INHALTSVERZEICHNIS:
Einführung 2
I. Leben und Werk (Wilhelm Dilthey) 3
II. Über das Verhältnis der Geisteswissenschaft 5
III. Die Geisteswissenschaft und ihre Struktur 7
Literaturverzeichnis 11
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Einführung:
Dilthey geht der Frage nach, ob die Logik der Geisteswissenschaften eine andere ist als die der Naturwissenschaften. Er befürwortet für die Geisteswissenschaften eine eigenen Begründungszusammenhang und versucht die der Geisteswissenschaften eigentümlichen Begriffe und Verfahren herauszuarbeiten.
Durch das "gegenständliche Auffassen", das mit Wahrnehmung und Vorstellung arbeitet, versucht Dilthey der Wirklichkeit auf den Grund zu gehen. Als elementare Denkleistungen, die das in der Gesellschaft Vorgefundene analysieren, werden die Methoden des "Vergleichs", der "Trennung" und der "Abstraktion" erörtert. Diese erste Analysephase leitet das "diskursive Denken" ein. Diese Form des Denkens bedient sich der Sprache und trifft Urteile über den behandelten Gegenstand. Es wird versucht etwas im behandelten Gegenstand Innewohnendes herauszuformulieren. Im Erleben mittels des gegenständlichen Auffassens erschließt sich die Welt, die ein System aus verschiedenen personalen Sinnzusammenhängen ist.
I. Leben und Werk:
Wilhelm Dilthey wurde am 19. November 1833 als Sohn eines Pfarrers in Biebrich am Rhein geboren. Mit Einfluß seines Vaters begann er an der Universität Heidelberg protestantische Theologie zu studieren. Nach zwei Semestern wechselte er sein Studiumsgebiet und konzentrierte sich auf historische sowie auch philosophische Richtungen an der Universität Berlin. Im Jahre 1864 reichte er eine Dissertation über Schleiermacher (De principiis ethices Schleiermacheri) ein. Zwei Jahre später nahm er eine Tätigkeit als Privatdozent in Berlin an. Am 1. Oktober 1911 starb er in Seis am Schlern/Südtirol.
Wilhelm Dilthey zählt als Vater der heutigen geschichtlichen Erkenntnis. Sein Einfluß war bei bestimmten Philosophen wie z.B. Edward Spranger (!882-1963), Theodor Litt (1880-1962), Hans Leisegang (!890 bis 1951), Ernst Troeltsch (1856-1923), Oswald Spengler (1880-1936), sowie auch in einigen Geisteswissenschaften zu spüren.
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Dilthey versuchte die Geisteswissenschaften -gegenüber den Naturwissenschaftensystematisch und methodisch zu begründen. Mit diesem Versuch beabsichtigte er, aus der idealistischen Objektivität der Hegelschen Weltsystematik, eine empirische Objektivität zu entwickeln. Nach seinem Verständnis sollte das Leben aus dem Leben selbst verstanden werden, ohne ein Bedarf an eine höhere Sphäre wie z.B. Metaphysik, die nicht wissenschaftlich endgültige Ergebnisse liefern könnte. Deshalb seien metaphysische Spekulationen abzulehnen. Eine Konfrontation zwischen dem Menschen und der Wirklichkeit ist nicht ohne Einwirkung von historischer Stimmung möglich.
Wie der Mensch sich versteht, hänge von der Geschichte seines Selbstverständnisses ab. "Was der Mensch ist, erfährt er erst durch die Geschichte." Wie die Natur den Naturwissenschaften als Untersuchungsgebiet diente, biete sich die Geschichte den Geisteswissenschaften als niemals auszuschöpfender Erfahrungschatz menschlicher Selbstexperimente an. Mit seinem Grundsatz "Alle Wissenschaft ist Erfahrungswissenschaft" begründet Dilthey eine "Kritik der historischen Vernunft" .
Die Natur- und Geisteswissenschaften verfügen über unterschiedliche vom Menschen selbst hervorgebrachte Erkenntnisverfahren der Wirklichkeit. Das Verhältnis von Erleben, Ausdruck und Verstehen schafft das Verfahren, mit dem der Mensch Gegenstand der Geisteswissenschaften wird.
Für Dilthey ist die Geschichte mehr als nur kausale Geschehnisse in der Vergangenheit; sie ist die Entwicklung des menschlichen Seins und der Selbstinterpretation.
Seine Hauptwerke sind "Leben Schleiermachers" (1870), "Einleitung in die Geisteswissenschaften" (1883), "Ideen über eine beschreibende und zergliedernde Psychologie" (1894), "Das Erlebnis und die Dichtung" (1906), "Der Aufbau der geschichtlichen Welt in den Geisteswissenschaften" (1910) und "Briefwechsel zwischen Wilhelm Dilthey und Graf Paul Yorck von Wartenburg" (hg. 1923), "Von dt. Dichtung und Musik (hg. 1933), Gesammelte Schriften, I-XIX (1914-1985).
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Süreyya Ilkilic, 1995, Allgemeine Sätze über den Zusammenhang der Geisteswissenschaften, Munich, GRIN Publishing GmbH
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