Gliederung
1. Einleitung
2. Deserteure der NS-Zeit
2.1. Umgang mit Deserteuren zu NS-Zeit
2.2. Die Überlebenden
2.3. Der Umgang mit den Deserteuren in der Nachkriegszeit und Jahre
sp äter
3. Fazit
4. Literaturverzeichnis
1. Einleitung
65 Jahre ist es nun her, seit der 2. Weltkrieg beendet wurde. Viele Opfer brachte dieser Krieg mit sich, viele starben in diesem kalten grausamen Krieg der für jeden Deutschen dem dieser Teil der Geschichte seines Heimatlandes ein Gesicht trägt. Das Gesicht Adolf Hitlers, der mit seiner Ideologie, die mehr einer Idiotie ähnelte, Menschenmassen zu begeistern wusste. Noch heute nach 65 Jahren sind Zeichen dieses Kriegs zu finden, sei es bei den Denkmälern oder in den Erinnerungen der Generationen, die diese schreckliche Zeit miterlebten. Bücher, Filme, Alte Dokumente, sie alle berichten von dem was damals geschehen war. Doch es gab nicht nur Widerstände und Soldaten, es gab auch die Deserteure, die sich weigerten einen Krieg für einen Mann zu schlagen, der selbst zu feige war seinen Krieg zu kämpfen und immer nur da war wo die sichere Entfernung vom Schlachtfeld zu finden war.
Wer waren diese Menschen, diese Deserteure, die selbst heute noch mit dem Wort Feigheit und Verräter stigmatisiert sind? Waren sie wirklich Verräter und Feiglinge? Oder waren sie vielleicht sogar Helden, die mit ihrem Verrat das Leben vieler unschuldiger Menschen retteten? Was steckte hinter ihrer Flucht und vor allem wie gingen die Nazis mit diesen Menschen um, wenn sie erwischt wurden?
2. Deserteure der NS-Zeit
2.1. Umgang mit Deserteuren zur NS-Zeit
Erfahrungsgemäß rekrutieren sich die Fahnenflüchtigen zum größten Teil aus psychopathischen Minderwertigen[]. Das Hauptkontigent stellen die Gruppen der Stimmungslabilen und Willensschwachen (Haltlosen), daneben spielen auch die Hysterischen und Phantasten eine Rolle 1 So definiert die Militärjustiz was Deserteure sind, Feiglinge die einen viel zu schwachen Willen haben um im Krieg zu kämpfen oder eben geistig verwirrte (Psychopathen).
Selbst in der Bevölkerung wird dieser Irrglauben verstreut und der Hass auf die Deserteure damit geschürrt, das Deserteure der Gemeinschaft die Treue brechen. Doch was sind Deserteure wirklich? Deserteure sind Menschen, die keineswegs psychisch labil sind. Der Beweis dafür liegt besonders in den letzten Monaten des 2. Weltkrieges, wo es vermehrt Fahnenflüchtige gab. Deserteure gab es immer in der Geschichte, immer wenn es Krieg gab. Das Hitler so stark gegen diese Gruppe von Menschen vorgehen wollte, lag allein daran das er glaubte, dass Deutschland den 1. Weltkrieg wegen den Deserteuren verloren habe. Neben den Juden sind sie die Sündenböcke, die er nun versuchte auszulöschen. Hitler artikuliert sich bezüglich der Deserteure so, dass er sagt, dass er den Willen der Volksgemeinschaft ausdrückt und das jeder der sich gegen dem von ihm formulierten Volkswillen verstößt, Treuebruch gegenüber der Gemeinschaft begeht und dies ein Verbrechen sei.
Dies ist jedoch nur ein Schein um den Deserteuren ein schlechtes Gewissen zu machen, und gleichzeitig dem Volk einen Sündenbock für eine verlorene Schlacht präsentieren zu können, denn was Hitler eigentlich sagen müsste, wäre das jeder Deserteur ihm die Treue bricht, schließlich schwor auch jeder Soldat einen Eid auf Hitler und damit seine Treue ihm gegenüber. Bedingungslose Treue schuldete nunmehr der Soldat Hitler persönlich, unabhängig von den Zielen und Handlungen des Führers. 2
1 Ausschnitt aus dem Militärstrafgesetzbuch, aus Deserteure der Wehrmacht Feiglinge - Opfer -Hoffnungsträger?, S. 60, Klartexverlag Essen, August 1995
2 Messerschmidt Manfred, Deserteure der Wehrmacht Feiglinge - Opfer - Hoffnungsträger?, S.60,
Um die Fahnenflüchtigen angemessen zu bestrafen, waren den Juristen scheinbar alle Mittel recht. Sie bogen sich die Gesetzte so zurecht wie sie gebraucht wurden bzw. nutzten die Situation der Deserteure, die meist zu anderen Straftaten greifen mussten, um von dem Kriegsgebiet und der Armee wegzukommen, um ein gnadenloses Todesurteil sprechen zu können. Das MStGB lieferte hierbei die Richtlinien für die Strafzumessung für die Deserteure. §70 war das ihr Instrument um ein Todesurteil nach dem anderen fällen zu können. 35.000 Urteile wurden mit diesem Paragraphen wegen Fahnenflucht gefällt, davon waren 22.000 Todesurteile von denen ca. 15.000 vollstreckt wurden waren.
Dennoch wurden noch längst nicht alle Fahnenflüchtigen erfasst, 10.000 Fälle blieben nicht aufgeklärt. Doch keine der grausamen Strafen konnte die Welle von Deserteure stoppen, die Ende 1944/45 ein Massenphänomen wurde. Alleine in den letzten Kriegmonaten wurde über 100.000 Fälle verzeichnet, was zudem auch ein Beweis dafür ist, dass die Definition von Deserteuren nach den Nazis vollkommen falsch sind. Denn schließlich konnten 100.000 Soldaten keine Psychopathen sein, das würde schließlich bedeuten, dass ein ganzes Heer ausschließlich aus geistig kranken Menschen bestanden hätte. Die Gründe warum Menschen Fahnenflucht begingen waren ganz andere. Zum einen waren es Soldaten die das Kriegsgebiet bereits kannten und nach einem Heimaturlaub oder Lazarettaufenthalt einfach nicht wieder dahin wollten, weil sie den Schrecken vor Ort bereits kannten. Andere wiederum hatten familiäre Probleme, die für sie höhere Priorität hatten als ein Krieg für einen Führer. Oder sie sahen die Auswirkungen des Bombenkriegs in ihrer Heimat und waren geschockt und verängstigt zugleich. Wiederum andere lehnten es einfach ab für Hitler zu kämpfen, dass sie mit seiner Ideologie und Kriegsführung nicht einverstanden waren. Eine andere Gruppe hatte einfach ihren Urlaub überzogen oder kleinere Delikte begangen und fürchteten nun die harten Strafen, der Justiz. Ein kleiner Teil nur von den Deserteuren war tatsächlich Labil, doch dieser Anteil war wesentlich geringer als das Militär und Hitler selbst der Bevölkerung glauben machen wollte.
Klartextverlag Essen, August 1995
Arbeit zitieren:
Christine Hirsch, 2010, Deserteure, München, GRIN Verlag GmbH
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