Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung. 1
2. Tourismus in Thailand 3
3. Probleme des Tourismus in Thailand 6
3.1. Profitorientierte Tourismuspolitik, Raumnutzungskonflikte und Korruption 6
3.2. Wasserversorgung und Abwasserbeseitigung 8
3.3. Müllentsorgung 9
3.4. Sextourismus - die soziale Schattenseite des Tourismus 10
3.4.1. Begriffsdiskussion und die Entwicklung des Sextourismus in Thailand 10
3.4.2. AIDS 12
3.4.3. Kinderprostitution 13
3.4.4. Settings des Sextourismus 14
3.4.5. Eigenschaften deutscher Sextouristen 15
4. Schlussbemerkung 18
5. Quellen- und Literaturverzeichnis 19
5.1. virtuelle Quellen 19
5.2. Sekundärliteratur 19
6. Abbildungsverzeichnis 20
7. Abkürzungsverzeichnis 20
1
1. Einleitung
Diese Einschätzung stammt von einem so genannten deutschen Sextouristen als Einschätzung seiner finanziellen Unterstützung der thailändischen Prostituierten nach dem Tsunami Ende 2004 und gab somit seinem Reisemotiv, in Thailand mit einheimischen Frauen gegen Bezahlung Sex zu haben, einen entwicklungshelfenden Charakter. Moralische Bedenken wegen der Prostitution in Thailand hatte er augenscheinlich nicht. Während nach dem Tsunami 2004 noch einige Leichen am Strand geborgen werden, laufen schon die ersten asiatischen Frauen auf der Suche nach Freiern und Geld der Touristen herum. Thailand ist eines der beliebtesten Destinationen für Prostitutionstouristen (=Sextouristen) geworden und setzt trotz Verboten und gesellschaftlicher Verachtung in vielen Regionen auf genau diesen Wirtschaftszweig. Spezielle Infrastruktur, d.h. Massagesalons angereiht an Go-Go-Bars und anderen Vergnügungseinrichtungen, in so genannten Sextourismuszentren wie Bangkok oder Phuket lassen nicht das Gefühl aufkommen, dass Sextourismus nicht gewollt wäre. Viele Sextouristen haben daher kein schlechtes Gewissen, sondern fühlen sich wie im Paradies und so kann es passieren, dass regelmäßige sexuelle Kontakte freundschaftliche oder Liebesgefühle entstehen lassen und seitens der Touristen längst nicht mehr von Prostitution sondern eher von Hilfe und Unterstützung gesprochen wird.
Die Tatsache, dass in Thailand der Tourismus zu einem der wichtigsten Wirtschaftszweige gehört 2 , ist nicht von der Hand zu weisen. Auch dass viele thailändische Frauen aus verschiedenen finanziellen Motiven und Nöten heraus Prostitution betreiben, ist bittere Realität. Somit ist die finanzielle Unterstützung durch die Sextouristen zwar faktisch gegeben, gibt jedoch genug Zündstoff für eine Diskussion über Werte und Moral. Der Tourismus in Thai-land hat mehrere Dimensionen, sowohl positive als auch negative. Natürlich ist der Tourismus aus Thailands Einnahmen nicht mehr wegzudenken, jedoch sind damit politisch-
1 o.N.: Die Rückkehr der Sextouristen - Tsunami, Armut + Gewalt ¼, unter: http://www.youtube.com/watch?v=4AVwyxSm2X8, eingesehen am 22.11.2009.
2 Reuber, Paul: Probleme des Tourismus in Thailand, in: Geographische Rundschau, Jg. 55, Heft 3, 2003, S. 14- 19, hier S. 14.
2
planerische, soziale und ökologische Probleme verbunden. Mit dem mittlerweile nicht nur für Thailand sondern auch für andere (Entwicklungs-) Länder typischen Sextourismus kommt eine weitere gesundheitliche Dimension (vor allem, aber nicht nur AIDS) dazu. Genau mit diesen Problemen beschäftigt sich diese Arbeit und legt ihren Schwerpunkt daher auf den Sextourismus in Thailand. Bevor jedoch auf die Probleme hingewiesen wird, soll zunächst ein kurzer allgemeiner Überblick über Thailands touristische Entwicklung gezeigt werden. Auch speziell auf die Entwicklung des Sextourismus in Thailand mit den historischen Hintergründen soll kurz eingegangen werden. Um einen kleinen Einblick zu erhalten, wie und wo Bekanntschaften von Sextouristen mit einheimischen Frauen stattfinden und welche Strukturen sich dahinter verbergen, werden hier einige beliebte Settings des Sextourismus, also so genannte Sextourismuszentren vorgestellt. Neben dem Sextourismus werden ebenfalls Kinderprostitution und AIDS als spezielle Problemfelder beschrieben. Im Anschluss daran findet sich ein kleiner Überblick speziell über deutsche Sextouristen, deren Altersverteilung, Ausbildungsgrad und anderer Parameter basierend auf einer Umfrage deutscher Sextouristen von KLEIBER und WILKE Anfang der 90er Jahre. 3
Es kann allgemein nur auf wesentliche Probleme des Tourismus in Thailand hingewiesen werden, wie Müll- und Abwasserentsorgung, Trinkwasseraufbereitungen, Landnutzungskonflikte und Sextourismus, da sonst der Rahmen der Arbeit gesprengt würde. Es handelt sich um eine Referatsverschriftlichung zu einem Vortrag, der im Rahmen des Hauptseminars „Regionale Geographie Süd- und Südostasiens“, geleitet von Martin Hirschnitz-Garbers, am Institut für Geographie und Geologie der Ernst-Moritz-Arndt-Universität im Wintersemester 09/10 gehalten wurde.
