Eine Annäherung an den Systembegriff, Hausarbeit, Petra Türl, WS 05, GPM Bakk.
Inhaltsverzeichnis:
Inhaltsverzeichnis: 2
1 Einleitung 3
2 Geschichtlicher Rückblick 6
2.1 Griechenenland 6
2.2 Europa: 6
3 Systemtheoretische Definitionen: 8
3.1 Kybernetik 8
3.2 Allgemeine Systemtheorie 9
3.3 Strukturell-funktionale Systemtheorie. 10
3.4 Systemisch-funktionale Systemtheorie 11
3.5 Funktional-strukturelle Theorie 12
3.6 Selbstreferentielle Theorie 12
4 Allgemeines zu Systemen 14
4.1 Systembegriff 14
4.2 Wie funktioniert ein System 14
4.3 Besonderheiten von Systemen 15
4.4 Wozu Systemmodelle 15
5 Systemisches Denken in Gesundheitsbereichen 16
5.1 Traditionelle chinesische Medizin 16
5.2 Homöopathie 17
5.3 Psychobiographisches Pflegemodell nach Böhm 17
5.4 Systemische Therapie 17
6 Das Systemmodell von Betty Neuman 18
7 Bedeutung des Systemdenkens für die Pflege 21
8 Resümee 24
9 Literaturverzeichnis 26
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1 Einleitung
Die Beschäftigung mit dem Systemmodell von Betty Neuman hat den Anstoß zu dieser Hausarbeit gegeben. Der ursprüngliche Gedanke war, sich mehr oder minder auf Neuman zu beschränken, ihrem Systemverständnis nachzugehen, die Bedeutung des Systemgedankens auf die Pflege zu erläutern, sowie einen zukünftigen Ausblick zu geben.
Bei der Auseinandersetzung mit der umfassenden Literatur zum Thema „System“, „Systemdefinitionen“ und „Systemdenken“ hat sich herausgestellt, dass es kaum möglich ist, einen speziellen Bereich, wie z.B. die Pflege, isoliert zu betrachten. Der Pflegebereich ist kein abgeschlossenes System, sondern in Wechselbeziehung mit angrenzenden Systemen. In der vorliegenden Arbeit wird daher dem Systemverständnis sowie der Systemdefinition, sowohl von Betty Neuman als auch von anderen Autoren, nachgegangen. Es wird versucht, den Systembegriff aus unterschiedlichsten Denkrichtungen zu erläutern.
Ziel der Arbeit ist, den Systembegriff in seiner Ganzheit zu erfassen und seine Bedeutung sowohl für den Pflegebereich als auch für übergeordnete Bereiche herauszuarbeiten. Da das Material zu diesem Thema beinahe unüberschaubar ist, kann es sich nur um eine Annäherung an diese Thematik handeln.
Schlägt man im Deutschen Wörterbuch (1968, 3508) unter dem Begriff System nach, finden sich folgende Erläuterungen:
• in sich geschlossenes, geordnetes u. gegliedertes Ganzes;
• Gesamtheit, Gefüge von Teilen, die voneinander abhängig sind, ineinander greifen od. zusammenwirken;
• Gesamtheit von Körpern, Feldern usw. die voneinander abhängig sind u. als Ganzes betrachtet werden;
Dem Systembegriff begegnet man heute in den unterschiedlichsten Bereichen, sei es im Management, in der Organisationsberatung oder in der Psychotherapie. Auch im Pflegebereich hat systemisches Denken in verschiedenen Pflegemodellen und
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Theorien Einzug gehalten. Den theoretischen Hintergrund bildet dabei die Systemtheorie.
In der Systemtheorie fließen Erkenntnisse aus Physik, Biologie, Logik, Mathematik, Soziologie, Philosophie und anderen Wissenschaftszweigen zusammen. Es ist allerdings nicht möglich von einer „Systemtheorie“ zu sprechen, da es verschiedene Begründer und damit unterschiedliche Ansätze gibt. Folglich sind auch die Definitionen und Begriffe unterschiedlich und zum Teil einander widersprechend. Man könnte die verschiedenen Theorien als einen Denkansatz sehen, in dem es um Ganzheiten geht. Systemisches Denken ist somit eine Betrachtungsweise, die der Gefahr entgegenwirken soll, sich in Einzelheiten zu verlieren (vgl. www.systemischeberatung.de, 16.1.2006).
Gerade in der Medizin ist immer wieder die Tendenz zu beobachten, dass der Mensch nicht in seiner Ganzheit sondern reduziert auf seine Erkrankung gesehen wird. Max Mustermann von Zimmer 4 wird zum „Herzinfarkt“ von Zimmer 4. D.h. der Herzinfarkt wird als Einzelelement gesehen, mehr oder minder losgelöst vom „System“ Mensch. Systemische Sichtweisen und Modelle haben das Bestreben diesem „Einzelelementdenken“ entgegenzuwirken. Ein System besteht zwar aus einzelnen Elementen, allerdings erhalten diese Elemente ihre Bedeutung erst durch die Funktion im System. Das heißt, das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile. Die Arbeit ist in sieben Kapitel gegliedert:
• Das erste Kapitel beginnt mit einem kurzen Streifzug durch die Geschichte des Systembegriffs.
