1 Thema der Reihe 3
2 Thema der Einheit 3
3 Aufbau der Reihe 3
4 Kernanliegen der Einheit 4
4.1 Zentraler Arbeitsauftrag 4
4.2 Reflexionsauftrag bzw. Leitimpuls für die Reflexionsphase 4
5 Begründung des Kernanliegens aus didaktischer und methodischer Sicht 4
5.1 Sachanalyse 4
5.2 Didaktische Analyse 6
5.3 Lehrplan 7
5.4 Lernvoraussetzungen der SchülerInnen 7
5.5 Didaktische Reduktion 9
5.6 Methodische Analyse 9
5.7 Teilziele des Kernanliegens 10
5.7.1 Sachkompetenz 10
5.7.2 Methodenkompetenz 10
5.7.3 Sozialkompetenz 10
5.7.4 Selbstkompetenz 11
6 Verlaufsplanung der Einheit 12
7 Literatur 14
8 Anlagen 14
Anhang 1: Darstellung der einzelnen Stationen 15
Anhang 2: geplantes Tafelbild 18
2
1 Thema der Reihe
„Wir üben das Nachschlagen mit dem Wörterbuch `Von A bis Zett´.“- Eine handlungsorientierte Unterrichtsreihe zum systematischen Erlernen der
Arbeitstechnik des Nachschlagens, des Wortfindens und des Aufmerksamwerdens auf falsch geschriebene Wörter, indem die Schülerinnen und Schüler selbstständig ausgewählte Übungen mit dem Wörterbuch „Von A bis Zett“ durchführen, damit das Nachschlagen als Technik der Informationsbeschaffung selbstverständlich wird.
2 Thema der Einheit
„Wir arbeiten am Wörterbuch-Stationslauf.“ - Gewinnen von zunehmender Sicherheit der Nachschlagetechnik im Umgang mit dem Wörterbuch durch die Bearbeitung der im Stationslauf angebotenen Übungen, insbesondere die Förderung der Fehlersensibilität durch das Aufschreiben von Wörtern, bei denen die Phonem-Graphem- Korrespondenz nicht eindeutig ist, sowie das Finden der orthografisch richtigen Schreibweise.
3 Aufbau der Reihe
1. Einheit (90 min): „Wir üben das ABC.“-
An einer Lerntheke wiederholen, erweitern und vertiefen die Schülerinnen und Schüler ihre bisher in Klasse 2 gewonnenen Erkenntnisse zum ABC, indem ABC Reime vervollständigt werden, Vorgänger und Nachfolger der Buchstaben bestimmt werden und vorgegebene Wörter auch nach dem 2. und 3. Buchstaben geordnet werden, damit die alphabetische Einordnung beherrscht wird und die Orientierung in einem Wörterbuch vorbereitet wird.
2. Einheit: (45 min): „Wir suchen Wörter in unserem Wörterbuch.“-Erste Orientierungsübungen und Suchübungen im Wörterbuch „Von A bis Zett“ durch eine Wörterbuchrallye mit dem Ziel, den Aufbau des Wörterbuchs kennen zu lernen und sich darin zurechtzufinden.
3. Einheit: (45 min): „Die Kopfbuchstaben helfen uns beim Suchen.“-Kennen lernen der Funktion von „Kopfbuchstaben“ als Hilfsmittel zum schnellen Finden von Wörtern, indem die Schülerinnen und Schüler Wörter den Kopfbuchstaben zuordnen, damit die Kinder zunehmend selbstständiger das Wörterbuch nutzen und das schnelle, genaue Nachschlagen trainiert wird.
4. Einheit: (45 min): „Wir schreiben Wörter zu Bildern, und schlagen diese im Wörterbuch nach.“-
3
Nachschlagen von noch nicht vorgefertigten Wörtern durch Bild- Wort- Zuordnungen, indem die Kinder Wörter erst selbst bilden und bei nicht sicherer Schreibung selbstständig nachschlagen, damit die Erfahrung gemacht wird, dass Nachschlagen lohnend ist und das Kind aus sich heraus einen Anlass hat, etwas nachzuschlagen.
5. Einheit: (90 min): „Wir arbeiten am Wörterbuch-Stationslauf.“ -
Gewinnen von zunehmender Sicherheit der Nachschlagetechnik im Umgang mit dem Wörterbuch durch die Bearbeitung der im Stationslauf angebotenen Übungen, insbesondere die Förderung der Fehlersensibilität durch das Aufschreiben von Wörtern, bei denen die Phonem-Graphem- Korrespondenz nicht eindeutig ist sowie das Finden der orthografisch richtigen Schreibweise.
4 Kernanliegen der Einheit
Förderung der Fehlersensibilität bei Wörtern mit uneindeutiger Phonem-Graphem-Korrespondenz durch Bewusstwerden der Möglichkeit des Nachschlagens an mehreren Stellen des Wörterbuchs im Zweifelsfall im Kontext des Übens und Wiederholens der Nachschlagetechnik mit dem Wörterbuch „Von A bis Zett“ in einem Stationslauf.
