Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 3
2 Begriffsklärungen für den Kontext dieser Arbeit
2.1 Der Methodenbegriff im engeren Sinne 4
2.2 Definition eines Konzeptes nach Geißler Hege 4
3 Die Inhalte von Empowerment
3.1 Der Vorwurf: Die Defizitperspektive 5
3.2 Die Antwort: Die Philosophie der Menschenstärke
3.2.1 Empowerment als Grundhaltung bzw. Leitidee 6
3.2.2 Empowerment als Prozess 7
4 Die Ziele von Empowerment 9
5 Die Umsetzung von Empowerment
5.1 Der methodische Charakter der Realisierungsstrategien 12
5.2 Methoden bei Herriger 14
5.3 Empowerment-Training: Praxisbeispiel einer Methode 16
6 Zusammenfassung Diskussion 17
7 Literatur 18
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1 Einleitung
„Empowerment kann nicht als eine Methode oder als professionelles Handwerkszeug angesehen werden [...].“ (Stark 1996, S. 159; Auslassung: M.T.) Diese absolute Aussage aus einem zum Thema Empowerment viel zitierten Buch, zum Beispiel in Galuskes „Methoden der Sozialen Arbeit“ (2009, S. 267) und Herrigers „Empowerment in der Sozialen Arbeit“ (2006, S. 251), liefert vom Autor einen klaren Standpunkt darüber ab, in welchem Kontext der Empowermentbegriff offenbar nicht anzuwenden sei. Jedoch wurde ich bei meinen Recherchen zum Thema Empowerment sehr früh damit konfrontiert, dass sich ein Kapitel zu Empowerment im oben aufgeführten Handbuch „Methoden der Sozialen Arbeit“ finden lässt. Ein klarer Widerspruch, der mich dazu veranlasste, mich näher mit der Problematik auseinander zu setzen. Immerhin wird der zunehmend etablierte Begriff „Empowerment“ mittlerweile in vielen Bereichen des Sozial- und Gesundheitswesen, inklusive der Ausbildungsberufe, mit einem gewissen Selbstverständnis verwendet. Und es ist zu vermuten, dass die Verbreitung weiter zunehmen wird. Eine Vorstellung von den Möglichkeiten zur Betrachtung dieses Fachterminus ist daher wichtig. Vordergründiges Ziel dieser Arbeit ist dabei die Bearbeitung der These, dass Empowerment auch methodische Aspekte besitzt, wodurch es den Charakter eines vollständigen Konzept im Sinne von Geißler und Hege bekommen würde. So fordert Galuske zum Beispiel. „Notwendig wäre folglich, den Empowerment-Ansatz methodisch weiterzudenken, d.h. vorhandene Ansätze zu strukturierten Hilfen zur Gestaltung sozialpädagogischer Praxis zu entwickeln.“ (2009, S. 267) Eine Annäherung an die verschiedenen Betrachtungswinkel von Empowerment, also als Grundhaltung oder als Prozess, sowie dessen Ziele werden in den Kapiteln 3 und 4 beschrieben. Das Kapitel 2 beschäftigt sich dafür mit der Klärung der notwendigen Begriffe. Das Kapitel 5 analysiert empowermentbezogene Methoden und ein aktuelles Modellprojekt, welches einen detaillierten Ablauf eines „Empowerment-Trainings“ inklusive seiner Verfahren/Techniken schildert, und dabei die methodische Anwendbarkeit und Relevanz von Empowerment aufzeigt.
