David Hume: Über Moral. Erster Teil- Abschnitt 1
„Sie sind nichts weiter als ein Irrtum bezüglich einer Tatsache“ (S. 18). Ich beurteile eine Tatsache also falsch; ziehe die falschen Schlüsse. Nach Hume gibt es zwei Arten solcher Irrtümer:
1. Ich täusche mich über den Affekt (bzw. verwechsele ihn), welcher der Gegenstand in mir auslöst
2. Ich wähle die falschen Mittel aus, um mein Ziel zu erreichen, die dann kontraproduktiv wirken
Nur in der oben geschilderten Weise, können irrtümliche Urteile unser Handeln beeinflussen. In diesem Fall würde meine Handlung unvernünftig, niemals aber unmoralisch sein. Denn würde man wirklich annehmen, dass Moral gleichbedeutend mit der Übereinstimmung mit der Vernunft und Unmoral gleichbedeutend mit fehlender Übereinstimmung mit der Vernunft bedeutet, dann würde daraus folgen, dass die Umstände unter denen ein moralisches Urteil gefällt wurde, nicht beachtet werden dürften. Also wäre es vollkommen gleichgültig, ob ein Irrtum vermieden hätte werden können oder nicht oder worum es in dem Urteil geht. Die Konsequenz ist, dass die Gleichgültigkeit besonderer Umstände „Handlungen weder Tugend noch Laster anhalten kann“ (S. 19). Deshalb sind die o.g. Irrtümer nicht Quelle der Unmoralität.
Hume nennt eine zweite Möglichkeit, welche die Quelle der Unmoralität sein könnte- der Irrtum hinsichtlich dessen, was Recht ist. Er widerruft diese Annahme jedoch direkt, denn ein Irrtum hinsichtlich dessen was Recht ist, setzt bereits eine allgemeine Unterscheidung von Recht und Unrecht voraus; kann also nicht die Quelle, sondern bestenfalls eine Art von Un-moralität sein (vgl. S. 20).
Auch kann die Wirkung einer Handlung nicht Quelle der Unmoralität sein. Denn handle ich z.B. unrecht und meine Handlung ruft einen Irrtum über mein Tun hervor, kann man nicht sagen, dass ich die Intention hätte, diesen Irrtum zu bewirken. Hume macht dies mit einem Beispiel deutlich, welches zeigen soll, dass wir z.B. aus Unwissenheit eine Situation falsch beurteilen, ohne eine Intention der Täuschung ausgehend vom Akteur, dessen Handlung wir beobachten.
Hiermit hat Hume gezeigt, dass moralische Unterscheidungen nicht aus der Vernunft hergeleitet werden, denn sie ist nicht handlungsleitend und sagt nur etwas über Wahrheit und Falschheit aus, nicht aber über Tugend und Laster, Recht und Unrecht. Nun greift Hume wieder auf die zwei Tätigkeiten des Verstandes zurück, welche er zu Beginn in Vorstellungen und Eindrücke unterteilt hat. Wäre also der Verstand dazu da, Tugend zu erkennen, so müsste die Tugend entweder den Vorstellungen oder den Eindrücken unter-
Arbeit zitieren:
Mendina Morgenthal, 2010, David Hume - Über Tugend und Laster im Allgemeinen: Moral, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Die entwicklungspsychologische und pädagogische Funktion von Bilderbüc...
Deutsch - Pädagogik, Didaktik, Sprachwissenschaft
Hausarbeit (Hauptseminar), 20 Seiten
Formatvorlage (Microsoft Word) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Ha...
Für MS Word 2003 - Update 2010
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Formatvorlage (OpenOffice) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Hausar...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 35 Seiten
Formatvorlage / Vorlage zur Erstellung einer Diplomarbeit, Bachelorarb...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 15 Seiten
Formatvorlage / Vorlage für eine Diplomarbeit / Hausarbeit
Für MS Word 2007 - dotx
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Anleitung zum Erstellen schriftlicher Arbeiten: Der Aufbau einer wisse...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 20 Seiten
Erstellen einer schriftlichen Hausarbeit
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Hausarbeit, 14 Seiten
Grundtechniken wissenschaftlichen Arbeitens
Bibliografieren - Reden - Schr...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Skript, 46 Seiten
Ratgeber zur Erstellung wissenschaftlicher Arbeiten. Diplomarbeiten - ...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 39 Seiten
Philosophie - Philosophie der Neuzeit (ca. 1350 - 1600): neuer Titel erschienen: David Hume - Über Tugend und Laster im Allgemeinen: Moral
Mendina Morgenthal hat einen neuen Text hochgeladen
Connaissance et Ecriture chez David Hume
Les articulations des discours
Françoise Barbé-Petit
Walls and Vaults: A Natural Science of Morals (Virtue Ethics According...
Jordan Howard Sobel
Aesthetics and Morals in the Philosophy of David Hume
M. Costelloe Timothy, Timothy M. Costelloe
0 Kommentare