Inhaltsverzeichnis
Abbildungsverzeichnis 3
1. Einleitung 4
2. Bildungscontrolling im Prozess der Personalentwicklung 5
2.1. Grundlagen der Personalentwicklung 5
2.2. Bildungsmanagement als Aufgabe der Personalentwicklung 5
3. Aktualität von Bildungscontrolling 6
3.1. Wesen des Bildungscontrollings 7
3.2. Managementorientierte Zugänge zu Bildungscontrolling 7
3.3. Bildungsprozessorientierte Zugänge zu Bildungscontrolling 8
3.4. Zusammenfassung beider Zugänge und aktueller Bezug 9
4. Prozess des Bildungscontrollings 12
4.1. Positionierung des Bildungscontrollings 12
4.2. normative und strategische Aufgaben des Bildungscontrollings 12
4.3. operative Aufgaben des Bildungscontrollings 15
4.4. Abläufe und Akteure des Controlling-Zyklus 17
5. Erfolgsfaktoren und Hemmnisse bei der Implementierung eines
Bildungscontrollings 19
6. Fazit und Ausblick 21
Literaturverzeichnis 24
Anlage 1: Parameter eines operativen Bildungscontrollings nach Schöni 25
2
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Prozess der Mitarbeiterentwicklung nach Kolb
Abbildung 2: erweiterter Bildungsprozess nach Dehnbostel
Abbildung 3: Einordnung der Unternehmensstrategie nach Müller-Böling/ Krasny
Abbildung 4: Bildungsmanagement im Unternehmen nach Diesner
Abbildung 5: Elemente des operativen Bildungscontrollings nach Schöni
3
1. Einleitung
Vor der Diskussion um Bildungsinvestitionen und ob Bildung soziale Ungleichheit fortsetzt oder gar verstärkt, bleibt jedoch festzuhalten, dass Bildung seit Menschengedenken eines der höchsten Güter ist. So ist nur verständlich, dass nach einer staatlichen Regulation auch die Wirtschaft beginnt Bildungsprozesse immer mehr in den Fokus der Betrachtung zu ziehen. In Zeiten des ‚war for talents‘ wird es immer wichtiger die Bildung von Mitarbeitern voranzutreiben und dies mit möglichst effektiven und effizienten Mitteln. Im Verlauf dieser Arbeit wird gezeigt werden, dass Bildungsinvestitionen sich langfristig auszahlen und somit das eingangs gewählte Zitat bestätigen.
Auf der Suche nach effektiven und effizienten Mitteln ist in den vergangenen Jahren die Bedeutung von Controllingprozessen gestiegen. Ebenso angewachsen sind die Qualitätsansprüche an Unternehmen, damit diese sich auf den globalisierenden Märkten behaupten können. Bildungscontrolling reiht sich in diese Entwicklung ein. Jedoch reicht dem Bildungscontrolling nicht allein der betriebswirtschaftliche Zugang, vielmehr bedarf es einem multidisziplinären Zugang aus Psychologie, Pädagogik und Betriebswirtschaft. Im Allgemeinen hat der Begriff des ‚Controllens‘ eine negative Konnotation, da er meist mit Kontrolle übersetzt wird. Dies ist jedoch nicht der alleinige Zweck eines Controllings, da die Planung und Steuerung von Bildungsprozessen durch Evaluation und Bewertung primär allen Beteiligten helfen soll den Anforderungen der wirtschaftlichen Umwelt gerecht zu werden. Im Rahmen dieser Arbeit ist der Controllingprozess somit immer als Einheit von Planung, Steuerung, Evaluation und Bewertung von Prozessen zu verstehen.
