und „Respublika Južnogo Krestavon“ von
Brjusov
Studentin : Linda Woog
Pro-Seminar 2 : Russische Moderne
Universität : Universität zu Köln Fakultät : Philosophische Fakultät Institut : Slavisches Institut Studiengang : Regionalstudien Ost- und Mitteleuropa
Ort und Datum : Krefeld, 29. September 2010
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 4
2. Utopie und Totalitäres System 5
2.1 Definition und Geschichte der Utopie. 5
2.1.1 Literarische Definition 5
2.1.2 Geschichte der Utopie 5
2.1.3 Utopie und Anti-Utopie. 6
2.2 Definition Totalitäres System. 6
3. Analyse Zamjatin „My“ 8
3.1 Textwelt und Handlung. 8
3.2 Textanalyse. 9
3.3 Interpretation 11
4. Analyse Brjusov „Respublika Južnogo Krestavon“ 13
4.1 Textwelt und Handlung. 13
4.2 Textanalyse. 14
4.3 Interpretation 16
5. Komparative Darstellung 18
5.1 Aspekte des totalitären Systems. 18
5.2 Politische Ideologie 19
6. Schlussfolgerung 20
Literaturverzeichnis 22
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1. Einleitung
Die Anti-Utopie entstand am Ende des 19. Jahrhunderts. Viele Autoren aus aller Welt haben in ihnen ihre gesellschaftliche Kritik mit negativen Zukunftsvisionen ausgedrückt.
In der folgenden Arbeit werden die beiden Anti-Utopien „My“ von Zamjatin und „Respublika Južnogo Krestavon“ von Brjusov untersucht.
Die beiden Werke werden einzeln analysiert und auf Ihre Darstellung des totalitären Systems in der anti-utopischen Literatur untersucht. Durch die Analysen der Hauptfiguren werden die Auswirkungen des totalitären Staates auf die Individuen geprüft.
Um die Werke in die Gattung der literarischen Anti-Utopie einordnen zu können und Ihre Ausprägungen des Totalitären Systems darzustellen, werden zuerst die Begriffe literarische Utopie, Anti-Utopie und Totalitäres System erläutert und deren Geschichte dargestellt.
Diese Arbeit soll die Kernfragen beantworten: Handelt es sich um ein totalitäres System in den beiden Texten und wie wird es dargestellt? Des Weiteren wird untersucht, ob die Texte die anti-utopischen Merkmale erfüllen. Da der Text von Zamjatin zuerst in Englisch veröffentlicht wurde und da es mir aufgrund meiner noch unzureichenden Russischkenntnissen noch nicht möglich ist mit der russischen Version zu arbeiten, wird in dieser Arbeit aus der englischen Ausgabe zitiert.
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2. Utopie und Totalitäres System
2.1 Definition und Geschichte der Utopie
2.1.1 Literarische Definition
Utopie bezeichnet im Allgemeinen jeden fiktiven Gesellschaftsentwurf. Die literarische Utopie bezeichnet eine Konzeption eines idealen Staates. Einige wichtige gesellschaftliche Merkmale der utopischen Staaten sind Gerechtigkeit, Gewaltfreiheit, Abwesenheit von sozialer Not und Krankheit und die Beherrschung der Natur. Um dies zu erreichen müssen die Gesetze des Staates befolgt werden. 1 Wolfgang Biesterfeld beschreibt verschiedene Merkmale der Utopischen Staaten in der Literatur, die im Folgenden aufgelistet werden, um die beiden Texte auf diese Kriterien hin zu untersuchen. Zum einen die geographische „Isoliertheit“ der Staaten. 2 Es besteht wenig oder kein Kontakt zur Außenwelt, um die Organisation des Staates nicht zu gefährden. Es wird auf Geld verzichtet, meist wird Tauschhandel betrieben. Reisen sind nicht gern gesehen. Es gibt kein Privatleben und Privateigentum, die Freizeit wird reguliert und es besteht eine Pflicht und Recht zur Arbeit. Die Arbeit wird allerdings nicht mit Geld vergütet. Die Kindeserziehung erfolgt außerhalb des Elternhauses und sie ist die Garantie für das weitere Bestehen des utopischen Staates und dessen Ideologie. Die Naturwissenschaft dominiert die Wissenschaft. Die Kleidung ist zweckmäßig und die Meinung der Menschen wird manipuliert. Außerdem wird die Kommunikation verhindert und die Bevölkerung ständig überwacht und kontrolliert. Kultur ordnet sich zu Zwecken des Staates unter und es herrscht eine Zensur. Außerdem ist ein geometrischer Städteaufbau mit Mittelpunkt (z.B. Tempel, Rathaus etc.) typisch. 3
2.1.2 Geschichte der Utopie
Die erste Utopie geht auf Platons Veröffentlichung von „Politeia“ um 374 v. Chr. zurück. 4 Der Beginn der utopischen Literatur der Neuzeit ist in der Renaissance zu finden. Der Begriff findet sich erstmals in dem 1516 in England erschienenen Roman von Thomas Morus, „Utopia“. 5
1 Vgl. Winter, Michael: Utopie. In: Literatur Lexikon. Hg. von Walther Killy. Bd.14: Begriffe,
Realien, Methoden. Hg. v. Volker Meid. München: Bertelsmann Verlag 1993. S. 451f.
