Ruhr -Universität Bochum
Historisches Institut
Kriegsfolgenbew ältigung in Europa nach 1945
Inhaltsverzeichnis :
1. Einleitung Seite 3
2. Der Marshall-Plan Seite 3
Seite 3 4
2.1. George C. Marshall, Jr.
Seite 5 6
2.2. Entstehung des Marshall-Plans
Seite 6 10
2.3. Konzepte und Vorschläge zur Umsetzung des
europ äischen Wiederaufbauprogramms
Seite 10 12
2.4. Entwicklungstendenzen nach der Harvard Rede und die
Sichtweise Europas
Seite 12 15
2.5. Der langfristige Plan für Europa
Seite 15 16
2.6. Die Umsetzung des Marshall-Plans und die
Auswirkungen auf die europäischen Länder
3. Der Marshall-Plan und der Beginn des Kalten Krieges Seite 16
3.1. Beginn des Kalten Krieges Seite 16 - 18
Seite 18 20
3.2. Bedeutung des Marshall-Plans im Kalten Krieg
4. Analyse der Lage Europas nach dem Seite 20 - 21
Zweiten Weltkrieg
Seite 21 23
5. Fazit
1. Einleitung
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Die folgende Arbeit befasst sich mit der Entwicklung Europas und deren Beeinflussung durch den Marshall-Plan. Es soll die Frage geklärt werden inwieweit der Marshall-Plan die Entwicklung Europas wirtschaftlich und politisch beeinflusst hat und ob er die Teilung Europas in einen westlichen, also durch die Alliierten beeinflussten Teil und in einen durch die Sowjetunion beeinflusstes Teil bezweckt und gefördert hat. Die zentrale Frage, die diese Arbeit klären will lautet: Ist die Teilung Europas durch den Marshall-Plan begünstigt und gewollt gewesen. Hat die USA ausschließlich das Ziel durch die Unterstützung Europas Leid und Elende zu lindern und zu verhindern, dass es nochmals zu einem solchen Weltkrieg kommen kann, oder waren auch noch weniger publizistischen und uneigennützige Ziele Hintergrund des Marshall-Plans. Zum Beispiel muss die Frage geklärt werden, wie wichtig die wirtschaftliche Situation der USA nach dem Zweiten Weltkrieg für den Marshall-Plan war, aber auch welche Rolle der aufkommenden Konflikt mit der Sowjetunion bei der Entscheidung und Planung des Marshall-Plans spielte. Hierzu muss zunächst geklärt werden, was der Marshallplan ursprünglich bezwecken sollte und aus welchen Hintergründen er initiiert wurde.
Es muss auch geklärt werden wie der Marshall-Plan entstanden ist, wer ihn initiiert hat und weiterausgearbeitet hat. Speziell wird in dieser Arbeit kurz auf Italiens Rolle während und nachdem Zweiten Weltkrieg eingegangen, als Beispiel für die Entwicklung und Zielsetzung durch den Marshall-Plan eingegangen. Aber auch die Gegebenheiten in Europa mit dem Ende des Zweiten Weltkrieges müssen in die Analyse einfließen.
Ziel ist, mit der vorliegenden Arbeit zu untersuchen, wie nachhaltig der Marshallplan Europa beeinflusst hat, wenn man Europa in der Nachkriegszeit politisch und wirtschaftlich betrachtet.
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2. Der Marshall-Plan
Der Marshallplan, dessen offizielle Bezeichnung European Recovery Program lautet, geht aus einer Initiative George C. Marshalls zurück und wird deshalb heute auch Marshallplan genannt. George Marshall entwickelte diesen Plan während seiner Zeit als Außenminister der USA und arbeitete diesen in Zusammenarbeit mit William Clayton und George Kennan aus. Das Programm wurde offiziell am 16. April 1948 beschlossen und sollte bis 1952 bestanden haben. Die finanzielle Unterstützung sollte den Staaten der Organisation for European Economic Cooperation (OEEC) zur Verfügung stehen. Die OEEC bestand bei ihrer Gründung aus 16 Ländern.
2.1. George C. Marshall, Jr.
Der Mann, der diesem Plan heute seinen Namen leiht, war George C. Marshall, Jr.. Er wurde am 31. Dezember 1880 in Uniontown Pennsylvania, als Sohn des Geschäftsmannes George Catlett Marshall geboren. 1902 trat er in die US Army ein und plante während des Ersten Weltkrieges verschiedene Operationen und gestaltete die Ausbildung im Militär mit.
Nachdem er 1945 aus der Army in den Ruhestand versetzet wurde, machte Präsident Truman ihn 1947 zum US Außenminister. Er stellte in seiner Funktion als Außenminister am 5. Juni 1947 das
zur Wiederherstellung und zum Aufbau Europas beizutragen. Dieses
Seine politische Position als Außenminister gab Marshall 1949 auf und kehrte nochmals 1951 für nur ein Jahr als Verteidigungsminister auf das politische Parkett zurück.
1953 wurden Marshalls Bemühungen für ein friedliches neuerstarktes Europa mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. Am 16. Oktober 1959 verstarb Marshall.
