Inhaltsverzeichnis II
Inhaltsverzeichnis
Kurzfassung I
Inhaltsverzeichnis.......................................................................................................... II
Abbildungsverzeichnis IV
Tabellenverzeichnis. VII
1 Einleitung 1
2 Emotionen 3
2.1 Emotionen im Sport 3
2.2 Die Entstehung der Gefühle. 5
2.3 Kognitive Beeinflussung. 6
2.4 Funktionen von Emotionen. 9
2.5 Befindlichkeitsveränderungen nach sportlichen Aktivitäten 12
2.6 Zusammenhang von Belastung und Befinden 14
3 Methode 17
3.1 Beschreibung der Versuchspersonen 17
3.2 Untersuchungsplan. 17
3.3 Versuchsplan. 18
3.4 Die Datenerhebung 19
3.4.1 Aufbau und Beschreibung des Fragebogens 19
3.4.2 Aufbau und Beschreibung des Spielerbeobachtungsbogens 20
3.4.3 Aufbau und Beschreibung der Trainingsdokumentation. 20
3.5 Operationalisierung der Variablen 21
3.6 Gütekriterien 22
3.7 Herleitung der empirischen Hypothesen. 23
3.8 Untersuchungsablauf. 24
3.9 Technik der Datenauswertung 25
4 Darstellung der Untersuchungsergebnisse 26
4.1 Ergebnisdarstellung der Versuchsperson 1 26
Inhaltsverzeichnis III
4.1.1 Darstellung der Mittelwerte 26
4.1.2 Korrelationsanalyse der Trainingsdaten. 29
4.1.3 Korrelationsanalyse der Wettkampfdaten 32
4.1.4 Zeitreihen der Trainingseinheiten 34
4.1.5 Zeitreihen der Wettkämpfe 39
4.2 Ergebnisdarstellung der Versuchsperson 2 43
4.2.1 Darstellung der Mittelwerte 43
4.2.2 Korrelationsanalyse der Trainingsdaten. 46
4.2.3 Korrelationsanalyse der Wettkampfdaten 48
4.2.4 Zeitreihen der Trainingseinheiten 50
4.2.5 Zeitreihen der Wettkämpfe 55
4.3 Vergleich beider Versuchspersonen. 60
4.3.1 Vergleich der Mittelwerte. 60
4.3.2 Vergleich der Korrelationskoeffizienten 62
4.3.3 Vergleich der Zeitreihen. 65
4.4 Zusammenfassung der Untersuchungsergebnisse. 78
5 Überprüfung der Hypothesen. 81
6 Diskussion. 84
7 Literaturverzeichnis 87
Anhang 91
Abbildungsverzeichnis IV
Abbildungsverzeichnis
Abb. 2-1: Weiners attributionale Theorie der Motivation und Emotion (nach Rethorst,
1992, S. 12) ...............................................................................................................8 Abb. 4-1: Zeitlicher Verlauf der Stimmung und des körperlichen Befindens des gesamten Untersuchungszeitraum (N=73) der Versuchsperson 1 ..........................34 Abb. 4-2: Zeitlicher Verlauf der Stimmung und des körperlichen Befindens der gesamten Trainingseinheiten (N=56) der Versuchsperson 1 ..................................35 Abb. 4-3: Zeitlicher Verlauf der Motivationsstruktur, der Erwartungen und dem Merkmal Spaß der gesamten Trainingseinheiten (N=56) der Versuchsperson 1....37 Abb. 4-4: Zeitlicher Verlauf der Stimmung, des körperlichen Befindens und der Spielzeit der gesamten Wettkämpfe (N=17) der Versuchsperson 1........................39 Abb. 4-5: Zeitlicher Verlauf der Leistung der gesamten Wettkämpfe (N=17) der
Versuchsperson .......................................................................................................40 Abb. 4-6: Zeitlicher Verlauf des Spielwirksamkeitsindex der gesamten Wettkämpfe
(N=17) der Versuchsperson 1 .................................................................................41 Abb. 4-7: Zeitlicher Verlauf der Motivationsstruktur, der Erwartung und des Merkmals Spaß der gesamten Wettkämpfe (N=17) der Versuchsperson 1..............................42 Abb. 4-8: Zeitlicher Verlauf der Anstrengungsbereitschaft der gesamten Wettkämpfe
(N=17) der Versuchsperson 1 .................................................................................42 Abb. 4-9: Zeitlicher Verlauf der Stimmung und des körperlichen Befindens der gesamten Trainingseinheiten (N=56) der Versuchsperson 2 ..................................50 Abb. 4-10: Zeitlicher Verlauf der Motivationsstruktur, des Merkmals Spaß und der Erwartungen der gesamten Trainingseinheiten (N=56) der Versuchsperson 2.......52 Abb. 4-11: Zeitlicher Verlauf des Merkmals Ziele der gesamten Trainingseinheiten
(N=56) der Versuchsperson 2 .................................................................................53 Abb. 4-12: Zeitlicher Verlauf der Anstrengungsbereitschaft der gesamten
Trainingseinheiten (N=56) der Versuchsperson 2 ..................................................54 Abb. 4-13: Zeitlicher Verlauf der Stimmung, des körperlichen Befindens und der Spielzeit der gesamten Wettkämpfe (N=17) der Versuchsperson 2........................55
Abbildungsverzeichnis V
Abb. 4-14: Zeitlicher Verlauf der Leistung der gesamten Wettkämpfe (N=17) der
Versuchsperson 2 ....................................................................................................56 Abb. 4-15: Zeitlicher Verlauf des Spielwirksamkeitsindex der gesamten Wettkämpfe
(N=17) der Versuchsperson 2 .................................................................................57 Abb. 4-16: Zeitlicher Verlauf der Motivationsstruktur, des Merkmals Spaß und der Erwartungen der gesamten Wettkämpfe (N=17) der Versuchsperson 2 .................58 Abb. 4-17: Zeitlicher Verlauf des Merkmals Ziele der gesamten Wettkämpfe (N=17)
der Versuchsperson 2 ..............................................................................................59 Abb. 4-18: Zeitlicher Verlauf des Merkmals Anstrengungsbereitschaft der gesamten Wettkämpfe (N=17) der Versuchsperson 2.............................................................60 Abb. 4-19: Zeitlicher Verlauf des Merkmals Stimmung beider Versuchspersonen der
gesamten Wettkämpfe (N=17) ................................................................................65 Abb. 4-20: Zeitlicher Verlauf des Merkmals Spielzeit beider Versuchspersonen der
gesamten Wettkämpfe (N=17) ................................................................................66 Abb. 4-21: Zeitlicher Verlauf des Merkmals Erwartungen beider Versuchspersonen der
gesamten Wettkämpfe (N=17) ................................................................................67 Abb. 4-22: Zeitlicher Verlauf des Merkmals Ziele beider Versuchspersonen der
gesamten Wettkämpfe (N=17) ................................................................................68 Abb. 4-23: Zeitlicher Verlauf des Merkmals Leistung beider Versuchspersonen der
gesamten Wettkämpfe (N=17) ................................................................................69 Abb. 4-24: Zeitlicher Verlauf des Merkmals Spielwirksamkeitsindex beider Versuchspersonen der gesamten Wettkämpfe (N=17)............................................70 Abb. 4-25: Zeitlicher Verlauf der Motivationsstruktur beider Versuchspersonen der
