Inhalt:
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1. Einleitung 3
2. Definitionen 4
2.1 Freiheit 4
2.2 Gleichheit 4-5
3. Geschichte Kubas
3.1 Fidel Castro 6-7
3.2 Spezialperiode 7
3.3 Aktuelle Lage 7-8
4. Gesellschaft 9
4.1 Politik 9-10
4.2 Versorgung 10-13
4.3 Pressefreiheit 13-15
4.4 Meinungsfreiheit 15
4.5 Arbeit und Verdienst 15-20
4.6 Religion 20-21
5. Freiheit oder Gleichheit? 22-24
5.1 Kubanisches Temperament 24-26
5.2 Gegenstimmen 26-28
6. Zusammenfassung 29
7. Bibliographie 30-31
2
1. Einleitung
Kuba, als einziges sozialistisches Land in Lateinamerika, ist seit der Machtübernahme durch Fidel Castro im Jahr 1959 und dem Beginn der Revolution immer wieder in den Fokus von politischem Weltinteresse sowie insbesondere von Menschenorganisationen geraten. Die Grundforderungen der von Castro eingeleiteten Revolution lagen in der Erzielung einer nationalen Unabhängigkeit, der Selbstbestimmung und einer sozial nachhaltigen Entwicklung. 1 Die Umsetzung dieser Anstrebungen hatte allerdings unter anderem die systematische Bildung einer geschlossenen und kontrollierten Gesellschaft zur Folge. Schaut man sich einmal die kubanische Flagge an, erkennt man ein rotes, gleichschenkliges Dreieck mit einem weißen fünfzackigen Stern sowie fünf Querstreifen in Blau und Weiß. 2 Das rote Dreieck steht hierbei für die drei Werte Freiheit, Brüderlichkeit und Gleichheit und darüber hinaus für das geflossene Blut im Unabhängigkeitskampf. 3 Doch inwiefern können nun diese drei Grundwerte mit einer vom Staat überwachten Gesellschaft assoziiert werden? Ist es den Kubanern wirklich gewährt, ein freies Leben zu führen mit all den dazugehörigen Aspekten, die allgemein unter Freiheit verstanden werden?
Die Auseinandersetzung mit dieser kritischen Frage soll Hauptgegenstand dieser Hausarbeit sein. Ziel ist es, verschiedene Bereiche des kubanischen Lebens zu betrachten und zu analysieren. Dafür werde ich zu Beginn die Definitionen von Freiheit und Gleichheit kurz anführen, um dann im Folgenden die Lebensweise auf Kuba anhand dieser Begriffserklärungen bewerten zu können. Zudem werde ich versuchen, verschiedene Sichtweisen hinsichtlich dieser Thematik darzustellen. So werde ich zum einen beschreiben, wie die Kubaner selbst ihre derzeitige Situation erleben und meistern und zum anderen darlegen, wie die kritischen Gegenstimmen zum Leben auf dem Inselstaat ausfallen. Was die Bibliographie für die Auseinandersetzung mit dieser hier dargestellten Thematik betrifft, sei anzumerken, dass ich versucht habe, meine ausgearbeiteten Informationen ausschließlich aus Büchern zu beziehen, die in den letzten Jahren herausgegeben worden sind, um ein relativ aktuelles Bild der gesellschaftlichen Lage zu erhalten. Gleiches gilt für meine Internetquellen.
1 Eggenberger-Argote von Grabs, Niklaus. Die gesellschaftliche Entwicklung Kubas zwischen Anspruch und
Wirklichkeit. St.Gallen:Verlag Paul Haupt (2002), S.7
2 www.flaggenlexikon.de
3 ebd.