4.1 Zentraler Arbeitsauftrag
Arbeite an den Stationen! Kontrolliere mit dem Wörterbuch.
4.2 Reflexionsauftrag bzw. Leitimpuls für die Reflexionsphase
Station 6 → Wie bist du beim Nachschlagen vorgegangen?
5 Begründung des Kernanliegens aus didaktischer und
methodischer Sicht
5.1 Sachanalyse
Wörterbücher sind Nachschlagewerke, in denen die Wörter einer Sprache nach bestimmten Gesichtspunkten ausgewählt, angeordnet und erklärt sind. 1 Diese Definition zeigt, dass es Wörterbücher unterschiedlicher Art gibt. Rechtschreib-Wörterbücher beinhalten eine Sammlung eines Wortschatzes einer Sprache, die alphabetisch geordnet ist. Sie enthalten Informationen über die Schreibweise von Wörtern, die über die amtlichen Rechtschreibregeln festgelegt sind, die Beugung, die Aussprache, die Groß- und Kleinschreibung, Artikel, Silbentrennung, Formenlehre und Etymologie. 2
1 Vgl.: Baurmann J., Eisenberg P., Kempcke G.: 2001, S.5.
2 Vgl.: Jacksch S.: A. 1.15 , (keine Seitenangabe)
4
In der Grundschule wird ein Wörterbuch mit einer geringen Anzahl an Wörtern benutzt, um die SchülerInnen beim Nachschlagen nicht zu überfordern. Diese Eingangswörterbücher, die insbesondere für die Einführung des Wörterbuchs gedacht sind, sind Grundwortschatzlisten, „(...) die vor allem Auskunft über die Schreibung der Wörter geben und nur wenige Hinweise wie Artikel, Flexionen und Silbentrennung enthalten.“ 3
Die Kinder meiner Lerngruppe verfügen über das Wörterbuch „Von A bis Zett“ aus dem Cornelsen Verlag (2006), welches einen umfangreichen Wortschatz für Grundschulkinder beinhaltet. Dieses Grundschulwörterbuch besteht aus zwei Teilen: einem großen Hauptteil („Zweites Wörterverzeichnis“) und einem vorgeschalteten ersten Teil („Erstes Wörterverzeichnis“). Hinsichtlich der Differenzierung arbeiten die Kinder bereits mit beiden Verzeichnissen.
Die wesentlichen Besonderheiten des 1.WVZ liegen darin, dass alle Flexionsformen alphabetisch eingeordnet sind. Weiterhin verzichtet es auf jede Art von Erklärungen, Erläuterungen, Hinweisen und Weiterführungen. Der Wortschatz ist so angeordnet, dass auf einer Seite höchstens die beiden ersten Buchstaben beachtet werden müssen. Die Zwei- Buchstaben-Kennungen am Kopf jeder Seite dienen der zusätzlichen Orientierung. Diese Besonderheiten kommen dem Anspruch, nur die Nachschlagetechnik zu üben, nach. Der Hauptteil (das 2. WVZ) enthält zusätzliche Angaben zu Wortbedeutungen, zur Silbentrennung, Synonyme sowie markierte Rechtschreibschwierigkeiten.
Ein Grundschulwörterbuch repräsentiert insbesondere für den Deutschunterricht ein wichtiges Nachschlagewerk. Es ist eine zentrale Voraussetzung, um die angestrebte Selbständigkeit der Kinder im Umgang mit Zweifelsfällen in der Rechtschreibung zu erreichen. 4 Dieses Ziel kann allerdings nur dann verwirklicht werden, wenn die Kinder den Gebrauch eines Wörterbuchs intensiv üben, um geeignete Suchstrategien zur Verfügung zu haben, die es ihnen ermöglichen routiniert nach Wörtern zu suchen. „Das Nachschlagen ist ja kein Selbstzweck, es soll bei der Lösung von Aufgaben helfen, ohne die Aufmerksamkeit von der Aufgabe selbst (z.B. vom kreativen Schreiben eines Textes) abzulenken. Nur durch Routine werden die Vorteile des Nachschlagens (Richtigschreibung) gegenüber den Nachteilen (Zeitverlust, Hemmung der Kreativität) überwiegen. Wörterbucharbeit zielt letztendlich auf das Nachschlagen als schulüberdauernde Handlungsweise ab. 5 “ In dieser Einheit sollen die Kinder an Station 6 Wörter, bei denen die Phonem-Graphem-. Korrespondenz nicht eindeutig ist (z.B. Ferien, Pferd) von Kassette hören und aufschreiben. Dabei üben sie zum einen das Nachschlagen an mehreren Stellen im Wörterbuch und zum anderen erfahren sie das Wörterbuch als Hilfsmittel zur Korrektur von Wörtern. Laut Menzel gehören im Rahmen der Wörterbucharbeit das Erlernen des „Zweifelns“ und des Nachschlagens zum Können der Nachschlagetechnik. 6
