Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung. 3
2. Hauptteil. 4
2.1. Verschiedene Parodiebegriffe und Formen der Parodie. 4
2.2. Parodie in Ubu Roi 5
2.2.1. Dramaturgische Parodie. 6
2.2.2. Szenenparodie 7
2.2.3. Motivparodie 9
2.2.4. Sprachparodie. 10
3. Fazit 12
4. Literaturverzeichnis. 13
2
1. Einleitung
Alfred Jarry wurde am 8. September 1873 in der Bretagne Frankreichs in eine Familie des gehobenen Kleinbürgertums hineingeboren. Er durchlief die normale Schullaubahn und legte ein sehr gutes Abitur ab. Während seiner Schulzeit entstand bereits der Vorläufer seines Werkes Ubu Roi. Sein Vorhaben an der ‚Ecole Normale Supérieure‘ angenommen zu werden, scheiterte, woraufhin Jarry sich wieder vermehrt dem Schreiben und dem Theater zu wand. Er wurde Schriftsteller und 1896 schließlich auch ‚Secrétaire-régisseur‘ am ‚Théatre de l’Œuvre‘. Hier fand am 10. Dezember 1896 auch die Uraufführung seines Stückes Ubu Roi statt, die nach dem Eröffnungsausruf „Merdre!“ aufgrund von Tumulten im Publikum unterbrochen werden musste. Durch die wachsende Nichtbeachtung seiner Werke wurde Jarry nach und nach zum Außenseiter und begann sich in seiner Art und seinen Bewegungen immer mehr seinem Protagonisten Père Ubu anzunähern. 1 Die wahre Bedeutung seiner Werke wurde erst viel später deutlich, als klar war, dass Ubu Roi den Vorläufer zum absurden Theater darstellte und Jarry damit eine neue Form des Theaters begründete. 2 Da Jarrys Stück heute eine besondere Rolle zugemessen wird, wurde es auch immer wieder nach verschiedenen Aspekten untersucht und diskutiert. Diese Arbeit wird besonders auf die parodistischen Elemente eingehen, die in dem oben genannten Werk zu Haufe zu finden sind.
Um eine Grundlage zu schaffen, wird als aller erstes erklärt, worum genau es sich bei dem Begriff ‚Parodie‘ handelt und welche Schwierigkeiten es bei der Deutung geben kann. Desweiteren wird erläutert, welche verschiedene Formen von Parodie es geben kann und in welchem Maße diese verschiedenen Formen in Ubu Roi wiederzuerkennen sind. Besonders eingegangen wird hier auf die dramaturgische Parodie, die Szenenparodie, die Motivparodie sowie die Sprachparodie. Die Arbeit endet mit einer kurzen Zusammenfassung des Hauptteils sowie mit einem Verzeichnis der verwendeten Literatur.
1 Vgl. Jürgen Grimm: Das avantgardistische Theater Frankreichs 1895-1939. München: Beck 1982. S. 42.
2 Französische Literaturgeschichte. Hrsg. Von Jürgen Grimm. Stuttgart:2006. S.320.
3
Zu Beginn soll geklärt werden, um welchen Parodiebegriff es sich in dieser Arbeit handelt.
Parodie [grch., „Nebengesang“, „Gegengesang“ ], 1. Literatur: eine Darstellungsweise, die ein als bekannt vorausgesetztes Werk durch Entstellung oder Verformung des Inhalts, aber unter Beibehaltung der Form lächerlich macht. Gewöhnlich wird ein ernster oder erhabener Inhalt durch einen banalen oder komischen ersetzt. Der Effekt einer P. ist umso größer, je weiter Form u. Inhalt auseinanderklaffen. Die literar. P. ist bes. häufig, wenn eine vorherrschende Dichtungsgattung sich erschöpft hat; z.B. gab es im 18.Jh. zahlreiche P.n auf die klass. französ. Tragödie. - Bedeutende Verfasser von P.n im 20.Jh. sind R.Neumann u. F. Torberg.
2. Musik: die umformende Nachahmung einer Komposition, bei der musikal. Substanz des parodierten Werkes erkennbar erhalten bleibt […] 3
Bis heute ist der Begriff der Parodie noch nicht eindeutig definiert, was auf seinen etymologischen Ursprung zurückgeht. ‚Parōdía‘ stammt ursprünglich aus dem Griechischen der Antike und hat zum einen die Bedeutung ‚Nebengesang‘ oder ‚Gegengesang‘ und kann damit eine ernsthafte Nachahmung (von Theodor Verweyen auch „parodia seria“ 4 genannt) bezeichnen. Die zweite und heute gebräuchlichere Bedeutung umfasst jedoch die, meist mit Komik und Zuspitzung arbeitende, Verballhornung bereits bekannter Werke. Dies geschieht oft durch geringfügige Änderungen oder auch Abwetungen eines Originals, wobei jedoch sehr typische Elemente beibehalten werden. Diese Form der komischen Parodie (von Theodor Verweyen auch „parodia iocosa“ 5 genannt) beschränkt sich heutzutage jedoch in keinster Weise mehr nur auf Literatur. Man findet sie auch in weiteren Bereichen wie etwa der Musik, dem Kino und Fernsehen oder der Bildenden Kunst. Deshalb ist die Parodie auch nicht als eigene Gattung zu bezeichnen. Vielmehr ist sie ein Stilbegriff, der sich durch viele Bereiche unseres alltäglichen Lebens ziehen kann und sich in verschiedenen Gattungen realisieren lässt. Für den Begriff der Parodie kennen wir in unserem Sprachgebrauch einige Synonyme, wie z.B.: Satire, Karikatur, Persiflage, Zerrbild, oder Travestie. 6 Bei der in Alfred Jarrys Ubu Roi auftauchenden Form der Parodie handelt es sich weitestgehend um die parodia iocosa.
3 [Art.] Parodie. In: Bertelsmann Universal Lexikon in 20 Bänden. Hrsg. Von Wolf-Eckhard Gudemann Bd.13. Gütersloh: Bertelsmann Lexikon 1994. S.278.
4 Theodor Verweyen: Theorie und Geschichte der Parodie. http://www.erlangerliste.de/vorlesung/parodie_1.html (25.08.2010).
5 Ebd.
6 Vgl. Theodor Verweyen: Erlanger Liste: Lenore fuhr ums Morgenrot/Einführung. http://www.erlangerliste.de/parodie/leneinf.html (25.08.2010).
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Arbeit zitieren:
Katharina Hock, 2010, Die Formen der Parodie in "Ubu Roi" von Alfred Jarry, München, GRIN Verlag GmbH
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