Abbildungs- und Abkürzungsverzeichnis 3
A. Abbildungsverzeichnis
Abb. 1: Gliederung der Kostenarten nach Zurechenbarkeit und Veränderlichkeit Abb. 2: Systematisierung und Entwicklungsrichtungen der Kostenrechnungssysteme Abb. 3: Aufbau des Betriebsabrechnungsbogens Abb. 4: Leistungsverflechtungstypen Abb. 5: Verfahren der innerbetrieblichen Leistungsverrechnung Abb. 6: Beispiele für Mengen- und Wertschlüssel Abb. 7: Beispiele für direkte Schlüsselgrößen einiger Kostenstellen Abb. 8: Häufig verwendete Verteilungsschlüssel Abb. 9: Ablaufschema zur Bezugsgrößenwahl
B. Abkürzungsverzeichnis
Abb. Abbildung aktual. aktualisierte BAB Betriebsabrechnungsbogen bearb. bearbeitete bzgl. bezüglich d.h. das heißt Diss. Dissertation erweit. erweiterte et al. et alii f. folgende ff. fortfolgende i.d.R. in der Regel i.e.S. im engeren Sinn lt. laut neubearb. neubearbeitete S. Seite Sp. Spalte überarb. überarbeitete vgl. vergleiche vollst. vollständig
Inhaltsverzeichnis 4
Inhaltsverzeichnis
A. Abbildungsverzeichnis 3
B. Abkürzungsverzeichnis 3
1. Einleitung 5
1.1 Problemstellung 5
1.2 Zielsetzung 7
1.3 Aufbau 7
2. Kosten- und Leistungstheoretischer Rahmen der
innerbetrieblichen Leistungsverrechnung 8
2.1 Aufgaben der Kosten- und Leistungsrechnung 8
2.2 Grundbegriffe der Kosten- und Leistungsrechnung 9
2.2.1 Der Leistungsbegriff und die Leistungskategorien 9
2.2.2 Der Kostenbegriff und die Kostenkategorien 10
2.3 Struktur der Kosten- und Leistungsrechnung 11
2.4 Systeme der Kosten- und Leistungsrechnung 13
2.5 Zeitbezug der Kosten- und Leistungsrechnung 14
3. Die innerbetriebliche Leistungsverrechnung 16
3.1 Ziele der innerbetrieblichen Leistungsverrechnung 16
3.2 Voraussetzungen und Vorbereitungen
f ür die innerbetriebliche Leistungsverrechnung 17
3.2.1 Die Bildung von Kostenstellen 17
3.2.2 Die Analyse der Leistungsverflechtungen 19
3.2.3 Die Analyse der innerbetrieblichen Leistungen
nach Art, Messbarkeit und Abgrenzbarkeit 21
3.2.4 Weitere Einflussfaktoren auf die Art
der innerbetrieblichen Leistungsverrechnung 22
3.3 Problematik der innerbetrieblichen Leistungsverrechnung 23
3.4 Verfahren der innerbetrieblichen Leistungsverrechnung 23
3.4.1 Abgrenzung zwischen den Verfahren
der innerbetrieblichen Leistungsverrechnung 23
3.4.2 Das Einzelkostenverfahren 24
3.4.3 Das Kostenstellenumlageverfahren 26
3.4.4 Das Kostenstellenausgleichsverfahren 27
3.5 Der Betriebsabrechnungsbogen als Instrument zur praktischen Durchführung
der innerbetrieblichen Leistungsverrechnung 28
4. Verteilungsschlüssel in der Kostenstellenrechnung 30
4.1 Definition von Verteilungsschlüsseln 30
4.2 Problematik der Gemeinkostenschlüsselung 31
4.3 Arten von Verteilungsschlüsseln 33
4.4 Kostenzurechnungsprinzipien 36
4.5 Verfahren zur Bestimmung geeigneter Verteilungsschlüssel 38
4.6 Kalkulation durch Verteilungsschlüssel 41
4.7 Kritik an der Gemeinkostenschlüsselung 42
5. Fazit 44
C. Abbildungen 46
D Literaturverzeichnis 51
Einleitung
1. Einleitung
1.1 Problemstellung
Controller können in Unternehmen ihre wesentlichen Controllingfunktionen nur dann erfüllen, wenn ihnen die Möglichkeit gegeben wird, auf ein Zahlenhandwerk zurückzugreifen, 1 welches die Abläufe im Unternehmen realitätsnah abbildet. Dieses Zahlenwerk wird mit Hilfe des Instruments der Kosten- und Leistungsrechnung im Rahmen des internen Rechnungswesens 2 erzeugt und dient dem Controlling und dem Management als Informationslieferant für die betriebliche Planung und Kontrolle. 3 Der Fokus der Kosten- und Leistungsrechnung liegt dabei in den mengen- und wertmäßigen Analysen der Faktorverbräuche und der innerbetrieblichen Prozesse der Leistungserstellung im Unternehmen. 