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2 Begriffsklärungen für den Kontext dieser Arbeit
2.1 Der Methodenbegriff im engeren Sinne
Definitionen, die den Begriff Methode im engeren Sinne betrachten, beziehen sich ausschließlich auf die Art und Weise der Vermittlung von Inhalten zwischen einzelnen Personen, bewegen sich also auf der Mikroebene. So definiert Schilling Methoden als das „planmäßige Vorgehen zur Erreichung eines Zieles; der erfolgreiche Weg zum Ziel; eine spezifische Art und Weise zu handeln. [...] Methoden sind Formen des Herangehens an Aufgaben zur Lösung von Zielen und/oder Problemen. Methoden sind erprobte, überlegte und übertragbare Vorgehensweisen zur Erledigung bestimmter Aufgaben und Zielvorgaben.“ (Schilling 2008, S. 104f.; Auslassung: M.T.) Unter Methoden im engeren Sinne ist also eine klare Trennung von der Methode zu den Inhalten und Zielen einer Handlung zu verstehen. Gerade die Formulierung „übertragbare Vorgehensweisen“ macht dies deutlich. Auf pädagogische Prozesse übertragen, bedeutet dies eine Trennung von den bewusst gewählten pädagogischen Verfahrensweisen zur Vermittlung von Lernzielen, also den Methoden, und den Fragen des Inhaltes. So wurde es zum Beispiel von Galuske mit Bezug auf Klafki beschrieben (vgl. Galuske 2009, S. 25).
Im Fall des Empowerments sind, wie diese Arbeit noch zeigen wird, die Fragen der Inhalte und Ziele klar mit den Fragen des „wie gelange ich dort hin?“ verknüpft. Und da unsere These die Frage aufwirft, ob Empowerment vielleicht eigene methodische Aspekte besitzt, die sich aus dem Empowermentgedanken heraus oder aus anderen Bereichen stammend entwickelt haben könnten, benötigen wir noch ein erweitertes, subtileres Verständnis vom Begriff Methode.
2.2 Definition eines Konzeptes nach Geißler; Hege
Solche weiter gefassten Definitionen sehen den Methodenbegriff in Abhängigkeit zu den Inhalten und Zielen. Methoden werden dabei zusammen mit Konzept und Verfahren/Technik in einen Rahmen integriert. Dieses Modell
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bezieht sich auf die Autoren Geißler und Hege und wird anhand seiner drei Elemente im folgenden näher erläutert (vgl. Geißler; Hege 2007, S. 20-27) Das Konzept bildet demnach das Dach des Gesamten. Ziele, Inhalte, Methoden und Verfahren werden hier in einen sinnvollen Zusammenhang gebracht. Methoden sind dem Konzept untergeordnet. Unter ihnen versteht man demzufolge die personen- und gegenstandsadäquate Planung eines Vorgehens. Das heißt, sie müssen den jeweiligen Bedürfnissen des Subjektes und der Gesamtheit des Problems angepasst sein. Sind also im Gegensatz zu Schilling nicht beliebig von einer Situation auf die Andere und von einem
Konzept auf das Andere übertragbar. Handlungsgrundsätze eines Konzeptes werden demnach nicht primär durch intuitives Handeln bestimmt, z.B. auf Grundlage einer „Grundhaltung Empowerment“, sondern durch bewusst planvolles, situations- und zieladäquates Handeln (vgl. Galuske 2009, S. 27). Den Methoden sind die Verfahren/Techniken untergeordnet. Sie sind die Einzelelemente von Methoden und unterscheiden sich zu denen durch ihre Komplexität. Einzelne Methoden besitzen demnach ein Portfolio an Verfahren/Techniken.
3. Die Inhalte von Empowerment
3.1 Der Vorwurf: Die Defizitperspektive
Der Vorwurf, der von Seiten der Vertreter des Empowerments an die Adresse der professionellen Helfern gerichtet ist, setzt vor allem am Selbstverständnis des Blickwinkels gegenüber ihren Klienten an. So würden die Klienten als Defizit- und problembehaftete Wesen gesehen, die der Fürsorge der Öffentlichkeit bedürfen.
Entstanden ist dieses „Vorstellungsbild eines defizitären und tief beschädigten Lebens“ (Herriger 2006, S. 67) nach Auffassung der Autoren durch die strukturierte Anwendung von praktischen und theoretischen beruflichen Alltagswissen. Zu finden ist es auf den Ebenen der medizinischen und der sozialtheoretischen Deutungsmuster in Form von Modellen der Körper-Seele-Pathologie und des fehlgeschlagenen Lebensmanagements (ebd., S. 68f.).
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Arbeit zitieren:
Martin Telschow, 2010, Die konzeptionellen Elemente von Empowerment im Kontext von Sozialpädagogik / Soziale Arbeit, München, GRIN Verlag GmbH
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