Die vorliegende Arbeit zum Thema Bildungscontrolling soll im Rahmen der Veranstaltung ‚Instrumente des Personalmanagements‘ einen Überblick über den aktuellen Stand zum Thema geben. Dazu werden zunächst die
unternehmensspezifische Einordnung in die Personalentwicklung sowie die beiden wissenschaftlichen Zugänge vorgestellt. Im weiteren Verlauf werden der Prozess des Bildungscontrollings auf den unterschiedlichen Unternehmensebenen näher
4
beschrieben und die Akteure eines Bildungsmanagements aufgezeigt. Abschließend werden die Erfolgsfaktoren und Hemmnisse bei der Einführung eines solchen Bildungscontrollings in die Unternehmenspraxis benannt. Ein Fazit rundet diese Arbeit mit einem Ausblick auf künftige Entwicklungen bzw. Herausforderungen ab.
2. Bildungscontrolling im Prozess der Personalentwicklung
2.1. Grundlagen der Personalentwicklung
Bildungscontrolling ist ein Bestandteil des Bildungsmanagements, welches wiederum eine Aufgabe der Personalentwicklung in Unternehmen darstellt. Wohlwissend, dass Bildungsarbeit auch außerhalb von Unternehmen (beispielsweise in der Schule) stattfinden kann, wird diese Arbeit die wirtschaftliche Seite beleuchten, um im Folgenden auf den betriebswirtschaftlichen und berufsbildenden Ansatz der interdisziplinären Forschung von Bildungscontrolling sowie auf den mittel- bis langfristig rentablen Beitrag zum strategischen Unternehmenserfolg einzugehen.
Grundlegend umfasst Personalentwicklung per definitionem alle „Maßnahmen zur Vermittlung von Qualifikationen, die der Steigerung aktueller und zukünftiger Leistungen von Führungskräften und Mitarbeitern dienen (Bildung), sowie Maßnahmen zur Unterstützung der beruflichen Entwicklung von Führungskräften und (Förderung).“ 1 Auf unternehmerischer Seite zielt die Mitarbeitern
Personalentwicklung auf die Verbesserung der Arbeitsleistung, die qualitative Absicherung des Mitarbeiterbestandes, die Attraktivitätssteigerung als Arbeitsgeber, die Mitarbeiterbindung sowie die Erhöhung der Anpassungsfähigkeit an sich wandelnde Anforderungen des Marktes ab. Die Ziele aufseiten des Mitarbeiters sind die Steigerung der Zufriedenheit und somit Motivation mit dem Arbeitsgeber, die Steigerung persönlicher sowie fachlicher Qualifikationen gleichsam der einhergehenden Selbstverwirklichung und Verbesserung der Karriere- und Aufstiegschancen innerhalb und außerhalb des Unternehmens. 2
2.2. Bildungsmanagement als Aufgabe der Personalentwicklung
1 Vgl. Stock-Homburg, 2008, S.155
2 Vgl. Stock-Homburg, 2008, S.155
5
Der Prozess Personalentwicklung (Abbildung 1: Prozess der Mitarbeiterentwicklung nach Kolb) geht von strategischen Unternehmenszielen aus. Diese bestimmen die Personalplanung,
Abbildung 1: Prozess der Mitarbeiterentwicklung nach Kolb
welche einen objektiven Bildungsbedarf auch anhand der Mitarbeiterqualifikationen festlegt. Die Ziele und Wünsche der Mitarbeiter bilden innerhalb des Prozessmodells den subjektiven Bildungsbedarf ab. Anschließend wird anhand des objektiven und zu Teilen des subjektiven Bildungsbedarfs ein Abgleich und die Festlegung der Personalentwicklungsmaßnahmen im Fördergespräch zwischen Führungskraft und Mitarbeiter durchgeführt. Beeinflusst wird dieser Teilschritt einerseits durch Kompetenz-, Potenzialanalysen und Mitarbeiterbeurteilungen sowie andererseits durch die Anreizfunktion für den Mitarbeiter. Die Planung und Durchführung der Personalentwicklungsmaßnahme schließt sich hieran an und wird durch das Bildungscontrolling
3
abgeschlossen. Diese abschließende Evaluation der Maßnahme nimmt Einfluss auf die Personalplanung sowie die Wünsche und Ziele der Mitarbeiter.
