INHALT
Widmung / Seite 3
Dank / Seite 7
Vorwort / Seite 9
Kein Name ist ideal:
S äbelzahntiger, Säbelzahnkatze,
Dolchzahnkatze / Seite 11
Machairodus :
Die Säbelzahnkatze am Ur-Rhein / Seite 25
Paramachairodus :
Die Dolchzahnkatze am Ur-Rhein / Seite 53
Der Autor / Seite 71
Literatur / Seite 73
Bildquellen / Seite 77
B ücher von Ernst Probst / Seite 79
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Ute Klenk-Kaufmann, Bürgermeisterin, Eppelsheim Dr. Thomas Keller, Landesamt für Denkmalpflege Hessen, Abteilung Archäologische und Paläontologische Denkmalpflege, Schloss Biebrich, Wiesbaden Professor Dr. Jorge Morales, Departemento de Paleobiologia, Museo Nacional de Ciencias Naturales-CSIC, Madrid Heiner Roos, Altbürgermeister, 1. Vorsitzender des Fördervereins Dinotherium-Museum e. V. Eppelsheim Dr. Oliver Sandrock, Hessisches Landesmuseum Darmstadt Professor Dr. Alan Turner, Research Centre in Evolutionary Anthropology School of Natural Sciences and Psychology Liverpool John Moores University, Liverpool
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VORWORT
Säbelzahntiger
am Ur-Rhein
An den Ufern des Ur-Rheins im Miozän vor etwa zehn bis 8,5 Millionen Jahren war die ungefähr löwengroße Säbelzahnkatze Machairodus der „König der Tiere“. Diesen Titel konnten dem imposanten Machairodus allenfalls die kräftigsten Bärenhunde jener Zeit - wie Amphicyon und Agnotherium - streitig machen. Machairodus erreichte ohne Schwanz eine Kopfrumpflänge von etwa zwei Metern, eine Schulterhöhe von rund 1,10 Metern und ein Lebendgewicht von schätzungsweise zwischen 100 und 240 Kilogramm. Ein Zeitgenosse von Machairodus war die nur etwa halb so große Dolchzahnkatze Paramachairodus, die neuerdings Promegantereon heißt. Knochen und Zähne von Machairodus und Paramachairodus hat man in Ablagerungen des Ur-Rheins in Rheinhessen entdeckt. Bekannte Fundorte sind Eppelsheim, Esselborn, der Wissberg bei Gau-Weinheim und Dorn-Dürkheim. Über diese Raubkatzen informiert das Taschenbuch „Säbelzahntiger am Ur-Rhein“ des Wiesbadener Wissenschaftsautors Ernst Probst. Aus seiner Feder stammen auch die Taschenbücher „Re-korde der Urzeit. Landschaften, Pflanzen und Tiere“, „Der Ur-Rhein. Rheinhessen vor zehn Millionen Jahren“, „Säbelzahnkatzen. Von Machairodus bis zu Smilodon“ und „Der Rhein-Elefant. Das Schreckenstier von Eppelsheim“.
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Kein Name ist ideal:
Säbelzahntiger, Säbelzahnkatze,
Dolchzahnkatze
Gleich vorweg: Die Namen Säbelzahntiger, Säbelzahnkatze und Dolchzahnkatze sind allesamt mehr oder minder problematisch. Der vor allem gerne von Laien, aber auch von manchen Wissenschaftlern verwendete Ausdruck Säbelzahntiger weckt vielleicht die falsche Vorstellung, dieses Tier sei eng mit dem heutigen Tiger verwandt und immer so groß wie dieser. Auch der etwas modernere Begriff Säbelzahnkatze ist unzutreffend, weil die Eckzähne (Fangzähne) bei den verschiedenen Formen dieser Raubtiere nicht haargenau wie ein Säbel aussehen. Zudem klingt der Wortteil „katze“ bei einem bis zu tigergroßen Tier zumindest für Laien etwas merkwürdig.
Nicht nur auf Gegenliebe stößt die Aufsplitterung in Säbelzahnkatzen (englisch: saber-toothed cats, scimitar-toothed cats oder scimitar cats) und Dolchzahnkatzen (englisch: dirktoothed cats). Säbelzahnkatzen heißen - dieser Einteilung zufolge - nur schlanke Gattungen wie Machairodus und Homotherium mit verhältnismäßig langen Beinen sowie kürzeren, breiteren, stark gebogenen, krummsäbelartigen Eckzähnen. Dolchzahnkatzen wie die Gattungen Megantereon und Smilodon dagegen waren eher robust gebaut, besaßen kurze und kräftige Beine, einen gestreckten Körper und trugen längere und schmalere Eckzähne. Verwirrend ist aber, dass die 1999 beschriebene neue Gattung Xenosmilus sowohl Merkmale von Säbelzahnkatzen als auch von Dolchzahnkatzen in sich vereint. Überdies können viele Laien mit dem Begriff Dolchzahnkatzen wenig anfangen, weil ihnen seit lan-
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Amerikanischer Zoologe Theodore Gill (1837-1914)
Dinofelis auf einer
Zeichnung des japanischen Künstlers Shuhei Tamura aus Kanagawa
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ger Zeit nur die Namen Säbelzahntiger oder Säbelzahnkatze vertraut sind.