gesamten Wettkämpfe (N=17) ................................................................................71 Abb. 4-26: Zeitlicher Verlauf des Merkmals Stimmung beider Versuchspersonen der
gesamten Trainingseinheiten (N=56) ......................................................................72 Abb. 4-27: Zeitlicher Verlauf des Merkmals körperliches Befinden beider Versuchspersonen der gesamten Trainingseinheiten (N=56)..................................73 Abb. 4-28: Zeitlicher Verlauf der Motivationsstruktur beider Versuchspersonen der
gesamten Trainingseinheiten (N=56) ......................................................................74
Abbildungsverzeichnis VI
Abb. 4-29: Zeitlicher Verlauf des Merkmals Spaß beider Versuchspersonen der
gesamten Trainingseinheiten (N=56) ......................................................................75 Abb. 4-30: Zeitlicher Verlauf des Merkmals Ziele beider Versuchspersonen der
gesamten Trainingseinheiten (N=56) ......................................................................76 Abb. 4-31: Zeitlicher Verlauf des Merkmals Erwartungen beider Versuchspersonen der gesamten Trainingseinheiten (N=56) ......................................................................77 Abb. 4-32: Zeitlicher Verlauf des Merkmals Anstrengungsbereitschaft beider Versuchspersonen der gesamten Trainingseinheiten (N=56)..................................78
Tabellenverzeichnis VII
Tabellenverzeichnis
Tabelle 4-1: Mittelwertangaben zu den erfassenden Merkmalen des gesamten Untersuchungszeitraums (N=73) und die dazugehörige Standardabweichung (s) .27 Tabelle 4-2: Mittelwertangaben zu den erfassenden Merkmalen der Untersuchungstermine aufgeteilt nach Training (56) und Wettkampf (17) und die dazugehörigen Standardabweichungen (s)..............................................................27 Tabelle 4-3: Mittelwertangaben zu den erfassenden Merkmalen der Spielerbeobachtung der Wettkämpfe (N=17) und die dazugehörigen Standardabweichungen (s) .........29 Tabelle 4-4: Darstellung der Korrelationskoeffizienten der erhobenen Variablen der Trainingseinheiten (N=56) und des dazugehörigen Signifikanzniveaus.................30 Tabelle 4-5: Darstellung der Korrelationskoeffizienten der erhobenen Variablen der Wettkämpfe (N=17) und des dazugehörigen Signifikanzniveaus...........................32 Tabelle 4-6: Mittelwertangaben zu den erfassenden Merkmalen des gesamten Untersuchungszeitraums (N=68) und die dazugehörige Standardabweichung (s) .44 Tabelle 4-7: Mittelwertangaben zu den erfassenden Merkmalen der Untersuchungstermine aufgeteilt nach Training (51) und Wettkampf (17) und die dazugehörigen Standardabweichungen (s)..............................................................44 Tabelle 4-8: Mittelwertangaben zu den erfassenden Merkmalen der Spielerbeobachtung der Wettkämpfe (N=17) und die dazugehörigen Standardabweichungen (s) .........45 Tabelle 4-9: Darstellung der Korrelationskoeffizienten der erhobenen Variablen der Trainingseinheiten (N=51) und des dazugehörigen Signifikanzniveaus.................46 Tabelle 4-10: Darstellung der Korrelationskoeffizienten der erhobenen Variablen der Wettkämpfe (N=17) und des dazugehörigen Signifikanzniveaus...........................48
Einleitung 1
1 Einleitung
Wenn man nach dem Motiv zum Sporttreiben fragt, fällt oft die Antwort, weil es Spaß macht. In Anlehnung an Abele und Brehm (1986) treten Befindlichkeitsverbesserungen nach sportlichen Aktivitäten auf. Diese Unterscheiden sich aber nach den Sportarten. Das von mir gewählte Feld der Handballtorhüter unterscheidet sich wesentlich von dem der Feldspieler aller Sportspiele. Nicht nur die räumlichen und die durch das Regelwerk bestimmten Besonderheiten machen den Unterschied zu den Feldspielern aus, so dass diese einen speziellen Aspekt der Sportspiele ausmachen. Während des Spiels sind sie meistens auf sich alleine gestellt und können höchstens durch den zweiten Torhüter Hilfe erhalten. Aber was bedeutet dies für den Sportler, wenn er durch den anderen Torhüter ersetzt wird, weil er heute nicht seinen besten Tag hatte oder der Trainer der Meinung ist, dass der andere Torhüter der Mannschaft mehr Unterstützung bringt. Durch diese Vorgänge werden u. a. negative Emotionen hervorgerufen. Wie man aus Fernsehübertragungen von Fußballspielen kennt werden nach Auswechselungen dem Trainer böse Blicke zugeworfen oder die eine oder andere Flasche wird auf den Boden vor Enttäuschung geworfen. Jeder Sportler verhält sich aber verschieden, so lässt der eine seinen Emotionen freien Lauf und der andere offenbart sein Gefühlsleben kaum. Ich erinnere mich an ein Handballspiel, welches ich während der Verfassung dieser Arbeit im Fernsehen schaute. Es handelte sich um das Viertelfinalrückspiel in der Championsleague zwischen Flensburg und Montpellier, bei dem der Torhüter Jan Holpert eine „Weltklasseleistung“ zeigte und es der Mannschaft von Flensburg gelang einen 15 Tore Rückstand aufzuholen. Fast wäre es der Mannschaft gelungen das Halbfinale zu erreichen, aber in letzter Sekunde konnte der Torhüter einen direkt ausgeführten Freiwurf nicht parieren. Sicherlich lag die Schuld nicht alleine an ihm, aber ich fragte mich, wie er sich jetzt fühlen muss, denn eigentlich konnte er mit seiner Leistung äußerst zufrieden sein. Hätte er den letzten Ball abwehren können, so hätte er seine eigene Leistung krönen können. Durchschnittlich bekommen Handballtorhüter fast 30 Gegentore pro Spiel, dabei können sie etwa 30% der Torwürfe abwehren. Weltklassetorhüter erreichen nicht selten eine Quote von 50% an gehaltenen Bällen. Aber wie mein genanntes Beispiel andeutet, kann es ein einziger Torwurf sein, welcher zwar die Leistung nicht schmälert, aber drastische Auswirkungen auf das Befinden haben kann. Da ich selber Handballtorhüter bin, hat die Thematik für mich ein besonderes Interesse, die psychi-
Einleitung 2