4 Innerbetriebliche Leistungen zeichnen sich dadurch aus, dass sie auf keinen externen Empfänger, sondern auf einen oder mehrere interne Abnehmer abzielen und dort verbraucht werden. 5 Diese innerbetrieblichen Leistungen können unterschiedlich stark miteinander verflochten sein, 6 nehmen aber aufgrund „der ständig steigenden Bedeutung des internen Güter- und Leistungsaustausches in großen und mittleren, dezentral geführten Unternehmungen“ 7 vor allem bei internationalen Unternehmen eher an Komplexität zu als ab. Durch Verfahren der innerbetrieblichen Leistungsverrechnung wird versucht, die im Unternehmen erstellten internen Leistungen den Leistungsempfängern verursachungsgerecht als Kosten anzulasten, während diese bei der leistenden Stelle entlastet werden. 8 Dies dient zum einen, bei der anschließenden Weiterverrechnung auf die Kostenträger, der Selbstkostenbestimmung der Endprodukte, die das Unternehmen am externen Markt anbietet, und zum zweiten einer nachfolgend durchzuführenden, wirksamen Kostenkontrolle, in dem Sinne, dass effiziente und ineffiziente Leistungsbereiche des Unternehmens sichtbar gemacht werden können. 9 Bei der Verrechnung von innerbetrieblichen Leistungen werden aufgrund des fehlenden Marktbezugs interne kalkulatorische Verrechnungspreise gebildet,
1 Vgl. Horváth, P. (2009), S. 125
2 Auch „Management Accounting“ oder „Betriebsbuchhaltung“ genannt, hierzu vgl. Horváth, P. (2009), S. 123; Fandel, G. et al. (2009), S. 1
3 Vgl. Küpper, H.-U. (2008), S. 25 f., S. 551
4 Vgl. Fandel, G. et al. (2009), S. 1 f.
5 Vgl. Kilger, W. (1976), S. 15
6 Vgl. Hummel, S./ Männel, W. (1986), S. 211
7 Weilenmann, P. (1994), S. 119
8 Vgl. Fandel, G. et al. (2009), S. 134
9 Vgl. Fandel, G. et al. (2009), S. 124 ff.
Einleitung 6
welche die internen Leistungstransaktionen ähnlich gut lenken sollen wie frei gehandelte Preise die Handelsbeziehungen auf dem externen Markt bestimmen, 10 um mit Hilfe des Preisansatzes die innerbetrieblichen Leistungsströme zu optimieren. 11 Verrechnungspreise liefern dadurch einen Ansatz zur Koordination zwischen den unterschiedlichen Bereichen des Unternehmens, 12 welches eines der Hauptaufgaben des Controllings darstellt. 13 Während die Verrechnung von internen materiellen Leistungen, sogenannten Sachleistungen „in Theorie abgebildet und in der Praxis teilweise auch umgesetzt werden konnte“ 14 , bestehen vor allem bei der Verrechnung von Dienstleistungen erhebliche Probleme der Bewertung dieser Leistungen, da diese sich häufig durch eine überwiegende Immaterialität auszeichnen. 15 Es besteht hier häufig das Problem der nicht verursachungsgerechten Zurechenbarkeit innerbetrieblicher Leistungen:
Dies kann zum einen daran liegen, dass die Leistungen nicht messbar und dadurch schwierig zu bewerten sind oder dass sie „zwar physisch messbar“ 16 sind, allerdings von allen oder mehreren Bereichen im Unternehmen abgenommen werden (unabhängig davon ob freiwillig oder unfreiwillig) í und dabei nicht einzeln analysiert werden kann, wer genau wie viel dieser Leistungen in Anspruch genommen hat. 17 Hier liegt das Problem sogenannter echter Gemeinkosten vor.
Zum zweiten wird in bestimmten Fällen aufgrund wirtschaftlicher Gründe auf die verursachungsgerechte Verteilung dieser Leistungen in Kostengrößen verzichtet, wenn die Kosten für die genaue Ermittlung der Inanspruchnahme dieser Leistungen höher sind als der Nutzen aus der genauen Berechnung der Verteilung dieser Leistungen. 18 Hier liegen dann unechte Gemeinkosten vor.