In der wissenschaftlichen Systematik gehören die Säbelzahnkatzen und Dolchzahnkatzen zu den Höheren Säugetieren (Eutheria), Raubtieren (Carnivora), Katzenartigen (Feloidea), Katzen (Felidae) und Säbelzahnkatzen (Machairodontinae). Der amerikanische Zoologe Theodore Gill (1837-1914) hat die Unterfamilie der Machairodontinae 1872 erstmals beschrieben.
Echte Säbelzahnkatzen existierten vom Mittelmiozän vor etwa 15 Millionen Jahren bis zum Ende des Eiszeitalters (Pleistozän) vor etwa 11.700 Jahren. Wenn in der Literatur noch ältere Säbelzahnkatzen erwähnt werden, handelt es sich dabei um Formen, die man heute als falsche Säbelzahnkatzen oder Scheinsäbelzahnkatzen bezeichnet. Zähne und Knochen von Säbelzahnkatzen und Dolchzahnkatzen hat man in Nordamerika, Südamerika, Asien, Europa und Afrika entdeckt. Auch in Deutschland wurden Reste von Säbelzahnkatzen und Dolchzahnkatzen geborgen. Nur aus Australien liegen keine Funde vor. Die Säbelzahnkatzen und Dolchzahnkatzen werden in der Literatur oft in drei Stämme (Tribus) aufgeteilt: Metailurini, Homotheriini und Smilodontini. Zu den Metailurini gehören folgende Gattungen: Metailurus: Miozän in Europa und Asien Adelphailurus: Miozän in Nordamerika Dinofelis: Pliozän und Pleistozän in Afrika, Europa (Frankreich), Asien und Nordamerika
Ein Teil der Wissenschaftler rechnet die Metailurini heute nicht mehr zu den Säbelzahnkatzen (Machairodontinae), sondern zu den Kleinkatzen (Felinae). Zu den Homotheriini (saber-toothed cats, scimitar-cats) gehören folgende Gattungen:
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Rekonstruktion der Säbelzahnkatze Machairodus aus dem Miozän von 1902
Rekonstruktion der Dolchzahnkatze Smilodon von Charles Robert Knight (1874-1953) von 1905
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Machairodus: Miozän und Pliozän in Europa, Asien, Afrika und Nordamerika
Xenosmilus: unterstes Pleistozän in Nordamerika Homotherium: frühes Pliozän bis spätestes Pleistozän in Europa, Asien, Afrika, Nordamerika und neuerdings auch Südamerika
Zu den Smilodontini (dirk-toothed cats) zählen folgende Gattungen:
Paramachairodus: mittleres bis oberes Miozän in Europa und Asien
Megantereon: Pliozän bis Mittelpleistozän in Europa, Asien, Afrika, Nordamerika
Smilodon: oberes Pliozän bis oberstes Pleistozän in Nord-und Südamerika
In Kino- oder Fernsehfilmen werden Säbelzahnkatzen bzw. Dolchzahnkatzen oft als sehr große und furchterregende Raubtiere dargestellt. Tatsächlich besaßen nur wenige Arten ungefähr die Größe eines heutigen Löwen (Panthera leo) mit einer Höhe von einem Meter und einer Gesamtlänge bis zu 2,80 Metern oder vielleicht sogar eines Sibirischen Tigers (Panthera tigris altaica) mit einer Höhe bis zu einem Meter und einer Gesamtlänge bis zu drei Metern. Imposante Maße hatten die Säbelzahnkatzen Machairodus giganteus (ca. 2,50 Meter Gesamtlänge, 1,20 Meter Schulterhöhe) und Homotherium crenatidens (mehr als zwei Meter Gesamtlänge, 1,10 Meter Schulterhöhe) sowie die Dolchzahnkatze Smilodon populator (etwa 2,40 Meter Gesamtlänge, 1,20 Meter Schulterhöhe), die in älterer Literatur oft als größte Art der Säbelzahntiger bezeichnet wird. Viele andere Arten waren kleiner als ein Leopard (Panthera pardus), der mit Schwanz bis zu 2,30 Meter lang ist, oder ein Ozelot (Leopardus pardalis), der insgesamt bis zu 1,45 Meter lang wird.
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Arbeit zitieren:
Ernst Probst, 2010, Säbelzahntiger am Ur-Rhein, München, GRIN Verlag GmbH
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DOI
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