Inhalt
Einleitung 3
Motivation und Personenmerkmal Motiv 3
Risikowahlmodell 4
Ursachenerkl ärung von Erfolg und Misserfolg 6
Selbstbewertung 8
Das erweiterte kognitive Motivationsmodell von Heckhausen 9
Selbstwirksamkeit 9
Bezugsnormen der Leistungsbewertung 10
Intrinsische und extrinsische Motivation 10
Selbstbestimmungstheorie 11
Ziele und Interessen 12
F ördereinheit 12
Fazit 17
Literatur 19
2
Einleitung
„Ich höre auf zu Rauchen“ - ist ein Entschluss, den sich viele Raucher schon mehrmals in ihrem Leben gesetzt haben. Doch in vielen Fällen, ist das Ziel des Nichtrauchens nicht erreicht worden. Das Abgewöhnen des Tabakkonsums ist eine meist langwierige Angelegenheit, für die es jede Menge Ausdauer und Motivation bedarf.
Diese Ausarbeitung beschäftigt sich mit verschieden motivationsfördernden Faktoren, die anschließend auf die Leistung des Entwöhnens übertragen werden sollen. Zunächst werden die Begriffe Motivation und Motiv erläutert, das Risikowahl-Modell von Atkinson vorgestellt, um den Moment der Motivierung zu verdeutlich, und auf Kausalattributionen von Erfolg bzw. Misserfolg und die Selbstbewertung eingegangen. Anschließend wird das erweiterte Motivationsmodell von Heckhausen vorgestellt und Theorien zur Selbstwirksamkeit, zu Bezugsnormen der Leistungsbewertung, intrinsischer und extrinsischer Motivation, dem Flow-Erleben, der Selbstbestimmung und Zielen und Interessen. Anhand dieser Theorien werden Einheiten eines Anti-Rauch-Seminars vorgestellt, die helfen sollen, eine anhaltende Motivation zur Entwöhnung aufrecht zu erhalten.
Motivation und Personenmerkmal Motiv
Der Begriff Motivation leitet sich vom lateinischen Verb movere (bewegen) ab und erfasst die Faktoren und Prozesse, welche in einer konkreten Situation zu zielgerichteten Handlungen führen: „Motivation umfasst alle diejenigen Prozesse, die zielgerichtete Verhaltensweisen in konkreten Situationen auslösen und aufrechthalten“ 1 . Es gibt nicht die eine Motivation. Motivation ist ein vielseitiges hypothetisches Konstrukt, das in unterschiedlichen Situationen auf unterschiedliche Weise auftreten kann. 2 Relevant für das Auftreten einer Motivation ist ein bestimmtes Motiv, welches in der klassischen Motivationspsychologie als ein überdauerndes Personenmerkmal angesehen wird, das sich in bestimmten Grundsituationen als „wiederkehrendes Anliegen“ 3 zeigt. Man geht dabei von verschiedenen Grundtendenzen eines Motives aus, wie zum Beispiel dem Machtmotiv, dem Leistungsmotiv und dem Anschlussmotiv. 4 Machtmotivierte Handlungen zielen auf die Kontrolle anderer Personen und
1 Langfeldt, H.-P. (2006), S. 49.
2 Vgl. Rheinberg, F. (2008), S.66.
3 Rheinberg, F. (2008), S.70.
4 Vgl. Woolfolk, A. (2008), S.458.
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Machtausübung. Unter Leistungsmotivation versteht man diejenigen Motive, hinter welchen die Absicht steht, „etwas zu leisten, Erfolge zu erzielen und Misserfolge zu vermeiden, wobei zur Bewertung des Erfolgs bzw. Misserfolgs ein individuell verbindlicher Bewertungsmaßstab herangezogen wird“ 5 . Ein Verhalten wird leistungsmotiviert, wenn es sich auf einen Gütermaßstab bezieht, welchen es zu erreichen oder zu übertreffen gilt, und wenn es als Ziel die Selbstbewertung der eigenen Tüchtigkeit hat. 6 Leistungsmotivation ist nach Heckhausen, „das Bestreben, die eigene Tüchtigkeit in all jenen Tätigkeiten zu steigern oder möglichst hoch zu halten, in denen man einen Gütermaßstab für verbindlich hält, und deren Ausführung deshalb gelingen oder misslingen kann“ 7 . Unter Anschlussmotiv versteht man das Bedürfnis, soziale Beziehungen einzugehen und aufrechtzuerhalten.
