Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. These zur Entstehung des Standortes 4
3. Baubeschreibung der heutigen Anlage 4
3.1. Schlossanlage 4
3.2. Schlossbau 5
3.3. Bischofsbad 7
3.4. Brunnen 8
4. Geschichte 9
4.1. Geschichte bis zur Säkularisation 9
4.2. Geschichte seit der Säkularisation 12
5. Schluss 15
6. Quellen 16
8. Abbildungen 17
8.1. Bildnachweise: 20
2
1. Einleitung
Vis-a-vis des Bahnhofes von Mingoldsheim, nördlich von Bruchsal, befindet sich das Schloss Kislau. Der Name stammt von dem mittelhochdeutschen Begriff „Kislowe“, der „kieselige Aue“ bedeutet. Diese Namensgebung deutet auf die Lage in der Flusslandschaft am Bruhrhain hin, dem Übergangsgebiet von Kraichgau und Hardtwald. Heute wird die Anlage von der Justizvollzugsanstalt Bruchsal als Außenstelle genutzt.
Das ehemalige Wasserschloss weist eine durchaus interessante Baugeschichte auf, da es sich nicht um einen Neubau des 18. Jahrhunderts handelt, sondern weil sich an seiner Stelle bereits eine Wasserburg-Anlage befand. Diese wurde im Kern des Hauptschlossbaus weitergenutzt und in den Gesamtbau integriert. Die Spuren dieser, man kann sagen, eigenwilligen Art der Denkmalpflege des 18. Jahrhunderts sind im Bauwerk heute außen und innen noch sehr deutlich zu erkennen.
Im weitern historischen Verlauf erfährt der Bau, vor allem durch seine staatliche Nutzung nach der Säkularisation 1803, sehr viele Nutzungsänderungen, weshalb vom ursprünglichen barocken Innenausbau nur noch Fragmente erhalten sind. In dieser Hausarbeit möchte ich auf die Baugeschichte des Schlosses Kislau eingehen, besonders auf einzelne rudimentär erhaltene Räume und Zeugnisse. Ebenso möchte ich die wechselhafte Geschichte nach der Säkularisation bis heute beleuchten.
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2. These zur Entstehung des Standortes
Über die Vorgeschichte und die Wahl für? den Standort Kislaus können nur Vermutungen angestellt werden. Die Quellen sprechen allerdings allesamt von einem römischen Kastell, das demnach dem Limes vorgelagert gewesen sein muss. Genaue Forschungen zu dieser These gibt es allerdings nicht. In einer Quelle ist die Rede von einem durch Wassergräben geschützten römischen Kastell, dessen Erbauung auf etwa 100 n. Chr. datiert wird. Allerdings soll dieses Kastell durch Straßen mit anderen römischen Festungen, beispielsweise Hagsfeld und Kleinrüppurr, verbunden gewesen sein. Über diese Ansiedlungen existieren Zeugnisse, die von einem Kastell weiter nördlich sprechen. Hier vermutet man, dass es sich dabei um Kislau handelt. Ebenso sprechen die Dimensionen der Mittelalterlichen Wehranlage für eine Errichtung innerhalb der Gräben eines solchen Kastells. Allerdings hätten für den Bau der späteren Anlage möglicherweise Materialien aus den Ruinen der Römischen Bauten mit verwendet werden müssen. Dies konnte jedoch nicht nachgewiesen werden. In den Resten der mittelalterlichen Anlage finden sich keine Spolien, sondern nur damals neu gefertigte Baumaterialien. Somit kann mit einer genauen Datierung erst im Mittelalter begonnen werden. Vorhergehende Fakten sind daher nur Mutmaßungen.
3. Baubeschreibung der heutigen Anlage
3.1. Schlossanlage
Heute befindet sich der Hauptzugang zur Schlossanlage auf der Nordseite des Areals 1 . Der ehemalige Graben ist kaum noch zu erkennen. Stattdessen wird die Anlage durch eine etwa 3 Meter hohe Mauer aus rotem Sandstein umschlossen. Durch eine Toreinfahrt mit Rundbogen betritt man die Anlage. Auf beiden Seiten
1 Vgl. Abb.1
4
befinden sich diverse Wirtschaftsgebäude, in denen heute die Verwaltung der dort ansässigen Haftanstalt untergebracht ist, sowie einige Werkstätten für den Vollzugsarbeitsdienst 2 . Der Hauptbau des Schlosses ist von hier aus sehr gut sichtbar. Der Weg hinein in die Anlage ist klassisch auf den Haupteingang des Hauptbaus ausgerichtet. In diesem ersten Innenhof befindet sich zudem der Schlossbrunnen. Nun geht man auf eine weitere Mauer zu, in der sich zum Hauptbau hin ein Durchbruch befindet. Auch vor dieser Umfassungsmauer befand sich ursprünglich ein Graben, der im 18. Jahrhundert vollfüllt wurde. In diesem inneren Befestigungsbereich befindet sich der Hauptbau der Schlossanlage. Flankiert wird der Zugang hierzu von zwei barocken Kavaliershäusern 3 , in denen heute die Krankenstation der Haftanstalt sowie die Küche untergebracht sind. Einer dieser Kavaliersbauten wurde bereits um 1900 an seiner Rückseite erweitert.
