Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung 3
II. Tod und Ewigkeit 4
III. Gott und Ewigkeit 6
III.1. Der Ewige und der Lebendige 6
III.2. Gottes ewige Lebendigkeit 7
IV. Unser ewiges Leben 9
IV.1. Verhältnis Irdisches Leben "Wahres" Leben 9
IV.2. Verhältnis Tod ewiges Leben 9
IV.3. Gott unsere Verewigung 9
IV.4. "Ewige, schöpferische Erinnerung" 10
IV.5. "Ewige, schöpferische Anrede" 10
IV.6. Unser individuelles Überleben 11
V. Ewiges Leben durch Jesus Christus 13
VI. Gott alles in allem 15
VII. Kritische Reflexion über Ringlebens
Verständnis zum Thema Gott und das ewige Leben 16
VIII. Literaturverzeichnis 18
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I)Einleitung
Die Frage,was mit dem Menschen nach seinem Tod geschieht, ist so alt wie die Menschheit selbst. Und trotzdem gibt es dafür bisher keine sichere Antwort, obgleich die meisten an eine Art ewiges Überleben der menschlichen Seele zu glauben scheinen. Zu diesem Thema gibt es eine schier endlose Fülle an Auffassungen. Diese Arbeit wird sich jedoch ausschließlich mit dem theologischen Aspekt dieser Frage beschäftigen, so wie es vom Autor des zu behandelnden Texts, Joachim Ringleben, vorgegeben ist. In seinem Text "Gott und das Ewige Leben" kämpft er sich sprichtwörtlich nicht nur durch die Zeilen der Bibel, insbesondere die des Neuen Testaments, sondern auch durch die Literatur großer Philosophen und Theologen wie Boethius, Barth und Luther, um zu einem eigenen Ergebnis zu kommen. Wer bei Ringleben einen gespannten Bogen zwischen religiösem Glauben und wissenschaftlicher Erkenntnis erwartet, den muss ich enttäuschen, da die absolute Voraussetzung zum Verständnis und zur Akzeptanz des Textes ganz klar zum Vorschein kommen. Für Ringleben hängt unser ewiges Leben einzig und allein von Gott ab. Sein Ansatz ist also ein Theozentrischer, seine Argumentation damit ganz von Gott hergeleitet. Dass damit der biblische Gott gemeint ist, verdeutlicht er, indem er im weiteren Verlauf seines Texts christologische Argumente anwendet. Um sich mit den Aussagen seines Texts vollkommen identifizieren zu können, ist also die persönliche Erkenntnis von Nöten, Gott als den Schöpfer, der lebendig alles in allem verkörpert, zu sehen und Jesus Christus als unseren Erretter, der den "neuen Bund" zwischen Gott und Menschheit repräsentiert, mit seinem Tod für die Vergebung unserer Sünden steht und uns somit als wahrer Gott und wahrer Mensch das ewige Leben schenkt und die Auferstehung der Toten zum ewigen Leben ankündigt. Ringleben versucht sich an einer Definition der "Ewigkeit", wobei er beabsichtigt, den Unterschied zu unserem zeitlichen Denken herauszustellen und er ist bemüht, uns nahe zu bringen als was bzw. wie man sich Gottes Leben vorzustellen hat. Nur als Teilhabe des Menschen daran sieht er die Möglichkeit unseres individuellen ewigen Lebens, dem wahren Leben, dass durch unseren Tod eingeleitet wird. Mein Beschluss, Ringlebens Gliederung weitestgehend (abgesehen von einigen wenigen Untergliederungspunkten) zu übernehmen, rechtfertigt sich insofern, als Struktur und Inhalt in seinem Text so eng miteinander verknüpft sind, dass sich das Unterfangen, seinen Argumentationsgang in unabhängiger Strukturierung zu erfassen, meines Erachtens als schwierig wenn nicht gar unmöglich gestaltet.
