Inhalt
Problemstellung - 1 -
Ganzheitliche Technikdidaktik nach Bernd Ott - 2 -
Zentrale Aspekte der ganzheitlichen Technikdidaktik nach Ott - 2 -
Aspekt des ganzheitlichen Technikverständnisses - 3 -
Aspekt der ganzheitlichen Qualifizierung - 5 -
Aspekt der ganzheitliche Lernkultur durch Handlungsorientierung - 7 -
Bedeutung der Ganzheitlichkeit in der Technikdidaktik nach Ott - 8 -
Literaturverzeichnis ............................................................................................... - 12 -
- 1 - Problemstellung
Technik nimmt heutzutage in allen Lebenslagen eine wichtige Rolle ein. Es wird sogar von „Technik als Charakteristikum der Zeit“ (Schmayl 1989, 7) gesprochen. Aufgrund der technischen Durchdringung unseres Alltags, gewinnt sowohl in der beruflichen als auch in der allgemeinen Schulbildung Technik immer mehr an Bedeutung. Um die technischen Lehr- und Lernprozesse zu organisieren und zu planen ist die Entwicklung einer Technikdidaktik zu beobachten (vgl. Bonz 2003, 4). Das Feld der Technikdidaktik stellt sich jedoch als kein einheitliches Konzept dar, sondern äußerst vielgestaltig (vgl. Bonz 2003, 5). Die Vielfalt der Ansätze wird zum Beispiel in den drei historischen Entwicklungen von qualifikationsorientiert über persönlichkeitsorientiert bis hin zu gestaltungsorientiert, in den sieben
technikdidaktischen Grundkonzeptionen nach Lipsmeier, den drei Unterscheidungen nach Ott und der Unterteilung in verschiedene Bildungsgänge wie der Berufsausbildung, der allgemeinen Schulbildung, der Hochschulausbildung und der technischen Weiterbildung deutlich. Die verschiedenen technikdidaktischen Ansätze unterscheiden sich in der Herangehensweise, dem Verständnis und ihren zentralen Aspekten.
Um einen Einblick und eine mögliche Strukturierung in das vielgestaltige, „wenn nicht sogar sperrig(e)“ (Bonz 2003, 5) Feld der Technikdidaktik zu erhalten, möchte ich auf den Sammelband „Allgemeine Technikdidaktik - Theorieansätze und Praxisbezüge“ (2003) von Bonz und Ott hinweisen. Für diese umfasst Technikdidaktik „formal gesehen […] sowohl die allgemeine Didaktik der Technik als auch die technikberufliche Fachdidaktik oder die Didaktik technikberuflicher Fachrichtungen und dabei (würden) technische Inhalte mit didaktischen Aspekten verknüpft“ (Bonz 2003, 7). In diesem Buch werden verschiedene Ansätze vorgestellt, die das weite Feld der Technikdidaktik maßgeblich charakterisieren. In einem der Beiträge entwirft Bernd Ott einen Ansatz für eine ganzheitliche Technikdidaktik in der Berufsbildung.
- 2 - Aufgrundder allgegenwärtigen Verwendung der Begriffe „ganzheitlich“ und „Ganzheitlichkeit“ in der Pädagogik und der damit verbundenen Diskussion, möchte ich mich in dieser Ausarbeitung den zentralen Aspekten der ganzheitlichen Technikdidaktik nach Ott in Bezug auf die Verwendung des Attributs „ganzheitlich“ widmen. Dazu wird zunächst Otts allgemeines Verständnis von Technikdidaktik betrachtet. Anschließend werden die zentralen Aspekte erarbeitet. Zuerst das ganzheitliche Technikverständnis, das im Wesentlichen von Günter Rophol geprägt wurde, dann die ganzheitliche Qualifikation als „Symbiose von beruflicher Handlungskompetenz und Persönlichkeitsentwicklung“ (Ott 2000, 23) und schließlich die daraus resultierende neue Lernkultur, deren Leitziel die Handlungsorientierung darstellt. Abschließend folgt eine Auseinandersetzung mit der Verwendung des Begriffs „Ganzheitlichkeit“ bei Ott.