schen Zustände einmal zu erfassen und nach Ursachen für Befindensveränderungen zu suchen. Um dies zu realisieren habe ich mich für eine Langzeitstudie über den Saisonverlauf zweier Torhüter im mittleren Leistungsbereich entschieden. Das Ziel dieser Arbeit ist es, herauszufinden welche Einflüsse das Befinden positiv als auch negativ beeinflussen können. Insbesondere erhoffe ich mir von den Wettkämpfen Aufschluss darüber, welche Ursachen für das Befinden der Torhüter entscheidend sind. Wobei ich davon ausgehe, dass nicht nur die Leistung Auswirkungen auf das Befinden zeigt, sondern auch andere Aspekte zu berücksichtigen sind. Da in dieser Arbeit sowohl Wettkämpfe als auch Trainingseinheiten untersucht werden, erwarte ich Unterschiede in den jeweiligen Ergebnissen. Da ich selber Handballtorhüter bin, kann ich aus eigener Erfahrung sagen, dass man auch mal eine Trainingseinheit absolviert ohne sich dabei besonders anzustrengen oder dabei kein Spaß gehabt hat. Wie sich solche Prozesse auf das Befinden der Versuchspersonen auswirken, möchte ich mit Hilfe von Fragebögen herausfinden. Durch die Erfassung der Daten zweier Versuchspersonen versuche ich Unterschiede der jeweiligen Sportler an gleichen Situationen zu verdeutlichen. Um den Leser ein grundlegendes Verständnis über die Hintergründe der psychischen Befindlichkeit zu geben, befasst sich das zweite Kapitel mit den Emotionen, wobei insbesondere auf ihre Entstehung im Sport eingegangen wird. Des Weiteren werden verschiedene Einblicke in Untersuchungen zu Befindlichkeitsveränderungen nach sportlichen Aktivitäten und zu den Funktionen von Emotionen im Sport geworfen, worunter auch Zusammenhänge zur Motivation aufzuweisen sind.
Nachdem der Leser ein Verständnis über die psychische Befindlichkeit erhalten hat, wird im dritten Kapitel auf die Methodik und Hypothesen eingegangen. Im vierten Kapitel werden die Ergebnisse der erhobenen Daten der Untersuchung dargestellt, wobei die Ergebnisse beider Versuchspersonen zunächst einzeln dargestellt werden, um die individuellen Eigenschaften der beiden Torhüter hervorzuheben, bevor beide Versuchspersonen miteinander verglichen werden. Zum Abschluss dieser Arbeit erfolgt eine Diskussion der Ergebnisse.
Emotionen 3
2 Emotionen
Der folgende theoretische Teil soll ein grundlegendes Verständnis von Emotionen im Sport vermitteln, da dies den Schwerpunkt meiner Arbeit bilden wird. Zuerst wird auf die Begrifflichkeit von Emotion eingegangen und verschiedene Unterscheidungskriterien aufgezeigt. Die Emotionsentstehung im Sport wird unter anderem durch das Vierkomponentenmodell von Reisenzein (1983) und der Attributionstheorie von Weiner (1985) dargestellt. Im Anschluss wird darauf eingegangen, welche Emotionen für sportliches Handeln bedeutsam sind, denn wie die Untersuchung von Sabine Rethorst (1992) zeigt, sind nicht alle Emotionen sportrelevant. Emotionen haben im Sport verschiedene Funktionen, einerseits können sie Motiv für sportliche Aktivitäten sein und andererseits können sie die sportliche Handlung soweit beeinflussen, dass es zu einer Leistungsminderung kommt. An dieser Stelle lässt sich besonders der enge Bezug der Emotion zur Kognition bzw. Motivation aufzeigen. Dafür wird das Handlungsregulationsmodell von Nitsch (1985) herangezogen. Da in dieser Arbeit die Trainingsbelastung mit in die Untersuchung zur Befindlichkeitsveränderung einbezogen wird, erfolgt zum Abschluss dieses Theorieteils ein Einblick in verschiedene Untersuchungen zur Befindlichkeitsveränderung durch sportliche Aktivitäten, wobei auf die Ressourcentheorie von Schönpflug (1991) eingegangen wird.
2.1 Emotionen im Sport
Baumann (1986) definiert den Gesamtbereich unserer Erlebnisse, die als Gefühle, Stimmung oder Affekt auftreten, als Emotion. „Darunter fallen auch Erlebniszustände und -prozesse, die nicht genau mit Worten umschreibbar sind“ (Baumann, 1986, S.84). Nach Gabler, Nitsch und Singer (1986) sind Emotionen „… subjektive Befindlichkeiten (Prozesse und Zustände), die mit Bewertungen der eigenen Situation und physiologischen Erregungs- und Aktivierungsprozessen sowie mit Verhaltensimpulsen verbunden sind“ (Gabler et al., 1986, S. 101). Auch Janssen (1995) definiert Gefühle als „… seelische „Ichzustände“ mittlerer Dauer, die meist ohne willentliche Mitwirkung des Bewußtseins als Reaktion auf ein äußeres (oder inneres) Geschehen mehr oder weniger intensiv auftreten“ (Janssen, 1995, S. 137). Hackfort (1997) weist darauf hin, dass Gefühl und Emotion oftmals synonym verwendet werden. Er betont, dass der Begriff Gefühl
Emotionen 4
mehr auf die Eindruckskomponente (Hackfort, 1997, S. 83), sprich die spezifische Qualität des Erlebnisses verweist und Emotionen auf die Ausdrucks- und Antriebskomponente des Erlebnisses, welches die eigene Situation bewertet, verweisen. Außerdem stellt Hackfort (1997) fest, dass Emotionen physiologische Erregungs- und Aktivierungsprozesse darstellen und mit Verhaltensimpulsen verbunden sind (Hackfort, 1997). Alfermann und Stoll (2005) unterscheiden positive und negative Emotionen und weisen auf die gemeinsame Konsequenz hin. „Es kommt zu einer zentralnervösen Aktivierung und oftmals auch zu nicht leistungsförderlichen, kognitiven Prozessen …“ (Alfermann & Stoll, 2005, S.65). Janssen (1995) betont, dass Emotionen den Kategorien der Qualität, Intensität und Dauer zugeordnet werden können, um sie zu beschreiben. Die Qualität der Gefühle unterscheidet Wundt (1899) nach drei Hauptdimensionen, welche man nach der Valenzdimension (Lust vs. Unlust; angenehm vs. unangenehm), nach der Potenzdimension (Spannung vs. Lösung; stark vs. schwach) und nach der Aktivitätsdimension (Erregung vs. Beruhigung; aktiv vs. passiv) unterscheiden kann. Baumann (1986) erläutert den Zustand der Erregung an dem Beispiel des Vorstartzustands, der von jedem Sportler unterschiedlich wahrgenommen wird. Der Ausprägungsgrad der wahrgenommenen Spannung und Erregung sowie Entspannung und Lösung hängen von der subjektiven Interpretation des Einzelnen ab (vgl. Baumann, 1986, S. 85). Die Kate-gorie Intensität ist das nach Janssen (1995) in der Psychologie am häufigsten untersuchte Merkmal. Er merkt an, dass das Gefühl in Phasen gegliedert ist und unterscheidet eine Vorbereitungs-, Haupt- und Endphase. In der ersten Phase, die Janssen auch als Phase der Stimulierung oder Aktivierung bezeichnet, findet eine Gefühlsentwicklung statt. Janssen (1995) betont, „.. in dieser Phase kann man den Verlauf durch Vorstellungen oder Aktivitäten noch beeinflussen …“ (Janssen, 1995, S. 136). Das Gefühl erreicht in der Hauptphase ihren Höhepunkt der Intensität, welche danach abschwächt. Gabler, Nitsch und Singer (1986) sprechen bei länger andauernden Emotionen von Stimmungen und Affekten, „je weniger die kognitiven Prozesse dominieren und je kürzer das Erleben der Emotion „ungebremst“ dauert…“ (Gabler et al., 1986, S. 101) Für diese Arbeit ist es von Interesse, dass „emotionales Erleben ist zunächst einmal Vorraussetzung sportlichen Handelns, denn das, was motiviert, sind die mit Gefühlsprozessen verbundenen Anreizwerte der vorweggenommenen Folgen der Handlung“ (Gabler et al., 1986, S. 101). Ebenso ist das emotionale Erleben eine wichtige Begleit- und Folgeerscheinung sportlichen Handelns (Gabler et. al, 1986, S. 101).