Auch in Fällen von direkt zurechenbaren innerbetrieblichen Leistungen besteht das Problem der Bewertung dieser Leistungen, weil diese nur selten zwischen Bereichen eines Unternehmens auf monetärer Grundlage gehandelt werden. Während diese Leistungen allerdings einzelverrechnet werden können, besteht bei den nicht messbar und/oder nicht einzeln abgrenzbaren Leistungen das Problem der Verteilung der entstandenen Kosten dieser Leistungen auf die unterschiedlichen Bereiche des Unternehmens, solange diese angefallenen Kosten berücksichtigt werden sollen.
10 Vgl. Scherz, E. (1998), S. 114 f.
11 Vgl. Scherz, E. (1998), S. 7
12 Vgl. Küpper, H.-U. (2008), S. 427
13 Vgl. Küpper, H.-U. (2008), S. 44
14 Scherz, E. (1998), S. 13
15 Vgl. Scherz, E. (1998), S. 83
16 Hummel, S./ Männel, W. (1986), S. 215
17 Vgl. Hummel, S./ Männel, W. (1986), S. 215 f.
18 Vgl. Hummel, S./ Männel, W. (1986), S. 216
Einleitung 7
In diesen Fällen müssen sowohl im Rahmen der Vollkostenrechnung als auch bei Teilkostenrechnungen, welche variable Gemeinkosten verrechnen, 19 Leistungen über Verteilungsschlüssel, die als Bewertungsgrundlage dienen, auf Kostenstellen und Kostenträger verrechnet werden. 20 Es müssen Zurechnungsprinzipien gefunden werden, welche die Auswahl von Schlüsseln bei der Verrechnung innerbetrieblicher Leistungen methodisch nachvollziehbar machen. 21 Der steigende Anteil von Gemeinkosten im Verhältnis zu Einzelkosten in Unternehmen 22 zeigt die Aktualität dieses Problemfeldes und zwingt Controller und Manager zu einer intensiven Auseinandersetzung mit diesem Thema.
1.2 Zielsetzung
Das Ziel der vorliegenden Arbeit besteht darin, dem Leser die Probleme und Möglichkeiten der innerbetrieblichen Leistungsverrechnung im Rahmen der Kosten- und Leistungsrechnung zu vermitteln. Dazu sollen die Unterschiede der verschiedenen Verfahren der innerbetrieblichen Leistungsverrechnung herausgearbeitet werden. Die besondere Problematik der Verteilung von nicht zurechenbaren Gemeinkosten in diesem Verfahren liegt dabei im Fokus der Betrachtung. Diesbezüglich sollen theoretisch fundierte Entscheidungshilfen für die Auswahl geeigneter Verteilungsschlüssel für das praktische Rechnungswesen und Controlling plausibel dargelegt werden.
1.3 Aufbau
Im zweiten Kapitel werden zunächst die wichtigsten Begriffe und Systeme der Kosten- und Leistungsrechnung vorgestellt. Das dritte Kapitel beschäftigt sich mit den Vorbereitungen, den Voraussetzungen sowie den unterschiedlichen Verfahren der innerbetrieblichen Leistungsverrechnung im Rahmen der Kostenstellenrechnung. Verteilungsschlüssel als Bewer-tungsgrundlage für die Verrechnung innerbetrieblicher Leistungen werden im vierten Kapitel diskutiert. Der Verfasser schließt die vorliegende Arbeit anschließend mit einem Fazit im fünften Kapitel ab.
19 Häufig wird das Problem der Gemeinkostenschlüsselung nur im Rahmen von Vollkostenrechnungen behandelt, während z.B. bei der Grenzkostenrechnung ebenfalls geschlüsselt wird, da variable Gemeinkosten verrechnet werden. Hierzu vgl. Koch, H. (1966), S. 64-66
