Gliederung:
1. Einleitung 1
2. Was ist Framing? 2
2.1 Definition. 2
2.2 Gründe für Framing. 4
2.3 Folgen von Framing 5
2.4 Basisframes. 7
3. Frames im Bereich der Umweltberichterstattung. 9
3.1 Atomenergie 9
3.2 Gentechnik. 11
4. Fazit 13
Literaturverzeichnis. 15
Tabellen- und Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Auszüge aus der Rede Brandts, von Schnitzler markiert (Deutsches
Rundfunkarchiv 2010) 1
Tabelle 1: Basisframes nach Dahinden (2006: 108) 8
Tabelle 2: Frames im Bereich der Atomenergie-Debatte nach Gamson und Modigliani
(Dahinden 2006: 114) 10
Tabelle 3: Medienframes in Gentechnik-Berichterstattung nach Durant, Bauer und Gaskell
(Dahinden 2006: 117) 11
Tabelle 4: Frames im Bereich der Gentechnikberichterstattung nach Kohring und Matthes
(Dahinden 2006: 124) 12
1. Einleitung
Im Kalten Krieg wurde Framing gezielt eingesetzt, um die Geschehnisse auf der jeweils anderen Seite für die eigene Bevölkerung gemäß den vorherrschenden Ideologien aufzubereiten. Karl-Eduard von Schnitzler beispielsweise setzte Aussagen von westdeutschen Politikern ganz bewusst in andere Zusammenhänge. So kommentierte er 1961 die Aussage des damals regierenden Bürgermeisters von Berlin, Willy Brandt, zum Mauerbau: „Was sich am Sonntag ereignet hat, ist keine unmittelbare Bedrohung Westberlins“ (Haus der Geschichte 1998: 50) mit den Worten: „Na bitte. Welche fundamentale Einsicht!“ (Haus der Geschichte 1998: 50). Dabei lässt Schnitzler die Aussage Brandts, dass es sich dabei um einen „Anschlag auf die Moral des deutschen Volkes gehandelt habe“ (Deutsches Rundfunkarchiv 2010, vergleiche Abbildung 1) und weitere äußerst konträre Statements außen vor.
Abbildung 1: Auszüge aus der Rede Brandts, von Schnitzler markiert (Deutsches Rundfunkarchiv 2010)
Nicht immer ist Framing derart offensichtlich. Vielmehr bemerkt man Framing zumeist gar nicht oder kann es nur erahnen. Dennoch ist es gerade im Journalismus ein wichtiges Thema, da es leicht den Vorsatz der objektiven Berichterstattung zunichte machen kann.
Die Hauptfragen dieser Arbeit sind deshalb:
Was ist Framing, warum gibt es Framing und welche Folgen bringt es mit sich, vor allem auf den Journalismus bezogen?
Welche Studien gibt es im Bereich Framing und Umweltberichterstattung und welche Basisframes werden hauptsächlich verwandt?
1
Um diese Fragen zu beantworten, wird Framing zunächst definiert und Gründe, sowie mögliche Folgen von Framing werden aufgezeigt. Anschließend werden Basisframes vorgestellt, um eine Grundlage für den zweiten Teil der Arbeit zu schaffen. Hier werden dann drei Studien vorgestellt, die sich mit dem Thema Framing im Bereich der Umweltberichterstattung beschäftigt haben. Abschließend folgt ein Fazit der Arbeit, in dem die Fragestellungen der Arbeit aufgegriffen wird.
2. Was ist Framing?
Für eine Auseinandersetzung mit dem Framing-Ansatz in Bezug auf die Umweltberichterstattung ist es sinnvoll zu klären, was mit „Framing“ gemeint ist. Daher wird Framing hier zunächst definiert. Anschließend werden die Gründe und mögliche Folgen von Framing erörtert. Abschließend liefert dieser Abschnitt eine Erklärung sogenannter Basisframes, um den Ansatz noch einmal zu verdeutlichen.
2.1 Definition
Da Framing ein relativ junges Forschungsgebiet ist, gibt es noch keine allgemein anerkannte Definition. Vielmehr unterliegen die Definitionen ständigen Wandlungsprozessen aufgrund neuerer Forschungsergebnisse.