Emotionen 5
2.2 Die Entstehung der Gefühle
Die Entstehung der Gefühle wurde im 19. Jahrhundert nach James und Lange als Ergebnis einer Handlung angesehen (vgl. Janssen, 1995). Nach diesem Ansatz entwickelt sich das Gefühlserlebnis aus der Situation und der Tätigkeit in dieser Situation. Diese Annahme wurde im 20. Jahrhundert von den Physiologen Sherrington und Cannon erweitert. Sie sind davon ausgegangen, dass Emotionen aus der Veränderung zentralnervöser Erregungsverläufe entstehen, welche weitere Verhaltensweisen auslösen. Schachter und Singer erweiterten diese Theorie Mitte des letzten Jahrhunderts durch eine kognitive Zweikomponententheorie, die der Bewertung der Situation einen besonderen Stellenwert zukommen ließ. Für das Erleben einer Emotion, so betont Rethorst (1992), ist eine physiologische Erregung und eine emotionale relevante Kognition er-forderlich. Die Intensität der Emotion wird durch die Erregung und die Qualität durch die Kognition bestimmt. Die Zweikomponententheorie, so betont Janssen (1995), hat sich in vielen Fällen als zu einfach erwiesen und auch Gabler, Nitsch und Singer (1986) merken an, dass darüber Einstimmung bestünde, das an dem Konstrukt Emotion vier Komponenten beteiligt sind, welche Reisenzein (1983) in seinem Vierkomponentenmodell miteinander verbunden hat. Gabler, Nitsch und Singer (1986) erwähnen, dass folgende vier Komponenten beteiligt sind: Die subjektive Komponente, welche die Befindlichkeit ausdrückt, wenn jemand eine Primaremotion wie Angst erfährt. Die physiologische Komponente, die besagt, dass der subjektive Gefühlszustand durch eine Veränderung des Herzkreislaufsystems und von den elektrophysiologischen Indikatoren gekennzeichnet ist. Die kognitive Komponente, die sich darin zeigt, dass die Situation bewertet wird und Reaktionen entwickelt werden und die vierte Komponente der motorischen Verhaltenstendenzen und Ausdruckserscheinungen, die aus den Handlungstendenzen deutlich werden. Daneben beschreibt Janssen (1995) die vier beteiligten Komponenten wie folgt: 1) Reaktionen des autonomen Nervensystems 2) Situationsanalyse und Handlungsbewertung 3) Spontane Reaktion durch Körper- und Gesichtsausdruck 4) Eigene (und fremde) Reaktionen als Folge von Emotionen
Das Vierkomponenetenmodell nach Reisenzein (1983) ist in die Phase der Aktivierung, der Emotion und der Konsequenz unterteilt. Die Aktivierung wird durch einen Reiz o- der Ereignis ausgelöst. In der Phase der Aktivierung sowie in der Phase der Emotion
Emotionen 6
laufen die ersten drei Prozesse parallel ab (vgl. Janssen, 1995). Dem Modell ist zu entnehmen, dass es gleichzeitig zum spontanen Gesichtsausdruck, zur Bewertung und zur autonomen Reaktion in der Phase der Aktivierung kommt. In der darauf folgenden Phase laufen die Emotionen ebenfalls parallel ab. In der dritten Phase der Konsequenzen kann man die drei Prozesse nicht mehr trennen und der emotionale Zustand veranlasst eigene und fremde Reaktionen. Die entstandene Emotion hat, wie Janssen (1995) betont, nun Folgen für das eigene weitere Verhalten, welche im folgenden Kapitel dargestellt werden.
2.3 Kognitive Beeinflussung
Der Zusammenhang von Emotion und Kognition wird schon in der beschriebenen Zweikomponententheorie von Schachter und Singer (1962) deutlich, bei der die Kognition die Qualität der erlebten Emotion bestimmt (vgl. Rethorst, 1992). Sportliche Leistungssituationen, die mit Erfolg und Misserfolg verbunden sind, rufen bei Sportlern unterschiedlichste Emotionen hervor. Beispielsweise fühlt sich Boris Becker nach einem gewonnenen Tennismatch einfach nur glücklich oder Carl-Uwe Steeb ist nach einer Niederlage enttäuscht. Durch die kognitive Verarbeitung versucht der Handelnde Erklärungsversuche für sein Ergebnis zu finden. Sportler sprechen bei Erfolgen von ihrer guten Verfassung oder führen ihre Niederlage auf Benachteiligung durch den Schiedsrichter zurück, wodurch sie die Ursache für ihr Ergebnis finden wollen. Bierhoff-Alfermann (1986) vermutet, dass Sportwettkämpfe häufig den Anlass für Kausalattributionen bieten. Einerseits aufgrund ihrer besonderen Stellung im Alltagsgeschehen und andererseits, weil sie die Bedingungen für Kausalattributionen bieten. Rethorst und Willimczik (1991) beschreiben im Sinne Heiders (1958) Sportler als „naive Psychologen“, welche Erklärungen für ihr Handlungsergebnis suchen. Durch die kognitive Verarbeitung eines Ergebnisses treten unterschiedlichste Emotionen auf. Einerseits empfinden manche Sportler Enttäuschung über das letzte Ergebnis, andererseits empfinden sie Zufriedenheit über das erreichte Gesamtergebnis im Turnier. Einige Emotionen, wie Stolz oder Ärger, sind an eine Attribution von Ergebnissen gebunden, andere Emotionen sind nur vom Ergebnis abhängig, beispielsweise das Empfinden von Glück nach einem Sieg. Die Annahme von Rethorst (1994), dass verschiedene Personen auf identische Situation mit unterschiedlichen Emotionen reagieren, ist in dieser Arbeit von besonderem Interesse, da zwei Torhüter in identischen Situationen verglichen werden.