3 Vgl.: Menzel W., Sandfuchs U.: 1999 S.4.
4 Vgl.: Zeller M.: 2000, S.4.
5 Vgl.: www.ph-tirol.tsn.at/cms/upload/pa-neu/materialien/rsch.pdf , 2006 S. 10.
6 Vgl.: Menzel W.: 2001. S. 15.
5
5.2 Didaktische Analyse
In unserer heutigen Informationsgesellschaft gehört die Fähigkeit, sich eigenständig Informationen zu beschaffen, zu den wichtigsten Voraussetzungen, um sich zurechtzufinden. Um jedoch in Nachschlagewerken an die gewünschten Informationen gelangen zu können, muss die Nachschlagetechnik beherrscht werden: „Das Nachschlagen in alphabetisch geordneten Verzeichnissen aller Art ist [...] eine der wichtigsten Arbeitstechniken zur Informationsbeschaffung.“ 7 Sie stellt eine grundlegende Fähigkeit dar, deren Bedeutung über den Deutschunterricht bzw. die gesamte Schulzeit hinausgeht. In verschiedenen Situationen ist ein gezieltes, zügiges Nachschlagen beispielsweise in Lexika, Telefonbüchern, Autokarten und im Internet eine Entlastungstechnik, die das umständliche „Herumblättern“ ersetzt. 8 Das Wörterbuch hat dabei im Deutschunterricht seinen festen Platz, weil die „Nachschlagefähigkeit eine zentrale Voraussetzung für die angestrebte Selbstständig in der Rechtschreibung darstellt.“ 9
Darüber hinaus ist das Wörterbuch ein unerlässliches Hilfsmittel bei der Rechtschreibung, weil die deutsche Orthographie viele Zweifelsfälle enthält, die selbst geübte Schreiber zum Nachschlagen bewegen. Menzel weist weiterhin darauf hin, dass die Arbeit des Suchens und Nachschlagens mit „Übungen des Fragens und Zweifelns“ erweitert werden muss, denn diese Übungen fördern einen motivierten und sachgerechten Umgang mit dem Wörterbuch. „ Wer zum Beispiel über ein Wort nichts wissen will, keine Frage daran hat oder keinen Zweifel an seiner Schreibung, der wird, selbst wenn er die Technik des Nachschlagens schon gut beherrscht, nicht auf den Gedanken kommen, überhaupt nachzuschlagen.“ 10
Obwohl die Arbeitstechnik des Nachschlagens dazu beiträgt, selbstständiger in der Rechtschreibung, sensibler für mögliche Fehler zu werden und das rasche Auffinden von Informationen erleichtert, wird sie von den Kindern nur selten angewendet. Das langfristige Ziel der Wörterbucharbeit sollte es somit sein, die SchülerInnen mit der Benutzung so vertraut zu machen, dass der Gebrauch zur Routine wird und ihnen weiterhin zu vermitteln, welche Vorteile ihnen dies verschafft. 11 Diese Einheit stellt dementsprechend keine einmalige Unterrichtsreihe dar, sondern es sollen erste grundlegende Fähigkeiten erworben sowie die Nachschlagetechnik intensiv geübt werden.
Eine innere Motivation zum Nachschlagen bedeutet demnach, dass ein Kind aus sich heraus einen Anlass haben muss, um etwas nachzuschlagen. Da die SchülerInnen dieser Lerngruppe noch immer bevorzugt lautgetreu schreiben, ist es wichtig bei ihnen ein Bewusstsein dafür anzubahnen, dass einige Wörter im Anlaut Phoneme enthalten, die von mehreren Graphemen repräsentiert werden können. Die SchülerInnen sollen für dieses Problem sensibilisiert werden und erkennen, dass diese Wörter unter mehreren verschiedenen Graphemen nachzuschlagen sind. Daraus ergibt sich eine Zukunftsbedeutung für die spätere Arbeit mit größeren
7 Vgl.: Menzel W., Sandfuchs U.: 1999, S. 4.
8 Vgl.: Ebd. S. 4.
9 Vgl.: Zeller M.: 2000, S. 4.
10 Vgl.: Menzel W.: 2001, S. 15.
11 Vgl.: Menzel W., Sandfuchs U.: 1999 S.4.
6
Arbeit zitieren:
Stefanie Hiller, 2009, „Wir üben das Nachschlagen mit dem Wörterbuch `Von A bis Zett´.“ - Eine handlungsorientierte Unterrichtsreihe zum systematischen Erlernen der Arbeitstechnik des Nachschlagens, München, GRIN Verlag GmbH
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