4
Dieser Zyklus zeigt nicht nur Kontinuität von
Personalentwicklungsmaßnahmen auf, vielmehr bietet er die ständige Möglichkeit der Prozessoptimierung vor, innerhalb und nach der Maßnahme, was die Bedeutung und Aktualität von Bildungscontrolling verdeutlicht.
3. Aktualität von Bildungscontrolling
Bildungscontrolling wird in Deutschland vermehrt seit den 1980er Jahren diskutiert. Diese immer bedeutendere Diskussion lässt sich nicht in einer Wissenschaftsdisziplin verorten, sondern muss mehrere Zugänge aus der Wissenschaft berücksichtigen.
3 Anm: Bildungscontrolling ist hier als ein Teilschritt des gesamten Bildungscontrollings aufzufassen,
da Controlling nicht als reine Kontrollfunktion zählt, sondern vielmehr auch die vorangegangenen
Prozessschritte steuern und lenken muss. Insofern ist die Verwendung des Begriffs Evaluation für den
Einzelaspekt zulänglich.
4 Vgl. Kolb, S. 433ff
6
Aus dem Namen Bildungscontrolling lassen sich bereits die beiden Wissenschaftsbereiche ableiten, welche dominant in der Forschung auf diesem Gebiet tätig sind. So gibt es einen betriebswirtschaftlichen, managementorientierten und einen berufspädagogischen, bildungsprozessorientierten Zugang zum Bildungscontrolling. 5 Diese konkurrierenden Fachzugänge sind jedoch beide mit Vor-und Nachteilen hinsichtlich ihres Beitrags zum Bildungscontrolling behaftet.
In diesem Abschnitt wird zunächst auf die Bedeutung des Bildungscontrollings eingegangen, um den aktuellen Stand der Fachdiskussion aufzuzeigen. Im Anschluss werden die bereits angesprochenen Fachzugänge en détails erläutert.
3.1. Wesen des Bildungscontrollings
In Deutschland wird seit den 1980er Jahren von Bildungscontrolling gesprochen. Der Bedeutungszuwachs entstand aber erst in den letzten Jahren, was sich anhand der Anzahl von Fachtagungen und Expertenkreisen zu diesem Thema nachweisen lässt. Das Wesen des Bildungscontrollings besteht aus der „Planung, Kontrolle und Steuerung von Bildungsprozessen“. Jedoch ist heute noch nicht von klaren, einheitlichen Strukturen, Methoden und Standards auszugehen, vielmehr trifft man auf eine Kontroverse aus unterschiedlichen Wissenschaftsbereichen. Die beiden Hauptrichtungen sind die Betriebswirtschaft und die Betriebspädagogik, deren Zugänge nun im Anschluss näher beleuchtet werden. 6
3.2. Managementorientierte Zugänge zu Bildungscontrolling Bildungscontrolling bildet im Rahmen des Unternehmens eine
Unterstützungsfunktion für Manager. Zum Teil wird Bildungscontrolling als ein weiterer Bereich des Unternehmenscontrollings aufgefasst. Der Beitrag zu strategischen Unternehmenszielen wird in diesem Zugang durch eine stringente Methodik der Kennzahlenverfahren geleistet. Bildungsprozesse werden hierbei anhand ökonomischer Kennzahlen gemessen. Über die Qualifikationsressourcen des Unternehmens und die Leistungsdaten der Bildungsarbeit reicht dieser Ansatz jedoch nicht hinaus, da für zu erfassende „Strukturen, Prozesse und Kulturen“ keine hinlänglichen Messmethoden und Beurteilungskriterien vorliegen. Somit bleibt der
5 Vgl. Schöni (2006), S. 17
6 Vgl. Schöni, S. 17f
7
Arbeit zitieren:
B.A. David Wolf, 2009, Bildungscontrolling - Einordnung und Implementierung der Messung von Bildungsprozessen in die Unternehmenspraxis, München, GRIN Verlag GmbH
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