Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 2
2. Theoretische Grundlagen 2
3. Bezüge zwischen Vergangenheit und Gegenwart 4
a. Unmittelbare Vergangenheitsbezüge. 4
i. Allseitige Geschichtlichkeit. 4
ii. Geschichtlichkeit von Begriffen. 5
iii. Geschichte als politisches Argument 6
iv. Kalender-Geschichte(n) 6
v. Geschichte in der Werbung 7
vi. Straßennamen 7
vii. Denkmäler und Erinnerungstafeln. 8
viii. Bauliche Überreste 9
ix. Oral history. 9
x. Comics und Jugendbücher. 9
xi. Ein neues Medium Internet 10
b. Gegenwartsbezug als Ursachenzusammenhang 11
c. Gegenwartsbezug als Sinnzusammenhang 12
4. Phasen des Unterrichts 14
5. Fazit. 16
6. Literatur. 18
1
1. Einleitung
In der vorliegenden Hausarbeit soll es um das Thema des Gegenwartsbezuges im Geschichtsunterricht gehen. Im Zentrum dieser Ausarbeitung steht die Frage, wo und welche Gegenwartsbezüge im Geschichtsunterricht integriert werden können. Grundlage dieser Arbeit sind die Forschungserkenntnisse von Klaus Bergmann (1938 2002), der sich u.a. 1 schwerpunktmäßig mit einem gegenwartsbezogenen Geschichtsunterricht befasste. Trotz des Verweises auf Bergmann, habe ich an der einen oder anderen Stelle kritische Bemerkungen oder Ergänzungen zu dessen Ansichten hinzugefügt.
Die Beantwortung der oben gestellten Leitfrage geschieht in drei Schritten. Zunächst werden in einem ersten Abschnitt die theoretischen Grundlagen eines gegenwartsbezogenen Geschichtsunterrichtes beleuchtet, ehe im zweiten Teil der Hausarbeit auf konkrete Bezüge zwischen Vergangenheit und Gegenwart eingegangen wird. Dieser zweite Teil gliedert sich wiederum in drei Unterkapitel, nämlich a. Unmittelbare Gegenwartsbezüge, b. Gegenwartsbezüge als Ursachenzusammenhang und c. Gegenwartsbezüge als Sinnzusammenhang. Der Schwerpunkt in diesem zweiten Teil liegt auf Unterkapitel a., also den Unmittelbaren Gegenwartsbezügen. Anschließend werden in einem dritten Teil die Phasen von Unterricht dahingehend untersucht, ob und, wenn ja, wie Gegenwartsbezüge in diesen Phasen realisiert werden können. Den Abschluss dieser Arbeit bildet ein Fazit.
2. Theoretische Grundlagen 2
Wenn man sich mit dem Thema Gegenwartsbezug im Geschichtsunterricht auseinandersetzt, muss man sich m.E. erst darüber im Klaren sein, warum eine Beschäftigung mit diesem Thema sinnvoll erscheint. Dies soll im Folgenden geschehen.
Wenn man sich mit Geschichte beschäftigt, beschäftigt man sich auch immer mit Erinnerungen an Vergangenes, sprich mit Sachverhalten, die vor unserer eigenen Lebenszeit geschehen sind. Diese Erinnerungen sind bedingt durch ein Orientierungsbedürfnis der Menschen, das sie aufgrund von Erwartungen an Gegenwart und Zukunft haben. Durch die sich beständig ändernden Orientierungsbedürfnisse, aufgrund von Ereignissen in der Gegenwart, ändern sich
1 i
2 Bergmann, Gegenwarts- und Zukunftsbezug, S. 91/92.
2
auch die Gegenstände, die man als Orientierung in der Gegenwart benötigt 3 . Auf diese Art und Weise kann man charakterisieren, was Geschichte eigentlich ist; nämlich eine Zusammenstellung von Orien-tierungsbedürfnissen von Menschen für die Gegenwart. Geschichte ist daher eine Art des Denkens, um auf eine bestimmte Weise mögliche Auskünfte zu erhalten, die wir für unsere Orientierung in der Gegenwart und Zukunft als bedeutsam ansehen. Reinhart Koselleck def iben, denn, wenn man -gangenheit beschäftigt, um diese
auf seine Gegenwart und Zukunft anzuwenden, also durch sie eine Orientierung zu erhalten, dann wird Geschichte auf die Gegenwart bezogen. Demnach handelt es sich bei dem Thema
Bezug zu unserer Gegenwart.