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2.2. Entstehung des Marshall-Plans
Im April 1947 waren Marshall in seiner Funktion als Außenminister der USA und sein britischer Amtskollege Ernest Bevin in einer separaten Besprechung übereingekommen, dass die amerikanische und britische Regierung den Wiederaufbau in Europa, aber auch in Deutschland vorantreiben würden. 1 Sie waren sich auch darüber einig, dass sie dieses Vorhaben auch beginnen würden ohne auf die Zustimmung der anderen beiden Alliierten zu warten. 2 Die Wichtigkeit des schnelle Wiederaufbaus Deutschlands für die britischen Regierung, machte der britischen Außenminister einige Tage nach dem Treffen mit Marshall klar, indem er ihn nochmals auf die angespannte wirtschaftliche Lage Deutschlands hinwies. Marshall forderte den Militärgouverneur der amerikanischen Besatzungszone, der im März 1947 durch ihn eingesetzt wurde, zusammen mit dem britischen Militärgouverneur einen Industrieniveauplan auszuarbeiten. 3 Der Kurswechsel in der amerikanischen Deutschland- und Europapolitik wurde von Marshall in einer Ruckfunkansprache am 28. April 1947 angekündigt, in der verdeutlichte, dass die wirtschaftliche Erholung Deutschlands und Österreichs eine Voraussetzung für den europäischen Wiederaufbau sei. 4 Der Diplomat George F. Kennan wurde am 29.April 1947, also einen Tag nach Marshalls Ansprache, von ihm beauftragt einen politischen Planungsstab aufzubauen. Dieser sollte die internationalen Zusammenhänge analysieren, die Planungsarbeit der verschieden
1 Kindleberger, Charles P.: Zur Entstehung des Marshall-Plans: Erinnerung an die Politischen Entwicklungen in
Deutschland, 1945 1947, in: Maier, Charles S., Bischof, Günter (Hrsg.): Deutschland und der Marshall-Plan,
Baden-Baden 1992, S.89.
2 Hardach, Gerd: Der Marshall-Plan. Auslandshilfe und Wiederaufbau in Westdeutschland 1947-1952. München
1994, S. 31.
3 Hardach, Gerd: Der Marshall-Plan. Auslandshilfe und Wiederaufbau in Westdeutschland 1947-1952. München
1994, S. 31.
4 Hardach, Gerd: Der Marshall-Plan. Auslandshilfe und Wiederaufbau in Westdeutschland 1947-1952. München
1994, S. 32.
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Abteilungen des Ministeriums koordinieren und langfristige Strategien auszuarbeiten. 5 Die Entwicklung eines Konzeptes, dass die amerikanischen Europa- und Deutschlandpolitik mit einem beschleunigten Wiederaufbaukonzept Deutschlands kombinierte, war die erste Aufgabe die Marshall dem neuen Planungsstab stellte. 6 Nachdem Marshall schon öffentlich die Wichtigkeit des Wiederaufbaus unterstrich, konkretisierte sein Stellvertreter Dean Acheson am 8. Mai
von einem europäischen
Wiederaufbauprogramm. Seine Vorstellung war, dass die USA in Zusammenarbeit mit den Europäern den Wiederaufbau planen sollten. Dieser Plan wurde in der Öffentlichkeit sehr gut angenommen und somit war eine Zustimmung des Kongress zum Wiederaufbauprogramm auch wahrscheinlich. Nachdem der Vorschlag Achesons diesen Test bestanden hatte, war es Marshall nun möglich einen konkreten Plan für ein Wiederaufprogramm Europas öffentlich zu präsentieren. Somit war die Rede von Achesons nach Meinung Präsident Trumans der erste Schritt zum Marshall-Plan. 7
2.3. Konzepte und Vorschläge zur Umsetzung des
europäischen Wiederaufbauprogramms
Das erste konkrete Konzept zum Wiederaufbau Europas wurde am 16. Mai 1947 in einem Memorandum von George F. Kennan vorgelegt. Die politische Stabilisierung Europas, die Lösung der wirtschaftlichen Probleme Deutschlands und der Wiederaufbau Europas waren seiner Meinung nach unweigerlich miteinander verknüpft. Aber auch zur Bekämpfung des politischen Einfluss der Sowjetunion müssten die USA zum Wiederaufbau Europas beitragen und möglichst viele Länder
5 Hardach, Gerd: Der Marshall-Plan. Auslandshilfe und Wiederaufbau in Westdeutschland 1947-1952. München
1994, S. 32.
6 Hardach, Gerd: Der Marshall-Plan. Auslandshilfe und Wiederaufbau in Westdeutschland 1947-1952. München
1994, S. 32.
7 Hardach, Gerd: Der Marshall-Plan. Auslandshilfe und Wiederaufbau in Westdeutschland 1947-1952. München
1994, S. 41.
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Arbeit zitieren:
Patrick Lethaus, 2008, Der Marshall-Plan als ein Beitrag zur Teilung Europas, München, GRIN Verlag GmbH
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