Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Dark Water
2.1. „Dunkle Wasser“ am Land
2.2. „Flaschenpost“ im Meer
3. Fazit
4. Literaturverzeichnis
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1. Einleitung
Das Wasser ist ein Mysterium und obwohl wir Menschen glauben es zu kennen, birgt es viele Geheimnisse und Gefahren in sich. Man kann das Meer auch wie ein Buch sehen, dass in sich verschlossen Erinnerungen aus alten Tagen birgt, wie z.B. die Überreste der Titanic. Doch genauso gut, birgt es vielleicht die Historie von Orten, die für uns bis in alle Ewigkeiten nichts weiter als Legenden sein werden, so wie Atlantis. Das Meer kann uns wirklich so viele Geschichten erzählen und einige spült es Bruchstückhaft ans Land. Und da setzte Kôji Suzukis „Dark Water“ an, mit den Treibgut, das an Land gespült wird und die Geschichten seiner Besitzer oder seiner Finder erzählt.
Auf Schaurige Art und Weise spinnt er das Wasser in seine Geschichten ein, so z.B. erzählt er die Geschichte von einer Tasche, deren Besitzerin, seit Jahren in einem Wassertank liegt. Er schreibt von Yachten, die vollkommen verlassen auf dem Meer treiben und deren Besitzer fast vollkommen spurlos verschwunden sind. So unterschiedlich die Geschichten in „Dark Water“ auch sind, sie zeigen immer wieder ein und dasselbe auf, dass Wasser mit seiner Tiefe nicht nur dunkler wird, sondern auch mysteriöser, geheimnisvoller und gefährlicher wird, sogar für erfahrene Seemänner. Doch bei seinen Geschichten, lässt Kôji Suzuki immer noch genug Spielraum für die Fantasie des Menschen, was bei ihm den waren Horror ausmacht, denn er inszeniert nur Geschickt das, was in uns die tiefsten und schlimmsten Ängste auslösen kann. Er hinterlässt das Gefühl als würde man durch einen Augapfel aus einer Flasche beobachtet werden.
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2. Dark Water
2.1. Dunkle Wasser am Land
Die Kurzgeschichte „Dunkle Wasser“, trägt nicht nur den gleichen Namen wie das Buch selbst, es ist auch die einzige Geschichte aus diesem Werk, welche verfilmt wurde und für die Kôji Suzuki ein für sich selbst stehendes Drehbuch schrieb. Doch viel hat er nicht geändert, nur das Ende ist bei beiden Geschichten vollkommen verschieden.
In der Geschichte geht es um die Allein Erziehende Mutter Yoshimi, die mit ihrer Tochter in einen Plattenbau zieht. Dort bemerkt sie Recht zeitig, dass etwas nicht stimmt, vor allem als eine Tasche die sie gefunden hatte, immer wieder auf mysteriöse Weise am Fundort auftaucht, obwohl diese weggeworfen wurde. Um ihre Tochter zu beschützen, hinterfragt sie die die Geschehnisse die sich um die Tasche und ihrer Besitzerin dreht. Dabei findet sie die Wahrheit heraus, die vor zwei Jahren in den tiefen des Wassertanks, der das Haus mit Wasser versorgen soll, verschwunden war.
Was sich in jeder Art und Weise, vom Anfang bis Ende durch die Ganze Geschichte zieht, ist das Wasser, welches aus dem Wassertank stammt, oder der Wassertank selbst, der hoch oben auf dem Haus thront. Diese Zeichen bereiten den Leser darauf vor, sich selbstbewusst zu machen, dass Wasser und der Wassertank selbst die Lösung für das Rätsel sind, welches sich in der Geschichte auftut. „Yoshimi Matsubara setzte abrupt ihr Wasserglas vom Mund ab. Aus einem unbestimmten Gefühl heraus hob sie es gegen das Neonlicht und ließ es etwas über ihrer Augenhöhe kreisen. An der Wasseroberfläche waren einige Bläschen zu sehen; außerdem entdeckte Yoshimi unzählige tanzenden Staubpartikel, die zwischen den Bläschen zu hängen schienen.“ 1 Dies sind die ersten Sätze der Kurzgeschichte. Man erlebt bereits hier eine Andeutung auf die dunklen Wasser. Dunkel kann als etwas Schlechtes impliziert werden, genauso wie Staub und Dreck im Wasser, nicht als reinlich oder positiv bewertet werden kann.
