Gliederung
I. Geschichtliche Einrahmung 3
II. Biographie Otto des I. 4
III. Einleitung 5
IV. Die Thronerhebung Ottos 6
1. Die Designation 7
2. Die Vorwahl 7
3. Die weltliche Thronerhebung 8
4. Die geistliche Thronerhebung 9
V. Krönung und Salbung 10
VI. Das Krönungsmahl 12
VII. Schlusswort 12
VIII. Quellenkritik 13
XI. Quellenverzeichnis 14
X. Literaturverzeichnis 14
2
I. Geschichtliche Einrahmung
Das Deutsche Reich des 10. Jahrhunderts erstreckte sich von der Nordsee in südöstlicher Richtung bis zur Elbe, der die Grenze bis zu der Saalemündung in das Fichtelgebirge folgte. Von dort aus zog sie sich dem Böhmerwald entlang über die Donau hinweg bis zu den Ostalpen. Die südliche Reichsgrenze bildeten die Alpen. Die nordwestliche Grenze zog sich von den Alpen bis zur Mündung der Schelde. 1 Die Bevölkerung, welche ungefähr 3-4 Millionen umfasste, setzte sich überwiegend zusammen aus den Stämmen der Sachsen, der Franken, der Bayern und Thüringer, der Schwaben und der Friesen.
Das Deutschen Reich war zur Zeit Heinrichs I. und Ottos I. durch äußere Konflikte auf das Äußerste bedroht: Die Ungarn verwüsteten mit stetigen Raubzügen immer wieder die östlichen Gebiete; dort erhoben sich die Stämme der Slawen ebenso fortlaufend gegen das Deutsche Reich. Nur mit äußerster Mühe konnten die Heerscharen der Ungarn abgewehrt oder durch Tributzahlungen von einem Angriff abgehalten werden. Erst im Jahre 955 gelang es den Deutschen unter dem Ottonenkönig Otto I. den Ungarn eine vernichtende Niederlage auf dem Lechfeld beizufügen. Ferner wurde das Reich von den aus Norden einfallenden Normannen bedroht, denen man seit 926 tributpflichtig war.
Aber das Deutsche Reich war ebenso durch innere Konflikte bedroht: Zwar wurde Otto 936 einstimmig von den Ersten des Reiches zum König erhoben, jedoch brachen kurz darauf innere Rivalitäten um die Herrscherfolge auf. Sein jüngerer Bruder Heinrich versuchte im Verbund mit den Herzögen von Bayern, Franken und Lotharingen ihn zu stürzen, da sie sich von dem neuen König übergangen oder bei der Besetzung vakant gewordener Posten benachteiligt fühlten. Unterstützt wurde Heinrich hierbei auch von seiner Mutter, der Königin Mathilde, welche ihn lieber als zukünftigen König als seinen - nicht so hübschen und offenen - Bruder Otto gesehen hätte. Auch diese Gefahr konnte nur unter Einsatz aller Kräfte und auch bedingt durch glückliche Umständen, wie etwa der überraschende Sieg über das Heer Giselberts von Lotharingen und dessen Tod, gebannt werden.
Otto benötigte nahezu ausschließlich die ersten zehn Jahre seiner Amtszeit mit der Beilegung innerer Rivalitäten und Aufständen.
1 vgl. R. Holtzmann, Kaiser Otto der Grosse, S.16-20.
3
II. Biographie Otto des I.
Otto wurde am 23. November 912 als Sohn des damaligen Sachsenherzoges und späteren deutschen Königs Heinrich und dessen Gattin Mathilde geboren. Im Jahre 929 heiratete er Edgitha, eine Tochter des englischen Königs Eduard. Dieser Ehe entsprangen zwei Kinder: Liudolf und Liutgard. Im Jahre 936 wurde Otto in Aachen im Karlsdom zum König der Deutschen gekrönt; 962 empfing er in Italien im St. Peterdom die Kaiserkrone. Der Sieg über das Heer der Ungarn 955 auf dem Lechfeld war der größte außenpolitische und ein historischer Erfolg Ottos des I.
Zeitgenössische Geschichtsschreiber gaben Otto aufgrund seiner Erfolge und seiner Kompetenz den Beinamen “der Große“. Der Bischof Thietmar von Merseburg schrieb über Otto den Grossen: „Seit Karl dem Großen hat auf dem Königsthron kein gleichbedeutender Herrscher und Verteidiger unseres Vaterlandes gesessen“. 3 .Anhand dieser Beschreibungen lässt sich die gewichtige Bedeutung Otto des I. für die damalige Zeit, die er einnahm, verdeutlichen. Am 7. Mai 973 starb Otto der Große auf einem Gut in Memleben.
2 Bild aus: www.europäische-akademie-mv.de
3 vgl. B. Schneidmüller, Die Deutschen Herrscher des Mittelalters, S.35.
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III. Einleitung
Die Ottonen hatten einen überragenden Anteil am geschichtlichen Wandel einer Epoche. Nach dem allmählichen, sich Fortschleichenden Zerfall des fränkischen Großreiches besiegelte die Königserhebung Heinrichs - der zuvor bereits von dem karolingischen König Konrad I. designiert worden war - im Jahre 919 das Ende der karolingischen Königsdynastie. Es war aber nicht alleinig ein Wechsel in der Dynastie zugunsten der Ottonen, sondern auch zugleich die Abkehr von dem fränkischen Prinzip der dynastischen Erbteilung, die unter anderem entscheidend für den Untergang des fränkischen Großreiches gewesen war. Durch die bisherige Aufteilung des Reiches unter allen legitimen Söhnen eines Königs war das ehemalige fränkische Großreich zunehmend zersplittert und dadurch auch seiner gebündelten Macht beraubt. Seit Heinrich dem I. herrschte nunmehr die Individualsukzession im Königsamt vor. In dem Deutschen Reich des 10. Jahrhunderts bilden „…volkstümliche Rechtsformen…“ 4 , die ihren Ursprung aus dem Wahlverhalten der Germanen beziehen, die geschichtliche Grundlage bei der Wahl des Deutschen Königs. Bei den Germanen galten die jeweiligen Fürsten als Repräsentanten und “Sprachrohre“ der einzelnen Stämme, die den Willen der gesamten Stammesangehörigen kundtaten und gegebenenfalls auf ein gemeinsames Oberhaupt übertrugen.
Hieraus resultierend spricht man im Mittelalter von einer durch die Fürsten erfolgenden Volkswahl, da die einzelnen Fürsten Vertreter der gesamten Bevölkerung eines Reiches sind. Jedoch ist der Begriff der Volkswahl hierbei nicht in dem heutigen demokratischen Verständnis auszulegen.
4 H. Mitteis, Die Deutsche Königswahl, S.15.
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Arbeit zitieren:
Philipp Wansel, 2004, Die Königserhebung Ottos I., München, GRIN Verlag GmbH
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