• Es folgt in Kapitel zwei die Auseinandersetzung mit den wichtigsten systemtheoretischen Ansätzen.
• Kapitel drei beschäftigt sich mit allgemeinen Ausführungen zu Systemen.
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• In Kapitel vier werden ganzheitliche Denkansätze im Gesundheitsbereich untersucht.
• Dem Systemmodell von Betty Neuman, das den Anstoß für diese Arbeit gab, ist das fünfte Kapitel gewidmet.
• Das sechste Kapitel gibt die persönliche Meinung der Autorin wieder, was systemisches Denken im Pflegeberuf für eine Bedeutung hat.
• Den Systembegriff in seiner Ganzheit zu erfassen versucht das abschließende siebente Kapitel, verbunden mit einer Vorstellung darüber, was systemisches Denken für die Zukunft bedeuten könnte.
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2 Geschichtlicher Rückblick
Dieses Kapitel ist ein kurzer geschichtlicher Exkurs zum Thema System und Ganzheitlichkeit.
2.1 Griechenenland
Die alten Griechen fassten den Kosmos, die menschliche Gemeinschaft, den Menschen und seine Werke als eine Ganzheit auf - dafür verwendeten sie bereits den Begriff „System“.
Unter dem Systembegriff verstanden die Griechen: „Ein Gebilde, das irgendein Ganzes ausmacht und dessen einzelne Teile in ihrer Verknüpfung irgendeine Ordnung aufweisen“ (Alois von der Stein, 1968 zit.n. www.muellerscience.com, 18.1.2006).
Pythagoräer
Pythagoräische Ärzte waren der Meinung, dass nur die richtige Mischung den Menschen gesund erhält, die Gesundheit wird durch das Gleichgewicht der Kräfte erhalten. Dieses Gleichgewicht kann durch „äußere Veranlassungen“ gestört werden.
Platon
Platon bezeichnet jemanden der „zusammenschauen“ kann als „Systemiker“. Zusammenschauen meint hier unterschiedliches Gedankengut zu einem Ganzen zusammenfügen bzw. „zusammendenken“. Ganzheits- und Systembetrachtungen gehörten also im alten Griechenland schon zusammen (vgl.
www.muellerscience.com, 18.1.2006).
2.2 Europa:
In Europa wurden Impulse zu ganzheitlichem Denken im 13.Jhd. äußerlich sichtbar durch die Gründung von Universitäten und das Zusammenstellen von riesigen Enzyklopädien.
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In den nächsten drei Jahrhunderten führten Entdeckungen und Erfindungen zu einer zunehmenden „Mechanisierung des Weltbildes“, immer einhergehend mit ganzheitlichen Gegenbewegungen (vgl. www.muellerscience.com, 18.1.2006).
Kepler und Descartes:
Im 17.Jhd. schwankte der Astronom Kepler zwischen einer ganzheitlichen Weltsicht und einer mechanistischen Vorstellung und entschied sich letztendlich für die mechanistische Sichtweise. Kurz darauf kam es zu einer „Entseelung“ von lebendigen Organismen durch den Philosophen Descartes (1632). Er sah den Menschen nicht mehr als ganzheitliches System, sondern als hydraulische Maschine (vgl. www.muellerscience.com, 18.1.2006).
Boerhaave:
Die Maschinentheorie des Lebens war um 1700 die vorherrschende Theorie und machte auch vor der Medizin nicht halt. Der niederländische Arzt Boerhaave (1708) nahm eine scharfe Trennung zwischen seelischen und physischen Vorgängen vor. Alles Seelische erklärte er psychologisch, alles Leibliche streng mechanisch. Zwischen Seelischen und Leiblichen Vorgängen gibt es auch keine Wechselwirkungen (vgl. www.muellerscience.com, 18.1.2006). Erst im 18.Jhd. kam es durch Philosophen und Dichter des „deutschen Idealismus“ wieder zu ganzheitlichem Denken.
Kant:
Kant brachte Ganzheit und System wieder miteinander in Verbindung. Er unterschied ein Ganzes im Bereich der Anschauung und eines im Bereich der Synthesis durch den Verstand. Daraus schafft die Vernunft ein „nach notwendigen Gesetzen zusammenhängendes System“ (Kant, 1790, § 65).
Goethe:
Goethe entwickelte die Morphologie (Lehre von den Formen) und schrieb in „Versuch, die Metamorphose der Pflanzen zu erklären“: „die lebendigen Bildungen als solche zu erkennen, ihre äusseren sichtbaren, greiflichen Teile im Zusammenhang zu erfassen, sie als Andeutungen des Inneren aufzunehmen und so
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Arbeit zitieren:
Petra Christine Türl, 2005, Eine Annäherung an den Systembegriff, München, GRIN Verlag GmbH
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