

Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 2
2. Einfluss auf die Entwicklung des Individuums 2
2.1 Das Jugendalter 3
2.1.1 Ablösungsvorgang vom Elternhaus im Entwicklungsprozess 4
2.1.2 Theorien des Jugendalters 5
2.2 Gruppen, Peers und Jugendkultur 6
2.2.1 Definition von Gruppen 6
2.2.2 Entstehung, Struktur und Funktion von Peergroups 7
2.2.3 Bestimmung und Abgrenzung des Begriffes Jugendkultur 10
2.3 Sozialisation durch Peers 11
2.3.1 Der Einfluss der elterlichen Erziehung bei der Selbstsozialisation 11
2.3.2 Sozialisierende Effekte 12
2.3.3 Selbstfindung in und durch die Gleichaltrigen-Gruppe 13
3. Zusammenfassung 15
4. Literaturverzeichnis 16
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In Zeiten eines Strukturwandels - wie wir ihn gerade in Deutschland bezüglich des Bildungs- und Erziehungssystems vorfinden - stellt sich mehr denn je die Frage, was Kinder und Jugendliche in der Identitätsentwicklung und -findung beeinflusst. Den meisten Personen kämen wohl sofort Schlagwörter wie Medien, Erziehung, Gruppenzwang bzw. Cliquen in den Sinn - aber was heißt das im Speziellen? Ist die Selbstsozialisation eines jungen Menschen etwa nur ein Produkt, determiniert durch das umgebende Milieu und darin vorkommende Personen? Oder sucht sich ein Jugendlicher aktiv und bewusst Quellen, die ihn schließlich zu dem werden lassen, was er als Erwachsener letztendlich darstellt?
Die folgende Arbeit versucht diese Fragen zu beantworten. Dabei wird zunächst geklärt, wie aus einem Kind ein Jugendlicher wird (unter Bezugnahme auf den Loslösungsprozess vom Elternhaus und Theorien des Jugendalters), was eine Gruppe ausmacht und letztendlich wie die Sozialisation durch Peers erfolgt.
Ersichtlich ist in jedem Falle eine staatlich bedingte Entwicklung, durch die den Eltern die Funktion des stärksten Einflusses auf das Kind bzw. den Jugendlichen allmählich entzogen wird.
Die Änderung der Familienstruktur zu Vollzeit-arbeitenden Eltern und ein immer mehr ausgebautes Kinderbetreuungssystem verringern schon im Säuglingsalter den Einflussfaktor der Eltern. Natürlich ist hierbei in keiner Weise ein Vorwurf an vielbeschäftigte und hart arbeitende Paare mit Kindern enthalten, jedoch begrenzt sich die gemeinsame Zeit der Familie auf das Wochenende und eventl. einige Abendstunden. Denn so verbringt bereits der sechs Monate alte Durchschnitts-Säugling den Großteil seines Tages in der Kinderkrippe, bis er dann im Alter von drei Jahren die gleiche Zeit im Kindergarten, anschließend in der Grundschule und schließlich dann an weiterführenden Schulen mit Ganztagsbetreuung verbringt. Demnach sind Kinder und Jugendliche die meiste Zeit ihres Tages also dem Einfluss von Erziehern bzw. Lehrern oder Gleichaltrigen, den sogenannten Peers, ausgesetzt. Der Anteil des elterlichen Einflusses minimiert sich dementsprechend.
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2.1 Das Jugendalter
Besonders stark ist dieser außer-familiäre Einfluss im Jugendalter bzw. während der Pubertät. Denn dann wird von Seiten des Kindes der Wunsch nach gemeinsamer Zeit mit den Eltern zurückgestellt und andere Einflussfaktoren gewinnen zunehmend an Wichtigkeit.
Hierzu sei vorweg grundlegend der Begriff „Jugend“ bzw. „Jugendalter“ genauer betrachtet.
Nach Rückert (vgl. Rückert 1959, S. 33) handelt es sich bei Jugendalter schlichtweg um eine Übergangsphase. Dieser Zustand ist mit Krisen, Konflikten und Spannungen verbunden, die aus der emotionalen Unausgeglichenheit, Haltlosigkeit und Unsicherheit des Heranwachsenden resultieren. Lewin formulierte diese Ideen in seiner Feldtheorie, die das Zusammenspiel von Individuum und Umwelt in verschiedenen Phasen der Entwicklung bezeichnet (vgl. Naudascher 1977, S. 53 ff.). Anderweitig wird die als Jugend deklarierte Lebensphase auch als Moratorium bezeichnet, wobei es sich um ein psychologisches Stadium handelt, in der sich das Individuum als Grenzmensch zwischen Kindheit und Adoleszenz befindet (vgl. Naudascher 2003, S. 142).
