Materialität. Eine Aufführung ist, während sie erfahren wird, totale Präsenz. Alle
sind mitten im Geschehen und zwar ganzheitlich. Die phänomenalen Leiber der Darsteller wie der Zuschauer sind es, die in erster Linie eine Aufführung ausmachen und untersucht werden sollen. Mittels zwar ländlich aussehender, aber eher unauffälliger Kleidung (keine Dirndln!) und einem bis auf wenige Ausnahmen eingefroren-grimmigen Gesichtsausdruck verschafften sich die Körper Aufmerksamkeit, um nicht ganz von ihrer erwartungsgemäßen Semiotik erdrückt zu werden und so ein gleichberechtigtes Miteinander zu sichern.
Semiotizität. Die Wahrnehmung bringt erst Bedeutungen hervor. Assoziationen
drängen sich uns, während des Stückes auf, ganz unkoordiniert, jedem/r die seinen/ihren. Worauf sich konzentrieren hängt ab vom woran denken. Das ist laut Fischer-Lichte die Ordnung der Präsenz.
Konzentriert man sich bewusst auf die fiktive Figur, die der Schauspieler (auch) verkörpert, wäre das die Ordnung der Repräsentation. Wir nehmen in Bezug auf den semiotischen Leib, die fiktive Welt und eine bestimmte Symbolische Ordnung wahr. Die Bedeutungen, die so hervorgebracht werden sind relativ vorhersehbar. Anspielung im Stück: ‚Das Foto ist natürlich gestellt, aber das ist egal, es geht um das Symbol.’
Kommt es zum Umspringen zwischen beiden Ordnungen, erfolgt ein Bruch, eine Art Schwellenzustand. Einerseits kann festgestellt werden, wie willkürlich die eigenen Gedanken abschweifen, andererseits wird bewusst eingelenkt. Der Wahrnehmungsprozess steht plötzlich im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit, nicht die Wahrnehmung selbst.
Ästhetizität. Was tun mit der Auffälligkeit, in deren Licht uns alles, was in der Aufführung geschieht, erscheint? Völlig gewöhnliche Vorgänge, wie das Einschenken von Schnaps, das Schneiden von Würsten etc., werden mit größter Aufmerksamkeit betrachtet, in ständiger Attraktionserwartung, könnte doch jederzeit wieder etwas à la Kürbisaufplatzaktion stattfinden. Dieser permanent gespannte Zustand strengt an. Ständig zwingt uns etwas ins Dazwischen von Realität und Bühne, Gezeigtem und Gesagtem, Ich und
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Arbeit zitieren:
Sandra Folie, 2009, Rabtaldirndln - Aufplatzen: eine Aufführungsanalyse, München, GRIN Verlag GmbH
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Ferdinand- Guenther Pendler
Die Dimension "Sprache" auf der Seite der Gezeigten, Betroffenen,Kolportierten,Verwandten,Unbekannten,Politiker, Privatleute etc. fehlt mir hier doch sehr.
Ein Bilderreigen über eine "Galerie der Stummen",der die "Rabtalerinnen sicher vieles hätten entlocken können.
Wenn sie es denn gekonnt hätten...
So - bleibt nur die fragmentarische Information im Programmheft...
Schade, schade.
am Saturday, July 02, 2011-