UB II Sport Trinus Bußmann
Inhaltsverzeichnis
1 Analyse des Bedingungsfeldes 1
1.1 Angaben zur Lerngruppe. 1
1.2 Kompetenzen der Lerngruppe 1
1.3 Der Referendar 2
2 Didaktisch-methodische Konzeption 2
2.1 Didaktische Überlegungen 2
2.1.1 Analyse der curricularen Vorgaben 2
2.1.2 Analyse der Thematik 3
2.1.3 Auswahl- und Reduktionsentscheidungen 5
2.2 Methodische Konzeption 5
2.2.1 Makrostruktur 5
2.2.2 Mikrostruktur 5
3 Lern- und Handlungsziele/Kompetenzen 7
4 Anlagen 9
Anlage I: Quellenangabe 9
Anlage II: Erklärung 10
Anlage III: Geplanter Unterrichtsverlauf. 11
Anlage IV: Makrostruktur 14
Anlage V: Stundenverlauf 15
Anlage VI: Klassendaten 16
Anlage VII: Sitzplan 17
Anlage VIII: Lernlandkarte 18
Anlage IX: Station 1 19
Anlage X: Station 2 20
Anlage XI: Station 3 21
Anlage XII: Beobachtungsbogen für nicht aktive Schüler 22
Anlage XIII: Elemente des Fußballs 23
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1 Analyse des Bedingungsfeldes
1.1 Angaben zur Lerngruppe
Die x ist eine Klasse der einjährigen Vollzeitschulform Berufsfachschule und besteht aus zwei Schülerinnen und fünfzehn Schülern 1 im Alter von 16 bis 22 Jahren (vgl. Anlage VI). Die Schulabschlüsse sind als heterogen zu bezeichnen. Zwei besitzen einen Hauptschulabschluss, elf einen Realschulabschluss (Sek. I), einer den erweiterten Sek. I und drei die allgemeine Hochschulreife (vgl. Anlage VI). Die Qualifikationen der Schulabschlüsse spiegeln jedoch nicht die Leistung im Sportunterricht wieder (vgl. Anlage VI), so dass sie keine Konsequenzen für die Planung der Stunde haben. Der Großteil der Schüler steht dem Sportunterricht grundsätzlich positiv gegenüber. Dies zeigt sich vor allem an der regelmäßigen Teilnahme aller Schüler in diesem Schuljahr und an der guten Beteiligung in den bisherigen Stunden. Im Allgemeinen sind die Schüler diszipliniert und aufmerksam. Dieses spiegelt sich auch in der Lern- und Leistungsbereitschaft der Schüler wider. Hinsichtlich der mündlichen Mitarbeit sind sowohl quantitative als auch qualitative Unterschiede zu konstatieren (vgl. Anlage VI). Als zurückhaltende Schüler identifiziere ich x, x, x und x. Sie verfolgen den Unterricht zwar aufmerksam, bringen sich jedoch nur selten in das Unterrichtsgeschehen mit ein. Diese Schüler versuche ich verstärkt in den Unterricht zu integrieren, indem ich sie insbesondere in den Reflexionsphasen direkt zu Wortbeiträgen auffordere. Auffällig sind insbesondere x, x, x und x. Von ihnen geht ein Großteil der mündlichen Mitarbeit aus. Zudem tragen sie mit ihren qualitativ guten Beiträgen wesentlich zum Gelingen des Unterrichtsgeschehens bei.
1.2 Kompetenzen der Lerngruppe
Insgesamt zeichnet sich die Schülergruppe durch eine gute sportliche Fachkompetenz aus. Bisher wurde im Sportunterricht Völkerball als Mannschaftssport und Minitrampolin als Individualsport behandelt. Hier zeigte sich das heterogene Leistungsniveau der Schüler. So fielen unterschiedliche sportspezifische Fertigkeiten, wie das Passen des Balles oder das Springen auf dem Minitrampolin, auf. Die leistungsschwächeren Schüler versuche ich im Hinblick auf die allgemeine sportliche Kompetenz zu fördern, indem ich sie beispielsweise in Gruppen- oder Partnerübungen mit den leistungsstärkeren Schülern einteile. Bei Schülern mit schwach ausgeprägter Fachkompetenz sind sowohl die konditionellen Fähigkeiten, als auch die technischen Ballfertigkeiten (z. B. den Ball fangen und werfen) wenig ausgeprägt.