3
2. Begriffserklärungen
2.1 Freiheit
Der Begriff der Freiheit bezeichnet die Fähigkeit, sich ohne äußerliche Hindernisse oder Einflüsse bewegen, verhalten oder bestimmen zu können. 4 In Freiheit lebt somit der, der unbeschränkt von Hindernissen handeln kann und sich keinen äußeren bedingten Zwängen, auferlegt von Institutionen wie die des Staates, der Gesellschaft oder der Kirche, unterordnen muss. 5 Das wesentliche semantische Merkmal des Begriffes Freiheit ist die Differenz zwischen negativer und positiver Freiheit. 6 Die negative Bestimmung wird in Bezug auf innere oder äußere Hindernisse und Zwänge gewonnen und deckt sich zum großen Teil mit dem Begriff der Handlungsfreiheit. 7 Negative Freiheit würde somit z.B. bedeuten, dass eine Meinung frei geäußert werden darf, ohne Hinderung durch eine Zensur. Durch den positiven Begriff wird dem Handelnden Willens- oder Wahlfreiheit zugeteilt. In Bezug auf die freie Meinungsäußerung würde dies bedeuten, dass ebenso der Zugang zu den Kommunikationsmitteln zur Verfügung stehen muss. Bei der Definition von Freiheit werden allerdings auch Grenzen gesetzt. Die Freiheit ist somit nur in dem Bereich legitim, über den man auch rechtmäßig verfügen darf. Sie endet für den Handelnden genau da, wo sie die Freiheit anderer durch Gewalt und Zwang einschränkt. 8
2.2 Gleichheit
Gleichheit auf die Menschen zu übertragen wäre nicht möglich, da sich jeder in seinen Fähigkeiten, Neigungen und Charaktereigenschaften vom anderen unterscheidet. Im rechtlichen Sinne bedeutet Gleichheit allerdings die Gleichheit vor dem Gesetz. 9 Das Gleichheitsrecht ist aus der naturrechtlichen Idee von der angeborenen und unveräußerlichen Gleichheit des Menschen hervorgegangen. Darauf basierend enthält der allgemeine Gleichheitsartikel nach demokratischem Verständnis spezielle Diskriminierungsverbote aufgrund des Geschlechts, der Abstammung, der Rasse, der Herkunft, der religiösen oder politischen Anschauung sowie der sexuellen Orientierung. 10 Dies kann allerdings je nach den
4 http://www.unesco-phil.uni-bremen.de/Texte%20zur%20Vorlesung/Freiheit-EPh.pdf
5 http://lexikon.meyers.de/meyers/Freiheit
6 http://www.unesco-phil.uni-bremen.de/Texte%20zur%20Vorlesung/Freiheit-EPh.pdf
7 ebd.
8 ebd.
9 http://lexikon.meyers.de/meyers/Gleichheit
10 siehe: Charta der Grundrechte der Europäischen Union, Kapitel III - Gleichheit, Artikel 21
4
vorherrschenden politischen Tendenzen in den Verfassungen der einzelnen Staaten differenziert verankert sein.
5
3. Geschichte Kubas
Um ein besseres Verständnis für die aktuelle Lebenssituation der Kubaner zu erhalten, folgt zunächst ein kurzer Einblick in die Geschichte Kubas beginnend beim Sturz des Diktators Fulgencio Batista im Jahre 1959.
3.1 Fidel Castro
Mit der Eroberung Kubas durch Castros Revolutionäre und der Vertreibung Batistas ins Exil begann auf der Insel ein „tiefgreifender Prozess der gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Umgestaltung.“ 11 Die Einführung einer Landes- und Agrarreform galt dabei als wesentliche Maßnahme für eine steigende Entwicklung innerhalb der Wirtschaft. 12 Dies hatte die Beseitigung allen privaten Grundbesitzes zur Folge, jegliche Betriebe und Unternehmen gehörten fortan dem Staat an. Ziel dabei war es zudem, das Problem der Arbeitslosigkeit sowie der Unterbeschäftigung zu beseitigen. Da die USA vor der Revolution als wichtiger Handelspartner Kubas galt und diese neuen Reformen nun auch ihre Firmen betrafen, versuchten sie durch gezielte politische wie auch militärische Maßnahmen deren Abhängigkeit gegenüber den Vereinigten Staaten deutlich zu machen. 13 Kuba allerdings gewann die damalige UdSSR als wichtigen Wirtschaftspartner und verstärkte seine Beziehungen zu anderen sozialistischen Ländern. 14 Der sogenannte Castroismus setzte sich fortan während der 70er und 80er Jahre durch. 15 Die Kubaner empfanden diese Zeit als goldene Jahre, in denen sie aufgrund der Transformation ein „exzellentes Gesundheits- und Bildungswesen, die neue Rolle der Frau, der Familie und Jugend sowie eine anhaltende kulturelle Kreativität“ erfahren konnten. 16 Durch die neuen Reformen sank die Analphabetismusrate, die der Lebenserwartung sowie der Säuglingssterblichkeit glichen nicht mehr denen eines Entwicklungslandes und darüber hinaus konnte sich Kuba von zuvor noch existierenden Nöten wie Armut und Hunger lösen. 17 1972 wurde Kuba Mitglied des COMECON, der Wirtschaftsgemeinschaft der sozialistischen Staaten, was ihnen zum einen ein Abkommen des Schuldenerlasses und zum anderen wirtschaftliche Zusammenarbeit wie auch technologische Unterstützung gewährte. 18 Das Wirtschaftsmodell in Kuba glich somit stark dem des Ostblockes und durch die Bildung von Gewerkschaften wurde ein „wichtiger
11 http://www.kinderkulturkarawane.de/2005/alas/cubainfo02.htm
12 Zeuske, Michael. Kleine Geschichte Kubas. München:C.H.Beck (2002), S.191
13 Sobisch, Jens. Kulturschock - Cuba. Bielefeld:ReiseKnowHow Verlag (2004), S.38
14 ebd.