3 Kleiber, Dieter/Wilke, Martin: Aids, Sex und Tourismus. Ergebnisse einer Befragung deutscher Urlauber und Sextouristen (Schriftenreihe des Bundesministeriums für Gesundheit, Bd. 33), Baden-Baden 1995.
3
2. Tourismus in Thailand
„Entdecken Sie Thailand! Ein Land, das alles bietet: Auf den Spuren fernöstlicher Kultur können Sie sich an den schönsten Stränden erholen oder sich in das Nachtleben der Großstädte
In dieser Form präsentiert sich Thailand in den Reiseführern: „smooth as silk“ (sanft wie Seide). Die Tourism Authority of Thailand (TAT), Thai Airways und die ausländischen Reiseveranstalter charakterisieren Thailand als eine „touristical imagination“. 5 Ein absolutes Traum-land, wo sich der Tourismus in die Kultur und in den Alltag der Menschen unkompliziert integriert, so hat es den Anschein. Doch wer Thailand und andere Länder Süd- und Südostasiens einmal näher betrachtet, begreift schnell, dass der Tourismus eine unverzichtbare wirtschaftliche Einnahmequelle darstellt, jedoch auch Konsequenzen nach sich zieht, die sich zum Teil verheerend auf die Landschaft und auf die Gesellschaft auswirken. Während diese Nachteile in Thailand sowohl in den Medien als auch in der Politik angeregt diskutiert werden, bleiben solcherlei notwendige Diskussionen in vielen anderen Ländern aus. 6 Thailand verdankt seiner einzigartigen Landschaft und Gastfreundschaft, dem touristischen Angebot (Tauchen, Baden, Trekking, alte Tempelanlagen und Ruinen etc.) und der touristischen Infrastruktur wie Hotels sowie auch wegen den gesellschaftlichen und politischen Problemen der Konkurrenzstaaten im internationalen Fremdenverkehr (und nicht zu vergessen auch der Nachbarstaaten) ein seit Mitte der 1980er Jahre durchschnittlich zweistelliges Wachstum im Tourismussektor (siehe Abb. 01). 7
Nur durch äußere Einflüsse wurde der rasante Anstieg unterbrochen, angefangen bei den Öl-und Weltwirtschaftskrisen von 1976 und 1982, dem Golfkrieg von 1991, der Asienkrise von 1997/1998 sowie den Terroranschlägen des 11. September 2001 und der Tsunamikatastrophe 2004 mit ihren Auswirkungen auf den internationalen Tourismus (siehe Abb. 01).
4 Buschmann, Karl-Heinz: Thailand. Reisen mit Insider-Tips, in: Ranft, Ferdinand: Marco Polo, 7. aktual. Aufl., Ostfildern 1999, S. 5.
5 Reuber, Paul: Probleme des Tourismus in Thailand, S. 14.
6 Reuber, Paul: Probleme des Tourismus in Thailand, S. 14.
7 Libutzki, Oliver: Strukturen und Probleme des Tourismus in Thailand, in: Becker, Christoph u. a. (Hrsgg): Geographie der Freizeit und des Tourismus. Bilanz und Ausblick, 2. Aufl., München 2004, S. 679-690, hier S. 679.
Wie in Abb. 01 und Abb. 02 gut nachzuvollziehen ist, hat Thailand jedoch im Zuge des hohen Bedeutungszuwachses in der Tourismusbranche entsprechend hohe Deviseneinnahmen erzielt, die dazu beigetrugen, dass sich der Staat im Vergleich zu anderen asiatischen Ländern, wie Indonesien oder den Philippinen, schneller von den Krisen erholen konnte. 8 Im touristischen Vergleich steht Thailand an der Spitze Südostasiens mit Erreichung des Schwellenwertes von 10 Mio. Ankünften im Jahr 2001 (siehe Abb. 02). 9
8 Libutzki, Oliver: Strukturen und Probleme des Tourismus in Thailand, S. 679.
9 Reuber, Paul: Probleme des Tourismus in Thailand, S. 14.
Arbeit zitieren:
Erik Kurzke, 2010, Probleme des Tourismus in Thailand, München, GRIN Verlag GmbH
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