Adam und Eva oder lieber Eva und Adam Tatjana Bansemer
Inhaltsverzeichnis
1. Allgemeine Einführung 2
1.1 Fragestellung 3
1.2 Material, Methode und Aufbau der Arbeit 3
2. Zum Begriff Kommunikation 4
3. Biologische und medizinische Fakten 7
4. Theoretische Betrachtung der Frauensprache 8
4.1. Das Sprachsystem 8
4.1.1. Phonologie 8
4.1.2. Personenbezeichnungen 8
4.1.3 Lexikon 10
4.2. Der Sprachgebrauch 10
4.2.1. Merkmale des weiblichen Sprachverhaltens 10
4.2.2. Merkmale des männlichen Sprachverhaltens 11
4.2.3. Differenzen im Sprachgebrauch von Frauen und Männern 12
4.2.4. Erzählungen 13
4.2.5.. Humor und Lachverhalten 13
4.2.6. Argumentationen 15
4.2.7. Wortschatz/Gesprächsstil 15
5. Resultierende Problematik 16
6. Empirische Untersuchung 17
6.1 Fragebogen 17
6.2 Auswertung meiner Fragen 17
7. Lösungsvorschläge 20
7.1 Neutralisation 20
7.2 Beidbenennung 20
7.3 Generisches Femininum 21
7.4 Weitere Vorschläge 21
8. Zusammenfassung 22
9. Eigene Reflexion 25
Literaturverzeichnis 27
Anhang 1 Fragebogen
1
Adam und Eva oder lieber Eva und Adam Tatjana Bansemer
1. Allgemeine Einführung
„Du verstehst mich einfach nicht!“ oder „Du hörst mir einfach nicht richtig zu!“, sind Sätze, die wahrscheinlich jeder Mensch schon tausendfach gesagt bzw. gehört hat. Diese einfachen Aussagen drücken genau das aus, was aus der Sicht vieler deutscher Frauen oftmals bei der Kommunikation mit dem anderen Geschlecht empfunden wird, nämlich Unverständnis oder Ratlosigkeit. Tatsächlich scheint es, zumindest auf den ersten oberflächlichen Blick, dass Männer und Frauen unterschiedliche Sprachen sprechen. Doch gibt es sie wirklich, die geschlechtsspezifische Sprache oder sind das alles nur Vorurteile und Klischees? Näher betrachtet deutet alles darauf hin, dass die Männer, zumindest in der Sprache, wichtiger zu sein scheinen als die Frauen. Denn warum heißt es nicht Gretel und Hänsel; Clyde und Bonnie; Julia und Romeo; ich Jane, Du Tarzan; befrauscht Euch statt beherrscht Euch oder dam statt man?
Als mir meine Freundinnen zum Geburtstag das Buch Männer sind anders. Frauen auch von John Gray (1993) schenkten, stand für mich fest, dass ich dieses Thema hinterfragen musste. Auch wenn dieser bekannte Buchtitel von John Gray nach Schlagwort und Vorurteil klingt, so umreißt er doch wie mit einem Hieb die Grundproblematik zwischen Männern und Frauen, auch in der Sprache. Männer sind anders, Frauen auch ist nicht nur die Zustandsbeschreibung unseres modernen, noch immer nicht entwirrten Beziehungsdschungels. Es ist vielmehr eine Art "Gebrauchsanweisung", die jede Frau zum richtigen Umgang mit ihrem Partner und jeder Mann zum besseren Verständnis seiner Gefährtin braucht. Ich wollte herausfinden, ob wir Frauen uns tatsächlich so sehr von den Männern in der Sprache unterscheiden. Schließlich unterscheiden wir uns im Geschlecht, in der Kleidung, der Bewegung, der Stimme und auch oftmals im Geschmack. Wieso sollte es also mit der Sprache als Unterscheidungsmerkmal anders sein?! Es gibt schließlich sowohl Zeitschriften für Frauen als auch für Männer, speziell auf das jeweilige Geschlecht ausgerichtet. Doch ist die Frauensprache respektive Männersprache Fiktion oder tatsächlich Realität?