x, x, x, x, x und x weisen gute motorische Fähigkeiten auf. Dieses zeigt sich vor allem im Umgang mit Bällen. Des Weiteren verfügen diese Schüler über taktische Grundelemente im spielerischen Bereich, welche sie aus freizeitsportlichen Aktivitäten kennen. Neben diesen sechs genannten Schülern sind noch x und x in Sportvereinen bzw. regelmäßig sportlich aktiv. Ein kleiner Teil der Schüler treibt in der Freizeit selten oder gar keinen Sport, was ein Indiz dafür ist, dass die sportmotorischen Fähigkeiten maximal durchschnittlich ausgeprägt sind. In diesem Kontext sind x, x und x zu nennen. Daraus lässt sich ein Zusammenhang zwischen der sportlichen Aktivität und den sportlichen Fähigkeiten und Fertigkeiten schließen.
1 Im Folgenden wird zu Gunsten des Leseflusses auf die explizite Nennung der weiblichen Form verzichtet.
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Die sportartenspezifische Fachkompetenz im Mannschaftsspiel Fußball ist aufgrund der geringen Stundenanzahl in dieser Sportart nicht sehr aussagekräftig (vgl. Anlage IV). Zu erwähnen ist, dass x, x, x und x bereits über Erfahrungen aus dem Vereinsfußball verfügen und diese in Form einer gut ausgeprägten sportartspezifischen Fachkompetenz durch Wortbeiträge sowie spielerisch in den Unterricht mit einbringen. Im gruppentaktischen Bereich sind allerdings noch erhebliche Defizite zu erkennen. Ein Fußballspiel ist von Alleingängen und vor allem von Alleinunterhaltung geprägt. Die unerfahrenen Spieler versuchen den Ball, wenn sie ihn denn mal haben, schnellstmöglich und ohne zu schauen, abzuspielen.
Die Methodenkompetenz der Klasse ist zum Teil vorhanden gewesen und hat sich im Laufe der vergangenen Wochen weiter verbessert. Zu Beginn des Schuljahres hatten die Schüler kaum Erfahrung im selbständigen Erarbeiten von taktischen Elementen oder eigenen kurzen Unterrichtsbeiträgen. Auf Nachfrage bestand der Sportunterricht der Schüler ausschließlich aus Bewegung. Die Reflexionen im Sportunterricht wurden ganz neu erlernt.
Präsentationsphasen von Aktivitäten haben die Schüler noch nicht einüben können, doch durch die Bereitschaft der Klasse, neue Methoden kennen zu lernen und diese zu optimieren, dürfte es den meisten Schülern wenig Probleme bereiten, diese auszuführen. Das Widerspiegeln der erlernten Merkmale durch Klebepunkte ist für die Schüler ganz neu und wird in der heutigen Stunde zum ersten Mal praktiziert. Der Umgang und das allgemeine Arbeitsklima bewerte ich im Rahmen der Sozialkompetenz als gut. Dies ist schon beim Auf- und Abbau der Geräte und ganz besonders in den Spielphasen zu erkennen. Durch ungleichspielstarke Mannschaften kommt es vor, dass die Schüler sich untereinander verbal sowie spieltechnisch austauschen, um das Spiel ausgeglichener und damit interessanter zu gestalten. Die vereinbarten Regeln werden eingehalten und alle Schüler werden in das Spiel integriert. In Arbeitsphasen unterstützen sich die Schüler gegenseitig.
1.3 Der Referendar
Ich unterrichte die Klasse BFEMA 12 seit August 2010 mit zwei eigenverantwortlichen Wochenstunden. Seit dieser Zeit hat sich eine freundliche und unkomplizierte Lehr- und Lernatmosphäre entwickelt. Das Verhältnis zwischen den Schülern und mir empfinde ich als angenehm. Ich werde von der Klasse in fachlicher und auch in persönlicher Hinsicht angenommen und respektiert.
Die erforderlichen Kenntnisse für das große Spiel „Fußball“ habe ich in meinem Masterstudium an der Universität Osnabrück, in meiner Freizeit als Jugendtrainer und durch Literaturrecherche erworben.
