Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 1
1. 1
2. Sachanalyse 2
2. 2
3. Didaktische Analyse 4
3. 4
3.2. Stundenziele 5
3.2. 5
3.2.1. Lehrziele 6
3.2.1. 6
3.2.2. Lernziele 6
3.2.2. 6
3.3. Begründung der methodischen Gestaltung 7
3.3. 7
4. Entwicklung der Stundenplanung und Durchführung 9
4. 9
4.1. Vergleich der letztgültigen Stundenplanung zum realen Ablauf 9
4.1. 9
4.2. Kritik und eigene Reflexion 10
4.2. 10
5. Literaturverzeichnis 12
5. 12
6. Anhang 12
6. 12
1
1. Einleitung
Ende des Jahres 2009 arbeitete eine kleine Gruppe angehender Geschichtslehrer der Uni Greifswald an einer Schulpraktischen Übung am Gymnasium G. Sie hatten die Aufgabe, eine 10. Klasse zuerst im Unterricht beobachtend zu begleiten und danach selbst jeweils 45 Minu‐ ten zu unterrichten. Dies erforderte viel Vorbereitungszeit und einige Absprachen mit dem Fachdidaktiker und der zuständigen Lehrerin.
Der Themenkomplex, der behandelt werden sollte, war „Der Weg in den Krieg“, also die Jah‐ re 1933‐1939 in Deutschland. Dieser Weg sollte aus außenpolitischer, wirtschaftlicher, bil‐ dungs‐ und erziehungswissenschaftlicher (ideologischer) Sicht mit den Schülern erarbeitet werden.
Die Aufgabe von mir, Erik Kurzke, sollte es sein, die Erziehung des NS‐Regimes mit Schwer‐ punkt auf den Jugendorganisationen (Hitlerjugend) zu behandeln. Die vorliegende Arbeit zeigt den Weg auf, wie sich Unterrichtsvorbereitungen darstellten, wie die Stunde an sich verlief und weist selbstkritisch auf einige Fehler aber auch positive Aspekte der Stunde hin. Bevor man sich jedoch in den didaktischen Teil der Arbeit vertieft, sollte man einen kurzen Überblick über die Thematik „Jugendorganisationen des Dritten Reichs“ erhalten, um die didaktische Umsetzung und Reflexion überhaupt bewerten zu können. Diese Sachanalyse beschränkt sich auf wesentliche Inhalte, die auch im Unterricht vermittelt werden sollten. Im Anhang befinden sich Unterrichtsmaterialien, sowie der Ablauf mit den Teilzielen und Teiler‐ gebnissen der von mir konzipierten Stunde.
2 2. Sachanalyse
Die Erziehung der Jugend im so genannten Dritten Reich spielte eine große Rolle hinsichtlich der Umsetzung der Pläne und bestimmter Ziele des NS‐Staates. Die Propaganda prägte ab Kindesalter die Jugend, deren Ideale aus der Erziehung zur Volksgemeinschaft, Wehrhaf‐ tigkeit, Aufopferungsbereitschaft und Vorrang von körperlicher Ertüchtigung gegenüber geistiger Bildung bestanden. 1 Doch diese Ideale des NS‐Regimes wurden weniger mittels der Schule im traditionellen Sinne gelehrt. Die nationalsozialistische Erziehung bediente sich der Hitlerjugend (HJ) bzw. dem Bund Deutscher Mädel (BDM) zur Indoktrination ihrer Wer‐ temaßstäbe und politischen Ideologien. Die Schulen existierten zwar nach der Machtergrei‐ fung im Jahre 1933 weiterhin, jedoch bediente man sich hauptsächlich der Jugendorganisa‐ tionen der NSDAP zur Umsetzung der nationalsozialistischen Erziehung. Um den Einfluss die‐ ser Organisationen zu forcieren, wurden bis 1935 sämtliche andere Jugendorganisationen von Verbänden und Kirchen verboten, mit dem „Gesetz über die Hitlerjugend“ vom 01.12.1936 formuliert und manifestiert. 