15 Zeuske. Kleine Geschichte Kubas. S.199
16 Zeuske. Kleine Geschichte Kubas. S.200
17 ebd.
18 Sobisch. Kulturschock - Cuba. S.41
6
Stabilitätsfaktor“ innerhalb des Inselstaates geschaffen. 19 Die Wiedereinführung von Löhnen nach Leistung, materielle Anreize sowie die Zusicherung eines Arbeitsplatz führten dazu, dass die Unzufriedenheit innerhalb der Bevölkerung nachlies und die Arbeitsmoral der Kubaner enorm verbessert werden konnte. 20 Ein weiterer Schwerpunkt lag in der Erweiterung des politisch-militärischen Apparates, um das Land insbesondere vor Angriffen seitens der USA oder Exilkubanern zu schützen. 21
3.2 Spezialperiode
Die UdSSR unterstützte Kuba nach Kräften, aber in der zweiten Hälfte der 1980er Jahre war das Bruderland wirtschaftlich selbst so stark geschwächt, dass kaum noch Gelder zur Unterstützung flossen. Bis kurz vor dem Zusammenbruch des Ostblockes 1989 wickelte Kuba 87 Prozent seiner Gesamtproduktion mit den sozialistischen Staaten ab, aber mit dem Zerfall folgte der gänzliche Abbruch der Handelsbeziehungen und jeglicher Import von Konsumgütern, Rohstoffen und Grundnahrungsmitteln blieb aus. 22 Das Land steckte in der schwersten Krise aller Zeiten. Aufgrund der folgenden Energie- und Versorgungskrise während dieser „Spezialperiode“ (período especial) mussten Notstandsmaßnahmen getroffen werden. „Castro sah sich gezwungen, ein auf fünf Jahre angelegtes Sparpaket zu schnüren.“ 23 Die Kubaner mussten sich darauf einstellen, dass ihnen fortan nur das Notwendigste zum Überleben zur Verfügung stehen und tägliche Stromausfälle am Tage zur Normalität werden würden. Diese schwere Strukturkrise machte den Kubanern deutlich, dass der erhofften Revolution die „Zukunft abhanden gekommen war“. 24 Trotz dieser Versorgungsengpässe wich Fidel Castro nicht von seinem kommunistischen Weg ab. Lediglich der Einführung neuer wirtschaftlicher Reformen, wie der Zulassung des Dollars als Zahlungsmittel sowie der Erlaubnis der zeitweiligen Auswanderung von Kubanern stimmte er notgedrungen zu. 25
3.3 Aktuelle Lage
In den letzten Jahren verschlechterte sich der Gesundheitszustand von dem heute 81-jährigen Máximo Lider rapide und so sah er sich gezwungen, aufgrund einer Operation am 31.07.2006 seine Macht an seinen Bruder Rául weiterzugeben. 26 Nach vielen Spekulationen berichtete
19 Zeuske. Kleine Geschichte Kubas. S.201
20 ebd.
21 ebd.
22 Sobisch. Kulturschock - Cuba. S.41
23 ebd.
24 Zeuske. Kleine Geschichte Kubas. S.209
25 Sobisch. Kulturschock - Cuba. S.43
26 http://www.zeit.de/online/2008/08/ruecktritt-castro
7
dann die Parteizeitung Granma am 19.02.2008 von Castros vollständigem Rückzug von der Staatsspitze. 27 Nach 49 Jahren einer bewaffneten Revolution verabschiedete er sich vom Präsidentenamt sowie der Armeeführung mit den Worten:
„Mi deseo fue siempre cumplir el deber hasta el ultimo aliento. Es lo que puedo ofrecer. […] Mi deber
elemental no es aferrarme a cargos, ni mucho menos obstruir el paso a personas más jóvenes, sino aportar
experiencias e ideas cuyo modesto valor proviene de la época excepcional que me tocó vivir.” 28
Der Hauptschwerpunkt für Rául Castro besteht nun darin, den „Zusammenbruch des Systems“ 29 zu verhindern, wobei derzeit noch nicht abzusehen ist, welche Art von Politik und Reformen er für die Realisierung dieser Aufgabe wählen wird.
27 http://www.granma.cu/espanol/2008/febrero/mar19/mensaje.html
28 ebd.
29 Sobisch. Kulturschock - Cuba. S.44
8
Arbeit zitieren:
Elisa Kieselmann, 2008, Zwischen Freiheit und Gleichheit , München, GRIN Verlag GmbH
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