1 Suzuki Kôji, Dark Water, S. 15, Wilhelm Heyne Verlag, München, 2004
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Zu diesem Zeitpunkt deutet noch nichts darauf hin, dass es etwas gibt, das verloren scheint, außer der Ehe Yoshimis, aus der ihre Tochter ging. Die einzige die momentan als verloren gelten könnte, wäre Yoshimi selbst, die nichts mehr von Männern wissen will, weil sie sich von ihnen einfach nur verlassen fühlt. „…-von Männern hatte sie ein für alle Mal die Nase voll. Während ihres zweijährigen Zusammenlebens hatte sie sich von ihrem Mann nicht ein einziges Mal beschützt gefühlt. Vor viereinhalb Jahren hatten sie sich getrennt; ein Jahr später war die Scheidung rechtsgültig gewesen.“ 2 Das es aber nicht um Yoshimi direkt geht, die seelisch wohl aus der Welt gefallen ist, in der es mehr als nur sie und ihre Tochter gibt, erfährt der Leser als Yoshimi mit ihrer Tochter auf das Dach des Hauses geht um Wunderkerzen zu verbrennen. Als sie zurück wollen, bemerken beide die Tasche, die neben dem Wassertank liegt. Begeistert, wie es wohl einfach in der Natur der Kinder liegt, rennt Yoshimis Tochter zu der Tasche, die wie folgt beschrieben wird. „Die Tasche war ein billiges Vinylding, mit einem Kitty-Motiv auf der Seite. Der hellrote Kunststoff…“ 3 Wie es in Yoshimis Natur liegt, nimmt sie ihrer Tochter die Tasche weg, die sie gerne behalten würde, was sie ihrer Mutter mehr als deutlich zeigt. Doch Yoshimi sieht die Tasche als Abfall, was die Worte „billig“ und „Vinylding“ nur mehr unterstreichen.
Wie es sich nun für einen Verantwortungsbewussten und ehrlichen Menschen gehört, bringt Yoshimi die Tasche zum Hausmeister, der sie zu den Fundsachen in seinem Büro legen soll. Doch bevor er die Tasche dort ablegt und sie somit nicht mehr das Problem für Yoshimi ist, sieht er nach was sich in der Tasche befindet. Der Inhalt der Tasche ist wieder ein Hinweis auf den Wassertank, denn es handelt sich um Badewannen Spielzeug. Damit also diese Unheimliche Tasche schneller aus ihren Gedanken und denen ihrer Tochter, verschwindet, schlägt Yoshimi dem Hausmeister vor einen Zettel aufzuhängen, damit der Besitzer der Tasche schnell wieder zu seinem Eigentum finden kann. Doch der Hausmeister merkt da schon an, das die Tasche ein Fundstück bleiben wird, da er scheinbar schon eine Ahnung hat, wem diese Tasche gehören könnte. Als er Yoshimis Tochter dann anbietet, dass sie die Tasche haben kann, wenn sich keiner findet, lehnt Yoshimi aber weiterhin ab, weil ihr immer noch nicht wohl dabei ist. Und so kommt es wie es kommen muss, die Tasche landet nach einigen Tagen, in denen der Besitzer nicht auftaucht, im Müll. Beim Leser wird hierbei der Anschein erweckt, dass diese Tasche eine Art Eigenleben führt, indem der Autor die Tasche im Müll platziert und Yoshimi die Person ist, die sie dort „findet“. Die Vermutung, dass die
2 Suzuki Kôji, Dark Water, S. 18, Wilhelm Heyne Verlag, München, 2004
3 Suzuki Kôji, Dark Water, S. 22, Wilhelm Heyne Verlag, München, 2004
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Arbeit zitieren:
Christine Hirsch, 2010, "Dark Water" von Suzuki - eine Analyse, München, GRIN Verlag GmbH
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