Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 2
2 Objektive und Subjektive Wahrheitstheorien 3
2.1 Subjektive Wahrheitstheorien 3
2.2 Objektive Wahrheitstheorie. 4
2.2.1 Korrespondenztheorie 4
2.2.2 Triviale und Komplexe Sicht der Wahrheit 5
3 Triviale Sicht der Wahrheit. 6
3.1 Wirklichkeit in der trivialen Sicht der Wahrheit. 6
4 Komplexe Sicht der Wahrheit 9
4.1 Semantische Wahrheitstheorie - eine partielle
Definition der Wahrheit 9
4.2 Wahrheitsannäherung 10
5 Fazit 11
Literaturverzeichnis 13
Abstract 14
1
1 Einleitung
„‘Wahrheit‘ ist ein außergewöhnlicher und vielleicht sogar ein ganz einmaliger Begriff.“ 1 . Der Versuch ihn zu definieren war schon in der Antike stark verankert. In den nächsten Jahrhunderten der philosophischen und wissenschaftlichen Geschichte haben sich immer mehr Theoretiker mit dem Begriff und der Suche nach einer vollkommenen, absoluten Wahrheit auseinandergesetzt. Mit permanent neu erschienen Aufsätzen wurden ihr neue Denotationen und Konnotationen auf der Bedeutungsebene zugeschrieben, die den Begriff der Wahrheit immer komplexer erschienen lassen. Janich hat dazu geschrieben: „Die Schwierigkeit, die Frage nach der Wahrheit zu erörtern, besteht nun keineswegs darin, dass es keine Antworten gäbe; sie besteht vielmehr darin, dass es viel zu viele Antworten gibt.“ 2 .
Um mit dem Begriff der Wahrheit wissenschaftlich zu arbeiten, muss man zuerst den Kontext, in dem er schon von anderen Forschern benutzt wurde, deutlich erläutern. Tarski hat das folgendermaßen formuliert: „In den Werken und Diskussionen der Philosophen begegnen wir sehr verschiedenen Konzeptionen der Wahrheit und Falschheit, und wir müssen angeben, welche die Grundlage unserer Diskussion sein soll.“ 3 . Deswegen werde ich in meiner hier vorliegenden Arbeit, die von unterschiedlichen Theoretikern herausgearbeiteten Klassifikationen der Wahrheit darstellen. Auf Basis der Korrespondenztheorie der Wahrheit werde ich versuchen eine Klassifikation der Wahrheit zu entwerfen, die als Kriterium den Einbezug oder die Ausgrenzung der menschlichen Ansicht hat. Die Klassifikation soll die Komplexität des Wahrheitsbegriffes, der in der Relation zur menschlicher Wahrnehmung, Sprache und Wirklichkeit betrachtet werden muss, deutlicher erscheinen lassen. Im weiterem werde ich auch Beispiele nennen, die präsentieren, wie sich die Philosophen Karl Raimund Popper und Alfred Tarski mit dieser Komplexität auseinandergesetzt haben.
1 Franzen (1982): S.14.
2 Janich (1996): S.15.
3 Tarski (1972): S.57.
2
Was in den erstem Kapitel des Hauptteiles folgt, ist die Aufteilung auf objektive und subjektive Wahrheitstheorien, die in dem philosophischen Diskurs bekannt sind. Dabei werde ich erläutern, wieso ich die subjektiven Wahrheitstheorien in meiner weiteren Verfahrensweise nicht berücksichtigen werde.
2 Objektive und Subjektive Wahrheitstheorien
Die erste Unterscheidung, die man zwischen den vielen Wahrheitstheorien aufstellen kann, ist die, die vor allem von Popper explizit beschrieben wurde. Es ist die Gegenüberstellung der objektiven und subjektiven Wahrheitstheorien 4 .
2.1 Subjektive Wahrheitstheorien
Zu den subjektiven Theorien gehören u.a. die Selbst-Evidenz-Theorie, die Unbezweifelbarkeits-Theorie, die Theorie der klaren und deutlichen Wahrnehmung, die Kohärenz-Theorie, die pragmatische Theorie, die Verifizierbarkeits-Theorie und die Konsens-Theorie 5 . „Sie sind subjektiv in dem Sinn, dass sie alle von der grundlegend subjektivistischen Position ausgehen, die die Erkenntnis nur als eine besondere Art eines geistigen Zustandes begreifen kann, als eine Disposition oder eine spezielle Art des Fürwahrhaltens […].“ 6 .
Die von Popper zusammengefasste Definition der subjektiven Wahrheitstheorien impliziert, dass sie nicht als absolut gelten können. „Ein [weiterer] Einwand gegen subjektive Wahrheitstheorien ist der, dass sie alle zum Relativismus führen“ 7 und dementsprechend „[…] unwiderlegbar sind (in dem Sinne, dass sie sich allzu leicht jeder Kritik entziehen können).“ 8 .
4 Vgl. Popper (1994): S.332.
5 Vgl. Musgrave (1993): S.253-254.
6 Popper (1994): S.328.
7 Musgrave (1993): S.257.
8 Popper (1994): S. 331.
3
Deswegen kann man sie, nach Poppers Wissenschaftstheorie 9 , zu den Theorien der Pseudowissenschaft dazuzählen. Aus diesen Gründen haben die subjektiven Wahrheitstheorien keinen Verbesserungspotential und deshalb werde ich sie in meinen weiteren Überlegungen nicht berücksichtigen.
2.2 Objektive Wahrheitstheorie
Mit der objektiven Wahrheitstheorie ist bei Popper die klassische Theorie der Wahrheit, also die Korrespondenztheorie gemeint. Sie geht auf Aristoteles zurück, der sie als erster verfasst hat. Nach ihm hat sie zahlreiche Anhänger gefunden, von denen sie permanent umformuliert, neu erklärt und in neue Kontexte gebracht worden ist. Am einflussreichsten wurde die Korrespondenztheorie durch die linguistischen Theorien modifiziert, die ich in meiner Arbeit noch behandeln werde. Zuerst erläutere ich die Korrespondenztheorie selbst.
2.2.1 Korrespondenztheorie
In der Literatur kann man viele Formulierungen der Korrespondenztheorie finden. Eine von denen lautet:
Wahrheit = Übereinstimmung von Erkenntnis und Wirklichkeit 10
Diese Gleichung ist gleichzeitig eine Formel, in der die Wahrheit von zwei Größen abhängig ist: ‚Erkenntnis‘ und ‚Wirklichkeit‘. Dabei ist ‚Erkenntnis‘ eine Variable, weil sie sich mit jeder menschlichen Sicht verändert. Anders verhält es sich mit „Wirklichkeit“. Anhand der Fragen, mit der sich Musgrave auseinandergesetzt hat 11 , kann ‚Wirklichkeit‘ einerseits constant bleiben, wenn man sie als „die Welt-an-sich“ (anders formuliert „die Welt-wie-sie-unabhängig-von-unserem-sprachlichen-oder-begrifflichen-Schema-ist“) betrachtet.
9 Siehe Popper (1998).
10 Vgl. Franzen (1982): S.35.
11 „Ist es wirklich die Welt, über die uns geling zu sprechen, die Welt-an-sich, die Welt-wie-sie-unabhangig-von-unserem-sprachlichen-oder-begrifflichen-Schema-ist? Oder ist
es nicht vielmehr die Welt-wie-sie-von-uns-in-Kategorien-gefast-wird?“ Musgrave
(1993): S.269.
4
Arbeit zitieren:
Michał Krus, 2009, Absolute Wahrheit - Mythos?, München, GRIN Verlag GmbH
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