2 Vgl. Biesterfeld, Wolfgang: Die literarische Utopie, Stuttgart, 1982, S.16
3 Vgl. Biesterfeld, Wolfgang: Die literarische Utopie, Stuttgart, 1982, S.16-27
4 Vgl. Biesterfeld, Wolfgang: Die literarische Utopie, Stuttgart, 1982, S.30
5 Vgl. Winter, Michael: Utopie. In: Literatur Lexikon. Hg. von Walther Killy. Bd.14: Begriffe,
Realien, Methoden. Hg. v. Volker Meid. München: Bertelsmann Verlag 1993. S. 451f.
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Utopien entstanden meist in Zeiten des gesellschaftlichen Umbruchs und sozialer Instabilität, wie in den untersuchten Werken, die Kriegszeit und die Zeit der Revolutionen in Russland. Die ersten Utopisten haben alle einen positiven Gesellschaftsentwurf kreiert, im Laufe des 20 Jahrhunderts hat sich dieser Entwurf jedoch ins negative entwickelt , es werden erschreckende Bilder der negativen Zukunft dargestellt, und man spricht von positiven und negativen Utopien. Negative Utopien werden auch als Anti-Utopien bezeichnet.
2.1.3 Utopie und Anti-Utopie
Positive Utopien beschreiben den glücklichen Endzustand der Menschheit. Die Anti-Utopie entwirft dagegen keine mustergültige Gesellschaftsordnung, sondern entwickelt ein negatives Bild des sozialen Staates im Bezug zur historischen Realität im negativen Sinne. 6 Es werden zum Bespiel die Bedrohung des Individuums und die Aufgabe der Freiheit zugunsten des Systems beschrieben. Die Anti-Utopie fand Ihre Anfänge Ende des 19. Anfang des 20. Jahrhunderts. Die Anti-Utopien sind vermutlich aufgrund der Zeitumstände der Weltkriege und der staatstotalitären Tendenzen entstanden. Des Weiteren spielte der wissenschaftlich-technische Fortschritt in dieser Zeit eine große Rolle. Alle Anti-Utopien stellen einen möglichen, realitätsnahen Entwurf einer negativen Zukunft dar. 7
Typische Merkmale der literarischen Anti-Utopie sind laut Meyer Isolation und Autarkie und die damit einhergehende Statik des Gemeinwesens, der Individualitätszerstörende Kollektivismus, die terroristische Überwachung, die Manipulation des Geistes und der strikte Arbeitsethos. 8
2.2 Definition Totalitäres System
Im politischen Sprachgebrauch steht ein totalitäres System für eine alles umfassende Herrschaftsstruktur, die keine Grenze zwischen dem öffentlichen und dem privaten Bereich akzeptiert, und darauf ausgerichtet ist, die Gesamtheit des gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Lebens zu reglementieren. 9
6 Vgl. Schulte- Herbrüggen, Hubertus: Utopie und Anti-Utopie. Von der Strukturanalyse zur
Strukturtypologie, Bochum, 1960, S.200
7 Schulte- Herbrüggen, Hubertus: Utopie und Anti-Utopie. Von der Strukturanalyse zur
Strukturtypologie, Bochum, 1960, S.207
8 Meyer, Stephan: Die anti-utopische Tradition : eine ideen- und problemgeschichtliche
Darstellung, Frankfurt am Main,2001, S.35
9 Vgl. Friedrich, Carl Joachim: Totalitäre Diktatur, Stuttgart, 1957, S.185-187
Arbeit zitieren:
Linda Woog, 2010, Die totalitäre Gesellschaft in den Anti-Utopien "My" von Zamjatin und "Republik des Südkreuzes" von Brjusov, München, GRIN Verlag GmbH
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