2.3 Kombiangebote
Die dritte Möglichkeit besteht in der Entwicklung von Kombiangeboten, z. B.
Produkt und Service oder die Serviceleistungen mit dem Angebot von
Verbrauchs- oder Pflegmaterial zu kombinieren.
2.4 Diversifikation
Die vierte Möglichkeit besteht in der Diversifikation des Angebots. Man
unterscheidet zwischen horizontaler und vertikaler Diversifikation. Bei der
horizontalen Diversifikation wird das Angebot so erweitert, dass es die
Angebotskette für die bestehenden Kunden ergänzt und so zusätzlicher Umsatz
generiert wird.
Bei der vertikalen Diversifikation wird das Angebot so erweitert, dass vor- oder
nachgelagerte Wertschöpfungsprozesse bedient werden können. Das ist dann
neuer Umsatz mit neuen Produkten.
3. Die Entwicklung von Innovationen (intern und extern)
Bei der Suche nach neuen Leistungen und Angeboten können sowohl die
Mitarbeiter, als auch Hersteller/Lieferanten, Kooperationspartner, Kunden und
Interessenten eingebunden werden.
Dass die Mitarbeiter bei der Suche nach neuen Lösungen eingeschaltet werden,
ist selbstverständlich und bereits beschrieben.
3.1 Mit Herstellern/Lieferanten
Weil sich viele Lieferanten zunehmend in den Abverkauf ihrer Produkte bei Ihren
Abnehmern (Wiederverkäufern) einschalten, bietet sich hier die Möglichkeit,
Know-how kostenlos zu erhalten. Erkundigen Sie sich auf jeden Fall, welche
Hilfen zur Vermarktung von den Lieferanten angeboten werden. Wer diese Hilfen
in Anspruch nimmt, sollte allerdings darauf achten, ob für diese Hilfen
Gegenleistungen erbracht werden müssen.
Außerdem ist bei den Hilfen der Hersteller/Lieferanten zu beachten, dass diese
gern ihre eigene Marke/Firma in den Vordergrund stellen. Das sollten Sie auf
jeden Fall vermeiden. Ihr Ziel muss sein, dass die Kunden/Interessenten auf
Grund Ihrer Leistungen, Ihrer Vorteile zu Ihnen kommen und nicht, weil Sie
eine bestimmte Marke anbieten. Bedenken Sie, dass es viele Hersteller gibt,
denen es völlig egal ist. wer ihre Produkte verkauft. Ihr Ziel ist es, dass die
Interessenten die Marke und nicht den Fachmann suchen. Ihr Ziel dagegen
muss sein, dass der Interessent zu Ihnen kommt und sich bei der
Auswahl der Marke von Ihnen beraten lässt.
3.2 Mit Kooperationspartnern
Gemeinsam wird das gesamte Angebot auf Erweiterungsmöglichkeiten
untersucht. Ziel sollte immer ein in sich geschlossenes Full-Service-Angebot sein,
damit Wettbewerber nicht in vor- oder nachgelagerte Arbeiten eindringen
können.
3.1 Mit Kunden
Kunden wissen am besten, was sie brauchen. Also ist es sinnvoll, diese zu
befragen. Das kostet nichts und vermeidet Fehlentwicklungen. Am effektivsten
sind Gesprächsrunden mit wichtigen Kunden und beteiligten Mitarbeitern. Dann
können in einem Gespräch evtl. Probleme, Lösungen und die
dazugehörigen Umsetzungen besprochen werden, siehe Beitrag
„Kundenwünsche erfassen, Kunden befragen“.
3.2 Mit Interessenten/Unbeteiligten
Einer der größten Gemischtwarenkonzerne der Welt, Procter & Gamble, hat auf
seiner Homepage stehen: „Haben Sie eine vielversprechende Innovation, die
helfen könnte, das Leben unserer Verbraucher zu verbessern?“ (Stand
21.07.2010)
Andere Unternehmen und Personen fragen die User, die ihre Seite im Internet
aufrufen, ob sie bei der Lösung eines Problems, bei der Sammlung von
Unterlagen etc. Hilfe leisten können. Die Nutzung dieses Mediums für
Hilfeleistungen von Unbeteiligten bzw. völlig fremden Personen ist zwar noch
nicht alltägliche Praxis, wird aber zunehmen.
4. Die Ausweitung des Geschäftsbetriebes durch Kooperationen
4.1 Kooperationen, leistungsbezogen
Das Wirtschaftsmagazin „brand eins“ titelt im Juli 2010 „Kooperieren Oder
verlieren“. Das ist natürlich übertrieben, aber die Möglichkeiten, die sich durch
sinnvolle Kooperationen ergeben, sind vielfältig, werden aber von
Kleinunternehmern wenig genutzt, weil sie glauben, sie geben einen Teil ihrer
Selbständigkeit auf.
Richtig ist, dass die wettbewerbsfreie Zusammenarbeit -wenn sie funktioniertviele Vorteile mit sich bringt. Allerdings sollte berücksichtigt werden, dass
Kooperationspartner keine Verkäufer, sondern Empfehler sind, die auf Dauer
gleiche oder ähnliche Gegenleistungen erwarten. Deshalb müssen die
gegenseitigen Leistungen konkret fixiert werden, damit Fehlentwicklungen
vermieden werden. Beratung und Hilfe gibt es bei Handwerkskammern als auch
bei den Industrie- und Handelskammern.
Es ist wie mit jedem Neubeginn; wenn es vielleicht beim ersten Mal nicht klappt,
sollte die Flinte nicht ins Korn geschmissen werden, sondern mit anderen
Partnern ein neuer Versuch gestartet werden. Vor allem sollte darauf geachtet
werden, dass untereinander Gleichberechtigung besteht und praktiziert wird.
4.2 Kooperationen, aktionsgebunden
Es gibt ununterbrochen Veranstaltungen von Vereinen, Kommunen,
Organisationen, wettbewerbsfreien Betrieben, bei denen man sich (ergänzend)
einklinken und sich somit neuen Kundenkreisen vorstellen kann. Durchforsten Sie
Veranstaltungskalender, sammeln Sie Programmvorschauen und überlegen Sie,
wie Sie sich dort evtl. einbringen können.
5. Die Gewinnung neuer Kunden
5.1 Empfehlungen
Die einfachste und preiswerteste Methode neue Kunden zu gewinnen ist, sich
empfehlen zu lassen. Empfehlungen haben einen hohen Wirkungsgrad. Hinzu
kommt, dass der gelobte und empfohlene Anbieter bei den Preisverhandlungen
meisten nicht bis auf den letzten Cent ausgequetscht wird.
Denken Sie mal anders: Überlegen Sie, wie viel EURO Sie in den nächsten 6
Monaten für Werbung ausgeben wollen. Nehmen Sie davon die Hälfte und setzen
diesen Betrag als Belohnung für Empfehler ein. Informieren Sie über Ihr neues
Arbeit zitieren:
Hans-Jürgen Borchardt, 2010, 24 Tipps zur Umsatzsteigerung, München, GRIN Verlag GmbH
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