2
Adam und Eva oder lieber Eva und Adam Tatjana Bansemer
1.1 Fragestellung
Um der Sache auf den Grund zu gehen oder sie zumindest besser zu verstehen, entschloss ich mich für dieses Aufsatzthema. Die Arbeit wird sich mit dem Thema der geschlechtsspezifischen Kommunikation auseinandersetzen und grundlegende Unterschiede aufführen. Ziel der Arbeit ist es, so weit möglich, Lösungsansätze zu entwickeln, die zu einer besseren Verständigung der Geschlechter beitragen könnten. Man könnte als Forschungsprojekt versuchen, schon kleine Jungen auf emotionale Sprache zu trimmen. Oder könnten Mädchen lernen, kurz gefasst und sachlich zu sprechen? Die vorliegende Arbeit soll allerdings eine neutrale Darstellung der Annahmen über Männer- und Frauensprache liefern und nicht den vermeintlich besseren Sprachgebrauch eines Geschlechts fällen. Gibt es tatsächlich eine gleiche Sprache, die jedoch von beiden Geschlechtern unterschiedlich interpretiert wird? Oder besser gesagt: Gleiche Sprache und doch verschiedene Welten?
1.2 Material, Methode und Aufbau der Arbeit
Nach der Einleitung inklusive der Thematikbegründung, Fragestellung und Gliederung meiner Arbeit, werde ich die biologischen, sowie medizinischen Fakten näher betrachten und auf den theoretischen Hintergrund, wie z. B. die Unterschiede und Auswirkungen auf das geschlechtliche Kommunikationsverhalten, Differenzen im Sprachgebrauch zwischen dem weiblichen und männlichen Geschlecht und die Merkmale der „Geschlechtersprachen“ eingehen. Des Weiteren möchte ich mithilfe verschiedener Literatur versuchen, das Problem zu diskutieren und Lösungsvorschläge hervor zu bringen. Um festzustellen und um zu vergleichen, ob Theorie und Praxis übereinstimmen, werde ich eine Befragung an acht Personen (vier Frauen und vier Männern) durchführen.
3
Adam und Eva oder lieber Eva und Adam Tatjana Bansemer
2. Zum Begriff Kommunikation
Im Lexikon wird die Kommunikation folgendermaßen definiert:„ Prozess der Mitteilung; der wechselseitige Austausch von Gedanken, Meinungen, Wissen, Erfahrungen und Gefühlen sowie die Übertragung von Nachrichten, Informationen (neben der Sprache durch Zeichen aller Art)“ (Meyers Taschenlexikon, Band 6, 1996:184).
„Kommunikation ist das zentrale Mittel der wechselseitigen Verständigung“ (Hufeisen 1993:177). Unter „Kommunikation“ (lat.: comunicare = sich mitteilen, miteinander reden) versteht man die Verständigung und den Austausch von einem sogenannten „Sender“ zu einem „Empfänger“. Das erste Konzept, dass diesen Prozess beschreibt, stammt von Shannon und Weaver (1949): „Ein Sender möchte etwas mitteilen. Er verschlüsselt sein Anliegen in erkennbare Zeichen und sendet mittels eines Mediums eine Nachricht an einen Rezipienten. Der Empfänger nimmt diese Zeichen wahr, decodiert sie und verarbeitet die Nachricht.“ Obwohl Männern und Frauen, zumindest im Deutschen, die gleiche Sprache zur Verfügung steht, wird sie von beiden Geschlechtern auf unterschiedliche Weise verwendet (Falger 2001). Die Wurzel dafür liegt mit Sicherheit in der Kindheit eines jeden Menschen. Die sprachliche Sozialisation der Geschlechter ist nämlich dafür verantwortlich, dass Frauen und Männer unterschiedliche Sprachmuster entwickelt haben. Dadurch, dass Jungen und Mädchen von Geburt an unterschiedlich behandelt werden, verschiedene Erfahrungen machen und unterschiedliche Erwartungen haben und auch erfüllen sollen, lernen sie auch einen anderen Umgang mit der Sprache. Jungen und Mädchen setzen beim Gebrauch von Sprache unterschiedliche Prioritäten. Laut Falger werden Jungen meist zu „Siegern“ und Mädchen zu „Samariterinnen“ erzogen. Aufgrund dessen, dass Jungen schon von Kindesbeinen an zum Siegen-Verlieren-Denken animiert werden, wird ihre sogenannte emotionslose Berichtssprache verstärkt. Den Mädchen hingegen, die zum Streben nach Harmonie erzogen werden, ist es erlaubt, emotional zu reagieren und auch Niederlagen einzustecken. Das wünschenswerte Ziel eines Mädchens ist im "Normalfall", eine gute Ehefrau und Hausfrau zu werden, vor allem aber eine gute Mutter. Nicht umsonst wird das Sorgerecht im westlichen Europa, in den meisten Fällen der Mutter zugesprochen. Eine Mutter, der das Sorgerecht entzogen wurde, wird in unserer westlichen Gesellschaft als negativ bewertet, da sie als schlechte Mutter dargestellt wird und somit bei ihren Kindern in jeglicher Hinsicht versagt zu haben scheint. Als Resultat dieser Erwartungshaltung der Gesellschaft entsteht die sogenannte
