Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 5
1.1. Problemstellung und Forschungsfrage 5
1.2. Aufbau und Recherche / Methode 6
2. Aufbau der Arbeit 7
2.1. Begrifflichkeiten 8
2.1.1. Sex / Gender / Gender Mainstreaming 8
2.1.2. Doing gender beim Essverhalten 9
2.1.3. Essen vs. Ernährung 10
2.1.4. Gesunde Ernährung 10
2.1.5. Ernährungsbedingte Krankheiten 11
2.1.6. Adipositas 12
2.1.6.1. Psychosoziale Folgen von Adipositas 12
2.1.6.2. Risikofaktoren für Adipositas 13
2.1.7. BMI (Body-Mass-Index) 14
2.1.8. Prävention 16
2.2. Grundlegende Annahmen und Konstrukte 16
2.2.1. Entwicklung der Geschlechtsidentität 16
2.2.1.1. Erklärungsansätze für die Entwicklung der Geschlechtsidentität 17
2.2.2. Entwicklung des Essverhalten 18
2.2.3. Pränatale Prägung 19
2.2.4. Postnatale Prägung 20
2.2.5. Mere Exposure Effekt 20
2.2.6. Spezifisch-sensorische Sättigung 21
2.2.7. Essen und Emotionen: Geschlechtsunterschiede 23
2.2.8. Kognitive Steuerung 25
2.3. Gesundheitspsychologische Theorien und Ernährungsverhalten 25
2.3.1. Health Belief Model (Einstellungsmodell) 25
2.3.2. Sozialkognitive Theorie von Bandura 26
2.4. Ernährung der Vorbilder: Männer und Frauen in Österreich 26
2.5. Ist-Situation Ernährung Jungen und Mädchen in Österreich 28
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3. Therapiekonzepte für adipöse Jungen und Mädchen 29
3.1. Ernährungsmanagement 29
3.2. Sport und Bewegung für Jungen und Mädchen 30
3.3. Verhaltenstherapeutische Ansätze für Jungen und Mädchen 31
3.4. Ernährungserziehung / Ernährungswissen 32
4. Adipositas Prävention im Kindesalter: Settingbezogene Maßnahmen 34
4.1. Schulbasierte Prävention der Adipositas 35
4.1.1. Ansatzpunkt Sportunterricht 36
4.1.2. Ansatzpunkt Ernährung in der Schule 37
4.1.3. Ansatzpunkt Familie bzw. Eltern und Schule 38
5. Schluss / Fazit 38
6. Praxisleitfaden 40
7. Literaturverzeichnis 41
8. Internetadressen 43
9. Abbildungsverzeichnis 44
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1. Einleitung
Ein Blick in ein Klassenzimmer einer österreichischen Volksschule verrät es: jedes 4. Bis 5. Kind leidet bereits in jungen Jahren an einer massiven Essstörung (http://www.wissenmachtgesund.at/gesundheit/ernaehrung.html#c303 / 18.08.2010). Wird dann noch der Blick in das Innere einer Jausenbox eines der Kinder gestattet, wird schnell klar, woher das Zuviel auf den Rippen kommen könnte. In diesem Zusammenhang drängt sich die Frage auf, wie es sein kann, dass trotz der ständigen Medienpräsenz des Themas „gesunde Ernährung“ das Übergewicht (Adipositas) sogar bei den Kleinen ein so großes Problem darstellt. Welche Faktoren beeinflussen das Ernährungsverhalten bzw. welche Faktoren müssen berücksichtigt werden, um eine tatsächliche Verhaltensänderung in Bereich der gesunden Ernährung herbei zu führen?