2 Didaktisch-methodische Konzeption
2.1 Didaktische Überlegungen
2.1.1 Analyse der curricularen Vorgaben
Die allgemeinen didaktischen und pädagogischen Grundlagen für den Schulsport in Niedersachsen sind in den Grundsätzen zum Schulsport 2 verankert. Ergänzt wird die Legitimation des heutigen
2 Vgl. Niedersächsisches Kultusministerium: Grundsätze zum Schulsport. Hannover 2005.
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Unterrichtsvorhabens durch die Rahmenrichtlinien (RRL) für den Bereich der Berufsschulen und Berufsfachschulen 3 . In den Rahmenrichtlinien sind im Kompetenzbereich „Sport-, Spiel- und Bewegungsformen lernen“ folgende Ziele definiert:
„Die Schülerinnen und Schüler erschließen sich vielfältige Zugänge zur Bewegungskultur u.a. im Breiten- und Freizeitsport, wenden neue Bewegungsformen an und erweitern ihre (sportliche) Handlungskompetenz. Sie führen vorgegebene Bewegungstechniken aus und reflektieren ihre Bewegungserfahrungen. Sie erkennen regelhafte Zusammenhänge von Bewegungsabläufen und beziehen sie auf eigene Bewegungsausführungen. Die Schülerinnen und Schüler wenden technische und taktische Elemente an und verbessern ihre Spielfähigkeit.“ (NK 2002, S. 6)
Den Zielformulierungen der RRL wird in dieser Unterrichtseinheit insofern Rechnung getragen, als dass die Schüler die grundlegenden Ideen unterschiedlicher Spielformen verstehen lernen und dabei spielbezogene Wahrnehmungs-, Handlungs- und Gestaltungsfähigkeiten erwerben, die durch eine Verbesserung körperlicher, technischer und taktischer Fähigkeiten sowie Fertigkeiten unterstützt werden. Für die didaktisch-methodische Gestaltung der Mikrosequenz findet die nach den RRL geforderte enge Verzahnung zwischen dem Bewegungshandeln und den theoretischen Auseinandersetzungen Berücksichtigung.
2.1.2 Analyse der Thematik
Die wesentlichen Inhalte des Fußballunterrichts können der „Elemente des Fußballs“ (vgl. Anlage XIII), sowie der „Lernlandkarte“ (vgl. Anlage VIII) entnommen werden.
Fußball ist ein Ballspiel für zwei Mannschaften und das beliebteste und am weitesten verbreitete Mannschaftsspiel der Welt. (vgl. Heuser, Marx, Klein, Cramer, S. 151) Die Grundidee dieses Spiels liegt in der einfachen und klaren Zielsetzung, Tore in der eigenen Spielfeldhälfte zu verhindern und in der gegnerischen zu erzielen. (http://www.psv-hagen.de)
Der Ball wird überwiegend mit dem Fuß gespielt, darf jedoch mit weiteren Teilen des Körpers berührt und weitergegeben werden außer mit der Hand und den Arm. Ausschließlich der Torwart darf innerhalb des eigenen Strafraums den Ball mit der Hand oder dem Arm berühren, fangen und eine gewisse Zeit festhalten.
Das Ziel ist, den Ball solange in den eigenen Reihen zu behalten, bis ein Tor erzielt wurde. Hat die Gegenmannschaft den Ball, bemüht sich die andere Mannschaft, den Ballbesitz zu erlangen. Es gewinnt die Mannschaft, die die meisten Tore erzielt hat. Bei gleicher Torzahl wird das Spiel unentschieden gewertet. (http://archiv.c6-magazin.de)
Fußballspieler müssen eine Reihe von Fertigkeiten mitbringen. Neben körperlichen Voraussetzungen wie Athletik, Kondition und Schnelligkeit und spielerischen Fähigkeiten und Fertigkeiten wie Ballannahme (Stoppen), Ballmitnahme, Führen und Treiben des Balles, Dribbeln, Finten und Tricks, Tackling (Ballabnahme), Passspiel, Kopfballspiel, Spiel ohne Ball (Freilaufen) und Schusstechnik auch taktisches Verständnis und Spielwitz. Neben körperlicher Fitness und spielerischen Fähigkeiten spielt auch die Taktik eine große Rolle. Dazu zählen planmäßiges Ineinandergreifen der Mannschaftsteile, Finessen der Aufstellung und Einteilung der Positionen innerhalb der Mannschaft sowie das wechselweise Umschalten von der Verteidigung auf den Angriff. (vgl. Gärtz, Microsoft Encarta Professional) Gerade Anfängern bietet die Sporthalle eine bessere Möglichkeit als der Außenplatz. Da die Halle
3 Vgl. Niedersächsisches Kultusministerium: Rahmenrichtlinien für die Berufsschulen und Berufsfachschulen. Hannover 2002
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witterungsunabhängig ist, schließt sie Störfaktoren, wie z.B. böige Winde und einen rutschigen Rasen, aus. Zudem bietet sie durch organisatorische und methodische Variationsmöglichkeiten (z.B. das Spiel an und mit der Bande), den eindeutig abgegrenzten überschaubaren Spielraum sowie durch die Verfügbarkeit von Hilfsmitteln und -geräten viele Vorzüge, die gerade in der Anfängerschulung von Bedeutung sind. (vgl. Thissen, S. 4)
Die weitere Analyse wird sich mit der Taktik des Fußballspiels auseinander setzen (vgl. Anlage XIII). Im Allgemeinen wird unter Taktik ein planvolles und zielstrebiges Vorgehen unter kluger Auswahl und Anwendung der eigenen Mittel und Möglichkeiten verstanden, um sich gegen Mittel des Gegners behaupten zu können und zum Erfolg zu gelangen. (vgl. Hartwig, Müller, Stockhausen, S. 3) Die Taktik im Spiel kann sich auf ein oder mehrerer Spieler projizieren. Deshalb wird zwischen Individual, Gruppen und Mannschaftstaktik differenziert.