20 Vgl. Kloock, J. et al. (2005), S. 126
21 Vgl. Fandel, G. et al. (2009), S. 37 f.
22 Vgl. Horváth, P. (2009), S. 232
Kosten- und Leistungstheoretischer Rahmen der innerbetrieblichen Leistungsverrechnung
2. Kosten- und Leistungstheoretischer Rahmen
der innerbetrieblichen Leistungsverrechnung
2.1 Aufgaben der Kosten- und Leistungsrechnung
„Die Kosten- und Leistungsrechnung ist Bestandteil des internen Rechnungswesen,... sie berichtet über den innerbetrieblichen Kombinationsprozeß“ 23 Sie 24 ist eine kalkulatorische, freiwillig durchgeführte, vorwiegend kurzfristige und regelmäßig erstellte Erfolgsrechnung, welche die im Unternehmen stattfindenden Produktionsfaktorverbräuche den her-vorgebrachten Leistungen gegenüberstellt. 25 Leistungen und Kosten müssen wertmäßig in Geldgrößen bewertet werden, um sie vergleichen zu können. 26
Lt. Horváth, P. (2009) konzentrieren sich die in der Literatur diskutierten Aufgaben der Kosten- und Leistungsrechnung im Wesentlichen auf drei Gebiete:
- „Ermittlung, Prognose, Vorgabe und Kontrolle des bewerteten Güterverbrauchs (Kosten),
- Ermittlung, Prognose, Vorgabe und Kontrolle der bewerteten Güterentstehung (Leistungen),
- Ermittlung, Prognose, Vorgabe und Kontrolle des Betriebserfolgs“ 27
Fandel, G. et al. (2009) unterscheiden zwei Hauptaufgabenkategorien der Kosten- und Leistungsrechnung, nämlich die Aufgabe der Dokumentation und die der Kontrolle der Wirtschaftlichkeit der Leistungserstellung. 28 Im Bezug auf die Problemstellung der innerbetrieblichen Leistungsverrechnung sind speziell diese beiden Aufgaben für das Controlling und Rechnungswesen von großer Bedeutung, wenn sie ihre Funktion als Informati-onsversorger gegenüber dem Management erfüllen möchten. Unterschiedliche Entscheidungen bzgl. der Verteilungsschlüssel im innerbetrieblichen Leistungsverrechnungsprozess
23 Hummel, S./ Männel, W. (1986), S. 7
24 In Wissenschaft und Praxis wird häufig der Begriff Kosten- und Erlösrechnung synonym verwendet. Lt. Schweitzer, M./ Küpper, H.-U. (2008) sind Erlöse in Preisen bewertete entstandene Leistungen. Da für betriebliche Entscheidungen meist Erlösgrößen verwendet werden, arbeiten Schweitzer, M./ Küpper, H.-U. (2008) mit dem Begriff der Erlösrechnung. Hierzu vgl. Schweitzer, M./ Küpper, H.-U. (2008), S. 21. Da durch Schlüsselungen von innerbetrieblichen Leistungen gerade eine Bewertung jener stattfindet, soll in der vorliegenden Arbeit mit dem Begriff der Kosten- und Leistungsrechnung gearbeitet werden.
25 Vgl. Hummel, S./ Männel, W. (1986), S. 7-12
26 Vgl. Hummel, S./ Männel, W. (1986), S. 9
27 Horváth, P. (2009), S. 414
28 Vgl. Fandel, G. et al. (2009), S. 4
Kosten- und Leistungstheoretischer Rahmen der innerbetrieblichen Leistungsverrechnung 9
führen zu unterschiedlichen Verteilungen von Kosten sowohl auf Kostenstellen als auch auf Kostenträger und beeinflussen dadurch maßgeblich auch die Entscheidungen des Managements, z.B. bzgl. Überlegungen über Fremdbezüge von Leistungen. Aufgabe der Kosten- und Leistungsrechnung ist deswegen auch, soweit dies möglich ist, die Realitäten im Unternehmen möglichst unverzerrt abzubilden, um als Entscheidungshilfe bzgl. der betrieblichen Planung für das Management von Nutzen zu sein. Dies kann als dispositive Aufgabe der Kosten- und Leistungsrechnung bezeichnet werden. 29
2.2 Grundbegriffe der Kosten- und Leistungsrechnung
2.2.1 Der Leistungsbegriff und die Leistungskategorien
Leistungen sind „im wertmäßigen Sinne .. bewertete, sachzielbezogene bzw. dem Betriebszweck dienliche Güter und Dienstleistungen einer Abrechnungsperiode.“ 30 Bezogen auf die Zweckorientierung der Leistungen werden sie in Absatzleistungen und innerbetriebliche Leistungen unterteilt:
Absatzleistungen (auch Außenleistungen oder Primärleistungen genannt) sind „dadurch gekennzeichnet .. , dass sie außerbetrieblich im Markt zu Erträgen (Einnahmen) werden“ 31 , dies sind sowohl abgesetzte Leistungen als auch absatzbestimmte Leistungen, welche dem Verkauf dienen, aber noch gelagert werden (sowohl Endprodukte, als auch deren Vorstufen). 32
Innerbetriebliche Leistungen (auch Sekundärleistungen oder Innenleistungen genannt) sind alle übrigen Leistungen, die im Unternehmen entstehen. 33 Sie sind dadurch gekennzeichnet, dass sie „nicht unmittelbar für den Absatz bestimmt sind. Diese Leistungen verbleiben also in dem Unternehmen und werden dort ge- oder verbraucht.“ 34 Sie werden auch Wiedereinsatzgüter genannt, weil sie im Produktionsprozess wieder neu eingesetzt werden. 35 Bezogen auf die Merkmalsausprägung lassen sich Leistungen in Sachleistungen und Dienstleistungen unterscheiden: Dienstleistungen bzw. Sachleistungen charakterisieren sich durch eine hohe bzw. geringe Immaterialität, einer hohen bzw. geringen räumlichen