2 Auch waren die Organisationen und Schulen der Erziehungsinstanz der Eltern untergeordnet, sodass das Regime eine totale Erfassung der Jugend inne hatte um diese auch für die militärischen Absichten vorzubereiten. Auf dem zweiten Reichsparteitag der NSDAP am 3./4. Juli 1926 in Weimar wurde die Hitler‐ jugend als nationalsozialistische Jugendorganisation gegründet 3 und wandelte sich im Laufe der Jahre von einer Parteijugend in eine Staatsjugend. 4 Zunächst war die HJ der Obersten Führung der SA unterstellt. Nach dem Verbot der SA 1932 und der späteren Ernennung Bal‐ dur von Schirachs zum Reichsjugendführer und Amtsleiter der NSDAP wurde die HJ der Par‐ tei angegliedert. 5 Mit dem „Gesetz über die Hitlerjugend“ vom Dezember 1936 und durch die Einführung der Jugenddienstpflicht im März 1939 wurde die Mitgliedschaft dieser Orga‐ nisation Pflicht. 6 So steigerte sich die Zahl der Mitglieder von 100.000 (1932) auf 8,7 Millio‐
1 Deutsches Historisches Museum: Jugend im NS‐Regime, unter:
http://www.dhm.de/lemo/html/nazi/alltagsleben/jugend/index.html, eingesehen am 02.03.10.
2 Deutsches Historisches Museum: Jugend im NS‐Regime, eingesehen am 02.03.10.
3 Deutsches Historisches Museum: Die Hitler‐Jugend (HJ), unter:
http://www.dhm.de/lemo/html/nazi/organisationen/jugend/index.html, eingesehen am 02.03.10.
4 Schulz, Kirsten: Hitler‐Jugend (HJ), unter: http://www.bpb.de/themen/QZI9UT,5,0,Glossar.html#art5, einge‐ sehen am 02.03.10.
5 Deutsches Historisches Museum: Die Hitler‐Jugend (HJ), eingesehen am 02.03.10.
6 Schulz, Kirsten: Hitler‐Jugend (HJ), eingesehen am 02.03.10.
3
nen (1939) und nach der Einführung der Zwangsmitgliedschaft auf nahezu alle Jugendlichen des Reiches. 7
Die HJ bestand aus einem konkreten Gliederungssystem, was sich nach Geschlecht und Alter orientierte. Alle 10‐14‐jährigen Jungen unterstanden dem Deutschen Jungvolk (DJ) und alle 14‐18‐jährigen Jungen der „eigentlichen HJ“. Die Bezeichnung Hitlerjugend galt im Allgemei‐ nen für sämtliche Jugendorganisationen, sowohl die der Jungen als auch die der Mädchen, jedoch wurden die 14‐ bis 18‐jährigen Jungen ebenso als Hitlerjugend (Hitlerjungen, seltener auch Kameradschaft) bezeichnet. Die ebenso zur Hitlerjugend gehörenden Mädchenverbän‐ de gliederten sich in ähnlicher Weise nach dem Alter in Jungmädel (JM) und dem Bund Deut‐ scher Mädel (BDM) 8 , wobei 1938 das BDM‐Werk „Glaube und Schönheit“ gegründet wurde, was zusätzlich alle 17‐21‐jährigen Frauen - jedoch auf freiwilliger Basis - beinhaltete, in wel‐ chem sie auf ihre Hausfrau‐ und Mutterrolle vorbereitet wurden. 9 In diesem Organisations‐ und Gliederungssystem wurden die Jugendlichen streng nach dem Führungsprinzip „Jugend wird von Jugend geführt“ geleitet. 10 Sie traten militärisch in Uni‐ formen auf Parademärschen auf und mussten beim Eintritt in die Organisation, sowie beim Vorabend des Geburtstages Adolf Hitlers und auf Reichsparteitagen einen Eid auf Führer und Vaterland leisten. So wurden sie schon von Beginn an auf Gehorsam, Pflichterfüllung, Vater‐ landstreue, Disziplin und Kameradschaft geschult. Hinzu kamen vormilitärische Übungen, Geländespiele, Lagerfahrten, Heimabende, die das HJ‐Leben bestimmten und die vielen Ju‐ gendlichen auch als Anreiz dienten, der Organisation beizutreten (vor der Zwangsmitglied‐ schaft) und ‐ teilweise auch - dem Elternhaus zu entfliehen um mit Gleichaltrigen Unter‐ nehmungen zu machen und Spaß zu haben. Oft wussten viele nicht, welcher Zukunft und welchen Zielen Adolf Hitlers sie sich zu Verfügung stellten.