Emotionen 7
In der Kognitionspsychologie besteht nach Rethorst die Annahme, dass Gedanken, die sich eine Person über ein Ereignis macht, die Gefühle stark beeinflussen, insbesondere die Qualität und die Intensität der Emotion (Rethorst, 1994). Aus kognitionspsychologischer Sicht sind die Ansätze von Weiner (1985), Vallerand (1987) und Scherer (1992) zur Entstehung von Emotionen im Sport im Anschluss von Leistungshandlungen von Bedeutung. Die drei Modelle gehen davon aus, dass die Emotion abhängig von der kognitiven Bewertung der Situation ist. In Anlehnung an Vallerand (1987) betont Rethorst (1992), dass „… nicht ein objektives Ergebnis - wie ein Sieg oder eine Niederlage in einem Spiel - entscheidend für die Art der ausgelösten Emotion ist, sondern die individuelle kognitive Bewertung dieses Ergebnisses“ (Rethorst, 1994, S.107). Die Autoren Vallerand (1987) und Scherer (1992) verweisen auf den Ansatz von Weiner (1985) und der Annahme, dass „… ein wesentlicher Schritt in der Emotionsdifferenzierung die Ursachen sind, die für das Zustandekommen des Ergebnisses verantwortlich gemacht werden“ (Rethorst, 1994, S.107). Die attributionale Theorie von Weiner unterscheidet sich von der Zwei-Faktoren-Theorie darin, dass sie davon ausgeht, dass bestimmte Attributionen bestimmte Emotionen nach sich ziehen (Rethorst, 1992). In seiner Theorie versucht Weiner die Kognition zu konkretisieren und einen Bezug zu bestimmten Emotionen zu berücksichtigen (Rethorst, 1992, S.8). Rethorst (1992) betont, dass es berechtigt ist von einer Emotionstheorie, die die Erklärung von Emotionen aufgrund von Kausalattributionen beschreibt, zu sprechen. Weiners Theorie ist aber auch eine Theorie der Motivation, auf die in dieser Arbeit nicht eingegangen wird. Der Kognitions- Emotionsprozess wird in Weiners Theorie (s. Abbildung 2-1) durch ein Ergebnis in einer leistungsthematischen Situation, wie wir sie beim Sport vorfinden, in Gang gesetzt. In der ersten Stufe des Modells wird das Ergebnis bewertet, wodurch ergebnisabhängige Emotionen entstehen, die im Allgemeinen positive oder negative Emotionen sind. Beispielsweise wird nach einem Erfolg Glück und nach einem Misserfolg Traurigkeit empfunden.
Emotionen 8
Abb. 2-1: Weiners attributionale Theorie der Motivation und Emotion (nach Rethorst, 1992, S. 12)
Die zweite Verarbeitungsstufe wird ausgelöst, falls das Ergebnis für den Handelnden unerwartet, negativ oder wichtig war. Daneben erwähnt Bierhof-Alfermann (1986) Untersuchungen von Lau & Roussel (1980), die Zeitungsberichte über Baseball- und Footballspiele analysierten und zeigen konnten, dass nach unerwarteten Niederlagen stärker nach den Ursachen gesucht wurde. Weiner nimmt an, betont Rethorst (1994), dass meistens nicht die konkreten Ursachen wie Fähigkeit, Anstrengung, Aufgabenschwierigkeit, Zufall und für den sportlichen Leistungsbereich die Ursachen Tagesform, Schiedsrichtereinfluss und Trainerbetreuung die konkreten Emotionen bestimmen, welche in dieser zweiten Stufe attributionsabhängige Emotionen heißen, sondern generelle Eigenschaften, die in der höchsten Verarbeitungsstufe des Modells die Ursachen für das Ergebnis in die Kausaldimensionen einordnen. Rethorst (1992) merkt an, dass nach Weiner (1985) die anerkanntesten Dimensionen Lokalität, Stabilität und Kontrollierbarkeit sind. Der Faktor Lokation beschreibt, ob die Ursache für das Ergebnis internal oder external zu suchen ist. Die Stabilität bezieht sich auf die Einschätzung, ob die Ursache als zeitlich stabil oder variabel zu bezeichnen ist. Der Faktor Kontrollierbarkeit wird nach neusten Erkenntnissen in eine persönliche und eine externale Kontrollierbarkeit unterteilt (Rethorst, 1994). Kann die handelnde Person die Ursache selbst kontrollieren, so spricht man von persönlicher Kontrollierbarkeit und von externaler Kontrollierbarkeit, sobald die Ursache von anderen Personen kontrolliert wird. In Anlehnung an Weiner er- zeugt die Einordnung der konkreten Ursachen in die Kausaldimensionen differenzierte
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Emotionen. Die durch die Kognition und Emotionen hervorgerufenen Verhaltenskonsequenzen führen dazu, dass empfundener Ärger und die Ursachenerklärung für eine Niederlage dazu führen können, im nächsten Spiel konzentrierter und taktisch klüger zu spielen. Daraus folgert Bierhof-Alfermann (1986), dass besonders unerwartete Niederlagen für den Handelnden erklärungsbedürftig erscheinen, um für folgende Wettkämpfe Verhaltenskonsequenzen vorzunehmen, damit die Wettkämpfe erfolgreich bestritten werden können. Wie die Untersuchung von Rücker, Bierhof-Alfermann und Anders (1985) an Volleyballspielerinnen zeigt, nehmen die Ursachenzuschreibungen nach einem Sieg mit zeitlichem Abstand deutlich ab, dagegen können sie nach einer Niederlage zunehmen, insbesondere in den kontrollierbaren Kategorien. Außerdem hält Bierhof-Alfermann fest, dass Erfolge hauptsächlich internalen und Misserfolge externalen Ursachen zugeschrieben werden.