Auf der Rückseite des Schlosshauptbaus, also auf der Südseite, befand sich früher der Hauptzugang zur Schlossanlage mitsamt Zugbrücke und Grabenumfassung. Hiervon ist in der heutigen Bausituation nichts mehr zu erkennen. Ebenso gibt es auch keine Rudimente der ehemaligen dort befindlichen Pappelallee und Gartenanlage 4 .
3.2. Schlossbau
Steht man vor dem Hauptbaus des Kislauer Schlosses, so fällt zunächst die für einen barocken Schlossbau untypische Form auf. Ist er doch nicht, wie andere Schlösser der Zeit, stark in die Horizontale aufgerichtet, sondern auf nahezu quadratischem Grundriss eher in die Vertikale ausgerichtet 5 . Grund hierfür ist der Kern des Baus, ein mittelalterlicher Bergfried, um dessen Mauern das Schloss errichtet wurde.
2 vgl. Abb.1, Abb.5.
3 vgl. Abb.1, Abb.3. vgl. Abb.1, Abb.2. 4
5 vgl. Abb.3, Abb.4.
5
Zwischen den beiden zweigeschossigen Seitenflügeln, die zum Hof nach Norden hin ausgerichtet sind, befindet sich im dreigeschossigen Corps de Logis der Haupteingang zum Gebäude. Mittig befindet sich eine im Vergleich zum Gebäude kleine Tür, die über fünf Sandsteinstufen zu erreichen ist. Über die gesamte Breite zwischen den Seitenflügeln erstreckt sich ein relativ schmuckloser Balkon, der von schlichten Trägern auf Höhe der Pilaster getragen wird. Es befinden sich vier dieser Blendpfeier an der Schaufassade, die sich von einer breiteren Sockelzone schmucklos bis unter die Dachtraufe des barocken Walmdaches erstrecken. Im ersten Geschoss befinden sich jeweils zwischen zwei Pilastern zweigeschossige Rundbogenfenster. Von diesen ist das mittlere jeweils breiter gestaltet und betont gemeinsam mit dem darüber angebrachten Wappen derer zu Schönborn die Mittelachse der Fassade. Über diesen drei hohen Rundbogenfenstern befinden sich eingeschossige Fenster, ebenfalls mit einem Rundbogenabschluss. Über den ansetzenden Dächern der Flügelbauten findet sich auf jeder Seite ein weiteres solches Fenster. Die Wandflächen sind nicht weiter ausgeschmückt und gegen die Wandflächen zwischen den Pilastern minimal zurückgesetzt. Allerdings findet man an diesen Flächen noch einige grob gearbeitete Steinquader, die aus der Verputzung herausschauen. Diese Steinquader sind Reste des Bergfriedes, der den Kern des Baus ausmacht. Diese Steinquader wurden hier bereits bauzeitlich bewusst sichtbar gehalten. Direkt über den drei mittigen Rundbogenfenstern in der Fassade befinden sich im Walmdach des Corps de Logis drei Dachgauben, die, in einer Linie mit den Fenstern in der Fassade gesehen, noch einmal die starke Vertikalausrichtung der Schaufassade verdeutlichen.
Die Spitze dieses nach oben abflachenden zweiteiligen Walmdaches wird durch einen Glockenturm mit Uhr abgeschlossen. Dieser oktogonale Turm ist mit Kupfer verschalt, und besitzt unter dem Zwiebeldach ein umlaufendes weißes Gesims, das zu Gunsten der dort integrierten Uhr an der Nordseite nach oben hin aufgerundet wird.
Die Flügelbauten besitzen lediglich ein einteiliges Walmdach. Allgemein sind sowohl die Flügelbauten als auch die Ost-, Süd- und Westfassade sehr
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Arbeit zitieren:
Peter Liptau, 2008, Das Schloss Kislau, München, GRIN Verlag GmbH
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