7 Deutsches Historisches Museum: Die Hitler‐Jugend (HJ), eingesehen am 02.03.10.
8 Schulz, Kirsten: Hitler‐Jugend (HJ), eingesehen am 02.03.10.
9 Deutsches Historisches Museum: Die Hitler‐Jugend (HJ), eingesehen am 02.03.10.
10 Schulz, Kirsten: Hitler‐Jugend (HJ), eingesehen am 02.03.10.
4 3. Didaktische Analyse
3.1. Begründung der Auswahl des Stoffes
Die Behandlung des Themenkomplexes „Erziehung im NS‐Regime“ bedingt, dass man sich mit den Jugendorganisationen, also speziell der Hitlerjugend, befasst. Sie boten eine totale Erfassung der ideologischen Erziehung und verhinderten eine intellektuelle Erziehung durch die Schule. Unter dem Themenkomplex „Der Weg in den Krieg“ ist es wichtig, ein Bewusst‐ sein dafür zu bekommen, wie das NS‐Regime handelte, um das Volk und ihre nachfolgenden Generationen von ihren Zielen und Denkweisen zu „überzeugen“. Ein wesentlicher Bestand‐ teil dieses Handelns liegt schon in der frühkindlichen Erziehung, die sich im Jugendalter fort‐ setzte und deren tragende Säulen blinder Gehorsam, Vaterlandstreue und Pflichterfüllung waren, was eine Indoktrination und eine Vorbereitung für den Kriegsdienst erst ermöglichte. Schüler der zehnten Klasse befinden sich in einem Alter, in dem viele Jugendliche zur Zeit des Dritten Reiches in der Hitlerjugend mitgewirkt hätten. So bieten sich verschiedene Ver‐ gleichsmöglichkeiten der gegenwärtigen Bildung und Erziehung mit der nationalsozialisti‐ schen an. Aus diesen Vergleichen ist es unabdingbar, diese mit den Schülern nicht nur zu vergleichen, sondern auch zu bewerten. So werden nicht nur gegenwärtige Erziehungsziele deutlich, die Schüler bekommen ebenso auch ein Bewusstsein dafür, in welchem gesell‐ schaftlichen Kontext ihre Bildung, ihr Mitwirken, ihr Denken steht und dass sie auch eine gewisse Verantwortung tragen, diese Werte (bspw. Friedens‐ und Demokratieerziehung, Herausbildung von Tugenden, intellektuelle Bildung und Herausbildung der Selbstständigkeit etc.) beizubehalten und an die nächste Generation weiterzugeben. Ein großes Stichwort in der Erziehung des NS‐Regimes ist die Uniformität, nicht nur äußer‐ lich, sondern auch gedanklich sowohl im Sinne des rassistischen Denkens als auch des kame‐ radschaftlichen Zusammenhaltes, also auf verschiedenen Ebenen. Ein Element zur Heraus‐ bildung dieser Uniformität ist die Musik, in den meisten Fällen Lieder mit einer eingängigen Melodie und Rhythmik. Diese beiden musikalischen Komponenten, die dafür sorgen, dass mitgesungen und meistens auch marschiert werden kann, sind die Basis für die inhaltliche Indoktrination, die durch den Text erfolgt. In den Texten werden eben gerade die oben mehrmals beschriebenen Inhalte und Ideale der Nazis deutlich. Diese Erkenntnis ist für die Schüler ebenso wichtig, da sie lernen, die Methoden der Propaganda der Nazis neben rheto‐
Arbeit zitieren:
Erik Kurzke, 2010, Die Erziehung des NS-Regimes mit Schwerpunkt auf den Jugendorganisationen (Hitlerjugend) , München, GRIN Verlag GmbH
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