Gegenkonditionierung des als erlernt aufgefassten, unangepassten Verhaltens
einzudämmen suchte.
Dem Behaviorismus liegt ein erkenntnistheoretisches Modell zugrunde, das an die
tabula rasa Theorie J. Lockes anknüpft. Die Psychogenese eines Menschen wird im
Behaviorismus lerntheoretisch im Sinne von einfachen Reiz-Reflex Verbindungen als
Herausbildung
<
können. Die Existenz von bedeutungsvollem Angeborenem wird abgelehnt. Damit
eine Person ein wünschenswertes Verhalten hervorbringt, käme es insofern lediglich
auf die Setzung der entsprechenden Reize an, die dann zu den erwünschten Reaktionen
führten. Der dem innewohnende Gedanke, nämlich dass im Grunde jeder alles werden
kann, entsprach natürlich der Idee des
<
auch als amerikanische Psychologie schlechterdings und Hauptrepräsentant dessen,
was die USA im 20. Jahrhundert darstellen galt.
Die subjektive Bedeutungsverleihung aller Gegebenheiten, mithin die geistigen
Einstellungen und Haltungen einer Person, die sich in ihren Handlungen ausdrücken
werden vom Behaviorismus methodisch vollkommen ausgeklammert bzw. ganz
verleugnet. Diese höchst fragwürdige Reduktion des Menschen rein auf das
beobachtbare Verhalten korreliert einerseits mit der Herkunft des Behaviorismus aus
der Tierpsychologie, wo man meinte auf keinerlei mentale Prozesse bei der
Erforschung tierischen Lernens angewiesen zu sein, andererseits mit dem Bestreben,
die Psychologie zu einer exakten Naturwissenschaft zu machen und einem
positivistischen Wissenschaftsideal, das die Methode des Quantifizierens, in diesem
Falle von Erleben und Verhalten zum Totalanspruch erhebt, des weiteren mit der
Intention alle Erscheinungen auf einfachste Mechanismen zurückzuführen. Hiermit
entstand eine die Autonomie des Menschen als Fiktion verwerfende Psychologie ohne
Seele, innerhalb deren die psychische Innenwelt eliminiert, mentale Begriffe wie
Geist, Empfindungen, Gedanken, Gefühle strikt vermieden wurden.
In gewisser Weise führen die Behavioristen den radikalen Zweifel des Descartes an
der Erkenntnis konsequent fort, denn hier wie dort gilt die Grundannahme, dass nur
der Außenstandpunkt, die mathematisch-naturwissenschafliche Methode zu
gesicherten Einsichten über den Menschen führt. Bereits das dualistische Weltbild des
Descartes, die von ihm supponierte Trennung des Körpers, den er als seelenlosen
Arbeit zitieren:
Tobias Fiege, 2005, Was ist behavioristisches Denken?, München, GRIN Verlag GmbH
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