Nach Rethorst (1994) haben die Ansätze von Weiner (1985), Vallerand (1987) und Scherer (1992) den gemeinsamen Kern, dass „… eine Reflexion des Ergebnisses die emotionale Reaktion beeinflusst ..“ (Rethorst, 1994, S. 108). Vallerand spricht der Ergebnisbewertung jedoch einen höheren Stellenwert zur Entstehung von dimensionsabhängigen Emotionen zu als Weiner, der annimmt, dass diese nur durch entsprechende Kausaldimensionen entstehen.
2.4 Funktionen von Emotionen
Emotionen sind Begleiterscheinungen von sportlichen Handlungen, welche wiederum von Emotionen beeinflusst werden (vgl. Schlattmann & Hackfort, 1991). Das Erleben von positiven Emotionen kann der Grund für sportliche Aktivität sein, aber auch eine Leistungsminderung bedeuten. Ein passendes Beispiel für die Thematik dieser Arbeit wäre meines Erachtens. der überschwängliche Jubel eines Handballtorwarts nach einem gehaltenen Ball, der vor lauter Freude den Ball vernachlässigt und nicht, wie von seinem Trainer gefordert, schnell zu seinem Mitspieler herausspielt, um den Tempogegenstoß einzuleiten bevor sich die gegnerische Mannschaft im Deckungsverband organisiert hat. Schlattmann und Hackfort (1991) merken an, dass der Versuch, die Bedeutung von Emotionen auf die Grundlage einschlägiger theoretischer Ansätze herzustellen, zu der Unterscheidung von Emotion und (sportliches) Handeln sowie von Emotion und Kognition bzw. Motivation führt. Die Bezüge sind nur analytisch voneinander getrennt,
Emotionen 10
weisen jedoch beim sportlichen Handeln Verflechtungen auf. Volpert (1983) fordert ein dualistisches Regulationssystem, in dem ein emotionales und kognitives System zusammenwirken. Das emotionale System ist im Handlungsvollzug vorgeordnet, wobei die kognitiven Prozesse im Bezug auf Emotionen für erfahrens- und lernbedingte Veränderungen von Bedeutung sind. „Sie wirken nicht unmittelbar auf die Emotionen, vielmehr sind sie Mittler im Prozeß des Lernens von Emotionen“ (Volpert, 1983). Für ihn haben Emotionen eine intermediäre Funktion, die das kognitive System entlastet. Nitsch (1982) hat den Zusammenhang von Emotion und Handlung in zwei Theoremen zusammengefasst. Zum einem das Entwicklungstheorem, welches besagt, dass Emotionen durch Handeln entstehen, wobei dies von Handlungserfahrungen abhängt, und zum anderen das Regulationstheorem, welches den Emotionen ihre Funktion erst aus der Handlung zuweist, wobei sie einerseits handlungsregulierend sind und andererseits durch Handeln reguliert werden. Nitsch (1985) konzipierte ein Handlungsregulationsmodell, in dem emotionalen Prozessen ebenfalls vermittelnde Funktionen zu kommen, die sich auf die Person-Umwelt-Kommunikation beziehen. Die vermittelnde Funktion von emotionalen Prozessen bezieht sich zum einen auf den Einfluss von Umweltreizen und -ereignissen auf die individuellen Bedürfnisse und zum anderen auf die Kommunikation zwischen dem Befinden des Individuums und dessen Absichten an die Umwelt. Vor allem im Sportspiel sind nach Wegner (1998) aus psychologischer Sicht zwei Bedingungen in der Person-Umwelt-Beziehung zu berücksichtigen. Wegner betont, dass zum einem der primäre Analysebereich, also das Individuum mit seinen Vorraussetzungen, Fähigkeiten und Fertigkeiten, diese Beziehungsstruktur kennzeichnet, wobei dies nur auf eingeschränkte Spielsituationen im Sportspiel zutrifft. Zum anderen muss der Interaktionsaspekt berücksichtigt werden, denn durch Interaktionen mit Mitspielern und Gegenspielern, die durch den Spielgedanken und informelle Regeln des Spiels weitgehend bestimmt sind, ist das Sportspiel gekennzeichnet. Die Handlungssituation im Sportspiel fordert ständige Entscheidungs- und Kontrollprozesse aufgrund der Komplexität von der Anzahl der Einflussfaktoren und daraus resultierenden Kombinationen und wechselnden Konstellationen (Schlattmann & Hackfort, 1991). Schlattmann und Hackfort betonen, dass durch den Person-Umwelt-Bezug beim Sportspiel Interaktionsmöglichkeiten geschaffen werden, deren Nutzung zum wesentlichen Merkmal von individuellem und gemeinschaftlichem Handeln von Sportspielen wird. Der Umwelt-Aufgabe-Bezug, der nach Schlattmann und Hackfort für die Ausübungs- und Betätigungsform bedeutsam ist, wird im Sportspiel durch unterschiedliche Handlungsstrategien und
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Handlungsmodi deutlich. Wesentlicher Bestandteil des funktionalen Bezugssystems ist nach Schlattmann und Hackfort (1991) die subjektive Situation, wonach die Person sowohl Handlungssubjekt, als auch Subjekt der Emotion ist. Schlattmann und Hackfort gehen davon aus, dass eine Emotion unterschiedliche Funktionen im Handlungsprozess wahrnehmen kann, was auf unterschiedliche funktionale Bezugssysteme hinweist. Sie merken an, dass die Betrachtung der Dimensionen als Handlungssituation als Bezugssystem zur Analyse der Funktion von Emotionen nahe liegend ist. Dies äußert sich zum einen in Form einer Bedeutungsbewertung von Umweltreizen und -ereignissen für die eigene Bedürfnislage und zum anderen in Form der Kommunikation personaler Zustände und Intentionen an die Umwelt. Aus Handlungspsychologischer Sicht verbindet Hackfort (1997) Emotionen eng mit der Definition der Handlungssituation. Dies bedeutet, dass eine Person eine subjektive Perspektive einer objektiv gegebenen Situation einnimmt, wobei Bedeutungseinschätzungen wesentlich für die Initiierung, Aufrechterhaltung oder auch der Abbruch von Handlungen sind. Scherer entnimmt diesem Ansatz, dass Emotionen die Funktion haben, Bewertungen äußerer Reize für den Organismus vorzunehmen. Er folgert, dass der Bewertungsprozess in einer Sequenz kurzfristiger Reizverarbeitungsschritte abläuft, deren Ergebnis die Emotionen determiniert. Die emotionale Erregung wird durch den Bewertungsprozess bestimmt. Scherer geht nicht davon aus, dass Emotionen laufende Verhaltenssequenzen unterbrechen und sich die Aufmerksamkeit auf die Störungsquelle fokussiert, so dass derartige Unterbrechungen nur bei extremen Emotionen auftreten. Demnach fassen Schlattmann und Hackfort (1991) Emotionen als ganzheitliche und unmittelbare Lagebeurteilung auf, auf deren Grundlage kognitive Prozesse erfolgen, die wiederum zu emotionalen Veränderungen führen können. Es ist darauf hinzuweisen, dass Kognitionen nicht nur zur Entwicklung, sondern auch zur Intensivierung führen können (Dörner 1985). Eine Beschäftigung mit Emotionen kann ebenso zu einer Dämpfung des emotionalen Erlebens führen. Oesterreich (1981) sieht in der funktionalen Bedeutung von Emotionen die Bedeutung der Personen die entstehende Handlung nicht nur emotional zu planen, sondern nimmt an, dass sie „aus dem Gefühl“ heraus „richtig“ handeln, als eine Ergänzung zur Kognitiven Kalkulation. Auch verknüpfen einige Autoren, wie Dörner, Reither und Staudel (1983) die Emotionsgenese mit einem Kontrollaspekt, der zu einem Verlust der Empfindung von negativen Emotionen führen kann. Dieser einseitige Ansatz ist aber nicht hinreichend zu den Erkenntnissen zum Flow Erlebnis von Csikszentmihalyi. Schlattmann und Hackfort (1991) betonen, dass Emotionen in sportlichen Handlungen enge Bezüge zur