29 Vgl. Kilger, W. (1976), S. 16 f.
30 Fandel, G. et al. (2009), S. 4
31 Kosiol, E. (1959), S. 9
32 Vgl. Kosiol, E. (1959), S. 10 f.
33 Vgl. Kosiol, E. (1959), S. 9 f.
34 Fandel, G. et al. (2009), S. 132
35 Vgl. Schweitzer, M./ Küpper, H.-U. (2008), S. 133
Kosten- und Leistungstheoretischer Rahmen der innerbetrieblichen Leistungsverrechnung 10
Nähe zwischen Leistungsgeber und Leistungsnehmer und einen hohen bzw. geringen Grad an Simultanität zwischen Leistungserstellung und Leistungsabnahme. 36
2.2.2 Der Kostenbegriff und die Kostenkategorien
„Allgemein werden Kosten als durch Leistungserstellung bedingter Werteverzehr bezeichnet,“ 37 welche während einer Abrechnungsperiode entstehen. 38 Mit dieser Definition wird eine Ursache-Wirkung 39 oder Mittel-Zweck 40 Beziehung zwischen Kostenentstehung und Leistungserstellung angenommen. 41 Aufgrund dieser Annahme können Leistungen am besten auf Basis einer wertmäßigen Kostenbetrachtung 42 innerbetrieblich bewertet und verrechnet werden. 43
Bezogen auf die Zurechenbarkeit auf Bezuggrößen wie z.B. Kostenstellen oder Kostenträger lassen sich Kosten in Einzelkosten oder Gemeinkosten unterscheiden: Einzelkosten lassen sich einer Bezugsgröße direkt zurechnen, während dies bei echten Gemeinkosten nicht möglich ist. 44 Bei unechten Gemeinkosten lassen sich Kosten zwar theoretisch zurechnen, praktisch verzichtet das Unternehmen allerdings auf die verursachungsgerechte Verrechnung. 45
Bezogen auf ihre Veränderlichkeit bzgl. einer Kosteneinflussgröße lassen sich Kosten in variable und fixe Kosten unterscheiden: Variable Kosten verändern sich bei der Variation der Einflussgröße 46 in ihrer Höhe, bei Fixkosten bleiben die Kosten in der Höhe unverändert. 47
Eine Übersicht über die verschiedenen Kostenarten bzgl. ihrer Zurechenbarkeit und Veränderlichkeit liefert Abb. 1 auf Seite 46.
Zusätzlich lassen sich Kosten anhand ihrer Herkunft der Einsatzgüter unterscheiden: Primäre Kosten haben ihre Quelle außerhalb des Unternehmens, sekundäre Kosten entstehen
36 Vgl. Scherz, E. (1998), S. 78 ff.
37 Scherz, E. (1998), S. 51
38 Vgl. Fandel, G. et al. (2009), S. 4
39 Vgl. Rummel, K. (1967), S. 17 ff.
40 Vgl. Kosiol, E. (1964), S. 29 f.
41 Ehrt befasste sich intensiv mit der Frage, inwiefern Kosten die Wirklichkeiten im Unternehmen wiederspiegeln und damit als Bewertungsbasis für Leistungen dienen. Er kommt zu dem Ergebnis, dass eine Bewertung von Leistungen durch Kosten nur über eine Mittel-Zweck Beziehung möglich sei, diese Zurechnung sei zusätzlich nur bei Teilkosten vertretbar. Hierzu vgl. Ehrt, R. (1967), S. 5 ff.
