Inhalt
1. Einleitung 1
2. Zur Gefährdung durch die Masse. 2
2.1. Der siebente Brief 2
2.2. Elite, Individuum und Menschenmenge. 3
2.3. Adressat und Publikum. 5
2.4. Heutige Gefährdung durch oder für die Masse? 6
3. Fazit. 7
4. Literaturverzeichnis. 9
4.1. Printliteratur. 9
4.2. Internetquellen 9
1. Einleitung
Das Leben und die Gesellschaft scheinen in ständigem Wandel zu sein. Täglich erweitern neue Fortschritte in Wissenschaft und Technik unseren Horizont und unser Leben. Die Welt des Menschen scheint wenig Konstantes zu beherbergen. In der Philosophie jedoch finden sich Gedanken und Ideen, welche beinahe 2000 Jahre alt sind und dennoch das Bild einer Gesellschaft zeichnen, die unserer sehr ähnlich scheint.
Senecas Briefe an Lucilius und seine Schriften zu Zeit, Ruhe und Glück im Leben sind hervorragende Beispiele für Werke, die nachkommenden Generationen ebenso gewidmet scheinen wie der eigenen. Josef M. Werle hat sie in einem Lesebuch gesammelt und bietet dem Leser des 21. Jahrhunderts somit die Möglichkeit an den Gedanken Senecas teil zu haben, die auf die Agenda heutiger Menschen passen, die aber dort wohl wenig vertreten sind.
Als Beispiel für die von Seneca behandelten Problemfelder befasse ich mich in dieser
inwieweit durch diese Masse
gefährdet ist, wird mich beschäftigen. Ich möchte herausfinden, ob dies den Schluss zulässt, dass es eine kleine Menge von Menschen gibt, die diesen Gefahren ausgesetzt sind und was sie zu etwas Anderem als die Masse werden lässt. Sind sie es, die als Elite ein besseres Leben erreichen können? Oder gibt Seneca jedem die zumindest potenzielle Möglichkeit für ein erfülltes Leben?
Das Thema der Sozialisation und Sittlichkeit von Mensch und Gesellschaft ist für mich heute so fundamental wie zu Senecas Zeit. In einer Gesellschaft lebend, die sich scheinbar vor fundamentalen Wahrheiten wie dem Klimawandel, Hunger und Elend für den Großteil der Weltbevölkerung und wachsender sozialer Ungleichheit in Castingshows, Actionkino und Alkohol flüchtet, werde ich versuchen in Senecas Werk mögliche Antworten und
Nach einer Zusammenfassung seines Briefes werde ich mich mit den Definitionen des einzelnen Menschen, der Masse und einer möglichen Elite beschäftigen und versuchen den gegenseitigen Einfluss deutlich zu machen. Der Frage, wie der Gefährdung entgegengewirkt werden kann, werde ich mich im dritten Teil widmen. Abschließen möchte ich die Betrachtung der Fragestellung mit einer Transformation des Problembereiches auf die heutige Zeit.
1
2. Zur Gefährdung durch die Masse
2.1. Der siebente Brief
In diesem Brief an Lucilius geht es um den Menschen und um die Auswirkungen von Menschenmassen auf ihn. Der Brief ist eine Antwort auf Lucilius Frage was er zu vermeiden
habe, um sich zu einem guten Menschen zu entwickeln. 1
Seneca antwortet, dass es vor allem Menschenmengen seien, die ein sich in Entwicklung
2 von Begegnungen mit einer Menschenmenge zurück. Der fortwährende Heilungsprozess der Seele der für Seneca das Leben darstellt, wird durch die Untugenden, die in Menschenmengen auftreten, behindert. Dabei erkennt er eine direkte Proportionalität von der Größe der Menge zur Gefahr für die Sittlichkeit des Einzelnen.
Eine besondere Gefahr geht von Schauspielaufführungen aus, bei denen der Mensch durch längeres passives Zusehen besonders einfach von den dargestellten Lastern befallen werden
3 So beschreibt er selbst die Auswirkungen auf sein Gemüt.
An einem Beispiel illustriert Seneca den negativen Einfluss von Massenveranstaltungen: Auf der Suche nach kurzweiliger Unterhaltung in der Mittagspause begibt er sich zu einem Schauspiel. Doch statt humorvoller Minuten erwartet ihn ein tödliches Spiel, in dem das Publikum als geifernde und nach Blut dürstende Masse erscheint, die nichts sehnlicher erwartet als pausenloses Sterben in der Arena. Die Kämpfer werden dabei ohne Schutz in den Kampf geschickt, um unnötige Verzögerungen zu vermeiden.
Trotz der Möglichkeit, dass es sich bei den Kämpfern um Mörder handeln könnte, sieht Seneca die Gefahr von der nach Gewalt schreienden Menge ausgehen. Vor dieser muss ein Geist, der sich positiv entwickeln soll, geschützt werden. Den negativen Einfluss der Menschenmenge auf das Individuum sieht Seneca für gewöhnliche Menschen als gravierend
an, da er selbst gestandene Persönlichkeiten 4 5 kann.
Die Umwelt trägt also entscheidend zur Entwicklung des Geistes bei und der schlechte Einfluss einer negativen Persönlichkeit potenziert sich in solchen Massenveranstaltungen. Um
1 Vgl.: WERLE, Josef M.: Seneca für Zeitgenossen. München: Wilhelm Goldmann Verlag, 2000, S. 131 2 WERLE (2000), Seite 131
3 ebd.
4 Er nennt an dieser Stelle Sokrates, Cato und Laelius., WERLE (2000), Seite 132 5 ebd.
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Arbeit zitieren:
Martin Lobitz, 2010, Senecas Siebenter Brief: Über die Gefährdung durch die Masse, München, GRIN Verlag GmbH
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