1.1. Problemstellung und Forschungsfrage
Jede/r kennt das Problem in der einen oder anderen Weise. Ein Verhalten, das man sich über die Jahre angewöhnt hat, ist nur mehr sehr schwer zu ändern. Dies bezieht sich selbstverständlich auch auf das Ernährungsverhalten. Bei Kindern ist der Zeitraum, in dem sie sich etwas angewöhnt haben allerdings noch nicht sehr groß und daher könnte man diesem Umstand ausnutzen und eine Änderung des Essverhaltens früher und möglicherweise mir weniger Aufwand herbeiführen. Leider trifft diese Aussage nur bedingt zu, denn ganz so einfach ist es leider auch bei den Kindern nicht. Die Statistiken bringen es zu Tage das Kinder, obwohl ihnen bekannt ist, welche Speisen als gesund oder ungesund eingestuft werden trotz allem sich sehr ungesund ernähren und somit ein hohes Risiko in sich tragen an Folgeerkrankungen bereits im Kindesalter als auch im Erwachsenenalter zu erkranken. Ziel dieser Bachelorarbeit ist es, Möglichkeiten aufzuzeigen, die das Essverhalten der Kinder nachhaltig verbessern, um somit in weiterer Folge ein besseres und länger anhaltendes Wohlbefinden herbeizuführen. Aus diesem Grund lautet meine Forschungsfrage: „Wie kann das Ernährungsverhalten von Jungen und Mädchen im Volksschulalter positiv beeinflusst werden?“
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1.2. Aufbau und Recherche / Methode
Um meine Forschungsfrage beantworten zu können, mußte ich mich zunächst ausgiebig mit Statistiken zu diesem Thema beschäftigen um herauszufinden, ob überhaupt eine Relevanz für das Thema vorliegt! Bereits nach kurzer Recherche stieß ich auf die Antwort dieser Frage. Die Relevanz war eindeutig gegeben, da Ernährungsfehlverhalten in großem Maß bei den Kindern vorkommt und sogar noch am Steigen ist. Weiters ist das Ernährungsverhalten nicht leicht änderbar, da es sehr komplexen Einflüssen unterworfen ist. Aus diesen beiden Gründen sah ich die Relevanz meines Themas gegeben und vertiefte meine Recherchen in diesem Bereich. Zunächst suchte ich in Datenbanken nach relevanter Literatur, hatte aber in der Anfangszeit noch wenig Erfolge vorzuweisen, da ich schnell merkte, daß die Studien aus z.B. China oder Amerika aufgrund der andersartigen Kultur nicht auf Österreich übertragbar waren. Ich schränkte daher die Suche auf deutschsprachige bzw. hauptsächlich österreichische Studien ein. Aufgrund der Schwerpunkte „Psychologie“ und „Gender“ mußte ich ebenfalls feststellen, daß hierzu noch wenig Literatur zur Verfügung stand. Dennoch konnte ich einige Bücher ausfindig machen, die das sehr aktuelle Thema „Gender“ bzw. die psychologischen Entwicklungen und Hintergründe der Ernährung ausgiebig behandelten die mich dann anhand der Literaturverzeichnisse zu weiterer für dieses Thema relevanter Literatur brachten. Je tiefer ich die Materie einstieg desto mehr Literatur konnte ich finden und wurde sozusagen von einer Studie zur anderen weitergeleitet. Die Suche in den Datenbanken CINAHL und PUBMED wurde im Zeitraum von April bis Juli 2010 durchgeführt, bei denen folgende Aspekte berücksichtigt wurden: 1. Als Basis für die Literaturrecherche dienten die Schlagwörter aus der Fragestellung.
2. Die Suche erfolgte in den Datenbanken in englischer Sprache 3. Die Bool’schen Operatoren AND und OR wurden als Hilfsmittel verwendet.
Im ersten Teil der Suche wurden folgende Hauptschlagwörter miteinander kombiniert. Diese waren:
Limits: in den letzten 5 Jahren und Schwerpunkt Psychologie
Leider lieferten die Datenbanken Pubmed (6) und Cinahl (36) nur wenig Literatur vor allem kaum deutschsprachige Studien zum Thema. Im zweiten Teil der Literatursuche kombinierte ich folgende Hauptschlagwörter miteinander:
Limits: in den letzten 5 Jahren und Schwerpunkt Psychologie
Diese Suche lieferte mir Studien über Adipositastherapien im Kindes und Jugendalter. Ich konzentrierte mich hauptsächlich auf die Techniken der Verhaltenstherapie in diesem Alter.
2. Aufbau der Arbeit
Die Arbeit ist so aufgebaut, dass zunächst wichtige Begrifflichkeiten sowie zugrundeliegende psychologische Annahmen genauer erläutert werden um einen Ausgangspunkt für die folgenden Kapitel zu bilden. Im darauffolgenden Kapitel werden die Therapiemöglichkeiten für adipöse Jungen und Mädchen beschrieben, um dann die derzeit vielversprechendsten Präventionsprogramme vorzustellen, die derzeit in Österreich in diesem Bereich durchgeführt werden.