ssen an n in kognitiv im Umfeld seiner
Zeit betrachtet wird, ohne zwanghaft einen Bogen zu Gegenwart spannen zu müssen. Dem- u- tet.Geschichtslehrer/innen 4 konfrontieren ihre Schüler/innen 5 ständig mit Vergangenem. Ein Geschichtsunterricht, der den SuS klar aufzeigt, was dieses historische Thema mit ihrer Gegenwart und Zukunft zu tun hat, ist daher wünschenswert, aber m.E. nicht obligatorisch. GuG haben daher die Aufgabe, die Erkenntnisse der Wissenschaft dahingehend zu befragen, ob sie
Geschichts - torischenSachverhalten beschäftigen und eine Lebensorientierung für SuS darstellen. Relativierend muss ich an dieser Stelle erwähnen, dass m.E. nicht jedes Thema zwangsläufig solchen herstellen kann, sollte man
dies tun, doch bin ich der Auffassung, dass es auch historische Themen gibt, die in der Schule rein kognitiven Lernzielen genügen sollten (jedenfalls in der Sek. II). Herr Bergmann zitiert in diesem Zusammenhang nämlich folgender e- zugse- 3 z.B.wird 2008/2009 ein Orientierungsbedürfnis darin bestanden haben, wie Menschen auf die Weltwirt-
schaftskrise 1929-1930 reagierten. Zuvor war diese Sicht auf Geschichte eher zweitrangig und andere Orien-
tierungsbedürfnisse standen im Vordergrund.
4 Ab jetzt mit GuG abgekürzt.
5 Ab jetzt mit SuS abgekürzt.
3
chen, denn selbst in der Sek. I scheint es mir sinnvoll, Themen zu haben, die nicht unmittelbar auf die Lebenswelt der SuS bezogen werden können. M. E. ist es utopisch, anzunehmen, dass man jedem Thema einen Gegenwartsbezug aufzwingen kann.
3. Bezüge zwischen Vergangenheit und Gegenwart 6 l- zahlvon Möglichkeiten, durch die man einen e
erreichen kann. Im Folgenden werden drei Bereiche gesondert betrachtet, wobei der Schwerpunkt auf den unmittelbaren Vergangenheitsbezügen liegen wird. Des Weiteren wird der als Ur-sachen und Sinnzusammenhang beschrieben werden.
a. Unmittelbare Vergangenheitsbezüge
Vergangenheit, seien es Gebäude, Texte, Kleidung, Denkmäler usw. Diese Relikte stellen für n- nenden SuS verdeutlichen, dass Vergangenes gegenwärtig und Gegenwart vergänglich ist. Die Tatsache, dass den meisten SuS nach ihrer Schullaufbahn Geschi e i- zen 7 ,begegnete-
Dadurch sollen SuS erkennen, dass Geschichte gegenwärtig und ein wachsamer Umgang mit den Erscheingebracht ist. nherstellen und damit die Sensibilität der SuS gege-
i. Allseitige Geschichtlichkeit
Gegenstand, eine Institution, ein Sachverhalt etc., seine eigene Geschichte in sich trägt. Dem-
6 Bergmann,Gegenwarts- und Zukunftsbezug, S. 92ff.
7 rscheinen.
Geprägt wird die en- densich Themen wieder, die gerade in Mode sind, die aber auch schnell wieder verschwinden und durch an-
dere Themen ersetzt werden können.
4
nach sind diese Objekte in zeitlichen Prozessen entstanden und zu dem geworden, was sie heute sind. Diese Objekte könne man, so Bergmann, in ihrer gänz-lichen Komplexität nur erfassen, wenn man sich der Gewordenheit dieser bewusst ist. Es sei daher möglich mit Hilfe von Institutionen, historischen Sachverhalten, Normen etc. der Gegenwart einen Ausgangs- e rständ
s-Vorgehen an. Hierbei geht man von einem zu behandelnden
Thema aus und betrachtet dieses diachron, d.h. an einem geografischen Ort zu unterschiedlichen Zeiten 8 . Ein Beispiel hierfür wäre die Entwicklung von Städten in Mitteleuropa von der Antike bis zur Gegenwart. Wichtig sei in diesem Zusammenhang, dass dabei ein his-torischer Kontext, Wandlungen, Veränderungen und Andersartigkeiten zwischen Vergangenheit und Gegenwart benannt werden müssen. SuS müssten sich der Ge-schichtlichkeit von gewordenen Dingen bewusst werden. Jedoch sei es bei diesem Vorgehen unbedingt zu vermeiden, dass -geriert werde, indem man davon ausgehe, dass Menschen späterer Zeiten automatisch bessere Lebensumstände vorfänden. Diese Annahme setzt eine Linearität von Geschichte voraus, die sie aber nicht besitzt.
ii. Geschichtlichkeit von Begriffen
Was unter i. schon für alle Objekte unserer Gegenwart erläutert wurde, kann im Speziellen natürlich auch für Begriffe unseres täglichen Gebrauchs gelten. Sie haben ebenfalls alle ihre Geschichte und möglicherweise auch unterschiedliche Bedeutungen in Vergangenheit und Gegenwart. Am Begriff -plarisch beschrieben werden. Der
in der Bundesrepublik Deutschland tut. In Abhängigkeit vom Stand, vom Vermögen und vom eer BRD sind heute lediglich Vorge-
der sich dafür eignet, gegenwartsbezogenen Geschichtsunterricht zu gestalten. An Begriffen können Wandlungen, Veränderungen und historische Kontexte thematisiert werden. Aber in meinen Augen müssen nicht nur die Unterschiede von Begriffen im historischen Verlauf be-
8 ichen geo-
grafischen Orten bedeuten würde.
5
Arbeit zitieren:
Mario Kulbach, 2010, Gegenwartsbezug im Geschichtsunterricht , München, GRIN Verlag GmbH
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