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II) Tod und Ewigkeit Gleich zu Beginn dieses gleichnamigen Eingangskapitels stellt Ringleben die erste und größte Hürde bei der menschlichen Vorstellung von Ewigkeit und ewigen Lebens wie folgt dar: Der Mensch kommt gewissermaßen an die Grenzen seines Verstandes, weil er sich das ewige Leben entweder als simples "Danach" vorstellt (somit also von unserem zeitlichen Denken ausgeht) oder von einer unsterblichen Seele spricht, die in die Ewigkeit eintaucht, wobei dann Ewigkeit und Zeitlichkeit seperat voneinander und in keinem Bezug zueinander stehen. Unsere Seele würde also - wie sie istschlichtweg überleben, wobei der Aspekt des ganz Neuen laut Ringleben dann nicht mehr zum Tragen käme. Für ihn handelt es sich aber um keine Fortführung der Zeit, sondern um eine Umkehrung derselben. Dementsprechend gleicht unser Leben nach dem Tod auch keinem einfachen Weiterleben, sondern viel mehr einem kompletten "Anderswerden". Der Autor redet davon, dass das "Danach" das "Frühere" überholt und es gewissermaßen in sich "hineinhebt" und integriert. So gesehen geht unser Leben weniger auf sein Ende als auf seinen Anfang zu. Das Ende ist für uns also eine Erneuerung und hält für uns das Ende der Vergänglichkeit bereit anstatt wie ursprünglich gedacht für die pure Vernichtung (von Leben) zu stehen. Die zentrale These ist bei Ringleben jene, dass sich die bereits angesprochene Umkehrung der Kraft mit der Selbstrestitution Gottes (ewiger Lebendigkeit) erklären lässt, einem Gegenstoß, mit dem er seine Macht demonstriert. Er baut sich so gesehen selber auf. Der Tod ist somit ein reiner Wendepunkt (vgl.Ringleben, S.52), an dem das "Vergehen" (gemeint ist natürlich zeitliches Vergehen, nicht etwa ein Verstoß gegen ein Gesetz oder ähnliches) in "reine Gegenwart" mündet. So wie das ewige Leben als Vollendung das "Neue" verkörpert, und trotzdem in Beziehung zum Irdischen steht, so setzt sich die Ewigkeit aus der Summe von Zukunft, Gegenwart und Vergangenheit zusammen. Im Verhältnis der Ewigkeit fließt die Zeit also anders herum (vgl.Ringleben S.52: "[...]gegen ihren natürlichen Sinn [...]"). Dementsprechend ist auch unser neuer, geisthafter Leib schon in diesem Leben existent, wobei aber weniger an ein Überleben der Seele gedacht werden sollte als an die Entstehung der Seele mit dem Attribut der Unsterblichkeit. Ebenso war schließlich auch der auferstandene Jesus Christus zwar der, als den man ihn kannte, nur unsterblich. Um dies zu verdeutlichen verweist Ringleben auf Paulus Vorstellung vom "Entkleidet-und Überkleidetwerden". Nach Ringleben äußert sich unsere Wehrlosigkeit im Bezug auf unsere Vergänglichkeit insbesondere in dem Verfall unseres Körpers, was die Schlussfolgerung zulässt, dass wir unsere Hoffnung/Garantie auf ein ewiges Leben allein in Gottes Hand legen müssen. Den positiven Aspekt
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des Lebens nach dem Tod sieht Ringleben vor allen Dingen in der dortigen schöpferischen Einbeziehung in Gottes eigenes Leben (vgl.Ringleben, S.53:"Sterben [ist] mir ein Gewinn."). Denn Gottes Kraft, die zum Leben erweckt, gleicht für den Autor der Macht göttlichen Lebens, die er auch als Gottes ewige "Dynamis" (griechisch: Kraft) bezeichnet. Die gängige theologische Anschauung zum Thema Eschatologie, die besagt, dass die komplette Zerstörung durch den Tod nach der vorangegangenen Erschaffung erfolgt, worauf dann am Ende die Neuerschaffung unter "optimalen Bedingungen" für immer stattfindet, wird von Ringleben kategorisch abgelehnt, da er den Tod als bloßes Tor (vgl.Ringleben,S.56:"Zugangseröffnung") zum "wahren Leben" sieht. Das "wahre Leben" ist es insofern, als es zum einen in Gott stattfindet und es sich zum anderen um unser bereits gelebtes Leben im "Modus seiner Unsterblichkeit" handelt. Der Tod ist also lediglich Bedingung dafür, dass wir unser zeitlich begrenztes Leben hinter uns lassen und das ewige Leben antreten können. Um es nochmal ganz klar zu stellen: Nach Ringleben leben wir schon im irdischen Leben ewig. Die Ewigkeit setzt sich ja nämlich aus den Zeiten zusammen - also von Schöpfungsbeginn bis Weltende. Für uns in unserem irdischen Leben bedeutet das also, dass sich die Ewigkeit von unserer jetzigen Warte aus gesehen gerade erst selbst konstruiert. Auf der anderen Hand ist die Ewigkeit aber so gesehen auch schon immer da. Sie läuft sich laut Ringlebens Definition sozusagen selber voraus. Wir sind als Menschen also hier schon Teil davon, werden aber erst nach dem Tod die Ewigkeit in allen Facetten kennenlernen können. Ein Sachverhalt bzw. eine Idee, die für mich wie für ihn nur schwer in Worte zu fassen ist, weshalb die Formulierung K.Heims, dem Mensch ginge bei dem Thema schlicht "die Atemluft aus", die Ringleben eingangs zitiert, wohl doch treffender ist, als der Autor zu Beginn vermutet (vgl.Ringleben,S.52).
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Arbeit zitieren:
Karsten Keuchler, 2004, Eine kritische Analyse der Eschatologie von Joachim Ringleben: "Gott und das ewige Leben - Zur theologischen Dimension der Eschatologie", München, GRIN Verlag GmbH
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