In einer motivpassenden Situation kann aus diesen verschiedenen Personenmarkmalen eine aktuelle Motivation werden. 8 Dabei wird das personale Motiv durch situative Bedingungen angeregt. Motivation ist die Interaktion von Motiven und situationellen Anreizen. Atkinson entwickelte ein Modell, das erklärt, wie die Motivation durch den Anreiz des Erfolges, der Wahrscheinlichkeit auf Erfolg und der Aufgabenschwierigkeit angeregt werden kann.
Risikowahlmodell
Das Risikowahlmodell beschreibt, wie die Leistungsmotivation von der
Erfolgswahrscheinlichkeit und dem Anreiz des Erfolges bestimmt wird. Es besagt, dass die
5 Langfeldt, H.-P. (2006), S. 51.
6 Vgl. Rheinberg, F. (2008), S.60.
7 Heckhausen zitiert nach Rheinberg, F. (2008), S.62.
8 Vgl. Rheinberg, F. (2008), S.70.
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Wahrscheinlichkeit des Erfolges mit zunehmender Aufgabenschwierigkeit sinkt. Ist eine Aufgabe extrem schwierig, ist es praktisch aussichtslos sie zu Ende zu führen. Aus diesem Grund sinkt die Motivation zusammen mit der Wahrscheinlichkeit auf Erfolg. Der Anreiz des Erfolges dagegen wird umso größer, je schwieriger die Aufgabe ist. 9 Die Lösung einer extrem leichten Aufgabe, wird nicht als erfolgreich wahrgenommen, da sie keine Herausforderung darstellt. Die Lösung einer schwierigen Aufgabe dagegen ist höchst reizvoll, da man durch den Erfolg, etwas Schwieriges geschafft hat.
Es ergeben sich demnach zwei gegenläufige Geraden für die Motivierung. Mit ansteigender Wahrscheinlichkeit eines Erfolgs steigt die Motivation einerseits, allerdings sinkt gleichzeitig der Anreizwert der Aufgabe und somit die Motivation ebenfalls. Die Motivation etwas zu leisten ist also von zwei Bedingungen abhängig, zum einen von der Zuversicht, einen Erfolg erreichen zu können und zum anderen von der Bewertung des Erfolges. Ein Leistungsmotivierter wird nicht solche Aufgaben wählen, die hoffnungslos zu schwer sind. Aber er wird auch keine Aufgaben wählen, die unter Berücksichtigung seines Leistungsstandes viel zu leicht sind. Um Unter- oder Überforderung zu vermeiden, richtet sich die Leistungsmotivation auf Aufgaben mit mittlerem Schwierigkeitsgrad. Diese Aufgaben wirken besonders anreizend, da Erfolg und Misserfolg gleichermaßen möglich sind. Somit ist die Aufgabe einerseits an sich reizvoll, da sie dem Grad der eigenen Fähigkeiten entspricht und andererseits auch reizvoll, da der Erfolg die Aufgabe gelöst zu haben nicht selbstverständlich ist. Als besonders motivierend gelten Handlungen, die einem mittleren Anspruchsniveau entsprechen. Unter Anspruchsniveau versteht man, „was sich die Person zu schaffen vornimmt“ 10 , es ist „dasjenige Niveau der zukünftigen Leistung bei einer bekannten Aufgabe, welches eine Person, der ihr vergangenes Leistungsniveau bei dieser Aufgabe bekannt ist, explizit zu erreichen versucht“ 11 . Ob ein Anspruchsniveau als mittelschwer empfunden wird, hängt von der Wahrscheinlichkeit auf Erfolg, der Aufgabenschwierigkeit und den subjektiven Fähigkeiten ab, aufgrund derer Schwierigkeitsgrade von Aufgaben beurteilt werden. 12 Um mit einer Handlung zufrieden zu sein, muss das Anspruchsniveau mindestens erreicht werden.
