Inhaltsverzeichnis
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INHALTSVERZEICHNIS 2
1. EINFÜHRENDES BEISPIEL UND FRAGESTELLUNG 3
2. DER WEG ZUM MODERNEN BERUF 3
3. SYSTEMTHEORETISCHE KONZEPTION DES MODERNEN BEGRIFFES BERUF 5
3.1. Der moderne Stellenwert des Berufs aus Sicht der Gesellschaft 5
3.2. Berufsbezogene Besonderheiten in der modernen Gesellschaft 6
4. DER BERUF ALS STRUKTURELLE KOPPLUNG VON ÖKONOMIE UND
ERZIEHUNG 8
5. DISKUSSION UM ERZIEHERISCHE ANKNÜPFPUNKTE 9
LITERATURVERZEICHNIS 13
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1 Einführendes Beispiel und Fragestellung
1. Einführendes Beispiel und Fragestellung
Möchte man untersuchen, ob „die persönliche Karriere und der berufliche Aufstieg zu großen Teilen von der Teilnahme an Weiterbildungsmaßnahmen beeinflusst werden“ (Kurtz 2005, S. 107), so muss sich dem zunächst dem Berufsbegriff genähert werden.
Als Beispiel für die Brisanz dieser Fragestellung kann angeführt werden, dass Kinder, Jugendliche und vor allem Erwachsene im Alltag mit Unterhaltssiche- rungsfragenbetroffen sind, was auch eine steigende Anzahl der ‚Armen‘ in Deutschland zeigt. So kann hier davon ausgegangen werden, dass Erwachsene wenn Berufen nachgehen, um zunächst den Lebensunterhalt für sich und ihre Angehörigen zu bestreiten. Konkret ist es notwendig über pädagogische Anforderungen in der heutigen Zeit zu reflektieren, um Neuankömmlingen im System Wirtschaft den Weg in die ‚neue Beruflichkeit‘ zu ermöglichen. Bevor soziale Ungleichheit sowie deren Forcierung diskutiert werden können, erscheint es notwendig, das moderne Verständnis des Berufs zu erörtern. Das Thema für diese Arbeit wurde gewählt, da die Notwendigkeit eines Diskurses in der Allgemeinen Erziehungswissenschaft gesehen wird. Die vorliegende Arbeit soll sich daher mit der Frage nach der Bedeutung des Berufs in der heutigen Zeit beschäftigen. Dazu wird in erster Linie der historische Weg zum modernen Beruf mit aktuellen systemtheoretischen, berufssoziologischen Betrachtungsweisen aufgezeigt. Im weiteren Verlauf wird die Kopplung zwischen Wirtschaft und Pädagogik im Verständnis von THOMAS KURTZ vorgestellt sowie abschließend pädagogische Anknüpfpunkte mittels eines skizzierten Beispiels diskutiert.
2. Der Weg zum modernen Beruf
Die Geschichte des Berufs lässt sich bis zu Platon und Aristoteles zurückverfolgen und diesen Begriff mit körperlicher Arbeit assoziieren. Im Gegensatz zur heutigen Zeit ließ sich die Entlohnung von Arbeit jedoch nicht mit Gesellschaftsverständnis von damaligen freien Bürgern vereinen, so war der Arbeitsbegriff „im wesentlichen reserviert für die Tätigkeiten von Knechten, Sklaven, Fremden und im Krieg bezwungenen Feinden“ (Kurtz 2005, S. 71). Der wahre Bürger einer an-
2 Der Weg zum modernen Beruf
tiken Polis ging der Bürgertugend Bildung oder Muße nach. Tätigkeiten, die den Lebensunterhalt sichern, welche heute als Arbeit bezeichnet würden, wurden in der damaligen Zeit abgewertet (vgl. ebd., S. 72).
Erst im Zuge der Drei-Klassen-Gesellschaft im elften Jahrhundert setzte sich die funktionale Kooperation von Arbeit durch. Hierbei arbeitete ein dritter Stand den Klerikern und Rittern zu. Das griechische Wort für Arbeit wurde im Spätmittelalter durch Martin Luther mit Beruf übersetzt und ergänzte fortan die Arbeit als Buße. Ein früherer Ansatz zur Etablierung eines Berufsbegriffes lässt sich bei Thomas von Aquin finden. Im Rahmen der Reformation wurde der Beruf erstmals als In-dikator für die Stellung eines Menschen in der Gesellschaft verstanden, so dass ein Bürger mit dem Erlernen eines ehrbaren Berufs zur städtischen Bürgerschaft gehören konnte (vgl. ebd., S. 73ff.).
Im 18. Jahrhundert säkularisiert sich das Begriffsverständnis durch rationalistische Einflüsse. Ein Beruf wird nunmehr als Persönlichkeitsvervollkommnung und nicht göttliche Berufung aufgefasst. Im idealistischen Weltbild erfolgt die Berufung aus Eignung und Leistung eines Menschen und der Mensch geht diesem Beruf als Dienst an der menschlichen Gesamtordnung nach. Menschen können seit dieser Zeit durch Arbeit ihre soziale Position verändern, was bis dato nicht möglich war (vgl. ebd., S. 77ff.).
Mit dem Übergang in das 19. Jahrhundert nebst der einsetzenden Industrialisierung verdrängt die Wirtschaftlichkeit eines Betriebes die einstige Überlebensgarantie, die der Ehrbarkeit. Das Kommunikationsmedium Geld gewinnt in dieser Zeit gegenüber der Moral an Bedeutung und bestimmt fortan über betriebsexterne sowie -interne Strukturen und Prozesse. NIKLAS LUHMANN beschreibt die entstehenden Organisationen als eine Erscheinungsform von modernen Gesell- schaft,da diese sich „in und außerhalb der Gesellschaft selbst unterscheiden können, indem sie jeweils ihre eigenen spezifischen Entscheidungen treffen“ (ebd., S. 83).
KURTZ fasst dazu innerhalb seiner Habilitationsschrift den Bedeutungswandel des Berufsbegriffes „als Übergang von einer moralischen Bestimmung der Arbeit (Ehre, Religion, Berufung) zu einer qualifikationsdominierten Form des Berufs“ zusammen (ebd., S.85). Heute kann der Berufsbegriff durchaus nach MAX WE-
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Arbeit zitieren:
David Wolf, 2010, Der Beruf als strukturelle Kopplung zwischen Bildung und Ökonomie, München, GRIN Verlag GmbH
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