Inhalt
0. Einleitung 3
1. Die Handlungstheorie des
Aristoteles 4
1.1 Handeln - praxis und poiesis 4
1.2 Ziel und Gut - telos und agathon 5
1.3 Das höchste Gut - ariston 6
2. Aristoteles’ methodische Reflexion 8
2.1 Erster Exkurs 8
2.2 Zweiter Exkurs 8
2.3 Dritter Exkurs 9
3. Die Lehre von der arete 9
4. Zusammenfassung 11
5. Literaturangaben 12
2
0. Einleitung
Diese Seminararbeit behandelt das erste Buch der Nikomachischen Ethik von Aristoteles .1 . Als Textgrundlagen dienten die Übersetzung von Gigon und ein Online-Text 2 . Hilfreich bei der Textanalyse waren das Metzler Lexikon Philosophie 3 und die Textinterpretation von Ursula Wolf. 4 In der Arbeit wird versucht, die aristotelischen Kernaussagen und die Argumentationsweisen im ersten Buch verständlich zusammenzufassen und es soll gezeigt werden, wie Aristoteles in seiner Nikomaischen Ethik den Zusammenhang zwischen Tugend (arete) und Glückseligkeit (eudaimonia) erklärt.
In einem ersten Schritt wird die Handlungstheorie des Aristoteles vorgestellt und es werden die Begriffe Handeln, Herstellen, Ziel, Gut und höchstes Gut (praxis, poiesis, telos. Agathon und ariston) erläutert. In einem zweiten Schritt wird auf die methodischen Überlegungen eingegangen, die Arisoteles Exkurs ähnlich in sein erstes Buch einbaut. Erst in einem dritten Schritt werden die Begriffe Tugend und Glückseligkeit (arete und eudaimonia) näher zu erläutern sein, um zu verstehen, inwiefern es sich bei der aristotelischen Ethik um eine Tugendethik handelt.
„Was wir heute die Nikomachische Ethik in zehn Büchern nennen, wird (...) vermutlich repräsentiert durch eine Ethik in fünf Büchern (die keineswegs einfach fünf Bücher der Nikomachischen Ethik gleichgesetzt werden dürfen), ferner durch je ein Buch über die Freundschaft, über die Lust und über die Verantwortlichkeit. Manches spricht dafür, dass es außerdem noch eine besondere Studie über die Glückseligkeit gegeben hat, die in unserer Nikomaischen Ethik teils auf das erste, teils auf das zehnte Buch verteilt worden ist.“ 5
Die Nikomachische Ethik will eine „Theorie des guten Lebens, richtigen Handelns und vernünftigen Überlegens entwickeln, die darüber hinaus in eine Theorie des Politischen eingebettet ist.“ 6 Der Ausgangspunkt im ersten Buch ist die Frage nach dem letzten Ziel des Handelns, nach dem Gut für den Menschen.
1 Aristoteles: Die Nikomachische Ethik. Aus dem Griechischen und mit einer Einführung und Erläuterungen versehen von
Olof Gigon. München 7. Auflage: Deutscher Taschenbuch Verlag 2006.
2 http://www.aristoteles-heute.de/sein_a/sein_A/bewegt/organisch/mensch/aristoteles/ethik/ftp/Ethik0101.htm
3 Burkard, Franz-Peter und Peter Prechtl (Hg.): Metzler Lexikon Philosophie. Stuttgart, Weimar: 3. Auflage: Metzler 2008.
4 Wolf, Ursula: Aristoteles. Nikomachische Ethik. Darmstadt: Wissenschaftliche Buchgesellschaft 2002.
5 Gigon, Olof: Einführung. In: Aristoteles: Die Nikomachische Ethik,. Aus dem Griechischen und mit einer Einführung und
Erläuterung versehen von Olof Gigon, 46.
6 Wolf, U: Aristoteles Nikomachische Ethik, S.13.
3
1. Die Handlungstheorie des Aristoteles
1.1 Handeln - praxis und poiesis
Im ersten Buch der Nikomachischen Ethik beschreibt Aristoteles zunächst die Struktur menschlichen Handelns. Dabei beschäftigt er sich in gleicher Weise mit Handeln im allgemeinen Sinn (praxis), mit wissenschaftlichem Handeln im Besonderen und auch mit dem Handeln im Bereich der Künste und des Handwerkes (techne). Es wird in der Untersuchung zwischen diesen Bereichen teilweise gewechselt, sodass es nicht ganz einfach ist zu entscheiden, für welchen Bereich einzelne Aussagen gelten. Wichtig ist aber, zwischen den Begriffen praxis und techne zu unterscheiden, um zu wissen, dass Handeln für Aristoteles nicht ausschließlich moralisches Handeln bedeutet, sondern Herstellen oder Forschen oder ganz einfach Arbeiten und Tätigsein meinen kann. Am Beginn seiner Ethik steht also eine Reflexion über das menschliche Handeln ganz allgemein und es geht nicht sofort um ethisches Handeln.
„Alle künstlerische und alle wissenschaftliche Tätigkeit, ebenso wie alles praktische Verhalten und jeder erwählte Beruf hat nach allgemeiner Annahme zum Ziele irgendein zu erlangendes Gut. Man hat darum das Gute treffend als dasjenige bezeichnet, was das Ziel alles Strebens bildet.“ 7
Aristoteles stellt fest, dass jedes Handeln ein Ziel (telos) verfolgt. Das heißt, mit jeder Handlung wird ein Ziel angestrebt, das daher auch ein Erstrebenswertes, ein Gutes (agathon) ist. Nun ist aber zu unterscheiden zwischen Handlungen, die um ihrer selbst willen erstrebt werden und Handlungen, die durch anderes motiviert sind. Es gibt für Aristoteles Handlungen, die ihr Ziel in sich selber tragen und Handlungen, deren Ziel außerhalb liegt. Handlungen, die ihr Ziel in sich selber tragen, deren Ziel im Ausführen der Tätigkeit selber besteht, beschreibt Aristoteles mit dem Begriff praxis (im engeren Sinn). Tätigkeiten, die nun aber verfolgt werden, nicht um der Tätigkeit willen, sondern um eines anderen Zieles willen (z.B. um etwas anderes herzustellen) nennt Aristoteles poiesis.
7 Aristoteles, NE zitiert nach http://www.aristoteles-
heute.de/sein_a/sein_A/bewegt/organisch/mensch/aristoteles/ethik/ftp/Ethik0101.htm Buch 1, Kapitel 1. (Jänner 2010)
4
Arbeit zitieren:
Renate Enderlin, 2009, Seminararbeit zum ersten Buch der Nikomachischen Ethik, München, GRIN Verlag GmbH
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