Die Individualtaktik umfasst alle Maßnahmen des einzelnen Spielers, die sich aus den Angriffs- und Abwehrsituationen ergeben und in der Spielkonstellation eins gegen eins abverlangt werden. Die Mannschaftstaktik umfasst ein geschicktes, variables sowie untereinander abgestimmtes Angriffs-und Abwehrverhalten aller Spieler einer Mannschaft. Im Rahmen der Gruppentaktik werden alle Maßnahmen verstanden, die in der Spielkonstellation zwei gegen zwei oder mehr, Abwehr oder Angriffsmanöver der Spieler beinhalten.
Grundlage für erfolgreiche Leistungen im Fußball sind neben der technischen Fertigkeit (s. o.) vor allem die mentale Fähigkeit, also die taktische Handlungsfähigkeit. (vgl. Bisanz, Gerisch, S. 380) Zum einen sind die technischen Fertigkeiten die Voraussetzungen für geplantes und zielgerichtetes Handeln. Diese werden in realitätsnahen Wettkampfsituationen entwickelt, angewandt und optimiert. Zum anderen ist die Antizipation von Spielsituationen der Mit- und Gegenspieler (das Erkennen von Situationen) ein besonders wichtiger Aspekt, um erfolgreich im Spiel handeln zu können. Hier wird zwischen Verteidigung und Angriff unterschieden. Die Verteidigung hat immer das Ziel, das Aufbauspiel des Gegners zu stören, das Herausspielen von Torchancen zu erschweren bzw. zu verhindern, keine Tore zuzulassen und selbst in Ballbesitz zu gelangen. Dadurch wird versucht den Raum (Bereich vor dem Tor) eng zu stellen, d.h. die Spieler rücken eng zusammen. Das taktische Angriffsmittel des Zusammenspiels dient einerseits zum schnellen Überbrücken größerer Spielräume, andererseits geht es um die Ballsicherung, d. h. den gegnerischen Spielern keine Gelegenheit zu geben, den ballführenden Spieler in einen Zweikampf zu verwickeln und dabei den Ball zu erkämpfen. Dies erfolgt durch das Freilaufen ohne Ball und sorgt für Anspielstationen und Freiräume. Zu den Hauptphasen dieser taktischen Handlungen gehört neben der Wahrnehmung und Analyse der Spielsituation, das Treffen von Entscheidungen. Also die gedanklichen Lösungsmöglichkeiten (Spiele ich den Ball zum Mitspieler ab, gehe ich Eins gegen Eins gegen den Gegenspieler oder schieße ich auf das Tor).
Die Schüler müssen in gewissen Situationen blitzschnell handeln: Das Umschalten von der Abwehr auf den Angriff sowie die Stellung und Bewegung der eigenen und gegnerischen Spieler erkennen, um das Spiel zu gestalten. Hierbei müssen die Mitspieler sich anbieten, um Räume zu schaffen und um das Spiel schnell und sicher nach vorne zu verlagern. (vgl. Bisanz, Gerisch, S. 383-387) In diesem Zusammenhang stellen auch Ballsicherheit, d.h. den Ball auch mal stoppen und nach hinten spielen, sowie die Schnelligkeit der Spieler (Überzahl der Spieler vor dem Tor - mehr Angreifer als Verteidiger) wichtige
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Arbeit zitieren:
Dipl. Ing, Master of Education Trinus Bußmann, 2010, Fußball - Einführung in das Zusammenspiel durch Bewältigung von taktischen Spielformen, München, GRIN Verlag GmbH
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