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Kognition und Motivation aufweisen, wobei Dörner (1985) darauf hinweist, dass Emotionen nicht notwendigerweise mit Motivationen zusammenhängen, aber auch nicht isoliert davon zu betrachten sind. Emotionen dienen seiner Auffassung nach als „Übergangsbefehle für die Verhaltensregulation“ und bestimmen die Form des Verhaltens. Motivationen sollen ein Verhalten, das zum Ziel führt, erzeugen. Der Zusammenhang zwischen Emotionen und Motivation liegt darin, dass Emotionen die Funktion von Mo-tivaktualisatoren haben (vgl. Laucken, 1974). Um im Kontext dieser Arbeit zu bleiben, könnte beispielsweise der Neid des „zweiten“ Torwarts auf den Erfolg des „ersten“ Torwarts zu einer erhöhten Anstrengungsbereitschaft im Training führen. Ebenso haben Emotionen eine motivmodifizierende und motivamplifizierende Funktion. Für den ersten Punkt wäre ein Beispiel die Kontaktmeidung mit seinem Mitspieler, so dass dieser die zusätzlichen Bemühungen nicht bemerkt. Ein Beispiel für so eine motivamplifizierende Funktion wäre die gesteigerte Anstrengungsbereitschaft im Training nach einem Erfolgserlebnis. Auf negative Effekte „positiver“ Emotionen bezüglich des Motivati-onszustands verweisen Kuhl und Schulz (1986), wodurch Erfolg die Motivierung auf neue Aufgaben erschweren kann bzw. die Aufgaben unterschätzt werden können. Er ist der Meinung, dass positive Emotionen im Wettkampf oder danach zu negativen Effekten führen können, die mit einer reduzierten Anstrengungsbereitschaft und Erhöhung der Risikobereitschaft zusammenhängt. Das Ausmaß der Leistungsbeeinträchtigung hängt von der Differenz zwischen dem aktuellen gegebenen und anforderungsgerechten Emotionszustand ab. Der Sportler muss bei Abweichungen von einer optimalen psychovegetativen Funktionslage im Hinblick auf das Erleben positiver Emotionen lernen, die Notwendigkeit leistungsbeeinträchtigender Bedingungen zu regulieren. Nach Kuhl und Schulz (1986) ergeben sich die differentiellen Emotionszustände aus dem Zusammenwirken der Analyserichtungen von Prognosen und dem jeweiligen Motivationszu-stand.
2.5 Befindlichkeitsveränderungen nach sportlichen Aktivitäten
Sporttreiben wird verbunden mit Wohlbefinden, sei es der Stressabbau durch Joggen oder das Wohlfühlen nach einem Besuch im Fitnesscenter. Die Befindlichkeitshypothese nach Abele und Brehm (1986) besagt, dass sich das aktuelle Wohlbefinden im und durch Sport steigern lässt und das Missbefinden vermindert werden könne. In den Un- tersuchungen von Abele und Brehm (1986) sowie in der Untersuchung von Alfermann
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und Stoll (1996) konnte beobachtet werden, dass sportliche Aktivitäten generell eine positive Stimmungsveränderung bewirken. Bei Personen, denen es vor der sportlichen Aktivität nicht so gut ging, trat eine besonders positive Befindlichkeitsveränderung ein (Abele et al., 1966, S. 214). Dagegen haben sich Befindlichkeitsverschlechterungen nicht eingestellt. Ein positives Erleben der sportlichen Aktivität steigert nach Abele und Brehm (1986) zusätzlich die Befindlichkeitsverbesserung. Für die Befindlichkeitsveränderungen ist die Zufriedenheit mit sich selbst wichtiger als die Zufriedenheit mit dem Trainer und anderen Teilnehmern. Hohe physische Belastungen wirken sich auf die Befindlichkeitsveränderung stärker aus als niedrige Belastungen (Abele & Brehm, 1986). Um positive Veränderungen der Befindlichkeit zu erfahren, lässt sich aus der Untersuchung festhalten, muss eine gewisse Anstrengungsbereitschaft vorhanden sein. Da sich subjektive Erfolgserlebnisse positiv auf das Befinden auswirken, darf die Zielsetzung nicht zu hoch sein (Abele & Brehm, 1986).
Abele und Brehm gehen davon aus, dass Menschen ein inter- individuell unterschiedliches Wohlbefindenniveau haben, welches sie versuchen im dynamischen Gleichgewicht zu halten. Dies geschieht durch den Prozess der Auquilibration, die eintritt, wenn das mittlere Wohlbefindensniveau deutlich unterschritten wird und eine Befindlichkeitsverbesserung im mittleren Niveau eintreten soll und zum anderen die Disaquilibration, welche bei Langweile und Monotonie über einen längeren Zeitraum versucht durch Suche nach Spannung und Aufregung das mittlere Wohlbefinden wieder herzustellen. Da Spielsportarten nach Alfermann und Stoll (1996) einen Spannungsbogen enthalten, bieten sie die Grundlage für Disaquilibrations- Effekte. Dies äußert sich durch einen Stimmungsaufbau vor dem Spiel sowie einem Spannungsabbau nach dem Spiel. Untersuchungen konnten zeigen, dass bei Teilnehmern an Spielsportaktivitäten die Erregtheit und Aktivität unabhängig vom Spielausgang nach dem Spiel sinkt, welches als Disaquilibrationseffekt interpretiert werden kann. Dagegen steigen nach Niederlagen und Misserfolgen negative Emotionen, wie Ärger und Deprimiertheit, und bei Erfolgen die gehobene Stimmung. Spielsportarten geben über den Spielverlauf dem Aktiven eine ständige Rückmeldung über Erfolg und Misserfolg. Dabei stellen Alfermann und Stoll (1996) fest, dass bei Trainingsspielen im Fußball nach Erfolg und im Tennis nach Misserfolg überhaupt keine Befindlichkeitsveränderungen festzustellen sind. Ebenso lässt sich bei Trainingsspielen kein Disaquilibrations-Effekt beobachten. Dagegen wird dieser Effekt besonders bei Punktspielen deutlich, wie Alfermann und Stoll (1996) feststellen konn-
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ten. Außerdem lässt sich an ihrer Untersuchung zeigen, dass nach Wettkampfspielen besonders ergebnisabhängige Emotionen auftreten. Durch den Wettkampf werden für den Sportler neue Belastungen erzeugt, so dass ein Spannungsausgleich nicht stattfinden kann. Erfolg und Misserfolg in Wettkampfsituationen beeinflussen die Befindlichkeit positiv sowie negativ. Alfermann und Stoll (1996) folgern aus ihrer Untersuchung, dass der Wettkampfkontext, der einerseits die Chance zu Gewinnen und andererseits die Gefahr des Scheiterns beinhaltet, wichtige Faktoren für die Befindlichkeitsveränderung darstellt.