Eine mögliche Definition stammt von Entman (2002: 391, Hervorhebung wie im Original): To frame is to select some aspects of a perceived reality and make them more salient
in a communicating text, in such a way as to promote a particular problem definition,
causal interpretation, moral evaluation, and/or treatment recommendation for the
item described.“
Diese Definition nimmt Scheufele (2003: 46) zwar zur Kenntnis, teilt Framing in seiner Definition jedoch noch weiter auf:
„Framing ist ein Vorgang, bei dem ( 1 ) bestimmte Objekte und Relationen zwischen
Objekten betont, also bestimmte Ausschnitte der Realität beleuchtet werden und ( 2 )
bestimmte Maßstäbe bzw. Attribute, die man an Objekte anlegen kann, salient
gemacht werden.“
Im Bereich der ökologischen Nutzung von Gentechnik könnte ein Bericht beispielsweise den Fokus auf der versehentlichen Weiterverbreitung von genverändertem Saatgut legen, oder aber die Vorteile der neuen Technik hervorheben. Der Artikel hat jeweils eine sehr unterschiedliche Aussage und beleuchtet verschiedene Bereiche der Gentechnik.
2
Weiterhin geht Scheufele auf die unterschiedlichen Bereiche ein, in denen Framing eine Rolle spielen kann. Zum Einen lässt sich Framing horizontal einteilen. Hier wird zwischen den Handelnden unterschieden, die sich in die Gruppen Medienschaffender, beziehungsweise Mediensystem, Rezipienten und allgemein Bevölkerung, sowie Akteure des politischen Systems und Politiker einteilen lassen. In die letzte Gruppe fallen auch Akteure aus der Wirtschaft. Framing bezieht sich also nicht nur auf journalistische Tätigkeiten, es können auch das Verarbeiten von Informationen durch Rezipienten oder Versuche anderer Akteure einen bestimmten Sachverhalt mit einem bestimmten Frame in die Öffentlichkeit zu bringen und somit eventuell Beeinflussung auszuüben, gemeint sein. (Scheufele 2003: 47)
Bemüht sich also beispielsweise der Hersteller von genverändertem Saatgut die Berichterstattung eher auf die Vorteile zu lenken, so liegt hier der Versuch von Framing in der Gruppe der Akteure aus Politik und Wirtschaft vor. Der Journalist kann diesen Frame (bewusst oder unbewusst) übernehmen oder selbst einen Rahmen setzen und doch eher über die Nachteile berichten. Der Leser schließlich nutzt beim Lesen auch Frames und wird sich vermutlich in seiner Meinung bestätigt sehen oder eine kritische Haltung gegenüber dem Artikel einnehmen.
Für die Betrachtung von Framing ist zum Anderen die vertikale Ebene von Bedeutung. Hier lässt sich zwischen der kognitiven und diskursiven Ebene, sowie dem Diskursprodukt unterscheiden (Scheufele 2003: 47-48). Da es in dieser Arbeit um Framing in Bezug auf den Journalismus geht, betrachten wir im Folgenden nur die vertikalen Ebenen für Framing in Bezug auf das Mediensystem und lassen die beiden übrigen horizontalen Bereiche außen vor.
Die kognitive Ebene des Framings beschreibt die Existenz eines gemeinsamen Sinnhorizonts. Es kann zumindest für die Bewohner eines Landes oder einer Region angenommen werden, dass sie auf Grund gemeinsamer Erfahrungen, einer gemeinsamen Kultur und Geschichte ähnliche Erwartungen an Dinge haben und damit eine bestimmte, für die meisten Menschen mit dem selben Hintergrund ähnliche Erwartungshaltung an neue Ereignisse einhergeht (Scheufele 2003: 47 und Leonarz 2006: 112). Geht man davon aus, dass die Grundstimmung in Bezug auf Gentechnik in der Bevölkerung eher negativ ist, so wird es einem Journalisten da vermutlich ähnlich gehen.
3
Arbeit zitieren:
M.A. Veronika Streuer, 2010, Frames in der Umweltberichterstattung, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Sexualitätsdispositiv und Bio-Macht in Foucaults „Sexualität und Wahrh...
Politik - Politische Theorie und Ideengeschichte
Hausarbeit, 16 Seiten
Der Begriff der Öffentlichkeit
Philosophie - Praktische (Ethik, Ästhetik, Kultur, Natur, Recht, ...)
Seminararbeit, 13 Seiten
Das Modell deliberativer Demokratie von Habermas
Soziologie - Politische Soziologie, Majoritäten, Minoritäten
Hausarbeit, 21 Seiten
Medien / Kommunikation - Journalismus, Publizistik: Frames in der Umweltberichterstattung ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Medien / Kommunikation - Journalismus, Publizistik: neuer Titel erschienen: Frames in der Umweltberichterstattung
Veronika Streuer hat einen neuen Text hochgeladen
The White Racial Frame: Centuries of Racial Framing and Counter-Framin...
Joe R. Feagin, R. Feagin Joe
Frames of Protest: Social Movements and the Framing Perspective
Hank Johnston, John A. Noakes
Frames of Protest: Social Movements and the Framing Perspective
John A. Noakes, Hank Johnston
0 Kommentare