Allgemein gehalten kann diese Phase in verschiedene Stufen differenziert werden, wie es die nachfolgende Abbildung 1 anschaulich darstellt:
Abbildung 1: Phasenbezeichnung und entsprechende Alterszugehörigkeit nach Geschlecht (erstellt nach
Zimmermann 2003, S.167)
Die höchste Stufe dieser Kategorialisierung - die Post-Adoleszenz - kann vom Einzelnen jedoch nur durch das Erfüllen bestimmter, erwachsenenspezifischer Entwicklungsaufgaben erreicht werden.
Bevor es allerdings dazu kommen kann, wirken bereits zuvor verschiedenste Faktoren auf das Kind ein und der Heranwachsende durchläuft einen langen Weg zu erfüllender Bedingungen, Erwartungen und Aufgaben, um einen Platz in der Welt der Erwachsenen
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und somit der Gesellschaft zu erlangen. Einer der ersten Schritte ist hierbei u.a. die Loslösung von den Eltern.
2.1.1 Ablösungsvorgang vom Elternhaus im Entwicklungsprozess
Diese Distanzierung beinhaltet zunächst eine körperliche Entwöhnung, der daraufhin eine psychische folgt (vgl. Rückert 1959, S. 47). Jedoch kann man den Beginn dieser Prozesse nicht an einem bestimmten Zeitpunkt manifestieren. Er ist abhängig von einer Vielzahl an Faktoren und deren Zusammenspiel (wie z.B. die „soziale Herkunft“ oder eine „emotional überspannte Eltern-Kind-Beziehung“(Rückert 1959, S. 48). Wie bereits erwähnt, ist diese Ablösung ein zentraler Punkt im Entwicklungsprozess vom Kind zum Jugendlichen, wie auch vom Jugendlichen zum Erwachsenen. Diese beiden Übergänge werden als Statuspassagen bezeichnet und sind wichtige „Markierungspunkte in einem für „normal“ gehaltenen Lebenslauf“ (Hurrelmann 1985, S. 39). In solchen Statuswechseln werden an das Individuum verschiedene Aufgaben und Erwartungen gestellt, die es zu bewältigen gilt, um dadurch allmählich einen Platz in der Gesellschaft zu finden und an ihr aktiv partizipieren zu können. Hierbei spielen wiederum die Entwicklungsaufgaben der jeweiligen Lebensphasen einen entscheidenden Part.
Natürlich ist die Ablösung vom Elternhaus nicht nur von Bedeutung, um letztendlich als vollwertiges Mitglied der Gesellschaft zu gelten. Auch für die individuelle Selbstentfaltung stellt diese Phase einen entscheidenden Punkt im Verlauf des gesamten Entwicklungsprozesses dar. Aus einer erfolgreichen und angemessenen Loslösung resultiert eine starke, gefestigte und selbstbewusste Persönlichkeit mit positiv ausgeprägtem Selbstwertgefühl. Um dies zu erreichen ist ein Zusammenspiel von Eltern und deren Konterpart - der Gleichaltrigen-Gruppe - von Vorteil. Dieses ist allerdings nur möglich, „wenn a) der Jugendliche ein realistisches Selbstkonzept entwickeln konnte, b) und/oder zwischen den Normen der Eltern und seiner Peer Group keine unüberwindbaren Differenzen bestehen, c) und/oder wenn dem Jugendlichen sachliche Kriterien zur Beurteilung seiner eigenen Meinungen und der von Anderen zur Verfügung stehen, d) und/oder wenn Cross-Pressure-Situationen reflektiert in gemeinsamen Bemühen von Eltern und Jugendlichen angegangen werden“ (Naudascher 2003, S. 136). Ist dem jedoch nicht der Fall, kann es zu fatalen Folgen in der
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Arbeit zitieren:
Manuela C. Müller, 2007, Neue Sozialisationsagenten, München, GRIN Verlag GmbH
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