2.6 Zusammenhang von Belastung und Befinden
Um das Zusammenwirken von Trainingsbelastung und Beanspruchung des Athleten zu erklären fordert, Pickenhain einen synergetischen Ansatz anstelle des einfachen Reiz-Reaktionsmodells. Er betrachtet das Training als einen Teil des sich selbst organisierenden Person-Umwelt-Systems (Wilhelm 1996). Wilhelm (1996) weist darauf hin, dass die mentale Repräsentation, die sich in psychischen Prozessen und Phänomenen äußert, die entscheidende Führungsgröße dieses Systems ist. Wilhelm (1996) betont, dass Pickehain vermutet, dass für den Person-Umwelt-Bezug im sportlichen Training die aktuellen situationsbezogenen Bedürfnisse und Zielstellungen des Sportlers als Ordner fungieren, welche das Zusammenwirken von Belastung und Beanspruchung steuern. Belastungen entstehen durch den hohen Beanspruchungsgrad, dem sich der Organismus aussetzt und nicht durch die Summe der äußeren Faktoren (Wilhelm, 1996). Die psychischen Ordnungsprozesse bestimmen die Systemdynamik und regulieren das System „Athlet“ und die Umweltbedingungen, welche in den Systemprozessen einbezogen werden. Das Training wird nun aus einer umfassenden Sicht betrachtet, welche die Annahme der Belastungssteuerung erweitert und modifiziert, wobei dies mehr als eine von außen und über externe Sollvorgaben gesteuerte Trainingsadaptation bedeutet (Wilhelm, 1996). Wilhelm (1996) merkt an, dass die synergetische Sicht der Annahme dient, dass psychische Prozesse vermittelnd und moderierend auf die Trainingsregulation und Beanspruchung wirken. Anhand von zwei Einzelfallanalysen analysierte Wilhelm (1996) die konkrete Beziehung zwischen der „höheren“ Regulationsebene und der Belastungsbewältigung, wobei im Vordergrund seiner Studie die trainingsspezifische Funktion psychischer Zustände steht. Er betont, dass der subjektive Zustand des Athle- ten zur Entscheidungshilfe dient in welchem Umfang trainiert werden soll. Diese Ent-
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scheidungsfindung beschreibt Eberspächer (1990) als Selbstgesprächsregulation. In dem Modell zur Person-Umwelt-Beziehung im Training verdeutlicht Wilhelm (1996), dass das System „Athlet“ und die Systemstabilität von außen Faktoren aufnehmen können, die sich auf aktuelle psychische Zustände und damit auf die Belastungsbewältigung beziehen. Inwieweit äußere Bedingungen für das System bedeutsam werden, hängt von dem einzelnen Athleten ab. Wilhelm (1996) nimmt an, dass das Befinden die Funktion besitzt das System zu stabilisieren und gibt die Variabilitätsgrenzen der Belastungsbewältigung vor, wobei systemadäquate Belastungen und Beanspruchungen in einer bestimmten Bandbreite toleriert werden. Die Aufgabe des Befindens, so folgert Wilhelm aus der Annahme von Pickenhain (1992), liegt darin, dass die psychischen Prozesse die Interaktion von Belastung und Beanspruchung regulieren. Wilhelm (1996) betont in Anlehnung an die Ressourcentheorie von Schönpflug, dass einem Athleten nur begrenzte Ressourcen zur Bewältigung zur Verfügung stehen, wobei das Befinden die Ressourcen beeinflusst. So erfordert eine hohe Trainingsbelastung einen hohen Ressourceneinsatz, wobei einem Sportler mit hohem Befinden mehr Ressourcen zur Verfügung stehen (vgl. Wilhelm, 1996). Wilhelm erwartete in seiner Untersuchung, dass das Befinden die Bewertung des Trainings verändert und zeigt, dass aktuelle psychische Prozesse die Belastungsbewältigung des Athleten moderieren. In seiner Untersuchung nehmen die psychischen Prozesse Einfluss auf das Beanspruchungserleben insgesamt und spezifisch auf die Trainingsbelastung mit einer Reihe von Trainingsinhalten. Wilhelm konnte zeigen, dass die Athleten den Trainingsumfang der jeweiligen Trainingseinheit in Abhängigkeit vom Befinden veränderten. Des Weiteren zeigen seine Ergebnisse, dass die erlebte Beanspruchung nicht allein durch die Trainingsbelastung, sondern auch durch das Befinden beeinflusst wird. Er konnte zeigen, dass die Ausprägung der Befindlichkeit des Athleten das Beanspruchungserleben umfassender erklärt als die Belastungsmerkmale. Wilhelm fordert eine Erweiterung der Annahme eines einfachen Reiz-Reaktionsmodells von Trainingsbelastung und Beanspruchung durch emotionale Einflussgrößen, wobei noch untersucht werden muss, inwieweit das Befinden als Ordner im System angesehen werden kann. Er betont, dass die Funktion des Befindens auf die Selbstregulation der Person- Umwelt- Beziehung hindeutet. Für diese Arbeit ist es von Bedeutung, dass die Versuchspersonen keine Möglichkeit haben den Trainingsumfang zu steuern. Sie können nur über die Anstrengungsbereitschaft die Beanspruchung regulieren, was aber auf Kritik der Trainer stoßen wird. Somit ist es wichtig, dass neben dem Athleten auch die
Arbeit zitieren:
Sebastian Klink, 2005, Psychische Befindlichkeit im Handball - Zwei Torhüter im Vergleich, München, GRIN Verlag GmbH
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