42 Merkmale des wertmäßigen Kostenbegriffs: Verbrauch von Leistungen, Sachzielbezogenheit und Bewertbarkeit in Geldgrößen. Hierzu vgl. Hummel, S./ Männel, W. (1986), S. 73 f.
43 Vgl. Scherz, E. (1998), S. 58
44 Vgl. Schweitzer, M./ Küpper, H.-U. (2008), S. 79 f.
45 Vgl. Hummel, S./ Männel, W. (1986), S. 98
46 Die Einflussgröße bei der Unterscheidung von variablen und fixen Kosten ist meistens der Beschäftigungsgrad. Hierzu vgl. Schweitzer, M./ Küpper, H.-U. (2008), S. 530
47 Vgl. Schweitzer, M./ Küpper, H.-U. (2008), S. 80
Kosten- und Leistungstheoretischer Rahmen der innerbetrieblichen Leistungsverrechnung 11
durch den Verbrauch von innerbetrieblichen Leistungen. 48 Nur die Summe aller primären Kosten ergeben die Gesamtkosten des Unternehmens, da die ursprüngliche Quelle aller innerbetrieblichen Leistungen wiederum die primären Kosten sind. Zum Beispiel können innerbetriebliche Leistungen der Verwaltung nur dann entstehen, wenn die entsprechenden Mitarbeiter über den Arbeitsmarkt von außen angeworben werden und ihnen Löhne gezahlt werden, welche in der Kostenartenrechnung als primäre Kosten erfasst werden.
2.3 Struktur der Kosten- und Leistungsrechnung
Die Kosten- und Leistungsrechnung teilt sich in drei Teilrechnungen mit jeweils unterschiedlichen Rechnungszielen auf: Die Kostenartenrechnung, die Kostenstellenrechnung und die Kostenträgerrechnung.
Die Kostenartenrechnung hat die Frage zu beantworten, welche Kosten in welcher Höhe im Unternehmen in einer bestimmten Abrechnungsperiode angefallen sind. 49 Primäre Kosten werden hier bzgl. gewisser Merkmalsausprägungen klassifiziert und in einem Kostenartenplan systematisiert. 50 Kostenträgereinzelkosten (z.B. Rohstoffe, Vorprodukte, Ak-kordlöhne) 51 werden in der Kostenartenrechnung den Kostenträgern direkt zugerechnet, Kostenträgergemeinkosten „werden zuvor in der Kostenstellenrechnung denjenigen Teilbereichen zugeordnet, durch die sie verursacht worden sind.“ 52 Durch die Kostenstellenrechnung wird beschrieben, in welchen Bereichen (Bildung der Kostenstellen, 53 möglich nach räumlichen, funktionalen, verantwortungsorientierten, produktionstechnischen und/oder rechnungstechnischen Gesichtspunkten) 54 des Unternehmens, die den Kostenträgern nicht direkt zurechenbaren Kosten (Kostenträgergemeinkosten) entstanden sind oder voraussichtlich entstehen werden. 55 Leistungen von Hauptkostenstellen (auch Endkostenstellen 56 , Primärstellen oder primäre Stellen genannt 57 ) werden nicht von anderen Kostenstellen in Anspruch genommen und können damit direkt auf die
48 Vgl. Kloock, J. et al. (2005), S. 72
49 Vgl. Augsburger, C. (2002), S. 29
50 Vgl. Fandel, G. et al. (2009), S. 126-129
51 Vgl. Schneider, W. (2006), S. 203
52 Kilger, W. (1976), S. 14 f.
53 Bereiche des Unternehmens können auch als Profit-Center bezeichnet werden, wenn diese Bereiche direkten Zugang zum Absatzmarkt haben. Da für die Betrachtung von innerbetrieblichen Leistungen gerade Bereiche relevant sind, die intern und nicht extern Leistungen absetzen, wird in der vorliegenden Arbeit ausschließlich der Begriff der Kostenstelle benutzt. Hierzu vgl. Scherz, E. (1998), S. 31-35
54 Vgl. Kloock, J. et al. (2005), S. 121-123, Augsburger, C. (2002), S. 35
55 Vgl. Hummel, S./ Männel, W., (1986), S. 190
56 Vgl Fandel, G. et al. (2009), S. 126
57 Vgl. Brück, U./ Raps, A. (2010), S. 96
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Frederik Koeppe, 2010, Verteilungsschlüssel in Verfahren der innerbetrieblichen Leistungsverrechnung, München, GRIN Verlag GmbH
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