4
Adam und Eva oder lieber Eva und Adam Tatjana Bansemer
Beziehungssprache der Frauen. Durch das Sieger-Denken bei Jungen wird laut Falger weiterhin gesagt, dass Jungen deshalb ein größeres Problem mit der Akzeptanz der Autorität haben, sich also schlechter unterordnen können als Mädchen. Die Geschlechter weisen somit ein stereotypes Verhalten auf. Den Jungen wird schon in den frühen Kinderjahren beigebracht, wie ein „richtiger“ Mann zu sein hat. Die Mädchen dagegen spielen lieber mit Puppen, gehen der Mutter bei der Hausarbeit zur Hand und wollen kleine Prinzessinnen sein, die irgendwann von einem Prinzen wachgeküsst werden. Doch für welche Welt sieht Falger das so? Generell oder nur auf bestimmte Kulturen bezogen? Könnte man Jungen demnach laut Falger total umpolen durch Erziehung?
Es gibt sicherlich viele Gründe, warum man kommuniziert, doch zwei wesentliche Gründe der Kommunikation sind mit Sicherheit die Ausdrucksverleihung der Gefühle oder die Darstellung eines Sachverhalts. Leider gibt es zwischen Männern und Frauen, sei es im privaten, beruflichen oder intimen Bereich, grundsätzlich kommunikative Probleme, welche zu Missverständnissen führen, diese wiederum die Erwartungshaltungen nicht erfüllen und dazu beitragen, dass die Gesprächspartner sich unverstanden fühlen. Die Kommunikation zwischen Sender und Empfänger erweist sich demnach als gestört. Dies liegt daran, dass Frauen von Grund auf viel emotionaler sind als Männer und sich die Dinge zu Herzen nehmen. Meiner Meinung nach ist das Sprachverhalten auch ein Ausdruck des inneren, angeborenen Bedürfnisses. Die Studien von Falger scheinen mir etwas veraltet, da es immer mehr Frauen in leitenden Positionen gibt. Demnach gibt es Männer, die keine Probleme damit haben, sich einer Frau unterzuordnen und umgekehrt gibt es auch Frauen, die sachlich sprechen können. Doch neben der verbalen Kommunikation gibt es auch noch die nonverbale Kommunikation.
Mit der nonverbalen Kommunikation ist die Übermittlung von Botschaften durch Mimik, Gestik, Intonation und Körperhaltung gemeint. Nonverbale Signale können verschiedene Funktionen übernehmen:
- referentiell-darstellende Funktion, z. B. bei ikonischen Gesten,
- expressive Funktion, z. B. im Gesichtsausdruck,
- Interaktionsregulationen hervorbringen, z. B. ein Blickwechsel,
- Aufrechterhaltung/Abbruch der kommunikativen Beziehung, z. B. Kopfnicken als Bestätigungssignal.
5
Adam und Eva oder lieber Eva und Adam Tatjana Bansemer
Frauen sind im mimischen Ausdruck expressiver als Männer. Auch bei Handgesten weisen Frauen eine größere Expressivität als Männer auf. Doch das Berührungsverhalten ist nicht alleine vom Geschlecht abhängig. Die Körperhaltung ist weitaus mehr zu unterscheiden bei den Geschlechtern. Männer halten zu Interaktionspartnern eine größere, Frauen hingegen eine geringere räumliche Distanz. Körper- und Kopfbewegungen der Geschlechter sind charakteristisch unterschiedlich; die Bewegungen von Frauen sind weniger expansiv. Forschungsstudien (Gyr 1999) ergaben, dass die maskuline nonverbale Kommunikation ein Streben nach Expandieren darstellt, während der feminine Stil Unterwerfung und Biegsamkeit symbolisiert. Deutlich erkennbar wird dieses am Sitzverhalten. Während Männer meist breite, raumeinnehmende Sitzpositionen einnehmen (sitzen meist mit gespreizten Beinen), sitzen Frauen eher in geschlossener Haltung (Beine gekreuzt). Auch das männliche bzw. weibliche Schönheitsideal kann anhand dieser raumeinnehmenden Gesten deutlich gemacht werden. Das Ideal von Weiblichkeit (beschränkt auf die westeuropäischen Länder und die USA) beinhaltet einen „raumsparenden“ (schlanken), das Männlichkeitsideal einen „raumeinnehmenden“ (muskulösen) Körper. Beim Vergleich der Gestik gehört die geballte Faust eindeutig zum maskulinen Repertoire. „Auf die Schulter Klopfen“ ist ebenso typisch männlich, während sich bei jemandem „Einhaken“ als typisch weiblich kategorisiert wird.