Grundlegende Literatur dieser Betrachtung der ganzheitlichen Technikdidaktik ist Otts Beitrag „Strukturmerkmale einer ganzheitlichen Techniklehre und Technikdidaktik“ (2003), sowie sein Werk „Grundlagen des beruflichen Lernens und Lehrens. Ganzheitliches Lernen in der beruflichen Bildung“ (2000).
Ganzheitliche Technikdidaktik nach Bernd Ott
Zentrale Aspekte der ganzheitlichen Technikdidaktik nach Ott
Nach Ott ist Technikdidaktik eine Fachdidaktik, „ein Bindeglied zwischen den Fachwissenschaften, den Erziehungswissenschaften und der Unterrichtspraxis“ (Ott 2000, 103), sowie einigen Bezugswissenschaften wie Philosophie, Psychologie und Soziologie (vgl. Ott 2000, 103). Aufgabe der ganzheitlichen Technikdidaktik ist es die verschiedenen Dimensionen der Technik in einen „didaktischen Begründungszusammenhang (zu) bringen, der einerseits die allgemeinen Zielbestimmungen der technischen Bildung (Mitbestimmung, Mitgestaltung und Mitverantwortung) mit einschließt und andererseits auf die Fähigkeit der Lernenden pädagogisch rückbezogen ist“ (Ott 2003, 90). Die ganzheitliche Technikdidaktik soll
- 3 - Zieleund Fähigkeiten der technischen Bildung in pädagogische Art und Weise einbeziehen.
Ausgehend vom traditionellen Ansatz einer Technikdidaktik in der beruflichen Bildung, der ausschließlich auf die fachliche Qualifikation der Lernenden für die Ausübung ihres späteren Berufs zielte (vgl. Bonz 2003, 9), beschreibt Ott erweiternde Veränderungen in drei Bereichen, die zu einer ganzheitlichen Didaktik führen (vgl. Ott 2000, 105). Diese drei Bereiche sind ein geändertes Technikverständnis, erweiterte Qualifikationsanforderungen sowie eine neue Lernkultur, welche an neuen Methoden und neuen Rollenverteilungen erkennbar wird.
In den weiteren Ausführungen Otts dieser drei Bereiche, taucht überall das Attribut ganzheitlich auf, wodurch „Ganzheitlichkeit“ - worauf das Attribut schon in dem Ausdruck „ganzheitliche Technikdidaktik“ hinweist - zum zentralen Moment aller wesentlichen Aspekten der Technikdidaktik nach Ott wird. Dieses Moment möchte ich im Folgenden anhand der drei erweiterten Bereiche untersuchen.
Aspekt des ganzheitlichen Technikverständnisses
Technik ist heutzutage ein wesentlicher Bestandteil des menschlichen Alltags. Obwohl viele Situationen und Vorgänge von Technik geprägt sind, ist der Technikbegriff an sich nicht eindeutig definiert (vgl. Ropohl 2004, 21). Das was Technik eigentlich ist, was darunter zu verstehen ist und was sie ausmacht, ist nicht explizit festgelegt. In der Technikphilosophie wird von Ropohl aus diesem Grund zwischen einem weiten, einem engen und einem mittleren Technikbegriff unterschieden.
Ott greift in seinem Ansatz für eine ganzheitliche Technikdidaktik den von Ropohl als mittleren definierten Technikbegriff auf. Während der weite Technikbegriff „jede Art von kunstfertiger Verfahrensroutine in beliebigen menschlichen Handlungsfeldern“ umfasst, d.h. alle Verfahren und Hilfsmittel von Handlungen miteinschließt, und der enge Begriff „allein die gegenständliche Welt der Maschinen
Arbeit zitieren:
Lisa Sipos, 2010, Zentrale Aspekte der ganzheitlichen Technikdidaktik nach Ott, München, GRIN Verlag GmbH
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DOI
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Der Text von der Stellungnahme
. Europäische Gruppe für Ethik der Naturwissenschaften und der Neuen Technologien, Europäische Kommission
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