9 Vgl. Rheinberg, F. (2008), S.71.
10 Vgl. ebd., S.71.
11 Weiner, B. (1984), S. 134.
12 Vgl. Rheinberg, F. (2008), S.72.
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Atkinson macht darauf aufmerksam, dass neben dem Anspruchsniveau die Richtung des Leistungsmotives ausschlaggebend für die Motivierung in einer Leistungssituation sei. Er unterscheidet zwischen den beiden unabhängigen Leistungsmotiven Hoffnung auf Erfolg und Furcht vor Misserfolg. Je nach dem welches Motiv überwiegt, ist das Motiv insgesamt erfolgserreichend oder misserfolgsmeidend orientiert. Leistungsmotivation resultiert demnach aus einem emotionalen Konflikt zwischen Hoffnung auf Erfolg und Furcht vor Misserfolg. 13 Für Erfolgsmotivierte bzw. Misserfolgsmeidende fällt die oben dargestellte Kurve der Motivation in Leistungssituationen unterschiedlich aus.
Bei Erfolgszuversichtlichen ergibt sich in der Regel, die oben beschriebene umgekehrte U-Funktion, bei welcher die mittelschweren Aufgaben die höchste Motivation hervorrufen. 14 Bei Menschen, die misserfolgsmeidend motiviert sind, ergibt sich eine andere Funktion. 15 Menschen, die vor allem aus Furcht vor Misserfolg handeln, werden dazu neigen, Extremaufgabe zu wählen. Misserfolgsängstliche meiden mittelschwere Aufgaben, da diese im Gegensatz zu extrem leichten bzw. extrem schweren Aufgaben als bedrohlich angesehen werden. Bei extrem leichten Aufgaben, kann Misserfolg gemieden werden, da die Wahrscheinlichkeit des Erfolges sehr hoch ist. Bei extrem schwierigen Aufgaben, bei denen die Wahrscheinlichkeit eines Erfolges praktisch null ist, ist ein Versagen nicht weiter schlimm, da die Aufgabe „eh so schwierig wahr“ und man sie von vornherein nicht schaffen konnte. Die nach unten geöffnete U-Kurve der Erfolgszuversichtlichen dreht sich bei den Misserfolgsmeidenden um, und wird zu einer nach oben geöffneten Parabel, bei welcher vor allem die Extreme motivierend wirken. Die für Erfolgsmotovierten am meisten förderlichen Bedingungen sind demnach gleichzeitig „die für Mißerfolgsmotivierte am meisten beeinträchtigenden und umgekehrt“ 16 .
Ursachenerklärung von Erfolg und Misserfolg
Die zugrundeliegende Annahme der Theorien von Ursachenerklärungen von Erfolg und Misserfolg ist, „daß Menschen motiviert sind, ihre Umwelt kausal zu erklären, also wissen wollen, warum ein Ergebnis eingetreten ist.“ 17 Je nachdem, welche Ursachen und Gründe man für Erfolg bzw. Misserfolg verantwortlich macht, kann sich diese sogenannte
13 Vgl. Weiner, B. (1984), S. 152.
14 Vgl. Rheinberg, F. (2008), S.71.
15 Vgl. ebd. (2008), S.73.
16 Weiner, B. (1975), S.81.
17 Ebd. (1984), S. 255.
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Arbeit zitieren:
Lisa Sipos, 2010, Motivation in einem Anti-Rauch-Seminar, München, GRIN Verlag GmbH
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