6
Adam und Eva oder lieber Eva und Adam Tatjana Bansemer
3. Biologische und medizinische Unterschiede zwischen den Geschlechtern Primär unterscheiden sich die Geschlechter in ihrer genetischen Grundausstattung. Frauen besitzen 46 X-Chromosomen, Männer dagegen 45 X-Chromosomen. Die Kombination der Chromosomen ist ausschlaggebend für das zukünftige Leben eines Individuums, in Bezug auf die Sozialisation, die biologische Entwicklung und das Konversationsverhalten. Forschungsstudien der vergangenen Jahrzehnte besagen dass die Geschlechter aufgrund physiologischer Unterschiede auch unterschiedliches Kommunikationsverhalten entwickeln. Beispielsweise zeigen Mädchen schon in frühem Kindesalter ein besser ausgeprägtes Sprachvermögen als Jungen (Lewis 1972). Dies deutet auf eine Spezialisierung der linken Gehirnhemisphäre hin. Allerdings ist dieser Vorsprung nur im Kindesalter zu erkennen. Bei den Jungen ist auffallend, dass sie eine bessere auditive Verarbeitung haben, welches auf die Spezialisierung der rechten Gehirnhälfte schließen lässt (Witelson 1979) und das räumliche Vorstellungs- und Erinnerungsvermögen ist wesentlich besser. Diese Forschungsergebnisse sind allerdings bislang umstritten, da es sich meist um Spekulationen handelt.
7
Arbeit zitieren:
Tatjana Bansemer, 2010, Adam und Eva oder lieber Eva und Adam, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Formatvorlage (Microsoft Word) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Ha...
Für MS Word 2003 - Update 2010
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Formatvorlage (OpenOffice) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Hausar...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 35 Seiten
Formatvorlage / Vorlage zur Erstellung einer Diplomarbeit, Bachelorarb...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 15 Seiten
Formatvorlage / Vorlage für eine Diplomarbeit / Hausarbeit
Für MS Word 2007 - dotx
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Anleitung zum Erstellen schriftlicher Arbeiten: Der Aufbau einer wisse...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 20 Seiten
Erstellen einer schriftlichen Hausarbeit
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Hausarbeit, 14 Seiten
Grundtechniken wissenschaftlichen Arbeitens
Bibliografieren - Reden - Schr...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Skript, 46 Seiten
Ratgeber zur Erstellung wissenschaftlicher Arbeiten. Diplomarbeiten - ...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 39 Seiten
Samantha Wills hat den Text Adam und Eva oder lieber Eva und Adam kommentiert
Samantha Wills hat den Text Adam und Eva oder lieber Eva und Adam kommentiert
Peter Eckhardt hat den Text Adam und Eva oder lieber Eva und Adam kommentiert
Wenn Männer von der Liebe lesen und Frauen von Abenteuern
Eine empirische Rezeptionsstud...
Özen Odag
Like a Sponge Thrown Into Water: Francis Lieber's European Travel Jour...
Francis Lieber, Charles R. Mack, Ilona S. Mack
Trigonometrische Aufgaben. Hrsg. Von Dr. H. Lieber Und F. Von Lhmann.
Heinrich Wilhelm Lieber
Samantha Wills
Diese Arbeit ist sehr zu empfehlen. Leicht zu lesen, aber dennoch wissenschaftlich bearbeitet.
am Monday, December 20, 2010-
Samantha Wills
Absolut lesenswert, kann ich nur empfehlen. Man merkt dass die Autorin Spass an der Arbeit hatte. Glückwunsch
am Monday, December 20, 2010-
Peter Eckhardt
Einfach genial und gleichzeitig lustig!
am Monday, December 20, 2010-
Tatjana Bansemer
Danke, eine Fortsetzung mit historischem Hintergrund erscheint voraussichtlich Ende Januar. Schöne Weihnachtsfeiertage!
am Monday, December 20, 2010-