Der Paläontologe Jens Lorenz Franzen aus Titisee-Neustadt, früherer langjähriger Mitarbeiter am Forschungsinstitut Senckenberg in Frankfurt am Main, ist der Wiederentdecker der verschollenen Fossilfundstelle bei Eppelsheim unter acht Meter mächigen Deckschichten und Begründer der ersten wissenschaftlichen Grabungen dort. Er leitete Grabungen in Eppelsheim und Dorn-Dürkheim in Rheinhessen, untersuchte und beschrieb Fundstellen und Funde. Kein anderer Wissenschaftler hat so lange und so intensiv in den Ablagerungen des Ur-Rheins gegraben wie er. Maßgeblich war er auch am Aufbau des Dinotherium-Museums in Eppelsheim beteiligt.
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INHALT
Widmung / Seite 5
Dank / Seite 11
Vorwort: Krallentiere am Ur-Rhein / Seite 13
Ein Huftier mit Krallenfüßen / Seite 15
Johann Jakob Kaup:
Der große Naturforscher aus Darmstadt / Seite 55
Das Dinotherium-Museums in Eppelsheim / Seite 63
Der Autor / Seite 73
Literatur / Seite 75
Bildquellen / Seite 77
B ücher von Ernst Probst / Seite 79
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Das Dinotherium-Museum in Eppelsheim (Kreis Alzey-Worms) informiert anschaulich über die exotische Tierwelt am Ur-Rhein vor etwa zehn Millionen Jahren. Im Mittelpunkt der sehenswerten Ausstellung steht ein Abguss des 1835 bei Eppelsheim entdeckten Oberschädels des Rüsseltieres Deinotherium giganteum. „Geistiger Vater“ des Dinotherium-Museums ist der frühere Bürgermeister von Eppelsheim, Heiner Roos (rechts).
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VORWORT
Krallentiere
am Ur-Rhein
An den Ufern des Ur-Rheins lebte vor etwa zehn Millionen Jahren ein seltsames Säugetier. Es hatte eine Körper-proportion wie ein heutiger Gorilla. Seine Vorderbeine waren merklich länger als seine Hinterbeine, weshalb seine Rückenlinie stark abfiel. Obwohl es zu den Unpaarhufern gehörte, trug es keine Hufe, sondern mächtige Klauen an den Vorder- und Hinterfüßen. Wenn sich dieses merkwürdige Geschöpf aufrichtete, um zu fressen, war es bis zu drei Meter hoch. Gefährlich werden konnten ihm allenfalls große Säbelzahntiger oder Bärenhunde. Über diese bizarr aussehende Kreatur namens Chalicotherium goldfussi informiert das kleine Taschenbuch „Krallentiere am Ur-Rhein“ des Wiesbadener Wissenschaftsautors Ernst Probst. Gewidmet ist es dem Paläontologen Dr. Jens Lorenz Franzen in Titisee-Neustadt, Altbürgermeister Heiner Roos in Eppelsheim und der Bürgermeisterin Ute Klenk-Kaufmann in Eppelsheim, die sich - jeder auf seine Weise - um die Erforschung der Tierwelt am Ur-Rhein und um den Aufbau des „Dinotherium-Museums“ in Eppelsheim verdient gemacht haben.
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Dinotheriensand-Fundorte und Rekonstruktion des Verlaufes des Ur-Rheins in Rheinhessen. Zeichnung von Christine Hemm-Herkner nach einer Vorlage des Paläontologen Jens Lorenz Franzen (zum Teil nach Heinz Tobien 1980 und Joachim Bartz 1936)
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Ein Huftier mit Krallenfüßen
Eines der seltsamsten Säugetiere, das jemals in Deutschland gelebt hat, war das krallenfüßige Huftier Chalicotherium goldfussi. Dass dieses merkwürdige Geschöpf im Miozän vor etwa zehn Millionen Jahren auch am Ur-Rhein in Rheinhessen existierte, bewies eine unscheinbare Kralle, die der Darmstädter Paläontologe Johann Jakob Kaup (1803-1873) in einer Sandgrube im Gewann „Jörgenbauer“ bei Eppelsheim entdeckte.
Eppelsheim ist einer der Fundorte mit Ablagerungen des Ur-Rheins. Seine Ablagerungen werden nach dem Rüsseltier Deinotherium (auch Dinotherium) als Dinotheriensande oder nach dem berühmten Fundort Eppelsheim als Eppelsheimer Samde bezeichnet. Dieser so genannte Dinotheriensand-Rhein floss aus dem Raum Worms quer durch Rheinhessen über Westhofen, Eppelsheim, Bermersheim, den Wissberg bei Gau-Weinheim und den Steinberg bei Sprendlingen (Rheinland-Pfalz) auf die Binger Pforte zu. Der damalige Strom berührte nicht - wie heute - die Gegend von Oppenheim, Nierstein, Nackenheim, Mainz, Wiesbaden und Ingelheim.
Kaup gab 1833 bei der ersten wissenschaftlichen Beschreibung von Chalicotherium keinen Hinweis, worauf dieser Gattungsname beruht. Vielleicht bedeutet er „Tier aus dem Kies“ oder „Tier aus dem Kalk“ (griechisch: chalyx = Kalk, Kies, lateinisch: calx = Kalkstein). Mit dem Artnamen Chalicotherium goldfussi ehrte er den Bonner Paläontologen Georg August Goldfuß (1782-1848).
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Arbeit zitieren:
Ernst Probst, 2010, Krallentiere am Ur-Rhein, München, GRIN Verlag GmbH
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