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2.1. Begrifflichkeiten
In diesem Kapitel werden zum besseren Verständnis folgende Fachbegriffe klar definiert und erläutert:
- Sex / Gender /Gender Mainstreaming
- Doing gender beim Essverhalten
- Essen vs. Ernährung
- Gesunde Ernährung (lt. DGE und lt. WHO)
- Ernährungsbedingte Krankheiten
- Adipositas
- Body-Mass-Index (BMI)
- Prävention
2.1.1. Sex / Gender / Gender Mainstreaming
Jedem/r ist klar, dass es einen eindeutigen Unterschied zwischen Jungen und Mädchen gibt, nämlich die Geschlechtsunterschiede. Diese Geschlechtsunterschiede (engl.: sex) sind jedoch nur ein Blickwinkel von mehreren, wenn man versucht einen Unterschied im Ernährungsverhalten zwischen Jungen und Mädchen zu finden. Unbedingt mit einzubeziehen ist ebenso das soziale Geschlecht (engl.: gender), also die Lebensbedingungen von Mädchen und Jungen, ihre Rollenerwartungen, Werte, Macht und Einfluß (vgl. Kolip/Altgeld, 2006, S.16). Mainstreaming bedeutet laut Kolip und Altgeld, dass etwas, das bisher wenig Beachtung fand, nun in den Vordergrund gerückt wird. „Gender Mainstreaming“, ein Begriff der mittlerweile in aller Munde ist, hat im Gesundheitswesen eine Doppelfunktion. Zum einen hat es zur Aufgabe eine Chancengleichheit zwischen den Geschlechtern in allen gesundheitsrelevanten Bereichen herzustellen und zum anderen muss es den geschlechterspezifischen Versorgungs- und Präventionsbedarf ermitteln (vgl. Kolip/Altgeld, 2006, S.16).
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2.1.2. Doing gender beim Essverhalten
„Wenn Männer und Frauen das Gleiche tun, ist es noch lange nicht Dasselbe“ (vgl. Monika Setzwein in Kolip/Altgeld (Hrsg.), 2006, S. 48) Alltägliche Zuordnungen von Verhaltensweisen zu typisch „männlich“ und typisch „weiblich“ kennen wir zu genüge. Wie kommen diese aber zustande und was bedeutet in diesem Zusammenhang doing gender? Doing gender in Bezug auf das Essverhalten heißt, dass der Mensch ein zwanghaftes Interesse daran hat, mit seinem Essverhalten eindeutig auszudrücken welchem Geschlecht er angehört (vgl. Setzwein in Kolip/Altgeld, 2006, S. 46). Als Beispiel wäre hier die schon lange bekannten und in der Gesellschaft verankerten Verhaltensweisen in bezug auf Essen zu nennen die den Männern und Frauen zugeordnet werden. Männer haben demnach eine besonders ausgeprägte Vorliebe für energiereiches sogenanntes rotes Fleisch oder Alkohol bzw. Frauen eher das Verlangen nach vegetabiler Kost, wobei bei den Frauen Aspekte wie Kaloriengehalt und Gesundheitswert einen besonders hohen Stellenwert einnehmen. Geschlechtsstereotype Zuordnungen spiegeln sich oft auch in der Namensgebung der Speisen wieder, wie z.B. das deftige „Jägerschnitzel“ oder die Süßspeise „Birne Helene“ (vgl. Setzwein in Kolip/Altgeld, 2006, S. 47). Die Gesellschaft verlangt von den Männern, dass sie das starke Geschlecht darstellen und die Frauen sollen ihre seit Jahrhunderten zugeordneten Wesenmerkmale wie z.B. liebevoll und zurückhaltend und schwach sein weiterhin der Gesellschaft präsentieren, um nicht negativ aufzufallen bzw. um angepasst zu sein. Es ist also nicht verwunderlich, wenn Männer eher „starke“ Lebenmittel bevorzugen wie z.B. das Fleisch von einem Ochsen und die Frau eher das „zarte“ Gemüse wie Spargel. Auf dieser Grundlage basierend und bestätigt durch den „Österreichischen Ernährungsbericht 2008“, kann davon ausgegangen werden, dass diese kulturellen und gesellschaftlichen Männlichkeits- und Weiblichkeitskonzepte wie sie von Monika Setzwein genannt werden, ständig unbewußt in den Alltag integriert werden und den Kindern somit vorgelebt werden.
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Arbeit zitieren:
Silvia Lackner, 2010, Wie kann das Ernährungsverhalten von Jungen und Mädchen im Volksschulalter positiv beeinflusst werden?, München, GRIN Verlag GmbH
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