Inhalt
1. Einleitung 3
2. Was verbirgt sich hinter dem Begriff "Kultur" im Kontext des ausgehenden 18.
Jahrhunderts bis in die Moderne? 4
2.1 Weiblichkeit als Kulturform 5
2.2. Die Entdeckung der Frau in den Wissenschaften 7
3. Umwertung der Werte - der "häusliche Feminismus“ 9
4. Schluss 11
Literaturverzeichnis 12
Internetquellen 12
2
1. Einleitung
Dieser Arbeit liegt zum einen der Text „Weiblichkeit als Kulturform“ - Zur Codierung der Geschlechter in der Moderne“ (1989) von Claudia Honegger zu Grunde, sowie eine Darstellung von Dorothy Ross (1998) über Jane Addams Auseinandersetzung mit dem „häuslichen Feminismus“ um 1900. Dieser beschäftigt sich mit soziologischen Fragen um weibliche und männliche Kultur, welche durch eine historische Perspektive in den Zeiträumen um 1800 und 1900 präzisiert werden. Dieser Zeitraum zählt zu der protoprofessionellen Phase, in welcher die soziologischen Problemstellungen grade erst entwickelt wurden und sich eine Gestalt einer neuen Disziplin herauszubilden begann. 1 Auch Claudia Honegger untersucht diese Fragen ebenso aus soziologischer und historischer Sicht und konstruiert eine symbolisch-diskursiver Ordnungen von Geschlecht in den gleichen Zeiträumen. Durch eine Analyse des Entstehungskontextes versucht sie eine Definition der Kultur und eine Dechiffrierung von „Geschlecht und Kultur als kulturelle Selbstverständlichkeit aufzuzeigen 2 . Die Frage nach Geschlecht als strukturierendem Moment der sozialen Ungleichheit und das Problem, wie es sich zu anderen Dimensionen sozialer Differenzierung verhält, nehmen in ihrer Argumentation eine gesellschaftstheoretische Position ein und identifizieren Geschlechterhierarchie als Herrschaftsstruktur. Das
Geschlechterverhältnis wird also zu einem sozialen Strukturzusammenhang für welchen Honegger in ihrem Text die unterschiedlichen Positionen der Gesellschaft zur Geschlechterrolle heraus arbeitet und nach Indikatoren bzw. Erklärungen für diese Standpunkte sucht. Im weiteren Verlauf der Arbeit wird auf den Begriff "Kultur" eingegangen, gefolgt von der Zusammenfassung Honeggers Kernthesen im Punkt „Weiblichkeit als Kulturform“ und „Die Entdeckung der Frau in den Wissenschaften“. Zum Schluss leitet der Punkt „Umwertung der Werte - der "häusliche Feminismus".
1 Honegger, Claudia: „Frauen in der Soziologie“ ,1999, S.15
2 Honegger, Claudia: „Weiblichkeit als Kulturform“ ,1989, S.142
3
2. Was verbirgt sich hinter dem Begriff "Kultur" im
Kontext des ausgehenden 18. Jahrhunderts bis in die
Moderne?
„Kultur“ (lat. cultum, das Bebaute, Gepflegte) ist die Gesamtheit des vom Menschen Geschaffenen. Dies schließt einerseits physische Dinge, aber auch die durch den Menschen hervorgerufene Veränderung der Natur, die geistigen Hervorbringungen der Menschheit sowie die sozialen Organisationsformen, in denen die Menschen zusammenleben. Kultur ist die "Gesamtheit der geistigen und künstlerischen Äußerungen einer Gemeinschaft." 3 Kultur ist „ein universelles, für eine Nation, Gesellschaft, Organisation und Gruppe aber sehr typisches Orientierungssystem. Dieses Orientierungssystem wird aus spezifischen Symbolen gebildet. Es beeinflusst Wahrnehmen, Denken, Werten und Handeln aller Mitglieder und legt demzufolge deren Zugehörigkeit zur Gesellschaft, Organisation oder Gruppe fest. Das Orientierungssystem ermöglicht den Mitgliedern ihre eigene Umweltbewältigung. Das so strukturierte Handlungsfeld reicht von geschaffenen Objekten bis hin zu Institutionen, Ideen und Werten.“ 4 Die zunehmende Reflexion kultureller Unterschiede hat zu einer neuen Begriffsdefinition geführt in der sich der moderne Kulturbegriff im 18. Jahrhundert herausgebildet hat Der Begriff der Kultur ist also eng mit dem Begriff der Zivilisation verwandt. „Kultur“ wird einerseits generell auf die Menschheit als ganzes bezogen, andererseits aber auch als Zusammenfassung der Lebensumstände einer bestimmten Ethnie, Region oder historischen Phase. Gerade im 18. und 19. Jahrhundert setzte man Kultur gleich mit Zivilisation und diese wiederum in Gegensatz zu Natur. In diesem Zusammenhang sind zwei Thesen von Trompenaars und Hofstede
3 Duden Bd. 10 (1985): Das Bedeutungswörterbuch, Mannheim.
4 Thomas, A. (1994). : Kulturelle Divergenzen in der deutsch-deutschen Wirtschaftskooperation. In: T. Bungarten (Hg.). Deutsch-deutsche Kommunikation in der Wirtschaftskooperation. Tostedt ( Attikon).
4
Arbeit zitieren:
Sarah Gulich, 2009, Weiblichkeit als eine eigene Kulturform, München, GRIN Verlag GmbH
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