden durch die gesamte Unterrichtsstunde läuft. Deswegen spinnt die Lehrerin die Geschichte von Toms Geburtstag weiter und erzählt den Schülern, dass Tom beim Geschenkeauspacken ganz viel Konfetti verstreut hat und er die Hilfe der Kinder braucht, um es wieder einzusammeln. Diese Konfettis liegen am anderen Ende der Halle in den Farben der einzelnen Gruppen verteilt. Die Schüler laufen nun alle gleichzeitig, jeder in seinem individuellen Tempo, zu den Konfettis und sammeln sie ein. Jede Gruppe sammelt nur die Konfettis in seiner Farbe und bringt sie in eine dafür vorgesehene Schachtel. Bei jedem Laufen darf allerdings nur ein Konfetti transportiert werden. Die Gruppe, die zuerst alle Konfettis ihrer Farbe eingesammelt hat und auf dem Boden sitzt, hat gewonnen. Die Erwärmung dient der Aktivierung des Herz- Kreislaufsystems der Schüler.
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Arbeit zitieren:
Jana Kumm, 2009, Wurfschule mit verschiedenen Zielen und Wurfgegenständen Klasse 1-4, München, GRIN Verlag GmbH
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